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„Mittelstand im Mittelpunkt“: Studie zeigt aktuelle Herausforderungen

Eine repräsentative Umfrage» der DZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken hat die aktuellen Herausforderungen für den deutschen Mittelstand erhoben. Zwar ist die Pandemie natürlich noch nicht vorbei, die Unternehmen schauen jedoch überwiegend positiv in die Zukunft: so ist die Investitionsneigung mit 77% mittlerweile höher als das Vorkrisenniveau, nachdem sie zwischenzeitlich auf ein Zehn-Jahres-Tief gefallen war.

Außerdem planen 27% der befragten Mittelständler im nächsten halben Jahr Einstellungen. Vorreiter sind die Elektroindustrie mit 44% und die Kunststoffindustrie mit 33%. Der gesamte Mittelstand hatte im letzten Jahr überwiegend Personal abgebaut, 9% der Betriebe planen das auch weiterhin; vor allem die Agrarbranche setzt weiterhin auf Stellenabbau. Dennoch ist hier eine deutlich optimistischere Zukunftsstimmung zu sehen.

Diese zieht allerdings weitere Herausforderungen nach sich, namentlich den Fachkräftemangel: 73% der mittelständischen Unternehmen sorgen sich um die Einstellungsmöglichkeiten qualifizierter Mitarbeiter*innen, insbesondere Baubranche, Chemie-, Kunststoff- und Elektroindustrie. Weitere Problemfelder sind die Bürokratie, deren Anstieg laut Studienautor*innen vor allem auf die aufwändige Beantragung der staatlichen Corona-Hilfen zurückgehen dürfte, sowie steigende Rohstoff-, Material- und Energiekosten. Verantwortlich dafür sind globale Verknüpfungen: steigende Preise, höhere Transportkosten und Engpässe bei Vorprodukten.

Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert einen stärkeren Bürokratieabbau», zuletzt angesichts der Vorstellung der Konjunkturprognose durch das ifo-Institut.

©DZ Bank und BVR

Kraftvoll in die Zukunft! BVMW JahresImpuls Mittelstand 2021

Wirtschaft braucht Planung. Doch nach einem Jahr Corona-Pandemie fehlen noch immer klare Konzepte, wie und wann Gesellschaft und Wirtschaft sicher nach dem Lockdown durchstarten können.

Die politischen Entscheider in Deutschland und Europa sind daher gefordert, Antworten auf die entscheidende Frage unserer Zeit zu geben: Wie können wirtschaftliches Wachstum und sozialer Wohlstand auch angesichts der Corona-Krise gesichert werden?

Am 01. März 2021 (ab 17.00 h) bringt der Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V. (BVMW) dazu einige der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger in einem hochkarätigen digitalen Forum zusammen.

Wir laden Sie herzlich ein, als registrierter Teilnehmer an unserem virtuellen JahresImpuls 2021 teilzunehmen und exklusive Informationen aus erster Hand zu erfahren: https://lnkd.in/ddJ6DhZ.

Welche Folgen hat der „Lockdown light“ für Unternehmen in Deutschland?

Mittlerweile dürfte jedem klar sein, dass wir uns mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie befinden. Mit 15.000 Corona-Neuinfektionen meldete das Robert-Koch-Institut im Oktober sogar den bislang höchsten Wert während der gesamten Pandemie. Ab dem 2. November steht uns nun der „Lockdown light“ bevor, den Bund und Länder am Mittwoch beschlossen» haben. Dieser beinhaltet weitreichende Beschränkungen für das gesamte gesellschaftliche Leben. Insbesondere Unternehmen sind von den Maßnahmen stark betroffen.

Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels

Da, wo es möglich ist, sollen Mitarbeiter*innen ins Home Office geschickt werden. Kulturelle Einrichtungen wie Theater, Opern, Konzerthäuser, Clubs und Kinos, aber auch Fitnessstudios, Restaurants und Bars müssen zunächst bis Ende November schließen, um durch die Kontakteinschränkungen die Pandemie einzudämmen; Gastronom*innen dürfen immerhin noch Essen zum Mitnehmen anbieten. Auch wenn den Unternehmen zugesagt wurde, dass sie 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 als Entschädigung von der Bundesregierung erhalten, sind die Maßnahmen sehr umstritten. Schließlich kann niemand vorhersagen, ob die Maßnahmen Ende November tatsächlich fruchten oder eine Verlängerung des Lockdowns erforderlich ist.

So sprachen sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Virologen Streeck und Chanasit in einem gemeinsamen Positionspapier gegen einen Lockdown und schärfere Maßnahmen» aus. Stattdessen sollte auf Eigenverantwortung und Kontrolle der Einhaltung der Maßnahmen gesetzt werden. Die Schutzmaßnahmen sollten sich nur auf Risikogruppen konzentrieren und nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolgen.

Unternehmen stark von der Pandemie betroffen

Vor einigen Tagen veröffentlichte die staatliche Förderbank KfW ihr jährliches Mittelstandspanel», bei dem ein düsteres Fazit für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland gezogen wurde.

