Beiträge

Flucht nach vorn

Eine flexible Plattform mit sozialem Netzwerk, sportlichen Challenges und individuellen Bausteinen all das ist Profession Fit. Wie sich das Unternehmen neu erfindet, warum Plattformen nicht nur Beiwerk sein dürfen und was die Zukunft bringt, zeigen CEO Jens Michael Otte und Produktmanager Oliver Frank Stephan im Interview.

Jens Michael Otte
CEO von Profession Fit
Oliver Stephan, Produktmanager Profession Fit
Oliver Frank Stephan
Produkt- und Projektmanagement bei Profession Fit

Herr Otte, Sie sind CEO eines ausgezeichneten Gesundheitsdienstleisters: Was waren Ihre großen Herausforderungen in den letzten 12 Monaten?

JMO: Natürlich war und ist die Coronapandemie auch für uns ein ziemlicher Brocken, den wir jedoch durch klare Struktur, gutes Durchhaltevermögen und ein wirklich motiviertes Team ganz gut stemmen konnten. Vor allem die Umstrukturierung verschiedener Aufgabenbereiche innerhalb der Profession Fit und die Fokussierung auf wichtige Themen wie bspw. die Herausarbeitung neuer und spannender Contentthemen, die erfolgreiche Implementierung unserer Mediathek, aber auch die Festigung der Zusammenarbeit mit unseren Bestandskunden bildeten hier wichtige Ankerpunkte unserer Bemühungen der letzten Monate. Der Umstieg aller Kolleginnen und Kollegen auf eigenverantwortliches Arbeiten im Homeoffice und die gänzlich digitale Aufstellung der Profession Fit ermöglichte uns tatsächlich sehr schnell die Chance, das Wesentliche im Auge zu behalten. Und hierbei handelt es sich um den Blick dafür, einfach viel breiter zu denken und die Anforderungen und Schwierigkeiten, aber auch Probleme und Sorgen unserer Kunden in unser tägliches Arbeiten grundlegend und tiefgehender einzubeziehen.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“

JMO und OFS gleichzeitig: Definitiv „jetzt erst recht“!

JMO: Genau nach diesem Motto sind wir im Zuge der Coronazeit angetreten: Nicht lange nach Auswegen suchen und überlegen, vielmehr sofort angreifen und die Flucht nach vorn wagen.

OFS: Die Flucht nach vorn ist das perfekte Stichwort, denn genau dadurch haben wir uns selbst in der Coronazeit stark festigen und auch neu erfinden können.
Sich neu zu erfinden ist gerade der positive Ausgangspunkt, den man vor allem spürt, wenn man in einem kleinen Team voller Ideen und Kreativität gemeinsam die Köpfe zusammenstecken kann und auf Augenhöhe den Fortschritt und die Richtung der Plattform grundlegend überdenkt und überarbeitet. Corona hat uns hierbei in mancher Hinsicht sogar in die Hände gespielt, denn – so merkwürdig das klingen mag – es gab uns die Chance zur Rückbesinnung das Wesentliche unserer Arbeit und löste uns von so mancher überbewerteter Nebensächlichkeit.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

JMO: Zunächst haben wir unsere Kompetenzen gebündelt und sortiert. Unser Ansatz liegt ganz klar in einer Aufteilung in drei Kernbereiche unserer Plattform: gesundheitsfördernde Contents, Kommunikation sowie Administration. Wir verzahnen verhaltenspräventive Impulse in Form von Videoclips und schriftlichen Beiträgen – einer Art Gesundheitsblog für alle Nutzenden – mit Kommunikationsmöglichkeiten wie bspw. in unserem digitalen schwarzen Brett, dem Forum zum Austausch oder auch der Verabredung zum gemeinsamen Joggen per integriertem Messenger mit notwenigen Prozesserleichterungen für BGM-Beauftragte im Hintergrund. So bieten eigene Verwaltungsoberflächen die Möglichkeit, bisherige analoge und zeitintensive Maßnahmen und Inhalte schnell über die Plattform abzubilden und damit vor allem Zeit und Mühen signifikant einzusparen.
Mit dieser Vernetzung verschiedener Bausteine – mit mehr Individualität und vor allem auch Spaß im „aktiv werden“ für die Nutzenden – liegen unsere Stärken: Für Spaß und Freude in der Plattform sorgen, bestehende Maßnahmen der Kunden aktiv einbeziehen und eine gewisse Scheu vor neuen, digitalen Wegen nehmen – auch für die BGM-Verantwortlichen im Hintergrund. Eine digitale Plattform zur Gesundheitsförderung darf kein „eingemottetes“ Beiwerk sein, sondern sollte sich nachhaltig zu einem akzeptierten und beliebten Begleiter für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb eines Unternehmens entwickeln.

Ein zentraler Punkt ist auch unsere Aufstellung hinsichtlich des Preises: Wir bieten unseren Kunden ein transparentes und nachvollziehbares Preismodell, das sich vor allem am Erfolg, also der Durchdringung und tatsächlichen Nutzung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, errechnet. So gewährleisten wir, dass unsere Kunden nur für diejenigen Nutzer zahlen, die aktiv und nachhaltig in der Plattform unterwegs sind und gleichzeitig nehmen wir uns selbst in die Pflicht, spannende und vor allem sinnvolle Inhalte zu erarbeiten.

Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie speziell im Bereich des digitalen Gesundheitsmanagements in den nächsten Jahren?

JMO: Ich bin mir sicher, dass eine allgemeingültige White-Label-Lösung in Form einer unüberwindbar starren Plattform keine nachhaltige Chance am Markt haben wird. Vielmehr ist es nötig, eng und auf Augenhöhe mit den Unternehmen die eigenen Anforderungen zu ergründen, gemeinsame Wege zur Umstellung auf digitale Wege zu finden und vor allen Dingen aber den regelmäßigen – quasi evaluierenden – Austausch mit den Kunden anzustoßen. Verständnis für eine Vielfalt an Themen und Wünschen, sogar Nöten der Unternehmen sind absolut unabdingbar.

OFS: Individuelle Angebote können durch digitale Maßnahmen günstiger und übergreifender, ja teilweise sogar gezielter platziert werden, schließen gleichfalls jedoch analoge Maßnahmen keineswegs aus. Eine hybride Herangehensweise an die breitgefächerten Aufgabenstellungen von BGM und BGF sind der Schlüssel zum Erfolg. Denn auch hier gilt: Bewährtes müssen wir erhalten und klug durch zusätzliche und individuell wählbare Angebote und Möglichkeiten ergänzen, wie wir es gerade erst mit dem Launch unserer Mediathek und dem weiterentwickelten User-Frontend getan haben. Unserer Meinung nach müssen wir im Kopf umdenken und uns abwenden vom sprichwörtlich „erhobenen Zeigefinger“: Gesundheitsbewusstsein kann, muss und darf sich entwickeln und gerade dann werden ergriffene Maßnahmen auch akzeptiert, ausprobiert und folglich in den Alltag integriert.

Können Sie uns einen kleinen Ausblick in die Zukunft geben?

