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Mehr psychische Belastungen, weniger Atemwegserkrankungen: neue Krankenstandsanalyse der DAK

Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Arbeitswelt ist umfassend und betrifft auch das gesamte Krankheitsgeschehen. Der aktuellen DAK-Krankenstandsanalyse 2020» zufolge sind insbesondere die rückenschmerzbedingten Fehlzeiten stark gestiegen: im Vergleich zu 2019 fielen sieben Prozent mehr Beschäftigte damit aus, was auf die mangelnde ergonomische Ausrüstung im Home Office sowie eine insgesamt höhere Anspannung zurückzuführen ist.

Auch bei den Anpassungsstörungen gab es mit acht Prozent einen sehr deutlichen Zuwachs. Dabei handelt es sich um negative Verhaltens- und Gefühlsänderungen als Reaktion auf belastende Ereignisse. Psychische Erkrankungen insgesamt waren 2020 der zweithäufigste Grund für eine Krankschreibung bei Arbeitnehmer*innen.

Allerdings sind auch Rückgänge zu verzeichnen: Atemwegserkrankungen kamen im letzten Jahr deutlich geringer vor als in den Vorjahren, was die Wirksamkeit der Hygienemaßnahmen auch gegen die üblichen Erkältungsviren sowie Grippe zeigt.

Auf zwei weitere wichtige Unterschiede weist die DAK in ihrer Pressemitteilung zur neuen Krankenstandsanalyse ebenfalls hin: einerseits gibt es weniger kurzfristige Krankschreibungen, also Ausfälle bis zu drei Tagen; vermutlich tragen flexiblere Lösungen in den Unternehmen sowie die weiter verbreitete Möglichkeit zum Home Office hier zu einem entspannteren Umgang bei. Längere Krankschreibungen über zwei Wochen haben hingegen deutlich zugenommen, auf durchschnittlich insgesamt 14,5 Tage über alle Krankheitsfälle hinweg.

Andererseits zeigen Branchen mit hohem digitalen Arbeitsanteil wie Datenverarbeitung, Banken und Versicherungen einen deutlich geringeren Krankenstand: 2,5 respektive 3,2 Prozent im Vergleich zu 4,2 Prozent über alle Krankschreibungen. Mit 4,9 Prozent sticht das Gesundheitswesen nachvollziehbar heraus, mit durchschnittlich 17 krankheitsbedingten Fehltagen im Jahr belegten dessen Beschäftigte auch hier den Spitzenplatz. Diese Entwicklung stellt die Arbeitgeber in den Kliniken, Pflegeheimen und Praxen nochmals vor die besondere Herausforderung, Schutz- und Präventionskonzepte für ihre Mitarbeiter*innen zu entwickeln und nachhaltig umzusetzen.

Psychische Gefährdungsbeurteilung – jetzt erst recht!

Obwohl die Psychische Gefährdungsbeurteilung  nach SGB V verpflichtend für Unternehmen ist, wird sie trotzdem noch von zu wenigen tatsächlich durchgeführt, sei es, weil Verantwortliche den Aufwand scheuen – oder sogar die Ergebnisse. Hinzu kommt, dass eine regelmäßig durchgeführte PsyGe auch bei einer Änderung der Arbeitsbedingungen angepasst werden sollte.

Eine solche  Änderung dürfte durch die Corona-Pandemie in den meisten Fällen gegeben sein. Die Reaktion der Unternehmen fällt jedoch unterschiedlich aus: aus Angst, unter diesen Umständen könnten die ansonsten guten Ergebnisse „verfälscht“ werden oder aus Angst auf die entsprechenden Ergebnisse könnte durch die Pandemie nicht zeitnah und adäquat reagiert werden, verschieben einige Betriebe die PsyGe. Andere wiederum nehmen die coronabedingten Änderungen als umso wichtigeren Anlass, um ein aktuelles Stimmungsbild zu erhalten und akute Gefährdungen zu identifizieren.

