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Das Handwerk ist gesund

Eine aktuelle Studie der IKK classic und der Deutschen Sporthochschule in Köln zeigen, dass Handwerker*innen auch abseits vom Beruf aktiv und gesund leben. Der Ausgleich und gute Ressourcen im Arbeitsleben ermöglichen eine hohe Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden.

Seltenes Sitzen, gesundes Essen und viel Bewegung: Handwerker*innen sind auch abseits der Arbeit aktiv unterwegs und leben gesund. Das zeigt die aktuelle Studie» der IKK classic und der Deutschen Sporthochschule Köln. Insgesamt 2.000 Personen deutschlandweit wurden dabei auf ihre psychische und körperliche Gesundheit untersucht. Die Ergebnisse» haben auch Studienleiter Professor Ingo Froböse überrascht: „Unbestritten ist das Handwerk einer der körperlich anspruchsvollsten Berufszweige – umso mehr hat es mich begeistert, dass dies nicht zu weniger Sport und körperlicher Aktivität in der Freizeit führt. Ganz im Gegenteil: Handwerkerinnen und Handwerker bewegen sich viel. Und sie nutzen Sport und Bewegung als Ausgleich zu ihrem bereits körperlich anstrengenden Alltag.“

So geben über 40% der Befragten an, sich zum Stressabbau sportlich zu betätigen oder an die frische Luft zu gehen, auch Familienzeit oder Hobbies wie Gartenarbeit stehen mit 25 bzw. 23% hoch im Kurs. Passive Erholungsarten wie Fernsehen, Lesen oder Computerspiele sind dagegen nicht so beliebt. Zusätzlich ziehen Handwerkerinnen und Handwerker Kraft aus einer hohen Arbeitszufriedenheit: 92% empfinden ihren Beruf als sinnhaft, 85% sind stolz auf ihren Beruf. Auch die klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit sowie die starke Wertschätzung, die ihnen von Kund*innen entgegengebracht wird, tragen stark dazu bei. Insgesamt sind Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden deutlich höher als im Durchschnitt der deutschen Gesamtbevölkerung, auch mitten in der Corona-Pandemie.

Zusätzlich stellt die Studie ein hohes Gesundheitsbewusstsein der Befragten fest, dem allerdings selten entsprechende Angebote der Betriebe gegenüberstehen: 73% gaben an, dass keine Maßnahmen zur Gesundheitsförderung durchgeführt werden. IKK-Vorstand Kai Swoboda findet die Ergebnisse der Umfrage ermutigend: „Dieses Ergebnis motiviert uns, das Handwerk noch stärker für die Betriebliche Gesundheitsförderung zu sensibilisieren und zu zeigen, wie erfolgreich diese Maßnahmen sein können.“

„Mittelstand im Mittelpunkt“: Studie zeigt aktuelle Herausforderungen

Eine repräsentative Umfrage» der DZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken hat die aktuellen Herausforderungen für den deutschen Mittelstand erhoben. Zwar ist die Pandemie natürlich noch nicht vorbei, die Unternehmen schauen jedoch überwiegend positiv in die Zukunft: so ist die Investitionsneigung mit 77% mittlerweile höher als das Vorkrisenniveau, nachdem sie zwischenzeitlich auf ein Zehn-Jahres-Tief gefallen war.

Außerdem planen 27% der befragten Mittelständler im nächsten halben Jahr Einstellungen. Vorreiter sind die Elektroindustrie mit 44% und die Kunststoffindustrie mit 33%. Der gesamte Mittelstand hatte im letzten Jahr überwiegend Personal abgebaut, 9% der Betriebe planen das auch weiterhin; vor allem die Agrarbranche setzt weiterhin auf Stellenabbau. Dennoch ist hier eine deutlich optimistischere Zukunftsstimmung zu sehen.