Die Corona-Krise hinterlässt nicht nur tiefe Spuren in den Bilanzen mittelständischer Firmen, sondern hat auch Folgen für die Beschäftigung: mehr als eine Million Jobs stehen infolge der Pandemie auf dem Spiel. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung der KfW. Demnach planen 16 Prozent der kleinen und mittleren Firmen in diesem Jahr die Zahl der Mitarbeiter*innen zu reduzieren, um Kosten zu senken. Die Zahl der Erwerbstätigen im Mittelstand könnte um rund 3,3 Prozent abnehmen – dies würde einem Verlust von fast 1,1 Millionen Arbeitsplätzen entsprechen.

Noch im vergangenen Jahr hatten die etwa 3,8 Millionen mittelständischen Firmen sowohl Umsatz als auch Mitarbeiter*innenzahl steigern können. Die Zahl der Beschäftigten erreichte der KfW zufolge mit 32,3 Millionen einen historischen Höchststand und die Umsätze stiegen im Vergleich zu 2018 um 3,5 Prozent.

Aktuelle Betroffenheit im Mittelstand durch die Corona-Krise
(Stand: 14. September 2020)

In einer aktuellen Sondererhebung der KfW, die von April bis September durchgeführt wurde, wird zudem deutlich, dass die Unternehmen auch ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie und dem ersten Lockdown mit den wirtschaftlichen Konsequenzen zu kämpfen haben.

Psychische Belastungen für Mitarbeiter*innen

Für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter*innen dürfte der erneute Lockdown eine große psychische Belastung darstellen. In den vergangenen Monaten waren ganze Branchen damit beschäftigt, sich von den ersten Lockdown-Maßnahmen einigermaßen zu erholen und nun stehen die gleichen Probleme aus dem Frühjahr erneut bevor. Für viele Unternehmensinhaber*innen und deren Mitarbeiter*innen bedeutet dies Existenzängste und Unsicherheit, wie es beruflich in den kommenden Wochen weitergehen wird.

Coronavirus: Was Sie jetzt wissen müssen

Der Mittelstand BVMW informiert Sie auf seiner „BVMW-Coronaseite“ über Unterstützung für Unternehmen – über Kredite, Bürgschaften, Steuererleichterungen und Grundsicherung. Die Seite ist aber nicht nur für Mittelständler interessant: Wir geben Ihnen täglich Informationen zum aktuellen Stand in Sachen Corona. Lesen Sie bei uns alles Wichtige zu Themen wie Gesundheit, Arbeitsrecht, Kurzarbeit und Kinderbetreuung. Zudem führen wir bezüglich der Corona Krise alle Regeln, Maßnahmen und Verordnungen der jeweiligen Bundesländer auf— und das auch gleich mit den richtigen Downloadlinks, damit Sie schnell und unkompliziert die Anträge downloaden können. In unseren Webinaren geben Ihnen unsere Experten aus den Bereichen Gesundheit, Arbeitsrecht und Internationale Politik anschaulich, fachkompetent und unterhaltsam Antworten auf Ihre Fragen.

Welche Regelungen gelten im Homeoffice und was muss ein Arbeitgeber in Sachen Homeoffice beachten? Lesen Sie hier alles Wichtige zum Homeoffice. Vergessen Sie nicht, sich auch das kostenlose Whitepaper „In 11 Schritten zum erfolgreichen Homeoffice“ HIER herunter zu laden.

Was müssen Unternehmer bei Kurzarbeit beachten? Und was sind die arbeitsrechtlichen Voraussetzungen für Kurzarbeit? Lesen Sie hier alles zu Kurzarbeit.

Wie gehen andere Unternehmer mit der Krise um? Und wie schaffen sie es, der Krise zu trotzen? Lesen Sie unsere Best Practice Beispiele.

Was werden die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Krise sein? Und was muss die Politik tun, um kleine und mittelständische Unternehmen zu schützen? Das und vieles mehr lesen Sie unter: https://www.bvmw.de/themen/coronavirus/

 

Image: wildpixel von istockphoto.com

Gastronomie und Hotellerie: Fachkräftemangel und Abschreckung

Die schwierigen Arbeitsbedingungen in Gastronomie und Hotellerie sind lange bekannt. Mittlerweile klagen immer mehr Betriebe über akuten Fachkräftemangel, besonders Mittelständler und ländliche Regionen sind im Zweifel auch von Schließungen betroffen. Wie können Betriebe reagieren und für die dringend benötigten Fachkräfte wieder attraktiv werden? Weiterlesen

Employer Branding und Reputationsmanagement

Mittelständische Unternehmen werden vor allem mit positiven Attributen wie Verlässlichkeit und Bodenständigkeit verbunden. Was fehlt: die Wahrnehmung ihrer modernen Werte wie Innovationsgeist, Erfindergeist, Flexibilität. Weiterlesen