Als Daumenregel wird empfohlen, die Gefährdungen der Mitarbeiter in den letzten 6 bis 12 Monaten – je nach Umfang der Durchführung – zu untersuchen, um nicht nur kurzfristige, sondern vor allem mittel- und langfristige Handlungsfelder festzustellen und darauf reagieren zu können. Da die Pandemie diese Dauer bereits überschritten hat und uns auf absehbare Zeit noch weiter begleiten wird, sollten Unternehmen diese Aufgabe angehen und diese Gelegenheit zur verstärkten Kontaktaufnahme mit den Mitarbeiter*innen nutzen, um Wertschätzung und Interesse für deren Wohlbefinden auszudrücken. Studien zeigen, dass bereits das Erkundigen nach Feedback zu einer höheren Zufriedenheit der Mitarbeiter führen kann. Besonders wertvoll ist dieser Effekt, wenn anderweitige Kontaktaufnahmen schwer umzusetzen sind, beispielsweise im Home Office.

Dieses ist übrigens kein Hindernis für eine erfolgreiche PsyGe: da die Pandemie in vielen Unternehmen die Digitalisierung  vorangetrieben hat,  ist eine Online-Befragung sogar besser und flexibler durchführbar und kann auf alle unternehmensspezifischen Herausforderungen angepasst werden. Ebenfalls als positiv empfunden werden daher nicht nur quantitative Datenmessungen, sondern für die Mitarbeiter*innen offene Kommentarfunktionen, die die Möglichkeit geben, sich zu öffnen und  Gedanken frei zu formulieren. Diese erfahrungsgemäß sehr gern genutzte Funktion bedeutet für die Unternehmen einen wichtigen Mehrwert in Form von qualitativen Daten, die Hintergründe zu Entscheidungen, Verhaltensweisen oder Motiven aufdecken können.

Wichtig bei der Umsetzung einer PsyG ist  ein systematisches Vorgehen. So müssen nicht nur die Fragebögen an das jeweilige Unternehmen angepasst werden, auch die Ableitung von spezifischen Handlungsempfehlungen oder die Bildung von Projektgruppen gehören dazu. Unbedingt müssen die Ergebnisse am Ende in das gesamte Unternehmen zurückgetragen werden, um die Mitarbeiter*innen einzubeziehen. Nicht erst seit der DSGVO-Reform spielen Datenschutz und Sicherheit bei allen Arten digitaler Dienstleistungen eine grundsätzliche Rolle. Der Rückschluss auf einzelne Mitarbeiter*innen anhand der IP-Adresse o. Ä. ist für den Arbeitgeber daher ausgeschlossen – immerhin sollen alle Antworten möglichst frei und ehrlich erfolgen.

Bei aller gesetzlichen Verpflichtung: Die Gefährdungen von Mitarbeiter*innen zu erkennen und diesen entgegenzuwirken sollte genauso wie das darin enthaltene Potential für die gesamte Unternehmensentwicklung immer an vorderster Stelle sehen.  Eine systematisch geplante Befragung bietet somit nicht nur einen Mehrwert für das BGM, sondern auch für die Personalabteilung, den Betriebsrat, die Unternehmenskommunikation und das Management.

Bei Ihnen steht eine Psychische Gefährdungsbeurteilung an oder Sie haben weitere Fragen? Dann stehen wir Ihnen gerne für einen Gedanken- und Erfahrungsaustausch zur Seite.

Katja Kleebank

Research Analyst

k.kleebank@eupd-research.com

0228-97143-28

Suchtgefahr im Home Office

Home Office ist die effektivste Form der Kontakteinschränkung in der Arbeitswelt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Dennoch gehen damit auch unterschiedlich starke Belastungen für die Arbeitnehmer*innen einher. Eine Untersuchung des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit und des Klinikums Nürnberg» hat aber bereits im Sommer die Folgen aufgezeigt: viele Menschen greifen eher zu Alkohol und anderen Drogen oder verfallen dem Online-Glücksspiel. Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter*innen schützen und unterstützen?