Diese zieht allerdings weitere Herausforderungen nach sich, namentlich den Fachkräftemangel: 73% der mittelständischen Unternehmen sorgen sich um die Einstellungsmöglichkeiten qualifizierter Mitarbeiter*innen, insbesondere Baubranche, Chemie-, Kunststoff- und Elektroindustrie. Weitere Problemfelder sind die Bürokratie, deren Anstieg laut Studienautor*innen vor allem auf die aufwändige Beantragung der staatlichen Corona-Hilfen zurückgehen dürfte, sowie steigende Rohstoff-, Material- und Energiekosten. Verantwortlich dafür sind globale Verknüpfungen: steigende Preise, höhere Transportkosten und Engpässe bei Vorprodukten.

Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert einen stärkeren Bürokratieabbau», zuletzt angesichts der Vorstellung der Konjunkturprognose durch das ifo-Institut.

©DZ Bank und BVR

Bitkom-Studie: Wunsch nach Home Office bleibt

Eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom» zeigt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen sich eine Pflicht zum Home Office für geeignete Tätigkeiten bis zum vollständigen Ende der Pandemie wünscht. 51 Prozent wollen auch darüber hinaus ganz oder teilweise von zuhause aus arbeiten. Die verschärften Regelungen dazu, die im Januar im Zuge des Corona-Lockdowns beschlossen wurden, haben demnach nicht nur zu einer höheren Zahl an Home Office-Arbeitenden geführt – während es Ende 2020 noch 45 Prozent waren, waren es Ende Mai schon 58 Prozent – sondern auch die Akzeptanz bei den Beschäftigten verstärkt.

Die Untersuchung zeigt jedoch auch, dass die Unternehmen sich noch stärker in die Weiterentwicklung flexibler Arbeitsweisen einbringen können. So wird die technische Ausstattung des Home Office von 45 Prozent der Arbeitgeber nicht zur Verfügung gestellt, was zu Beginn der Pandemie für einen reibungslosen Ablauf der Umstellung die unkomplizierteste Lösung war, darüber hinaus aber eine finanzielle und organisatorische Mehrbelastung für Beschäftigte darstellt. Zudem besteht jedes dritte Unternehmen nachdrücklich auf Präsenzarbeit, trotz entsprechender Anordnung und technischer Möglichkeit.

Mit entsprechender organisationaler Einbindung in die Unternehmensabläufe, Unterstützung bei der Einrichtung und bei der Abgrenzung von Arbeit und Freizeit können Home Office und andere Formen von remote work auch über den konkreten Schutz in der Pandemie hinaus zu flexibleren Arbeitsformen und einer besseren Work-Life-Balance beitragen. Nicht nur Arbeitgeber und Beschäftigte müssen dafür vertrauensvoll zusammenarbeiten, auch steuerliche Anreize, wie von Bitkom-Präsident Achim Berg vorgeschlagen, können zu weiterer Akzeptanz und besseren Bedingungen beitragen.

Gesundheitskompetenz und Corona

Das Leben in einer modernen Informations- und Wissensgesellschaft erfordert die tägliche Filterung von relevanten Fakten aus einer riesigen Flut an Wissen und Informationsquellen. Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie spielen die Informationen zu Gesundheitsthemen, wie beispielsweise gesundheitsfördernde Verhaltensweisen, Krankheitssymptome oder Behandlungsmöglichkeiten und Therapien eine zunehmend größere Rolle. Das Interdisziplinäre Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung (IZGK) und die Universität Bielefeld haben in diesem Zusammenhang eine repräsentative Bevölkerungserhebung zur Gesundheitskompetenz in Deutschland und eine Zusatzbefragung zur Gesundheitskompetenz vor und während der Corona-Pandemie durchgeführt.

Im Vergleich zu der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2014 konnte in der HLS-GER 2 und auch der Zusatzstudie HLS-GER 2 eine gesamtdeutsche Verschlechterung der Gesundheitskompetenz festgestellt werden. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (58,8%) besitzt demnach eine geringe Gesundheitskompetenz. Allerdings konnte dieser Wert im Laufe der Corona-Pandemie leicht nach unten korrigiert werden.
Die Studie zeigt außerdem eine soziale Ungleichverteilung der Gesundheitskompetenz und bekräftigte die Bedeutung vulnerabler Gruppen. Besonders deutlich werden die Unterschiede im Bereich der navigationalen Gesundheitskompetenz, also dem Umgang mit der Organisation des Gesundheitssystems, der Verständlichkeit von Reformen, sowie Patientenrechten und Qualitätsfragen. Aufgrund dieser Ergebnisse steigt die Bedeutung von differenzierten und zielgruppengerechten Interventionskonzepten.

