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Studie von Liquid Legal Institute e.V. und EuPD Research zu Gesundheitsrisiken für Jurist*innen

In Zusammenarbeit mit dem BUJ e.V., Deutschlands führender Inhouse Counsel-Organisation, führen das Liquid Legal Institute e.V.  und EuPD Research eine Studie zu den spezifischen Gesundheitsrisiken für Jurist*innen durch. Vor allem die psychische Gesundheit liegt hierbei im Fokus der Erhebung. Ziel der Studie ist es, die Forschung und den damit verbundenen Diskurs zu einem Thema zu ermöglichen, das noch immer weitgehend ein Tabu ist.

Die Studie richtet sich an alle Stakeholder in der Rechtsbranche. Im Rahmen der Erhebung werden unter anderem Rechtsanwaltskanzleien, aber auch Legal Tech-Startups und weitere Expert*innen aus dem Rechtswesen befragt.

In den USA wird die psychische Gesundheit von Jurist*innen bereits seit 30 Jahren erforscht und hat alarmierende Ergebnisse hervorgebracht: Der Berufsstand ist im Hinblick auf stressbedingte Krankheiten überrepräsentiert, leidet in erhöhtem Maße unter Stress, Angsterkrankungen Depressionen und Burnout. Im Jahr 2006 war Suizid nach Krebs und Herzkrankheiten die dritthäufigste Todesursache bei Jurist*innen.

Wie in zahlreichen weiteren Branchen bringt die Digitalisierung nicht nur große Chancen mit sich, sondern auch eine Vielzahl an Risiken. Soziale Isolation, psychische und emotionale Belastungen sieht man Menschen nicht an, dennoch sind sie real und können zu lang andauernden Erkrankungen führen.

An der anonymen Befragung, die von EuPD Research begleitet und umgesetzt wird, können Professionals aus dem Rechtswesen seit dem 10. November teilnehmen.

Hier geht es zur Befragung sowie zum Hintergrund der Studie»

Gesundheitsprävention durch Digitalisierung

Die Digitalisierung hat zwar in den meisten Geschäftszweigen längst mehr oder weniger Einzug gehalten, der plötzliche Umstieg auf vollständige digitale Verfahren – sei es Home Office für Büromitarbeiter*innen, seien es Konferenzen oder die Kommunikation mit Dienstleistern und Partnern – hat der Entwicklung allerdings nochmals deutlichen Schub gegeben. Die Studie „social health @work“ der BARMER und der Universität St. Gallen untersucht nun, welche Rolle die vorher erworbenen digitalen Kompetenzen in der Krise für die Gesundheit der Mitarbeiter*innen spielen.

Unter anderem wurde analysiert, wie sich die virtuellen Führungsfähigkeiten von Vorgesetzten auf die Teammitglieder auswirken:  im Vergleich zu Teams, deren Führungskräfte kaum solche Kompetenzen vorweisen können, liegt die Arbeitszufriedenheit über 48% höher, die Kommunikations- und Koordinationsqualität innerhalb des Teams um fast 16%, und die Produktivität während der akuten Phase mobiler Arbeit lag ebenfalls bei plus 10%. Im Gegensatz dazu haben die Teams mit virtuell kompetenter Führung 15,5% weniger Stress und eine über 40% niedrigere Kündigungsabsicht.

Diese Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, das Augenmerk nicht nur auf funktionierende VPN- und Internetverbindungen oder gemeinsame Terminpläne zu legen. Auch die klassischen Skills sowohl von Mitarbeiter*innen sowie Führungskräften müssen an die neue Arbeitswelt angepasst werden.

Insgesamt ist digitale Kompetenz geeignet, auch die Gesundheit von Beschäftigten zu schützen, die zurzeit mobil arbeiten (müssen): ist diese stark ausgeprägt, haben die Mitarbeiter*innen im Gegensatz zu ihren weniger digital kompetenten Kolleg*innen eine deutlich höhere psychische und physische Arbeitsfähigkeit. Während Corona lag ihre Produktivität fast 14% höher, der Stresslevel dagegen über 6% niedriger. Auch gesundheitliche Probleme, wie Schlafprobleme, traten deutlich weniger auf.