Der anonymen Umfrage zufolge, an der sich 3200 Teilnehmer*innen beteiligt hatten, konsumieren 37 Prozent der Befragten mehr Alkohol als vor der Corona-Krise. Gründe dafür sind Stress, Vereinsamung, Selbstmedikation bei Schlafproblemen oder auch der Rückfall in eine bereits bestehende Sucht. Auch Medikamenten-, Glücksspiel- und Drogensucht treten vermehrt auf».

Unternehmen können insbesondere durch klare Kommunikation, beispielsweise zur wirtschaftlichen Situation oder zur voraussichtlichen Dauer von Kurzarbeitsregelung, sowie flexibler Unterstützung für Eltern mit Kindern im Homeschooling ihre Mitarbeiter*innen unterstützen. Ein wichtiger Punkt ist auch die soziale Kontrolle, die im Home Office oft wegfällt»: gemeinsame Tagesstarts- oder Mittagsmeetings mit den Kolleg*innen und das ernsthafte Interesse von Führungskräften, die sich nach dem Befinden erkundigen, können aus der Isolation heraushelfen. Viele Unternehmen arbeiten auch mit Beratungen zusammen, die bei akuten Problemen helfen oder Hilfe vermitteln können. Wo es ein solches Angebot noch nicht gibt, kann die aktuelle Lage ein guter Anstoß sein, über eine Implementierung nachzudenken.

Verlängerung des Lockdowns: Wie geht es weiter?

Der Bund-Länder-Gipfel hat beschlossen, den Lockdown bis zum 7. März zu verlängern, um die Infektionen mit dem Coronavirus weiter einzudämmen. Dennoch gibt es Ausnahmen. Was kommt jetzt auf die Unternehmen zu?

Vieles bleibt zunächst, wie es ist. Die einzige flächendeckende Ausnahme bilden Friseursalons, die mit entsprechenden Hygienemaßnahmen bereits zum 1. März wieder öffnen dürfen. Weitere körpernahe Dienstleistungen bleiben jedoch weiterhin untersagt. Ab einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen sollen aber auch diese sowie der Einzelhandel, Galerien und Museen wieder öffnen dürfen.

Einige Bundesländer haben zudem eigene Regelungen angekündigt; so will Schleswig-Holstein auch Zoos und Gartenbaucenter sowie bestimmte Sportmöglichkeiten zum 1. März öffnen, Niedersachsen will bereits zum 13. Februar – rechtzeitig zum Valentinstag – Blumenläden und Gartencenter den Betrieb wieder erlauben.

Für Hotels und Gastronomie gibt es bisher keine weiteren Ankündigungen; private und geschäftliche Reisen sollen weiterhin so stark wie möglich eingeschränkt werden, Arbeitgeber*innen sollen, wo immer möglich, Home Office ermöglichen.

Über die Präsenzangebote von Schulen und Kindergärten treffen die Bundesländer eigene Regelungen.

#machtbüroszu und Employer Branding

Auch unter normalen Umständen ist Employer Branding essentiell für Unternehmen, die auf eine nachhaltige Mitarbeiter*innenstruktur setzen. Während dieser Pandemie gerät zusätzlich ein Bereich, der sonst eher als selbstverständlich vorausgesetzt wird, in den Fokus: der Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dabei geht es nicht um Corporate Health Management, wie es die Corporate Health Initiative mit unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten empfiehlt, sondern um gesetzlich vorgeschriebene Regelungen zur Unfallverhütung, Gefahrenabwehr und Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz.