Im Zuge der Informationsverarbeitung stellt die Beurteilung von Informationen die Menschen vor die größte Herausforderung. Die zunehmende Anzahl an Gesundheitsinformationen, aber auch an Fehl- und Falschinformationen, bedeutet daher eine zunehmende Schwierigkeit. Im Laufe der Corona-Pandemie verbesserte sich die Einschätzung der Befragten in diesem Bereich am meisten, befindet sich jedoch immer noch auf einem kritischen Niveau. Neben der Beurteilung wird auch das Auffinden von Informationen zur Gesundheitsförderung, aber auch beispielsweise zu notwendigen Auffrischungen von Impfungen oder die Verständlichkeit von Beipackzetteln als schwierig eingeschätzt.

Einen großen Entwicklungsrückstand zeigte die Studie im Bereich der digitalen Gesundheitskompetenz. Während die Beurteilung von digitalen Informationen vor der Corona-Pandemie als sehr schwierig eingeschätzt wurde und die Nutzung digitaler Angebote nur einen kleinen Anteil ausmachte, verbesserte sich die digitale Gesundheitskompetenz durch die Pandemie leicht. Dennoch gilt es hier, Möglichkeiten der Intervention zu nutzen, um den Anforderungen der zunehmenden Digitalisierung gerecht zu werden.

Die HLS-GER 2 und die Zusatzstudie HLS-GER 2 zeigen einen dringenden politischen Handlungsbedarf hinsichtlich der Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung. Dabei wird besonders deutlich, dass die umfangreiche Nutzung verschiedenster Kanäle zur Streuung von Gesundheitsinformationen durchaus wirksam ist, sofern eine passgenaue Zielgruppenansprache erreicht wird. Diese Erkenntnisse aus der Pandemiezeit sollten auf die zukünftige barrierefreie, zielgruppengerechte, verständliche und zuverlässige Gestaltung von Maßnahmen übertragen werden.

Personalmanagement in Familienunternehmen: Stark auch während Corona

Die Stiftung Familienunternehmen hat eine »zweijährige Forschungsarbeit zum Abschluss gebracht, die sich mit Recruiting, Arbeitsbedingungen und Weiterbildung von Beschäftigten in Familienbetrieben auseinandersetzt. Dabei zeigt sich die gute Arbeitsatmosphäre als größter Vorteil.

Für die Studie der gemeinnützigen Stiftung haben Wissenschaftler*innen der Technischen Universität München über 5.000 Personen befragt, darunter Bewerber*innen, Mitarbeiter*innen, Personalverantwortliche und Geschäftsführer*innen. Neben der Arbeitsatmosphäre und dem Teamgeist werden auch die Möglichkeiten zum eigenverantwortlichen Arbeiten sowie die flachen Hierarchien von Familienunternehmen positiv hervorgehoben. Gegenseitiges Vertrauen zwischen dem Unternehmen und potenziellen Bewerber*innen wird laut der Arbeit vor allem durch die Wertekongruenz mit der Eigentümerfamilie geschaffen, für die diese mit ihrem Namen steht. Diese persönliche Beziehung könne zwar auch Konfliktpotential mit sich bringen, insgesamt aber sehen die Befragten sie als Vorteil.

Diese Einschätzung findet Bestätigung in den vielen Aktionen von familiengeführten Unternehmen während der Corona-Pandemie: so »weist der Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, Stefan Heidbreder, auf die eingerichteten Solidaritätsfonds für die Beschäftigten und auf aufgestockte Kurzarbeitsgelder hin. Auch die persönliche Entwicklung komme nicht zu kurz, das habe man aus der Finanzmarktkrise 2008 gelernt: das weitere Verfolgen nachhaltiger Personalpolitik auch unter widrigen Bedingungen sichere einen besseren Start, wenn es wieder aufwärts geht.