JMO: Die Zusammenarbeit mit analogen Anbietern und namhaften Kooperationspartnern möchten wir in jedem Falle ausbauen und hier vor allem eine Bündelung der Kompetenzen erreichen, um unseren Kunden so eine größere Bandbreite an Dienstleistungen bieten zu können. Weiterhin möchten wir neue Wege für die Gesundheitszirkel innerhalb der Unternehmen ergründen und erneut Prozesse straffen und optimieren – kurzum die Chance bieten, bspw. Videomeetings direkt über die Plattform abzuhalten, Protokolle zu hinterlegen und alle Prozesse eben aus einer Hand abzubilden. Besondere Anforderungen, die im Rahmen der Pandemielage aufkamen, haben gezeigt, dass wir Themen wie Impfterminbuchungen und die Vergabe von Testslots weiter ausbauen. Auch hier haben wir erneut Möglichkeiten gefunden, die Unternehmen zu entlasten und einen Beitrag zu leisten, Firmenstrukturen auch in besonderen Situationen zu erhalten und auf das Wesentliche zu lenken.

OFS: Daneben werden wir unsere Kooperationen bspw. mit der Universität Leipzig und dem Institut für Sportpsychologie und Sportpädagogik ausbauen und uns auch noch stärker am wissenschaftlichen Diskurs beteiligen. Neben Evaluationsstrategien stehen vor allem die Errichtung von Kennzahlensystemen zum Zwecke der Wirksamkeitsmessung, aber auch neue Contentbereiche wie bspw. Podcasts und die Erweiterung von Gamification sowie e-Learning-Elementen auf unserer Agenda.

„Wer, wenn nicht wir?“

Die Digitalisierung aller Gesundheitsbereiche hat während der Pandemie nochmals Aufschwung bekommen. Digital Health-Anbieter wie Changers konnten sich nun erst recht beweisen. Wie auch KMU von ihren Angeboten profitieren und wie sich BGM und Klimaschutz verbinden lassen erklärt Geschäftsführerin Daniela Schiffer im Top Brand-Interview.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“

Na ganz klar „Jetzt erst recht”. Da bin ich eher eine Kämpferin. Wenn es schwierig wird, spornt mich das an. Mein Mit-Gründer sagt mir nach, ich hätte Nerven aus Stahl. Und um ganz ehrlich zu sein, für uns als “Digital Health”-Anbieter ist Corona eine Herausforderung, der wir uns prima stellen können. Wer, wenn nicht wir?

©Darius Ramazani
Changers-Geschäftsführerin Daniela Schiffer
©Darius Ramazani
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?

Wir haben den Mitarbeiter*innen bereits vor Corona die Möglichkeit gegeben, komplett im Home Office zu arbeiten. Diese Freiheit und das Vertrauen bekommen wir in Form von Engagement und großartigen kreativen Arbeitsergebnissen wieder zurück.

Der Digitalisierungs-Ruck im vergangenen Jahr sowie das zunehmende Interesse an nachhaltigen Lösungen wirken sich positiv auf unser Geschäft aus. Wenn Sie so möchten, zeigen die Pandemie und der Klimawandel, wie wichtig es ist, was wir tun.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Unsere Stärke liegt in einer modernen Software-Architektur, mit deren Hilfe wir Unternehmen jeglicher Größe ermöglichen, einfach, schnell und kostengünstig die eigene Gesundheitsplattform zu starten. Unsere Lösung ist unkompliziert und maximal flexibel. In unserem Starter Setup ist alles enthalten, was Sie benötigen, um am Morgen, die Entscheidung für Changers CO2 Fit zu treffen und am Nachmittag bereits zu starten. Dabei können Sie sozusagen im Laufen sämtliche Inhalte zu- oder abschalten und eigene Maßnahmen gemäß Ihren Vorstellungen hinzufügen. Sie können aber auch das gesamte Jahr bereits vorbereiten, den Knopf drücken und den Rest der Changers-Automatisierung überlassen.

Unsere Preise sind beispiellos. Sie zahlen lediglich für die teilnehmenden Mitarbeiter*innen. Es gibt keine versteckten Kosten und keine Vertragslaufzeiten. Sie können monatlich kündigen. Wir wollen, dass Sie zufrieden sind, zudem noch ein wenig Budget übrig haben, um mit Ihren Teilnehmer*innen gemeinsam Bäume zu pflanzen oder Ihre Mitarbeiter*innen mit spannenden Verlosungen motivieren, das Quäntchen mehr zu machen, auf das es ankommt. Wir sind 2015 mit unserem ersten Kunden gestartet, der die App für 2 Wochen einsetzen wollte und nun in seinem sechsten Jahr bei uns ist.

Changers lebt den Plattform-Gedanken. Wir wollen keinen der bestehenden Gesundheits-Partner vor Ort verdrängen. Ganz im Gegenteil, wir wissen: Häufig braucht es die persönliche Ansprache oder das Angebot vor Ort. Mit Changers können Unternehmen diese Partner vom Fitness-Studio, dem digitalen Gesundheits-Check Up bis zum Meditations-Seminar einfach einbinden. Und am Ende sind ihre bestehenden Angebote nicht mehr auf vielen Medien verteilt, sondern in der Hosentasche des Mitarbeiters, in ihrer App. Dort können Sie sie auch erreichen, per Push-Nachricht, in der App-eigenen Gesundheits-Community oder über das Changers-Daten-Dashboard auf Ihrer Website.

Und zu guter Letzt liegt unsere Stärke in der Verbindung aus Gesundheitsförderung, Gamification und Klimaschutz. Damit treffen wir die Interessen von deutlich mehr Mitarbeiter*innen als eine reine Fokussierung auf Gesundheits-Themen. Gerade jüngere und gesunde Mitarbeiter*innen können wir so frühzeitig erreichen und für Ihre Themen sensibilisieren.

Zusammengefasst steigern Sie Ihr Arbeitgeber-Image, reduzieren Fehlzeiten, sparen messbar CO2-Emissionen ein und erhöhen die Bindung Ihrer Mitarbeiter*innen zu Ihrem Unternehmen.

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Unsere Vision ist es, die beste Plattform für Gesundheitsförderung und Klimaschutz als Impact as a Service anzubieten. Zum günstigsten Preis, ohne Vertragslaufzeiten, individuell anpassbar und mit dem geringsten Zeitaufwand über den Browser zu managen. Wir wollen, dass auch die kleine Unternehmen sich das leisten können, was wir für Konzerne wie Allianz, EY oder Lidl entwickelt haben.

Wir entwickeln die Software ständig weiter. Daher ist unsere Projekt-Pipeline immer gut gefüllt. Zur Zeit arbeiten wir an weiteren Gamification-Elementen, genauer gesagt am Nudging von positiven Verhaltensweisen, die man gerne häufiger tun würde, aber leider allzu schnell vergisst. Über Push-Nachrichten, die sich die Teilnehmer*innen selbst einstellen können, kann man sich den kleinen „Schubs geben” zum richtigen Zeitpunkt, um es dann auch wirklich zu tun.