Die Studienurheber*innen weisen zusätzlich auf die Wichtigkeit von Grenzmanagement hin: die verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit im Home Office, zwischen Flexibilität und dem Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen, können Stress und geringe Belastbarkeit hervorrufen. Klare Grenzen sowie die enge, virtuelle Einbindung ins Team, um die gewohnten Kontakte zu stärken und die Entstehung von Unsicherheiten und dem Gefühl von Isolation zu verhindern, wirken dem entgegen. Zugehörigkeit und die Wahrnehmung der eigenen Produktivität fördern zusätzlich eine bessere Gesundheitswahrnehmung.

 

Zur Studie „social health @work“ der BARMER und der Universität St. Gallen»

Arbeitgeber-Studie zum BGM: Führungskräfte müssen auf Mitarbeitergesundheit achten

Führungskräften kommt bei den Themen Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine besondere Bedeutung zu. Das zeigt die deutsche Arbeitgeberstudie zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) „#whatsnext2020 – Erfolgsfaktoren für gesundes Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“, die von der Techniker Krankenkasse herausgegeben wurde.

Kurzfristige Maßnahmen durch Corona

Die Arbeitswelt befindet sich in einer großen Phase des Wandels. Während Industrie 4.0 und die Digitalisierung bereits seit einigen Jahren immer stärker in den Unternehmen implementiert wurden, hat die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung rapide beschleunigt.

Um den Betrieb auch in Zeiten von Social Distancing und verschiedener gesetzlicher Hygienemaßnahmen zu ermöglichen, mussten Arbeitgeber zügig handeln und auch in Organisationen, wo dies bislang nicht denkbar war, mobile Arbeit ermöglichen. Im Herbst 2020, also nur wenige Monate nach Ausbruch der Pandemie, gehören Videokonferenzen und Remote-Arbeit inzwischen zum Standard in der Arbeitsorganisation.

Führungskräfte verantwortlich für Motivation und Zufriedenheit

Wie die neue Arbeitgeberstudie zum BGM „#whatsnext2020 – Erfolgsfaktoren für gesundes Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“, der Techniker Krankenkasse (TK) in Kooperation mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) und der Haufe Group nahe legt, müssen Führungskräfte stärker denn je daran arbeiten, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert und zufrieden sind. Laut der Studie sind demnach sechs von zehn befragten Arbeitgebern (59,9 %) der Meinung, dass Führungskräfte von großer bzw. eher großer Bedeutung für die Gesundheit der Belegschaft sind.

Damit einhergehend haben auch weitergehende Maßnahmen wie die psychologische Gefährdungsbeurteilen eine wichtige Rolle bei der Planung von BGM. Hier gaben 91,6 Prozent der Führungskräfte an, dass es in ihrem Unternehmen bereits Prozesse zur Ermittlung der psychischen Belastung der Arbeit gibt.

Führungskräfte sind eine entscheidende Stellschraube. Die hohe Relevanz des Themas Gesunde Führung spiegelt sich aber noch nicht in einer flächendeckenden Umsetzung wider. Hier haben wir Krankenkassen viele Angebote zur Unterstützung.

Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse

Für die Studie wurden im Zeitraum vom 17. Februar bis 31. März 2020 rund 1200 Geschäftsführer, Personal- und Gesundheitsverantwortliche aus der freien Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst zu Themen der BGM im eigenen Unternehmen befragt.

Zur gesamten TK-Studie»

The Meaning of Work

Längst geht es für Arbeitnehmer*innen nicht mehr nur um die Höhe des Lohns oder den besten Dienstwagen: Immer mehr Arbeitnehmern ist die Sinnhaftigkeit ihres Tuns extrem wichtig. Sie streben nach Selbstverwirklichung, Erfüllung und nach dem Gefühl, mit ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag zu leisten. Aber auch die allgemeinen Ansprüche an den Job sind im Zuge von New Work und Co gestiegen.

