Was bedeuten die neuen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung für Arbeitgeber*innen?

Deutschland bereitet sich auf die „Zweite Welle“ der Covid-19-Pandemie vor. Am 14. Oktober lud Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin zum „Coronagipfel“ der Bundesregierung und der Bundesländer», um die Herausforderungen und mögliche Maßnahmen» zu diskutieren, damit die Pandemie eingedämmt werden kann, ohne dass Gesellschaft und Wirtschaft einen allzu großen Schaden davontragen.

Neben Verordnungen, die das gesellschaftliche Miteinander regeln wurden auch einige Maßnahmen beschlossen, die sich an Unternehmen richten. Darunter sind beispielsweise Finanzhilfen für Unternehmen, die aufgrund der neuen Regeln ihren Geschäftsbetrieb einschränken müssen.

Eine endgültige Entscheidung über die Zulässigkeit eines Beherbergungsverbots, wie es bereits in einigen Bundesländern eingeführt wurde, soll erst im November getroffen werden. Dies ist sehr umstritten, da es nicht nur Reisende auf der Suche nach einer Unterkunft vor Herausforderungen stellt, sondern auch Hotels daran hindert, Gäste aufzunehmen und Umsätze zu erwirtschaften, die in der ohnehin schon stark gebeutelten Tourismusbranche schon eine sinkende Tendenz aufzeigen. Auch für Geschäftsreisen stellen diese Regeln eine Herausforderung dar.

Im kürzlich vorgestellten Herbst-Gemeinschaftsgutachten des Instituts für Wirtschaft in Kiel (ifW Kiel), des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin), dem ifo-Institut, dem Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. und weiteren Instituten wird deutlich, dass die Corona-Pandemie erhebliche Einschnitte für die deutsche Wirtschaft mit sich bringt. Wurde im April dieses Jahres noch vorausgesagt, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 4,2 Prozent schrumpfen würde, so wurde diese Prognose nun auf einen Rückgang um 5,4 Prozent korrigiert.

Gefahren für Betriebe und Arbeitnehmer*innen

Im Zuge der sich allmählich zuspitzenden „Zweiten Welle“ der Pandemie befürchten viele Unternehmen erneute geschäftseinschränkende Maßnahmen, wie sie bereits im Frühjahr eingesetzt wurden. Damals durften Gaststätten wochenlang keine Kundschaft im Laden begrüßen, der Einzelhandel musste seinen Betrieb gänzlich einstellen. Nur Geschäfte, die die Versorgung mit Lebensmitteln sicherstellten, durften noch öffnen.

Auch ein milliardenschwerer Rettungsschirm der Bundesregierung konnte offenbar nicht alle Unternehmen vor dem wirtschaftlichen Aus oder einer Umstrukturierung bewahren. Damit verbunden sind auch zahlreiche Arbeitsplätze, die in den vergangenen Monaten abgebaut werden mussten bzw. derzeit in Gefahr sind. Diese Unsicherheit wirkt sich dauerhaft auch auf die Mitarbeiter*innen aus, die durch die permanente wirtschaftlich bedingte Drucksituation anfälliger für psychische Belastungen» wie Panikattacken oder Depressionen werden und sich krankschreiben lassen.

Arbeitgeber*innen müssen also zwei Herausforderungen meistern: das eigene Unternehmen profitabel halten und die Führung so gestalten, dass die Belegschaft psychisch entlastet» wird.