Ein anderes Feature wird die Einführung von persönlichen Anerkennungen in der App sein, die mit unseren Coins verbunden werden können. Damit kann dann der Vorgesetzte dem Messe-Team für deren tollen Stand-Einsatz in der App-Community danken und diese mit einer ordentlichen Portion Coins versehen, für die es dann im Prämien-Bereich einen neuen Fahrrad-Helm oder ein Sportgerät gibt.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Es gibt ganz viele schöne Feedbacks unserer Kunden. Eine Reaktion jedoch,freut mich immer besonders. Wenn ein Kunde seine erste Baumpflanzung erreicht hat und sich von da an die Welt in seinerApp verändert. Das darauf folgende Feedback ist dann meist auch emotional und sehr persönlich. Mit diesem ersten Baum wird die Intention der App, Gesundheitsförderung und Klimaschutz miteinander zu verbinden, greifbar. Das kann einen dann auch schon mal stolz werden lassen.

Was macht Changers anders als andere Anbieter?

Wir hatten vor einigen Jahren auf der Corporate Health Messe einen Changers-Stand und wurden von einer BGM-Verantwortlichen aus einem KMU-Unternehmen angesprochen, warum wir als Startup denn immer nur auf die großen Unternehmen zielen würden. Diese hätten die großen Budgets und könnten Preise zahlen, die für die kleinen Unternehmen wie sie selbst meist viel zu hoch sind.

Wir haben uns dieses Feedback damals sehr zu Herzen genommen und sahen darin auch eine Marktlücke. Unser Ziel ist seither, durch konsequente Automatisierung und die Möglichkeiten einer “Software as a Service”- Lösung (SaaS) den kleinen und mittleren Unternehmen das bieten zu können, was wir mit Unternehmen wie einer Allianz, EY oder H&M entwickelt haben. Und das ab 89 Euro im Monat ohne Einrichtungskosten und zudem auch noch monatlich kündbar.

Corona-Impfung im Betrieb: Gute Vorbereitung, wenige Impfdosen

Nachdem am 07. Juni die Betriebsärzt*innen in die Corona-Impfungen starten konnten, ergibt sich ein gemischtes Bild. Laut Tagesschau» haben viele Unternehmen eine großartige Infrastruktur aufgebaut, beispielsweise die Deutsche Telekom, die bundesweit 18 eigene Impfstraßen eingerichtet hat und damit etwa 10.000 Impfungen pro Woche durchführen könnte. Insgesamt haben 6.300 Betriebsärzt*innen Impfstoff bestellt, nach deren Anzahl pro Unternehmen sich auch die Verteilung der Dosen richtet. Allerdings berichtete bereits das Handelsblatt» über die geringen Lieferungen: so erhielt die Allianz statt der bestellten 12.500 Dosen nur 3.200, Bayer 3.000 anstatt der bestellten 20.000. BMW konnte in der ersten Woche immerhin etwa 5.000 Mitarbeiter*innen impfen. In der zweiten Woche kam noch weniger Impfstoff bei den Unternehmen an.

Die weiterhin starke Verknappung setzt das auch außerhalb der Betriebsimpfungen bestehende Verteilungsproblem nun fort und stellt die Unternehmen vor die Herausforderung, unter den impfwilligen Mitarbeiter*innen auswählen zu müssen. Der Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Wolfgang Panter, plädiert daher für die Orientierung anhand des individuellen Risikos, beispielsweise durch notwendige Reisen im Außendienst oder vielen Kontakten. Unternehmen wie die Deutsche Post oder RWE haben allerdings keine Priorisierung mehr vorgesehen. Der Immobilienkonzern Vonovia wiederum setzt auf einen Zufallsgenerator für die Impfangebote, der allerdings Mitarbeiter*innen mit direktem Kontakt hervorhebt.

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) führt im Rahmen des Projekts „Gesund arbeiten in Thüringen“ gemeinsam mit der BARMER derzeit Impfaktionstage an drei Standorten durch, an denen kleine und mittlere Betriebe ihre Mitarbeiter*innen impfen lassen können, die nicht über eigene Betriebsärzt*innen verfügen. Insgesamt haben sich 30 Unternehmen und über 600 Beschäftige für die Aktion angemeldet. „Die deutsche Wirtschaft ist stark durch den Mittelstand mit vielen kleinen Betrieben und mittelgroßen Unternehmen geprägt. Umso wichtiger ist es, gerade die Beschäftigten dort in die Impfkampagne einzubeziehen und im größten Präventionssetting unserer Gesellschaft, der Arbeitswelt, durch niederschwellige Angebote einen großen Teil der Bevölkerung zu erreichen,“ kommentiert DGAUM-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Nesseler».

Das hohe Interesse an der Impfung durch die Betriebsärzt*innen, ob im eigenen Unternehmen oder im Rahmen von Netzwerken wie in Thüringen, zeigt die hohe Relevanz von Gesundheitsbewusstsein und –kommunikation im betrieblichen Rahmen. Trotz aller Schwierigkeiten mit der ausreichenden Versorgung mit Impfstoffdosen oder beunruhigenden Einzelfällen von unseriöser Geschäftemacherei» sind das Vertrauen in die medizinische Versorgung vor Ort sowie die Praktikabilität des Angebots wichtige Faktoren in der Herausforderung, möglichst viele Menschen mit Gesundheitsangeboten zu erreichen.

Gesundheit erlebbar machen

Wissenschaftlich fundierte und praxiserprobte Gesundheitsförderungskonzepte bilden die Arbeitsgrundlage von IDAG. Gesundheit soll auch in der Unternehmenswelt erlebbar gemacht werden. Warum eine Zertifizierung gerade im BGM-Bereich so wichtig ist und welche Auswirkungen die Pandemie auf die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Kunden hatte, berichtet Geschäftsführer Dr. Patrick Anstett im Top Brand-Interview.

Dr. Patrick Anstett (links) und Dr. Pascal Senn, Geschäftsführer der IDAG GmbH

Sie wurden Anfang des Jahres als Top-Brand ausgezeichnet. Wie stehen Sie grundsätzlich zu einer derartigen Zertifizierung und welchen Benefit erhoffen Sie sich langfristig?

Wir wurden informiert, dass wir durch BGM-zertifizierte Unternehmen für die Nominierung empfohlen wurden. Dies war dann letztlich für uns eine gute Möglichkeit, uns von zahlreichen BGM-Anbietern, die mittlerweile auf dem Markt sind, ein Stück weit abzuheben. Für Unternehmen wird die Anbieterlandschaft mehr und mehr undurchsichtig und eine derartige Auszeichnung demonstriert unsere Anbieterqualität in vielerlei Hinsicht nach Außen – u.a. die Qualifikation der MitarbeiterInnen, die Qualität unserer Leistungen sowie auch die Professionalität unserer eigenen Firmenstruktur.

Langfristig werden solche Zertifizierungen immer mehr notwendig sein, um den Anbietermarkt etwas transparenter für die BGM-aktiven Unternehmen zu gestalten. Gerade auch im Sinne der Nachhaltigkeit sowie des BGM-Nutzens für Arbeitgeber sowie für die Belegschaft sollte auf seriöse Dienstleister und Berater zurückgegriffen werden, die nachweislich gewisse Qualitätsstandards einhalten.