Für Arbeitgeber*innen ist das nicht nur eine ernstzunehmende Tatsache, sondern auch eine neue Herausforderung. Gleichzeitig sehen wir eine immer stärkere Digitalisierung und eine sich durch verschiedene Einflussfaktoren rapide verändernde Arbeitswelt.

Wie aber erleben deutsche Arbeitnehmer*innen ihren Arbeitsalltag und was wünschen sie sich für Gegenwart und Zukunft?

Diesen Fragen ist die Jobseite Indeed in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov mit ihrer repräsentativen Online-Umfrage  zum Thema „Welchen Sinn hat Arbeit für deutsche Beschäftigte?“ nachgegangen. Dabei wurden 2.042 Personen befragt, die in deutschen Unternehmen arbeiten.

Die Ergebnisse sind aufschlussreich: der überwältigende Anteil der Befragten, nämlich 90%, wünscht sich einen Job, der ihnen Spaß macht. Mehr Gehalt (83%) und Selbstverwirklichung (64%) folgen erst danach. An zweiter Stelle steht allerdings ein gutes Betriebsklima. Ganze 59% finden eine angenehme Arbeitsatmosphäre wichtiger als Gehalt, Prämien oder Bonuszahlungen.

Auf Platz 3 rangiert die Gehaltstransparenz – und zwar von Beginn an. 60% der Männer und 65% der Frauen wünschen sich eine Veröffentlichung der Durchschnittsgehälter nach Fachbereich. Noch mehr Befragte, nämlich 70% der Frauen und 66% der Männer, begrüßen die Angabe des Gehalts bereits in den Stellenausschreibungen.

Wie immer lohnt es sich also, diese Entwicklungen im Blick zu behalten und entsprechend darauf zu reagieren.

Hier geht es zur Indeed-Studie »

Fachkräftemangel und Mitarbeitermotivation: die Handwerksbranche in Zahlen

Die IKK classic hat weitere aktuelle Daten zur Mitarbeitersituation im Handwerk erhoben, unter Anderem zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf als wichtiges Präventionsziel im betrieblichen Gesundheitsmanagement und zum Umgang mit älteren Arbeitnehmern.

Konkret wollte die Handwerker-Krankenkasse wissen: Ist es in den Betrieben in der Regel problemlos möglich, z.B. aus familiären Gründen kurzfristig einen Tag frei zu nehmen? In der forsa-Befragung konnten 86 Prozent der Arbeitgeber diese Option bejahen, nur 13 Prozent schlossen sie aus. Ein Einfluss der Corona-Situation liegt nahe, hatten sich doch bei der Januarbefragung noch 97 Prozent der Arbeitgeber positiv geäußert. Bei den befragten Arbeitnehmern hat sich wenig geändert: im Januar war aus Sicht der Beschäftigten mit 85 Prozent der flexible Tag im eigenen Betrieb problemlos möglich, im Juni kamen noch 81 Prozent zusammen.

Die Aussage variiert mit der Betriebsgröße: Beschäftigte bestätigen mit 85 Prozent (Betriebe 5 bis 9 MA), 76 Prozent (10 bis 99 MA) und 79 Prozent (100 bis 249 MA) die Flexibilität ihrer Firma.

Wertschätzung und Zugehörigkeit: Arbeitnehmer- und Arbeitgebersicht

Die letzte forsa-Erhebung im Juni betrifft eine repräsentative Auswahl von Beschäftigten und Arbeitgebern aus den großen Gewerbegruppen im Handwerk und bringt folgende Ergebnisse:

Arbeitgeber einheitlich über alle Gewerke sind zu fast 100 Prozent davon überzeugt, jüngere und ältere Arbeitnehmer bekämen in ihrem Unternehmen die gleiche Wertschätzung. Bei den Arbeitnehmern, den 40-49-Jährigen, stimmen diesem Wert jedoch nur 57 Prozent zu, unter den 50-69-Jährigen sehen ebenfalls nur 65 Prozent jüngere und ältere Kollegen gleichwertig geschätzt.  Besonders hoch ist die gefühlte Anerkennung Älterer bei den Mitarbeitern im Ausbaugewerbe (78 Prozent) und im Lebensmittelgewerbe (72 Prozent). Diese Einschätzungslücke zeigt, dass Unternehmen bei diesem Thema Potenziale haben, die genutzt werden sollten. Das Fazit der IKK classic: Es wird sehr deutlich, dass die Investition in die Gesundheit der Älteren sehr überzeugend zeigt, was ihm diese Mitarbeiter wert sind.

Betriebsklima und längere Lebensarbeitszeit

82 Prozent der Beschäftigten erklärten zudem, dass in ihrem konkreten Handwerksbetrieb „meistens oder immer“ eine angenehme Arbeitsatmosphäre vorherrscht. Was das im Umkehrschluss bedeutet? Länger als üblich im Unternehmen zu bleiben, darüber wird nachgedacht und konkret gesprochen. So wären bislang sechs Prozent der Befragten auf jeden Fall bereit, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten, bei weiteren 22 Prozent lautete die Einschätzung aus heutiger Sicht „wahrscheinlich bereit“.

Wieviel Glück steckt im Arbeitsplatz?

Laut jährlichem Glücksreport 2020 stehen die Finnen auf dem Siegertreppchen, gefolgt von den Dänen. Wie kommt es, dass die Skandinavier immer wieder so erfolgreich sind?

Die Ergebnisse des Glücksreports sorgen jedes Jahr für Gesprächsstoff, werden doch wichtige gesellschaftliche Rahmenbedingungen untersucht, darunter das Sozialsystem im Allgemeinen. Aber auch Faktoren wie gegenseitige Unterstützung und Zusammenhalt und der Wert flexibler Arbeitszeiten werden in die Studie einbezogen. In beiden Ländern zählt das Resultat der Arbeitszeit mehr als die Büro-Präsenz, es wird viel Wert auf die Förderung von Weiterbildung und Bildung gelegt. Finnland und Dänemark haben zudem den Ruf, viel für die Work-Life Balance zu tun und besonders familienfreundlich zu sein. Deutschland hat in diesem Jahr lediglich Platz 17 erreicht.

Interessant werden wohl auch die Studienergebnisse, sobald der Einfluss der Corona-Pandemie zurückgeht, da auch die Glücksfaktoren am Arbeitsplatz Einfluss auf das Ranking haben. Zuletzt ergab die Befragung in Deutschland die folgende Reihenfolge dieser fünf Faktoren:

  1.    Gehalt
  2.    sinnvolle Arbeit
  3.    Flexible Arbeitszeiten und/oder Homeoffice
  4.    Standort des Büros
  5.    Unternehmenskultur/Arbeitsplatz
  6.    Management/Führungskultur

Die Bedeutung des Gehalts sinkt, je zufriedener ein Mitarbeiter mit seiner Firma und seinem Arbeitsbereich ist. Von den Studienteilnehmern, die in die Kategorie „sehr zufrieden“ eingingen, erwarten nur achtzehn Prozent eine Gehaltserhöhung. Hier wird mehr Wert auf kostenfreie Mittagsangebote oder Annehmlichkeiten im Gesundheits- und Fitnessbereich gelegt.

Die Arbeitsplatzsituation wird in der Studie, die seit 2012 weltweit und zuletzt in 156 Ländern stattfand, regelmäßig ausgewertet. Dass Deutschland bisher nicht mit Spitzenplätzen beeindrucken konnte, lag unter anderem an der Situation rund ums Home Office: Während in den USA und in Großbritannien über 50 Prozent der Mitarbeiter regelmäßig im Home Office arbeitete, waren es in Frankreich nur 40 Prozent und in Deutschland unter 40 Prozent. Es wird also spannend werden, was die zukünftigen Studien zeigen, denn die zufriedensten Mitarbeiter arbeiten laut Happiness Index regelmäßig im Home Office.