Im November arbeiteten laut einer repräsentativen Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung nur 14 Prozent der Beschäftigten im Home Office, während der ersten Pandemiewelle im April waren es ganze 27 Prozent. Der Aufruf der Grünen-Politikerin und Digitalexpertin Laura Sophie Dornheim bei Twitter unter dem Hashtag #MachtBürosZu brachte spannende Erfahrungsberichte zutage: Arbeitnehmer*innen aus ganz Deutschland meldeten sich und kommentierten. Eine Liste mit Unternehmen, die trotz Pandemie und technischen Möglichkeiten auf Präsenz bestehen, möchte Dornheim aus Angst vor rechtlichen Schritten nicht selbst veröffentlichen, die Positiv-Liste ist allerdings mittlerweile online und wird weiter ergänzt. Und hier zeigt sich die Stärke von Employer Branding: während viele Mitarbeiter*innen mit Präsenzzwang sich unsicher und unwohl fühlen und sogar über Kündigungen nachdenken, gehen diejenigen mit Home Office-Möglichkeit sehr offen mit ihrem Lob um und verzeihen auch organisatorische Fehler eher.

Seit heute gilt nun die neue Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit, die Firmen verpflichtet, Home Office zu ermöglichen – falls keine „betriebsbedingten Gründe“ dagegen sprechen. Diese sind zwar vom Arbeitgeber nachzuweisen, Kontrollen wird es aber wohl nicht geben. Stattdessen sollten Unternehmen die Gelegenheit nutzen, sich als soziale Arbeitgeber zu etablieren, für die der Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter*innen über einer Präsenzpflicht steht – zum Wohle aller Beteiligten.

Alles digital oder was?

2021 bringt leider bis jetzt noch keine Entspannung hinsichtlich der Pandemie-Situation.

Im Gegenteil: Es gibt die Pflicht zum Home Office, wo immer es möglich ist, und Live-Veranstaltungen sind weiterhin untersagt. Persönliche Treffen im beruflichen Kontext sind also nur sehr begrenzt und unter sehr strengen Auflagen möglich: „Dabei gilt es, nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden zu vermeiden, allgemeine Hygienemaßnahmen einzuhalten und die Infektionsrisiken bei erforderlichen Kontakten durch besondere Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu minimieren.“
(Quelle: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-massnahmen-1734724)

Viele Dienstleister im Corporate Health-Bereich, die normalerweise Präsenzveranstaltungen oder Workshops anbieten, müssen ihre Angebote so aufbereiten, dass sie auch digital gut umsetzbar sind und gleichzeitig beim Kunden den gewohnten Nutzen bringen.

So auch Motio, Partner der Corporate Health Initiative.

Auch wenn Motio bis jetzt schon sehr viele digitale Angebote im Portfolio hatte, wurde jetzt aufgrund der aktuellen Situation nochmal einiges intensiviert und umgestaltet, sodass trotzdem für den Kunden der bestmögliche Effekt erzielt werden kann.

So sind neuerdings Arbeitssituationsanalysen als moderiertes Gruppeninterview jetzt auch digital verfügbar.

Außerdem bietet Motio nun auch Online-Kurzbefragungen mit Sofortauswertung an.

Geschäftsführer Andreas Kummer:

„Wir stellen gerade einen regelrechten Run auf Online Workshops zu folgenden Themen fest:

  • Resilienz
  • Achtsamkeit
  • Life Balance im Home-Office
  • Coaching um die Krise zu bewältigen
  • Gesund führen

Dies spiegelt natürlich sehr gut die aktuelle Situation sowie den aktuellen Bedarf der Menschen wieder.“

Seine Empfehlung an die Arbeitgeber, Personalverantwortlichen und BGM-Manager: „Zeigen Sie gerade jetzt, dass es weiter geht, engagieren Sie sich, nutzen Sie die Unterstützung durch digitale Angebote für sich und ihre Mitarbeiter-es zahlt sich aus.“

Mehr Infos unter: https://www.motio.de/unternehmen/

Oder direkt bei Andreas Kummer: andreas.kummer@motio.de

Home-Office, Ernährung und Kantinen

Im Lockdown bleibt die Küche kalt.