Was haben Sie als schönstes Feedback von Kunden oder Partnern während des letzten Jahres bekommen?

Im Herbst letzten Jahres haben wir bei einer Firma den jährlich stattfindenden Gesundheitstag zum ersten Mal „coronabedingt“ digital umgesetzt. Inhaltlich war dieser bereits längerfristig geplant, wir haben lediglich das Format angepasst. Die BGM-Verantwortliche war als Moderatorin den ganzen Tag zugeschaltet und war zum einen dankbar und glücklich, dass der Tag trotz Pandemie stattfinden konnte, zum anderen war sie begeistert von den Möglichkeiten und der Rückmeldung bzgl. der digitalen Variante. Dies hat sie dann auch überaus positiv an uns zurückgespiegelt.

Bei welchen Herausforderungen können Sie Ihre Kunden unterstützen?

Wir geben beratend Hilfestellungen für BGM-Projektverantwortliche und bieten gezielte Mitarbeiter-Programme an zur Bewältigung von arbeitsplatzspezifischen Belastungen (z.B. werden gewerbliche MitarbeiterInnen überwiegend vor Ort erreicht, Home-Office-MitarbeiterInnen dagegen per digitaler Lösung). Dies können beispielsweise individuelle Screenings zum Thema Rücken, Ergonomie, Stress oder Ernährung sein, aber auch Vorträge, Workshops sowie Mitmachprogramme zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen – unter Berücksichtigung der jeweiligen Zielgruppe, der betrieblichen Rahmenbedingungen sowie abgestimmter Nachhaltigkeitskonzepte. Wir erarbeiten darüber hinaus in Workshops Lösungsstrategien zur Förderung des Wohlbefindens und zur Stärkung der Leistungsfähigkeit. Dies kann auch im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen erfolgen – eine gesetzliche Pflichtaufgabe für jedes Unternehmen.

Worauf sind Sie in Ihrem Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Krise besonders stolz?

Sehr viele Dienstleister im BGM-Bereich sind, wie auch wir, von der Krise betroffen, da sich bei unseren Kunden – den Unternehmen, Ämtern und anderen Organisationen – viel verändert hat (z.B. Kurzarbeit, andere Prioritäten, zu viel Tagesgeschäft). Wir haben als Team geschlossen auf die Krise reagiert, haben unser Portfolio stark erweitert sowie überwiegend selbst im Home-Office gearbeitet. Entscheidend war, dass wir unsere neuen digitalen Lösungen schnell umgesetzt haben und diese von unseren Kunden und Kooperationspartnern auch angenommen wurden. Unsere analogen Maßnahmen haben wir jedoch nie völlig eingestellt. In unterschiedlichen Einrichtungen wurden hier gemeinsam Hygienekonzepte entwickelt, die die Umsetzung von gezielten Maßnahmen auch vor Ort möglich gemacht haben. Ein Dank gilt an dieser Stelle auch unseren Kooperationspartnern und Kunden, die mit uns gemeinsam die Herausforderungen gemeistert haben.

Was möchten Sie beibehalten, was nicht?

Selbstverständlich werden wir zukünftig wieder mehr Präsenzaktionen umsetzen. Unsere digitalen Lösungen bleiben bestehen, dies betrifft nicht nur die BGF-Maßnahmenebene sondern auch diverse Abstimmungstermine und andere Meetings im Rahmen des BGM-Prozesses. Letztlich muss man zukünftig auch immer abwägen, welche Modelle (analog, digital oder hybrid) für welche Organisationsstruktur und Zielgruppe zielführend und nachhaltig sind – auch unter Berücksichtigung der jeweiligen Vor- und Nachteile analoger und digitaler Maßnahmen.

Wie schon erwähnt, haben Sie in dieser speziellen „Corona-Zeit“ unterschiedliche digitale Lösungen für Unternehmen entwickelt. Könnten Sie auf ein BGM-Projekt näher eingehen, dass Sie erst kürzlich im digitalen Format umgesetzt haben?

Ende April dieses Jahres haben wir mit unserem Kooperationspartner AOK Mittlerer Oberrhein sowie BGM-Top-Experten Prof. Dr. Volker Nürnberg einen digitalen BGM-Kongress konzipiert und umgesetzt. Wir konnten rund 150 Unternehmensvertreter aus dem gesamten Bundesgebiet (u.a. GeschäftsführerInnen, BGM-ManagerInnen) erreichen, was das große Interesse vieler Firmen an den Themen Mitarbeitergesundheit sowie analogen und digitalen Lösungsansätzen auch in Pandemiezeiten verdeutlicht. Wir erhielten im Nachgang viel positives Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auf diesen Erfahrungen werden wir aufbauen und weitere derartige digitale Veranstaltungen anbieten.

Die eigene Erfolgsgeschichte schreiben

WW, ehemals Weight Watchers, inspiriert Menschen weltweit dazu, gesunde Gewohnheiten in ihren Alltag zu integrieren. Neben dem bekannten Gewichtsmanagement setzt WW auch auf digitale Angebote und fachkundige Coaches. Wie Stefan Ryme, CEO von WW Deutschland, die Herausforderungen der Pandemie erlebt hat, erzählt er im Top Brand-Interview.

An Sie als Mensch und nicht als CEO eines ausgezeichneten Gesundheitsdienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

 

Die letzten zwölf Monate waren ohne Frage eine echte Herausforderung – sowohl für uns als Unternehmen und Team als auch für mich persönlich. Die Pandemie hat uns vor die Situation gestellt, einige tragende Angebote von WW – unsere physischen Workshops sowie die WW At Work Kurse in Unternehmen – innerhalb kürzester Zeit ins Digitale bringen zu müssen. Ziel dessen war, neben unseren grundsätzlich digitalen Produkten wie der App auch unsere persönlichen Services aufrecht erhalten zu können und gleichzeitig die nötige Sicherheit für Teilnehmer*innen und Coaches zu gewährleisten.

Innerhalb von sechs Tagen konnten wir diese Umstellung durch geballte Kraft und mit gemeinsamen Anstrengungen sehr schnell realisieren, was mich vor allem im Rückblick unheimlich stolz auf mein Team macht. Mir persönlich hat es gezeigt, dass auch solch herausfordernde Zeiten echte Chancen bieten können – wenn man sich gegenüber neuen Möglichkeiten nicht verstellt und agil seiner Strategie folgt. Denn was uns das Jahr 2020 auch noch einmal deutlich gemacht hat: WW ist mit der bereits vor der Pandemie angestoßenen Entwicklung in Richtung digitales Tech-Unternehmen exakt auf dem richtigen Kurs.