Dennoch kann dies nur einer der betrachteten Aspekte sein; auch weitere Themen werden eher selten beleuchtet, darunter das Gefühl von Zugehörigkeit zum Betrieb. Das Konzept der „Sozialen Organisation“ hat sich längst von einer Idee zur konkreten Realität entwickelt, wie die aktuelle Studie von Deloitte zeigt, an der fast 9.000 Führungskräfte in 119 Ländern teilnahmen.

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Attraktive Arbeitgebermarken: Handwerksbranche in aktuellen Erhebungen

Zu Beginn des Jahres, direkt im Januar, führte das forsa-Institut im Auftrag der IKK classic eine repräsentative Studie in der Handwerksbranche zu verschiedenen Zukunftsthemen durch. Hier wurde unter anderem die Zufriedenheit mit dem Beruf, die Haltung zur Integration von Zuwanderern, sowie die Einschätzung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie abgefragt. Die Präferenzen bei der individuellen und betrieblichen Gesundheitsprävention standen ebenfalls im Fokus der Erhebungen.

„Weil diese Befragung vor Corona stattfand, war es für uns spannend, ob die Erfahrungen der Krise die Stimmung im Handwerk stark verändern würden. Der Vorher-Nachher-Vergleich belegt, dass im Handwerk die Urteile und Haltungen bei Beschäftigten wie Betriebsinhabern solide fundiert sind“, sagt IKK-Chef Frank Hippler.

Handwerker sind mit ihrer Arbeit zufrieden und würden sich mehrheitlich wieder für einen Handwerksberuf entscheiden, so das Ergebnis der Erststudie. 82 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben an, mit ihrem Beruf zumindest zufrieden zu sein; 29 Prozent von ihnen sind sogar „sehr zufrieden“ und 14 Prozent „vollkommen zufrieden“. Sechs von zehn Beschäftigten würden sich wieder für einen Beruf im Handwerk entscheiden; jeder zweite Befragte (45 Prozent) würde dabei sogar wieder in seinem derzeitigen Betrieb arbeiten wollen. Als attraktiv für junge Menschen schätzen die heutigen Handwerksberufe 76 Prozent der Arbeitgeber und über 50 Prozent der Arbeitnehmer ein und auch das persönliche Gesundheitsempfinden beeinflusst den Blick auf den Beruf.

Die aktuelle forsa-Erhebung im Juni betrifft nun ebenfalls eine repräsentative Auswahl von Beschäftigten und Arbeitgebern aus den großen Gewerbegruppen im Handwerk und bringt folgende Ergebnisse:

Die meisten Befragten blicken trotz der schwierigen Corona-Situation durchaus selbstbewusst in die Zukunft und zeigen eine zuversichtliche Haltung gegenüber den großen Herausforderungen der Branche. Nach wie vor sind dies die Gewinnung von Nachwuchs sowie die Bindung von guten Fachkräften an das Unternehmen.

So stellt sich die Attraktivitätsfrage der Arbeitgebermarke Handwerk immer wieder und wird dementsprechend innerhalb der Branche diskutiert. Die Überzeugung von rund 80 Prozent der Arbeitgeber/50 Prozent der Belegschaft lautet: der Handwerksberuf ist bei jungen Menschen beliebt.

Immer wieder überzeugend ist die familienfreundliche Ausrichtung der Branche. Konstant fielen dementsprechend die Urteile zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (betriebliche Flexibilität) aus, die wegen der Schul- und Kitaschließungen während der Corona-Krise besonders auf die Probe gestellt wurde.

Eine große Mehrheit der Betriebe attestierte sich auch während der Pandemie ein flexibles Personalmanagement. So erklärten 86 Prozent der Firmen, dass es bei ihnen kein Problem sei, kurzfristig einen Tag frei zu nehmen (Januar: 97 Prozent).