Nutzen Sie die Zeit!

Nach dem kürzlichen Beschluss der Bundesregierung, besteht aktuell die klare Anweisung zum Home Office wo immer es möglich ist.
Viele Unternehmen haben auch vor diesem Beschluss bereits vielerorts das Home Office eingeführt.
Wie sieht es aber mit der gesundheitlichen Verfassung und Ernährung der Mitarbeiter  im Home-Office aus?

Corona zeigt uns einmal mehr, wie wichtig eine gute gesundheitliche Verfassung ist. Dazu trägt neben Bewegung zweifellos auch die Ernährung bei. Lockdown und Home- Office führen aber leider für viele dazu, dass sich genau das verschlechtert.
Untersuchungen zufolge haben Menschen, die im Home-Office arbeiten im Durchschnitt zugenommen. Ganz vorne mit dabei Deutschland und Italien.

Grund: Bewegungsmangel (Weg zur Arbeit etc. fällt weg) und teilweise sehr schlechte Ernährung (TK Pizzen statt gutes Gericht).

Die teilwiese sehr schlechte Ernährung ist nicht zuletzt oft auch die Doppelbelastungen vieler Arbeitnehmer durch Home-Schooling oder Kinderbetreuung von zuhause begründet. Für Kochen oder ausgewogene Ernährung bleibt da oft kaum Zeit. Oder etwa Alleinstehende, die es nicht gewohnt sind für sich selbst zu kochen und sonst eher in der Kantine gespeist haben, sind auch betroffen bzw. greifen dann eher zur Tiefkühlpizza.

Dies gilt aber nicht für alle. Einige haben ihre Ernährung im Home-Office auch verbessert:

Fakt ist jedoch: Vor Corona haben die Kantinen, die ein gesundheitsförderliches Konzept hatten, durch ein abwechslungsreiches gesundes Speiseangebot immerhin noch einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Mahlzeit pro Tag geleistet. Ganz zu schweigen vom sozialen Aspekt der gemeinsamen Mahlzeiten und einem Ort, an dem man bewusst Pause von der Arbeit macht.

GESOCA, Partner der Corporate Health Initiative und Erfinder der Gesundheitskennziffer, möchte  dazu ermutigen, seitens der Kantinen „dran“ zu bleiben und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Während Home-Office sicher in Teilen bleibt und sich deswegen der Kostendruck in den Kantinen erhöht, gewinnt sie als Ort der sozialen Interaktion an Bedeutung. Wo, wenn nicht hier, sind positive Erlebnisse, die mit dem Arbeitsplatz verbunden sind, möglich?! Wo sonst können sinnvolle Ernährungsimpulse gegeben werden und Lust auf Neues entstehen?

GESOCA empfiehlt:

Setzen Sie dem Kostendruck einen Mehrwert entgegen und stellen Sie sich folgenden Fragen:

  • Setzt Ihre Kantine noch die richtigen Impulse für eine gesundheitsförderliche Ernährung?
  • Ist sichergestellt, dass Ihr Koch / Caterer die Angebote stetig hinsichtlich der aktuellen Trends, aber auch der Ernährungsphysiologie hinterfragt bzw. verbessert?
  • Gibt es täglich die Möglichkeit, sich gesundheitsförderlich zu ernähren?
  • Gibt es Nudginggrundsätze, die den Gast zu einer ausgewogenen Ernährung leiten?
  • Hat der Caterer / Koch neben seinen wirtschaftlichen Interessen auch die Gästezufriedenheit, Gesundheit und kulinarische Attraktivität gleichberechtigt im Fokus?

Auch jetzt, im Lockdown und in der Übergangszeit bis wieder „alles normal“ ist, darf die Mitarbeiterverpflegung nicht brach liegen. Wer im Home-Office arbeitet, aber wer zum Firmen-Standort kommt, braucht eine sinnvolle Verpflegung mit attraktiven, gesunden Angeboten und vielleicht sogar Impulsen sowie Unterstützungen für die richtige Verpflegung im Homeoffice.