Ich persönlich musste in der Pandemie ganz neue Fitnessroutinen entwickeln. Vorher bin ich immer gerne joggen oder ins Fitnessstudio gegangen. Dann kam der Lockdown und aufgrund einer Muskelverletzung konnte ich auch nicht mehr joggen gehen. Die mangelnde Bewegung hat sich nicht nur auf meine körperliche, sondern auch auf meine geistige Fitness ausgewirkt. Ende vergangenen Jahres habe ich dann Radfahren für mich entdeckt und es macht mir großen Spaß. Im Winter habe ich mit Zwift trainiert, einem virtuellen Training in den Bereichen Rad- und Laufsport. Auch virtuelle Wettkämpfe können über die Plattform ausgetragen werden. Mir gefällt diese Form von Gamification sehr, weil sie Teilnehmer*innen hilft, mit Spaß gesunde Gewohnheiten zu etablieren.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?
Hat sich ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

Bei WW haben wir sehr schnell auf die durch die Pandemie hervorgerufenen Umstände reagiert: Die Herausforderung der Kontaktreduktion hat Menschen wie Dienstleister dazu gebracht, sich verstärkt virtuell zu orientieren. Um für unsere Kund*innen auch in dieser Zeit bereit zu stehen,  haben wir in kürzester Zeit unsere digitalen Services ausgebaut. Sei es durch die Umstellung unserer physischen Workshops auf virtuelle Treffen oder über zusätzliche Angebote in unserer App, wie zum Beispiel Audio-Coachings, Meditations-Einheiten oder Fitness-Videos. Wir haben also das letzte Jahr intensiv damit verbracht, die Marke WW zu stärken und zum Teil auch neu zu positionieren, virtuelle Angebote zu forcieren, weiterzuentwickeln und das Studio-Erlebnis vor Ort neu zu denken.

Als Organisation sind wir zudem – genau wie viele unserer Unternehmenskunden auch – seit Beginn der Pandemie im März 2020 im Home Office. Ein Arbeiten, das zum einen innerhalb kürzester Zeit technisch möglich gemacht, aber auch in der täglichen Zusammenarbeit ganz neu gelernt werden musste. Enorm wichtig ist uns dabei insbesondere im Home Office, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem gesunden Lebensstil zu unterstützen und ihre Resilienz zu stärken. Heute, gut ein Jahr später, kennen und schätzen wir viele Vorteile dieser unerwarteten Entwicklung: Zum Beispiel, dass sich dadurch ganz neue Möglichkeiten und Benefits im Recruiting neuer Mitarbeiter*innen ergeben oder dass gemeinsame Unternehmensführung und vertrauensvolle Zusammenarbeit keine permanente Vor-Ort-Präsenz brauchen. 

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Für mich ist WW vor allem ein Unternehmen, das einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, mit dem jeder – ob im privat familiären sowie im Arbeitsumfeld – sein persönliches Wohlbefinden selbst gestalten kann. Dies beginnt bei der Ernährung, geht über die tägliche Aktivität und einen erholsamen Schlaf bis hin zum eigenen Mindset. Das bedeutet: WW ist kein Diätprogramm, sondern die Inspiration zu einem gesunden Lebensstil, der unsere Teilnehmer in jeder Lebenslage stärkt.

Insbesondere jetzt, wo unser Alltag verstärkt zur täglichen Herausforderung wird sowie Privates und Berufliches nicht nur räumlich immer mehr miteinander verschmelzen, braucht es Arbeitgeber*innen, die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter*innen übernehmen und diese proaktiv, körperlich wie mental, fördern. WW ist dafür ein starker, lebensnaher Partner, der jeden dort abholt, wo er steht und von dort zu gesunden Gewohnheiten führt.

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Wir wollen auch in Zukunft Menschen weiterhin dabei unterstützen, ihre eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben und ihr persönliches Wohlbefinden selbst zu gestalten. Dazu verbessern wir unser Programm sowie unsere Services immer weiter, indem wir aktuelle Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft und Verhaltensforschung sowie die Wünsche unserer Teilnehmer*innen einfließen lassen.

Auf eben dieser Basis beruht zum Beispiel auch unser neuestes Produkt, das wir kürzlich in Deutschland gelauncht haben: Digital 360 – ein neuartiges Erlebnis, speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse digital-affiner Menschen, deren Alltag sehr aktiv und “always on” ist. Die Teilnehmer*innen können neben allen Features der WW App zudem individuelle Unterstützung erwarten und sich ihr eigenes virtuelles Support Team aus WW Pros zusammenstellen. Digital 360 bietet tägliche Live Sessions, interaktive Digital-Events zu Ernährung, Bewegung oder Mindset sowie exklusive Inhalte wie Podcasts mit internationalen Gästen und Wellbeing-Expert*innen – live und on demand. In Kürze wird dieses neue Produkt übrigens auch für unseren Unternehmenskunden verfügbar sein.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Insbesondere unsere Corporate Kunden haben uns gespiegelt, dass sie derzeit vor allem die persönliche Unterstützung durch ihren Coach und den regelmäßigen Austausch in der Community vermissen. Daher nehmen vor allem viele berufstätige Mitglieder die neuen virtuellen Workshops als eine ungeahnte Bereicherung wahr. Dank der vielen Terminangebote des deutschlandweiten Kalenders können sie individuell und flexibel teilnehmen – so wie es ihr Zeitplan zulässt.

„Aufgeben war nie eine Option“

Die Betriebliche Suchtprävention Miehle ist auf die Entwicklung nachhaltiger struktureller und individueller Faktoren spezialisiert, die der Entwicklung von Suchterkrankungen entgegentreten. Im Interview spricht Geschäftsführer Patrick Durner über die Herausforderungen, die Pandemie und Home Office für eine erfolgreiche Suchtprävention darstellen, aber auch den eigenen Umgang mit den Einschränkungen.

An Sie als Mensch und nicht als CEO eines ausgezeichneten Gesundheitsdienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

 

Die größte Herausforderung war, fehlende Planbarkeit auszuhalten. Selbst ein Jahr später ist ja noch nicht wirklich klar, wann es wieder eine Form von „Normalität“ geben kann. Und auf einige meiner großen Leidenschaften verzichten zu müssen, wie z.B. Snowboarden, fiel mir enorm schwer. 

Der inzwischen schon traditionelle jährliche Winterurlaub mit meinem Vater war die letzten Jahre immer ein Highlight für mich. Dass auch dieser leider nicht stattfinden konnte, fand ich schon sehr traurig.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?
Hat sich ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

Der erste Lockdown war schon eine Herausforderung. Von jetzt auf gleich alle Seminare abgesagt und keine Perspektive, wann und wie es weitergehen kann. Mir hat es unheimlich geholfen, nach wie vor täglich in mein Büro zu fahren und mich intensiv mit den Möglichkeiten der digitalen Welt zu beschäftigen. Aufgeben war nie eine Option, sodass ich viel Arbeit in unsere digitalen Angebote gesteckt habe, die sich nun langsam auch auszahlt.