Gesundheitsmanagement im Handwerk

Was sich gegenüber der Erstbefragung verändert hat? Die Haltung der Arbeitgeber zu digitalen Gesundheitsangeboten. Hier sind eine gestiegene Aufgeschlossenheit und Bereitschaft zur Umsetzung festzustellen. 26 Prozent der Firmen wären bereit, den Beschäftigten digitales Gesundheitsmanagement zur Verfügung zu stellen; im Januar lag die Bereitschaft noch bei 18 Prozent. Die Beschäftigten im Handwerk finden das Angebot interessant und wichtig, der Wert ist mit 40 Prozent stabil geblieben.

Die Wunschliste bei den Gesundheitsthemen in der betrieblichen Gesundheitsförderung:

  • Angebote zur Entspannung und Stressreduzierung (58 Prozent)
  • Rückengesundheit (49 Prozent)
  • Bewegung und Fitness (37 Prozent)

Bei den Arbeitgebern stehen die Themen Arbeitssicherheit und Rückengesundheit mit 95 und 79 Prozent im Vordergrund.

 

» Aktuelle Maßnahmen der IKK classic

Innere Kündigung, Wertschätzung und Lob

Was ist das Wichtigste an einem Job?

Das Gehalt? Die Position? Der Ort? Das Umfeld?

Sicher sind das sehr wichtige Faktoren. Doch die entscheidenden Punkte sind noch nicht dabei: Wertschätzung, Lob und Anerkennung durch den Arbeitgeber. Relevant ist zudem ein gelungener Wissenstransfer, das gute Gefühl, sich im Job mit eigenen Ideen gezielt einbringen zu können, Anerkennung von den Kollegen, eine positive Feedbackkultur. Genau das wünschen sich die meisten Arbeitnehmer. Wie sieht es damit aber in der Realität aus?

Leider anders:

Vier von fünf Mitarbeitern fühlen sich ihrem Unternehmen kaum oder gar nicht emotional verbunden, das ergibt eine repräsentative Studie des Beratungsunternehmens Gallup. Für den »Engagement Index Deutschland befragt Gallup seit 2001 jedes Jahr 1000 zufällig ausgewählte Beschäftigte zu ihrer Motivation am Arbeitsplatz.

Fazit: Sechs Millionen Arbeitnehmer in Deutschland haben innerlich gekündigt, von ihnen sind 650.000 wechselbereit und aktiv auf Suche nach einem anderen Job. Nur fünfzehn Prozent der Arbeitnehmer haben eine gute bzw. überhaupt eine emotionale Bindung an ihre Firma. Der daraus resultierende volkswirtschaftliche Schade beträgt nach Rechnung von Gallup übrigens bis zu 122 Milliarden Euro jährlich. Die meisten Arbeitnehmer (69 Prozent) verrichten nur Dienst nach Vorschrift (25,59 Millionen), 16 Prozent der Arbeitnehmer sind emotional nicht mehr an ihre Firma gebunden.

Die Studie „Arbeitsplatz im Fokus“ der Unternehmensberatung Staufen, durchgeführt mit 1.500 Teilnehmern, ergibt, dass nur 23 Prozent der Arbeitnehmer ihre Zufriedenheit auf gute Führungskräfte zurückführen können. Dazu passt, dass nur rund jeder vierte Arbeitnehmer seinen Vorgesetzten uneingeschränkt als Teil des Teams empfindet.

Wenn so viele Arbeitnehmer in Deutschland innerlich bereits gekündigt haben, ist das bedauerlich und sollte aufhorchen lassen, denn es führt dazu, dass nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht wird und Innovationen auf der Strecke bleiben.

„Emotional an ein Unternehmen binden sich die Mitarbeiter dann, wenn sie die Werte und Normen der Organisation verinnerlicht haben“, erklärt Kristina Hilckmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Arbeitspsychologie an der Universität Münster. In diesem Fall sähen sich die Mitarbeiter als „Teil einer Familie“ und fühlten sich emotional dazu verpflichtet, die ihnen anvertrauten Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zu erledigen.

Wie sieht es nun aber mit dem Loben aus? Soll man loben? Und wenn ja, wie oft?