Ausgewogene Ernährung hat – wenn sie gut gemacht ist – nicht etwa zur Folge, dass die Gäste bevormundet werden. Vielmehr geht es um ein Cateringkonzept, das die genannten Fragen mit Ja beantworten kann.

Wenn Sie wissen wollen, wo Ihre Kantine diesbezüglich steht und was es für die Zukunft braucht, sprechen Sie mit unserem Partner GESOCA. Sein Angebot „GESOCA-Check“ ist perfekt geeignet, die Zeit jetzt sinnvoll zu nutzen. Der GESOCA-Check ist auch durch die Krankenkassen förderbar.

Gesundheitsprävention durch Digitalisierung

Die Digitalisierung hat zwar in den meisten Geschäftszweigen längst mehr oder weniger Einzug gehalten, der plötzliche Umstieg auf vollständige digitale Verfahren – sei es Home Office für Büromitarbeiter*innen, seien es Konferenzen oder die Kommunikation mit Dienstleistern und Partnern – hat der Entwicklung allerdings nochmals deutlichen Schub gegeben. Die Studie „social health @work“ der BARMER und der Universität St. Gallen untersucht nun, welche Rolle die vorher erworbenen digitalen Kompetenzen in der Krise für die Gesundheit der Mitarbeiter*innen spielen.

Unter anderem wurde analysiert, wie sich die virtuellen Führungsfähigkeiten von Vorgesetzten auf die Teammitglieder auswirken:  im Vergleich zu Teams, deren Führungskräfte kaum solche Kompetenzen vorweisen können, liegt die Arbeitszufriedenheit über 48% höher, die Kommunikations- und Koordinationsqualität innerhalb des Teams um fast 16%, und die Produktivität während der akuten Phase mobiler Arbeit lag ebenfalls bei plus 10%. Im Gegensatz dazu haben die Teams mit virtuell kompetenter Führung 15,5% weniger Stress und eine über 40% niedrigere Kündigungsabsicht.

Diese Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, das Augenmerk nicht nur auf funktionierende VPN- und Internetverbindungen oder gemeinsame Terminpläne zu legen. Auch die klassischen Skills sowohl von Mitarbeiter*innen sowie Führungskräften müssen an die neue Arbeitswelt angepasst werden.

Insgesamt ist digitale Kompetenz geeignet, auch die Gesundheit von Beschäftigten zu schützen, die zurzeit mobil arbeiten (müssen): ist diese stark ausgeprägt, haben die Mitarbeiter*innen im Gegensatz zu ihren weniger digital kompetenten Kolleg*innen eine deutlich höhere psychische und physische Arbeitsfähigkeit. Während Corona lag ihre Produktivität fast 14% höher, der Stresslevel dagegen über 6% niedriger. Auch gesundheitliche Probleme, wie Schlafprobleme, traten deutlich weniger auf.

Die Studienurheber*innen weisen zusätzlich auf die Wichtigkeit von Grenzmanagement hin: die verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit im Home Office, zwischen Flexibilität und dem Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen, können Stress und geringe Belastbarkeit hervorrufen. Klare Grenzen sowie die enge, virtuelle Einbindung ins Team, um die gewohnten Kontakte zu stärken und die Entstehung von Unsicherheiten und dem Gefühl von Isolation zu verhindern, wirken dem entgegen. Zugehörigkeit und die Wahrnehmung der eigenen Produktivität fördern zusätzlich eine bessere Gesundheitswahrnehmung.

 

Zur Studie „social health @work“ der BARMER und der Universität St. Gallen»

Welche Folgen hat der „Lockdown light“ für Unternehmen in Deutschland?