Das Portfolio hat sich erweitert und temporär gibt es aufgrund der Gegebenheiten wohl hauptsächlich Onlineveranstaltungen. Perspektivisch ist das aber nicht meine Zielsetzung, nur noch Onlinetrainings anzubieten. Dafür liebe ich den direkten Kontakt mit den Teilnehmenden zu sehr. Zwischenmenschlich passiert doch deutlich mehr in Präsenz, als online. Alles kann und wird die digitale Welt nicht ersetzen können. Zum Glück 😉

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Für diese Auszeichnung bin ich sehr dankbar, denn das bestätigt meinen unermüdlichen Einsatz, unser Angebot zu modernisieren und noch besser an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Meine Steckenpferde sind die Themen Suchtprävention und digitale Balance. Beides Themen, die uns in Gegenwart und Zukunft weiter beschäftigen werden. Durch Homeoffice und remote working fallen Mitarbeitende mit problematischem Konsum deutlich weniger auf. Heißt Suchtprobleme können sich in aller Ruhe entwickeln, ohne dass KollegInnen oder Vorgesetzte irgendetwas merken. Genau deshalb ist jetzt der Zeitpunkt, sich mit Suchtprävention zu beschäftigen, um frühzeitig die schweren Verläufe mit langen Ausfallzeiten oder drastischen Konsequenzen zu verhindern. Und auch die Digitale Balance ist in einer volldigitalisierten Welt eine notwendige Kompetenz um langfristig gesund zu bleiben. Wir unterstützen Behörden und Unternehmen mit einem breiten Angebot zu den Themen Suchtprävention und digitale Balance. Von den klassischen Trainings für Azubis, Führungskräfte, Betriebs- oder Personalräte bis in die Managementebene über die Ausbildung von betrieblichen Ansprechpersonen Suchtprävention bis hin zur  Unterstützung bei der Entwicklung eines Gesamtkonzepts zur betrieblichen Suchtprävention. Unsere Stärke ist, dass wir auf vielfältigste Erfahrungen mit verschiedensten Kundentypen zurückgreifen können. Von kleinen und mittelständischen Unternehmen über bayerische oder Bundesbehörden bis hin zu internationalen Großkonzernen ist so ziemlich alles dabei. Dadurch können wir die unterschiedlichen Bedürfnisse absolut zielgerichtet bedienen.

Eine Stärke ist auch die Fokussierung auf das Thema Suchtprävention. Heißt wir sind sowohl im Thema Sucht als auch im Thema Prävention Experten. Nur weil jemand sich im Thema Sucht auskennt, heißt das nicht automatisch, dass er auch Prävention gut kann. Denn Prävention lebt von den Methoden, von den Emotionen. Sucht hat immer mit Emotionen zu tun. Emotionen, die erzeugt oder die betäubt werden sollen. Prävention muss deshalb ebenfalls an den Emotionen andocken. Reine Informationsvermittlung ist als Präventionsmaßnahme erwiesenermaßen unwirksam.

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Da gibt es Einiges. Die Ideen gehen mir irgendwie nie aus 😉

Konkret auf der Agenda steht die Optimierung des begleitenden E-Learnings zu unserer Ausbildung zur betrieblichen Ansprechperson Suchtprävention. Die Ausbildung besteht aus dem E-Learning und den Präsenzterminen, sodass digitale Wissensvermittlung und Kompetenzerwerb durch Anwenden, Üben und Verinnerlichen sich ideal ergänzen.

Das E-Learning wird sukzessive wachsen und weiterentwickelt, auch auf Basis der Rückmeldung der Teilnehmenden. Ich möchte gerne die maximale Nutzerfreundlichkeit und Freude am Lernen für das Selbststudium erreichen und dabei die wachsenden Möglichkeiten der digitalen Informationsvermittlung optimal nutzen.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Eigentlich bin ich dankbar für jedes einzelne Seminar, das letztes Jahr stattfinden konnte. Egal ob digital oder in Präsenz. Das Vertrauen unserer Kunden und die Offenheit, sich auch auf unsere digitalen Angebote einzulassen sind tatsächlich das schönste Feedback. Und das weiß ich sehr zu schätzen.

„Für so ein Team kann man nur dankbar sein“

VisionGesund ist ein mehrfach ausgezeichneter Gesundheitsdienstleister mit den Kernthemen BGM, BGF und Gefährdungsbeurteilung Psyche, der sich für maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen einsetzt. Im Interview sprechen die Geschäftsführer Michael Bode und Lukas Loewe über die Auswirkungen der Digitalisierung und ihren Fokus auf hohe Qualität.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden – welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Michael Bode: Ich freue mich immer, wenn jemand das Wort Vision benutzt – schließlich steckt es nicht umsonst in unserem Unternehmensnamen. Die Visionen sind riesig. Wir wollen weiterhin zu den Top-Qualitätsdienstleistern gehören. Kleinunternehmen haben es nicht leicht, den Riesen der Branche mit ihren großen Marketing-Budgets die Aufmerksamkeit abzunehmen. Die Digitalisierung stellt weiterhin eine große Chance dar, um flexibel in kleinen Projektgruppen zu arbeiten. Kurze, zielgerichtete und online moderierte Treffen werden lange, halbtägige Projektsitzungen ablösen.

Lukas Loewe: Dafür haben wir alle Beratungs- und Dienstleistungen inzwischen digitalisiert, ein eigenes Videostudio und mehrere Videokonferenz-Arbeitsplätze eingerichtet. Die so angebotene Qualität werden wir kontinuierlich verbessern und reduzierte Kosten durch bspw. wegfallende Übernachtungen und Fahrten eins zu eins an unsere Kund*innen weitergeben. Wir sind in Gesprächen mit einigen großen Konzernen, welche in unterschiedlichen Kontexten Gesundheitsprojekte umsetzen wollen – auch hier bremst die Pandemie leider etwas aus.

Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Lukas Loewe: Die schon angesprochene Digitalisierung ist ein riesiger Treiber bei uns. Wir können beispielsweise den Prozess der Gefährdungsbeurteilung psychicher Belastung zu 100% digital moderieren – das bietet ganz neue Chancen und Möglichkeiten für zum Beispiel Außendienstler oder dezentrale Organisationen. Aktuell laufen viele dieser psychichen Gefährdungsbeurteilungen fehlerhaft oder die internen Projektleitungen sind schlichtweg von der Fülle der Informationen überrascht.

Michael Bode: Genau, dazu haben wir sieben kurze Tutorial-Videos» auf unsere Website gestellt, in denen wir die wichtigen Schritte einfach und kurzatmig skizzieren. Wir hoffen, damit auch denjenigen einen einfachen Einstieg zu geben, die bei dem Thema noch unsicher sind. Außerdem planen wir zusammen mit dem Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement eine Veranstaltung, um die Qualität in der Umsetzung der GB Psyche zu stärken. Aus unseren Projekten wird uns gespiegelt, dass unsere Art und Methodik einen tatsächlichen Erfolg bietet – Erfolge für Unternehmen und ihre Mitarbeiter*innen werden ermöglicht, wenn man nicht alleine das gesetzliche Minimum erfüllen will.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kund*innen während des letzten Jahres?

Michael Bode: Wenn am Ende eines langen Workshops alle Teilnehmer*innen ihre Zufriedenheit äußern und die Ziele erreicht wurden, dann ist das ein prima Feedback. Die Krone wurde dem Ganzen aufgesetzt, als wir vor Kurzem durch die Wirtschaftswoche in einer Befragung von über 12.000 Entscheider*innen, Einkäufer*innen und Nutzer*innen zum besten Mittelstands-Dienstleister deutschlandweit in der Branche Gesundheitsmanagement ausgezeichnet wurden. Ehrlicherweise haben wir erst bemerkt, dass es diese Befragung und Auswertung gab, als wir aus unserem Netzwerk darauf aufmerksam gemacht wurden.

