Wie die Covid-19-Pandemie die Arbeitswelt verändert hat. Ein Zwischenstand

Derzeit wird die Maskenpflicht am Arbeitsplatz wieder stärker diskutiert. Sind wir also gedanklich und arbeitsorganisatorisch bei der „zweiten Welle“ angelangt? Oder stellt sich eher die Frage, welche organisatorischen Entwicklungen die „neue Normalität“ mit sich bringen wird? Ein vorherrschendes Thema ist das der Digitalisierungsprozesse, die uns in diesem Jahr in rasanter Geschwindigkeit eingeholt haben, und bei denen es nun um die gezielte Weiterentwicklung und Umsetzung geht.

Basierend auf einer Online-Umfrage unter gut 1.600 Erwerbstätigen aus Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde von der Haufe Gruppe hinterfragt, welche Auswirkungen die Befragten auf das Topthema Digitalisierung nach Corona erwarten. Es zeigt sich: wer ein hohes Digitalisierungspotenzial hat bzw. für sein Unternehmen identifiziert, der passt sich stärker und schneller an veränderte Bedingungen an als der Durchschnitt der Befragten.  Die Bereitschaft der digitalen „High Potentials“ zeigt dabei sehr anschaulich wie das Thema Digitalisierung mit weiteren Aspekten wie Zukunftsoptimismus, Kundenorientierung, Personal und Organisation, Change und Branchenbesonderheiten zusammenhängt.

Alle Rechte: Haufe Gruppe, Wir nach Corona – Digitalisierungspotentiale heben

Es geht jetzt darum, mögliche Lösungen zu entwickeln, wie Schlüsseltechnologien und Veränderungsprozesse in zahlreichen Branchen seitens der Politik unterstützt werden können. Dazu gehören finanzielle Hilfen wie Innovationsfonds, Forschungsgelder ebenso wie politische Maßnahmen wie Entbürokratisierung für Unternehmen sowie arbeitsmarktpolitische Instrumente wie die derzeit geltende Kurzarbeitergeldregelung, die Unternehmen deutlich entlasten soll.

Ein kurzer Faktencheck Branchen: es sind (Stand Juli 2020) von Kurzarbeit 5,6 Millionen Menschen betroffen. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit sowie des ifo-Instituts. Dabei handelt es sich vorwiegend um Arbeitnehmer aus der Industrie (Metallindustrie und im Fahrzeugbau) und dem Dienstleistungssektor (v.a. im Gastgewerbe).

Wie sehr sich bestimmte Branchen ändern könnten, zeigt sich übrigens anschaulich am Beispiel der Versicherungsbranche. So gehen laut Bitkom zwei Drittel (65 Prozent) davon aus, dass bis 2030 eine Online-Plattform für Versicherungen entsteht, die große Marktanteile auf sich vereint.

Übrigens hat die Nachfrage nach digitalen Kompetenzen in den vergangenen Jahren generell stark zugenommen, auch in Branchen und Berufsfeldern, in denen die Digitalisierung bislang keine große Rolle gespielt hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Datenanalyse der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit Burning Glass Technologies, für die 26 Millionen Online-Stellenanzeigen aus Deutschland für die Jahre 2014 und 2018 ausgewertet wurden. Die Digitalisierung kommt also in der Breite der Arbeitswelt an. Von allen untersuchten Online-Stellenanzeigen ist der Anteil der Ausschreibungen, die mindestens eine digitale Kompetenz erfordern, zwischen 2014 und 2018 von 38,1 Prozent auf 47,5 Prozent gestiegen.