Mittlerweile dürfte jedem klar sein, dass wir uns mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie befinden. Mit 15.000 Corona-Neuinfektionen meldete das Robert-Koch-Institut im Oktober sogar den bislang höchsten Wert während der gesamten Pandemie. Ab dem 2. November steht uns nun der „Lockdown light“ bevor, den Bund und Länder am Mittwoch beschlossen» haben. Dieser beinhaltet weitreichende Beschränkungen für das gesamte gesellschaftliche Leben. Insbesondere Unternehmen sind von den Maßnahmen stark betroffen.

Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels

Da, wo es möglich ist, sollen Mitarbeiter*innen ins Home Office geschickt werden. Kulturelle Einrichtungen wie Theater, Opern, Konzerthäuser, Clubs und Kinos, aber auch Fitnessstudios, Restaurants und Bars müssen zunächst bis Ende November schließen, um durch die Kontakteinschränkungen die Pandemie einzudämmen; Gastronom*innen dürfen immerhin noch Essen zum Mitnehmen anbieten. Auch wenn den Unternehmen zugesagt wurde, dass sie 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 als Entschädigung von der Bundesregierung erhalten, sind die Maßnahmen sehr umstritten. Schließlich kann niemand vorhersagen, ob die Maßnahmen Ende November tatsächlich fruchten oder eine Verlängerung des Lockdowns erforderlich ist.

So sprachen sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Virologen Streeck und Chanasit in einem gemeinsamen Positionspapier gegen einen Lockdown und schärfere Maßnahmen» aus. Stattdessen sollte auf Eigenverantwortung und Kontrolle der Einhaltung der Maßnahmen gesetzt werden. Die Schutzmaßnahmen sollten sich nur auf Risikogruppen konzentrieren und nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolgen.

Unternehmen stark von der Pandemie betroffen

Vor einigen Tagen veröffentlichte die staatliche Förderbank KfW ihr jährliches Mittelstandspanel», bei dem ein düsteres Fazit für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland gezogen wurde.

Die Corona-Krise hinterlässt nicht nur tiefe Spuren in den Bilanzen mittelständischer Firmen, sondern hat auch Folgen für die Beschäftigung: mehr als eine Million Jobs stehen infolge der Pandemie auf dem Spiel. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung der KfW. Demnach planen 16 Prozent der kleinen und mittleren Firmen in diesem Jahr die Zahl der Mitarbeiter*innen zu reduzieren, um Kosten zu senken. Die Zahl der Erwerbstätigen im Mittelstand könnte um rund 3,3 Prozent abnehmen – dies würde einem Verlust von fast 1,1 Millionen Arbeitsplätzen entsprechen.

Noch im vergangenen Jahr hatten die etwa 3,8 Millionen mittelständischen Firmen sowohl Umsatz als auch Mitarbeiter*innenzahl steigern können. Die Zahl der Beschäftigten erreichte der KfW zufolge mit 32,3 Millionen einen historischen Höchststand und die Umsätze stiegen im Vergleich zu 2018 um 3,5 Prozent.

Aktuelle Betroffenheit im Mittelstand durch die Corona-Krise
(Stand: 14. September 2020)

In einer aktuellen Sondererhebung der KfW, die von April bis September durchgeführt wurde, wird zudem deutlich, dass die Unternehmen auch ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie und dem ersten Lockdown mit den wirtschaftlichen Konsequenzen zu kämpfen haben.

Psychische Belastungen für Mitarbeiter*innen

Für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter*innen dürfte der erneute Lockdown eine große psychische Belastung darstellen. In den vergangenen Monaten waren ganze Branchen damit beschäftigt, sich von den ersten Lockdown-Maßnahmen einigermaßen zu erholen und nun stehen die gleichen Probleme aus dem Frühjahr erneut bevor. Für viele Unternehmensinhaber*innen und deren Mitarbeiter*innen bedeutet dies Existenzängste und Unsicherheit, wie es beruflich in den kommenden Wochen weitergehen wird.