Lukas Loewe: Wir sind dankbar für diese großartige Auszeichnung und auch ein kleines bisschen stolz. Die Qualität unserer Dienstleistungen ist bei uns mehr als ein Lippenbekenntnis und das kommt scheinbar gut an. Jede*r im Team VisionGesund brennt für die eigene Arbeit – für so ein Team kann man nur dankbar sein. Es gibt auch Niedrigpreis- und Massenanbieter in unserer Branche. Die Auszeichnungen bestätigen uns aber, wenn es um die Gesundheit geht, sind hohe Qualität und eine empathische, umfassende Beratung wichtiger, als das günstigste Angebot abzugeben.

Digital durch die Krise

Hanako ist ein moderner Gesundheitsdienstleister und Innovationsführer auf dem Markt für Gesundheitsleistungen. Nun wurde das Münchner Unternehmen als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet. Wir haben mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Michael Mayr darüber gesprochen, welche Rolle Digitalisierung und Prävention für die Mitarbeitergesundheit spielen und wie wichtig ein persönliches Gesundheitsbewusstsein ist. 

An Sie als Mensch und nicht als CEO eines ausgezeichneten Gesundheitsdienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

Als Vater in einer Patchworkfamilie mit acht Kindern und Geschäftsführer und Mitgründer von drei Unternehmen habe ich schon viel erlebt und an Lebenserfahrung sammeln dürfen. Die Corona-Pandemie hat uns aber alle plötzlich vor ganz neue Herausforderungen gestellt und viele Anpassungen und Einschränkungen von uns abverlangt. Solche Zeiten sind auch von vielen Unsicherheiten und Ängsten begleitet.

Für mich persönlich hat sich bewiesen, dass eine innere Ruhe, die Familie und Werte wie Vertrauen, Offenheit und Zuversicht für mich ganz wichtig sind, solche Krisen gut zu überstehen. Ich durfte aber auch lernen, dass man gewisse Grundsätze immer wieder hinterfragen sollte. Früher war ich der Meinung, ich muss in meiner Rolle immer im Büro oder beim Kunden sein und war häufig weit über zwölf Stunden unterwegs. In den letzten 12 Monaten war ich nur zweimal beim Kunden und sechsmal im Büro, der Rest erfolgte über Videokonferenzen. Ich habe noch nie so fokussiert gearbeitet, gleichzeitig mehr geschlafen, Sport gemacht und Zeit mit der Familie verbracht. Diese Erkenntnis wird auch nach der Pandemie meinen Arbeitsalltag nachhaltig verändern.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?
Hat sich ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

Wir wurden natürlich auch von der Pandemie überrascht und haben sehr schnell Mitte März 2020 auf Homeoffice umgestellt. Die Mitarbeitenden haben hervorragend reagiert und es hat reibungslos funktioniert. Durch die Krise sind auch für unserer Kunden und das betriebliche Gesundheitsmanagement neue Rahmenbedingungen entstanden. Gesundheitstage, Kurse, Trainings und andere präsenzbasierte Maßnahmen können nicht wie gewohnt stattfinden. Unser Dienstleistungsgeschäft – die Durchführung von medizinischen Gesundheitschecks vor Ort in Unternehmen – mussten wir ebenfalls einstellen und konnten es bis heute nicht wieder aufnehmen.
Dabei ist es gerade jetzt – das belegen verschiedene Studien – so wichtig, einen gesunden Lebensstil zu fördern und Gesundheitsrisiken zu minimieren.
Digitale Lösungen passen perfekt in die neue Situation, da sie jederzeit und überall nutzbar sind. Sie funktionieren nicht nur im Büro oder in der Werkshalle, sondern auch bei den Beschäftigten zu Hause. Deshalb haben wir die Entwicklung unserer Gesundheitsplattform weiter forciert. Sie wurde mittlerweile vom „BGM-Papst“ Prof. Dr. Nürnberg als die medizinisch beste digitale BGM-Lösung am Markt testiert. Die Nachfrage nach digitalen BGM-Lösungen hat durch die Corona-Krise weiter zugenommen und wir haben mittlerweile verschiedene renommierte Kunden wie z.B. die Daimler AG gewinnen können.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Mit unserem medizinischen Geschäftsführer Prof. Dr. Nixdorff – einem führenden Präventionsmediziner in Deutschland – und unseren IT-Experten nutzen wir optimal die Potenziale der Digitalisierung für die Gesundheit der Mitarbeiter. Unsere Gesundheitschecks, medizinische Präventionsuntersuchungen, die direkt vor Ort in den Unternehmen durchgeführt werden, bieten eine 360-Grad-Sicht auf die individuelle Gesundheits- und Risikosituation der Mitarbeiter.
In Zeiten der Coronavirus-Pandemie stehen die BGM-Verantwortlichen der Unternehmen allgemein vor großen Herausforderungen: viele BGM-Angebote, Team- und Sport-Events sind vollständig weggebrochen. Durch die Home-Office-Situation ist eine persönliche Begleitung und direkte Kommunikation mit den Beschäftigten nochmal erschwert worden.
Unsere Gesundheits-App, die auch unabhängig von den Gesundheitschecks eingesetzt werden kann, begleitet die Mitarbeiter bei der Verbesserung ihres Lebensstils. Die App analysiert das individuelle Gesundheitsverhalten, bereitet die Ergebnisse transparent auf und ermittelt die wichtigsten Handlungsfelder. Sie schlägt bedarfsgerechte Ziele vor und verknüpft sie mit einer breiten Auswahl voll integrierter digitaler Angebote von über 20 Partnern, darunter zum Beispiel Kaja oder 7Mind. Mit Activity Tracking und Gruppenwettbewerben motiviert die Hanako-App zu mehr Bewegung. Durch die gemeinsame Aktivität wird das Zusammengehörigkeitsgefühl der Beschäftigten gesteigert – gerade in der aktuellen Situation ein wichtiger Aspekt. Die Gesundheitsverantwortlichen können eigene Angebote, Nachrichten und Belohnungen in die App einstellen und direkt mit ihren Beschäftigten kommunizieren. Damit stellen wir Unternehmen optimale Möglichkeiten für ein voll integriertes, medizinisch fundiertes und hocheffizientes betriebliches Gesundheitsmanagement bereit.