Es gibt Thesen, dass Lob eher kontraproduktiv sei und nicht zu mehr, sondern zu weniger Leistung führt. Neuere Studien und auch der Ansatz der positiven Psychologie, beispielsweise beim PERMA Modell nach Seligmann, zeigen jedoch: Das richtige Maß an authentischem und themenbezogenem Lob zusammen mit einer sinnhaften Tätigkeit sorgt für eine Steigerung der Motivation und auch der Leistung.

Interessant hierbei ist aber: Wird in einer Gruppe öffentlich ein bestimmtes Verhalten gelobt, steigert es vor allem die Motivation der anderen. Dies ist das Ergebnis einer  »Studie der  Freien Universität Berlin unter Nick Zubanov.

Grund hierfür könnte laut Zubanov sein, dass die anderen in der Gruppe, die nicht direkt gelobt wurden, sich besonders anstrengen, damit sie der Norm entsprechen. Die Person, die gelobt wurde, war nicht besonders wichtig und das Lob eine einmalige Sache, so dass Neid in dem Fall keine Rolle spielte. Es war lediglich eine höhere Motivation in der Gruppe zu beobachten, die eigene Leistung zu steigern. Zubanov sagt weiter zum Thema Lob: Lob wirkt nur dann dauerhaft, wenn es regelmäßig wiederholt wird. Bleibt es bei einem Mal, ebbt die Wirkung nach kurzer Leistungssteigerung wieder ab. Auf die Frage, ob denn seiner Meinung nach Lob wichtig sei und ob es die Leistung von Studenten und auch Mitarbeitern beeinflussen könne, bedient er sich eines Zitats von  Mary Kay Ash, einer erfolgreichen Geschäftsfrau, die sagt: „Es gibt zwei Dinge, die für Menschen noch wichtiger sind als Sex und Geld: Anerkennung und Lob.“

Lassen wir dies einmal unkommentiert, vermutlich bringt es das aber auf den Punkt.

Für alle die sich jetzt fragen, wie man denn als Arbeitgeber/Chef/Manager/ Teamleiter richtig lobt, hier eine kleine Anleitung:

  • Authentisch loben. Menschen merken, wenn das Lob geheuchelt ist, nicht von Herzen kommt oder nur einem bestimmten Zweck dienen soll.
  • Themen- und projektbezogen oder für eine bestimmte Eigenschaft bei der Arbeit loben ist besser als Allgemeinsätze zu formulieren.
  • Bedanken Sie sich. Viele Arbeitgeber haben die Haltung, es sei schließlich der Job, das Gehalt sei Anerkennung und „Dankbarkeit“ genug. Dem ist jedoch nicht so: Ein kleines „Danke“ oder „Super“ im alltäglichen Arbeitsalltag kann schon viel bewirken!
  • Wenn Sie loben, erwarten Sie bitte keine unmittelbare, überschwängliche Reaktion beim Gegenüber. Manche Menschen haben Probleme, Komplimente oder Lob anzunehmen und es macht sie verlegen. Sie freuen sich aber nichtsdestotrotz darüber. Beobachten Sie stattdessen die Leistung nach dem Lob.
  • Loben Sie mit Maß, also nicht zu oft (da sich die Wirkung sonst abnutzt), dafür jedoch in regelmäßigen Abständen. Faustregel: wenn ein Mitarbeiter/ eine Mitarbeiterin einen besonderen Einsatz gezeigt hat, etwas besonders gut gemacht hat, dann gibt es ein direktes Lob dafür. Dieses Prinzip nennt man auch »Positive Verstärkung.
  • Loben Sie den Mitarbeiter nicht vor den Kollegen – diese können sich benachteiligt fühlen, es kann Neid entstehen. Loben sie vor der Gruppe ausschließlich ein bestimmtes Verhalten/ eine bestimmte Leistung, halten sie es aber allgemein.

In diesem Sinne plädieren wir dafür: öfter mal loben – das lohnt sich in jedem Fall.

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Arbeitgeberattraktivität 2019 – ein Querschnitt

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