Ergonomie im Home Office

Die Anforderungen an einen ergonomischen Arbeitsplatz sind gesetzlich klar geregelt und werden in vielen Unternehmen durch Arbeitsschutz oder Betriebsärzt*innen überprüft und angepasst. Nachdem ein Großteil der deutschen Unternehmen seine Büromitarbeiter*innen zur Verhinderung von Ansteckungen mit dem Coronavirus ins Home Office geschickt hat, waren diese Regelungen natürlich erst einmal hinfällig: zu verlockend ist es, auch auf der Couch oder bei gutem Wetter im Gartenstuhl zu arbeiten, oft am eigenen Laptop. Zwar bestehen zu dieser kurzfristigen Anordnung von Home Office im Gegensatz zur Telearbeit (s. Arbeitsstättenverordnung §2 Abs.7»)  häufig keine vertraglichen Grundlagen, grundsätzlich ist der Arbeitgeber aber verpflichtet, für einen sicheren Heimarbeitsplatz zu sorgen. Und während viele Unternehmen zwar angeben, auch in Zukunft Home Office ermöglichen zu wollen, handelt es sich zunächst um eine Übergangslösung während der akuten Pandemiezeit, deren weitere Entwicklung abzuwarten bleibt.

Die Bedingungen, unter denen viele Menschen zu Hause arbeiten, zeigt eine Umfrage der Fachhochschule Dortmund im Auftrag der Neuen Assekuranz Gewerkschaft» unter über 1.000 Erwerbstätigen in der Versicherungswirtschaft stellvertretend auf:

Quelle:
Homeoffice. Ergebnisse der NAG Homeoffice-Umfrage 2020 unter Beschäftigten der Versicherungswirtschaft.
Studie Dortmund/ Gießen, September 2020 Fachhochschule Dortmund | NAG (Herausgeber)

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung  weist darauf hin, dass muskoskelettale Erkrankungen in der DACH-Region die häufigste Ursache für Krankschreibungen bzw. Arbeitsunfähigkeit sind, und zeigt die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen arbeitsergonomischer Maßnahmen auf».

Um gesundheitlichen Folgen entgegenzuwirken, die bereits nach zwei Tagen auftreten können, empfehlen die Arbeitsschutzexpert*innen des TÜV folgende Maßnahmen zur Einrichtung eines sicheren Arbeitsplatzes zu Hause»:

  • Einrichtung: Ergonomischer Stuhl mit höhenverstellbarem Sitz und Armlehnen sowie dynamischer Rückenlehne. Der Tisch sollte möglichst matt sein, um nicht zu blenden, und die Tischkante sollte sich ungefähr auf Höhe mit den Ellenbogen befinden. Der Sehabstand zum Bildschirm sollte zwischen 50 und 80cm betragen, wobei die oberste Zeile nicht über Augenhöhe liegen sollte.
  • Haltung: Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel in 90-Grad-Winkel zueinander. Die Füße berühren den Boden vollständig.
  • Bewegung: wegfallende Gänge zu Meetings, zum Kaffeeholen oder in die Kantine führen zu noch mehr Sitzen. Die richtige Mischung besteht laut den Experten aus 50% Sitzen, 25% Stehen und 25% Gehen.
  • Wenn möglich: eigener Raum für eine bessere Trennung von Beruf und Freizeit, nichtblendende Lichtquellen (parallel zum Fenster) sowie ein externer Bildschirm mit je einzelner Maus und Tastatur.

Die Ausnahmesituation der Pandemie verlangt allen Beteiligten viel ab. Es ist daher unbedingt wichtig, dass die Maßnahmen, die zum Gesundheitsschutz von Arbeitnehmer*innen ergriffen werden, diesen nicht auf anderem Wege gesundheitlich schaden. Dazu gehört es eben auch, die notwendige Beachtung von Arbeitsschutzmaßnahmen auch auf die Arbeit im Home Office auszudehnen.