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Die Menschen wünschen sich ein gesundes und glückliches Leben. Die Gesundheitskosten explodieren weltweit und die Unternehmen werden durch Krankheitsfolgen immer mehr belastet. Der Schlüssel heißt hier Prävention. Moderne und personalisierte Präventionsbegleitung muss in Zukunft digital erfolgen und ggf. analog unterstützt werden. Wir gewinnen schon heute Einblicke in die Zusammenhänge zwischen medizinischen Daten, Lebensstildaten und Daten aus Activity Tracking. Das ist das optimale Fundament, um unsere personalisierten Präventionsangebote für die Zukunft weiter auszubauen. Ich persönlich finde es faszinierend und es gibt mir unglaublich viel Antrieb, die neuen digitalen Möglichkeiten zu nutzen, um möglichst vielen Menschen zu helfen, länger, gesünder und glücklicher zu leben.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Wir bekommen sehr viel positives Feedback von den Nutzern unserer Angebote sowie den BGM-Verantwortlichen bis hin zu Vorständen unserer Kunden. So hat uns ein Kunde stolz einen zweiseitigen Artikel aus deren Mitarbeiterzeitschrift übersendet. Dort steht: „Wow – dieses Wort beschreibt genau, wie gut die mobile Gesundheitsvorsorge von Hanako bei unseren Mitarbeitern angekommen ist“, und darunter werden begeisterte Mitarbeiter zitiert und das hervorragende Ergebnis einer Feedbackbefragung dargestellt.
Stolz macht uns auch die Nominierung zum „Top Brand Corporate Health 2021“ durch Kunden und dass wir laut den Experten zu den besten Gesundheitsdienstleistern zählen.
Das alles bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und es spornt uns an, unsere Kunden auch in Zukunft mit innovativen und qualitativ hochwertigen Angeboten zu begleiten.

Haben Sie zum Abschluss noch einen persönlichen Gesundheits-Tipp für unsere Leser*innen?

Ich habe die letzten Jahre sehr viel über Lebensstil und Gesundheit gelernt, aber die Experten dazu in unserem Unternehmen sind Prof. Dr. Nixdorff und Mathias Maul. Deshalb ein rein persönlicher Tipp von mir: Ich glaube, eine positive Einstellung und Lebensfreude sind die besten Voraussetzungen für einen gesunden Lebensstil. Natürlich benötigt man aber auch das entsprechende Bewusstsein, welches Verhalten sich wie auf die Gesundheit auswirkt. Schließlich sind es nicht die großen Verhaltensänderungen, die wir nur kurze Zeit durchhalten, sondern die kleinen Gewohnheiten, die wir dauerhaft umsetzen, die sich besonderes positiv auf die Gesundheit auswirken. So habe ich zum Beispiel von den negativen Auswirkungen von Zucker auf unseren Körper gelernt und habe seit über fünf Jahren keine Softdrinks wie Cola oder Fanta getrunken – und ich vermisse nichts, weil ich auch sehr schnell gemerkt habe, wie gut mir das tut. So gibt es viele kleine Verhaltensänderungen in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Entspannung, die leicht umsetzbar sind und in Summe einen großen Beitrag zu Wohlbefinden und Gesundheit leisten können. Mich persönlich motiviert es zusätzlich, wenn ich dann über Fitnesstracker Bio-Feedback von meinem Körper sehe. Man kann zum Beispiel erkennen, wie gewisse Lebensstilgewohnheiten zu einem reduzierten Ruhepuls und verbesserter Schlafqualität führen.

Von Tag zu Tag

INSITE-Interventions ist für seine Kunden verlässlicher Partner in allen Fragen rund um Erhalt und Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Beschäftigten und Organisationen und wurde nun als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet. Wir haben mit den Geschäftsführern Dr. Maren Kentgens und Dr. Matthias Conradt über aktuelle und künftige Herausforderungen, das schönste Kundenfeedback und neue Projekte gesprochen.

An Sie als Mensch und nicht als CEO eines ausgezeichneten Gesundheitsdienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

Maren Kentgens: Mein größter Lernprozess im letzten Jahr war von Tag zu Tag zu planen, von Woche zu Woche zu leben und Schritt für Schritt voranzuschreiten – Planung galt von einem auf den anderen Tag nicht(s) mehr. Daneben möchte ich aber auch unterstreichen, dass ich bestätigt bekommen habe, wovon ich seit Jahren überzeugt bin: Gesundheit in seiner zentralen Bedeutung in allen Lebensbereichen. Und das beides sind für mich wichtige Botschaften, die wir uns auch nach der Pandemie aufrecht erhalten sollten.

Matthias Conradt: Für mich persönlich war die größte Erkenntnis, dass die Pandemie massiven Einfluss auf die Gesamtgesundheit aller hat – und man das Ziel der eigenen Gesunderhaltung nur gemeinsam erreichen kann. Es geht weniger darum, an individuellen Eigeninteressen festzuhalten, sondern darum, das Problem kollektiv zu lösen. Dies wird auch zukünftig großen Einfluss auf den Umgang mit gesundheitsrelevanten Themen haben.

 

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“ Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?
Hat sich ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

Beide gemeinsam: Durch unsere Nähe zu unserem Gesellschafter Asklepios konnten wir direkt von deren langjähriger Expertise im Gesundheitsumfeld profitieren. Auch dadurch hatten wir zu jeder Zeit einen hochprofessionellen Umgang mit der Pandemie mit detailliert ausgearbeiteten Hygienekonzepten für Beschäftigte und Kunden.
Als Organisation in einem dynamischen Umfeld sind wir es gewohnt, uns stetig zu verändern. Daher hat natürlich auch und besonders das letzte Jahr für uns Veränderungen mit sich gebracht – sowohl im Portfolio als auch auf Organisationsebene. Veränderung ist für uns immer positiv, da sie konsequenterweise der Marktdynamik folgt.

 

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Beide gemeinsam: Unsere Stärke liegt darin, dass wir für unsere Kundenunternehmen ganz viele Aspekte der Mitarbeiter- und Organisationsgesundheit professionell bedienen, wie ein Schweizer Taschenmesser. Gerade weil wir die einzelnen Organisation in ihrer Einzigartigkeit sehen und unterstützen.

 

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Beide gemeinsam: Unsere auch schon pilotierte Vision ist, alle in der Organisation aufkommenden gesundheits- oder arbeitsbezogenen Schieflagen aus einer Hand zu bedienen. Sei es auf Individual-, Gruppen- oder Organisationsebene!

 

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Maren Kentgens: Dass wir unkompliziert und flexibel auf jede neue Herausforderungen in 2020 reagiert haben, psychologische Sprechstunden auf Video umgestellt oder Unterstützungsangebote für Homeofficesituationen oder Führungskräftetrainings online umgebaut haben. Und so gerade in herausfordernden Zeiten für das Unternehmen als Ganzes eine große Hilfe waren!

Matthias Conradt: Mich persönlich hat ein Feedback einer Mitarbeiterin eines Kunden sehr berührt, dass sie es mit unserer Hilfe aus einer für sie hoffnungslosen Situation wieder rausgeschafft und eine Zukunftsperspektive entwickeln konnte. Das ist der größte Lohn unserer Arbeit!

 

Was glauben Sie, was sind die größten Herausforderungen für Corporate Health in den nächsten Jahren?

Beide gemeinsam: Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die persönlichen und zwischenmenschlichen Probleme von Mitarbeitenden durch die zukünftige Arbeitsgestaltung eher zunehmen wird. Arbeitskontexte und deren potentielle Schieflagen werden sich individualisieren. Für Organisationen wird es wichtig sein, darauf die passenden Antworten zu finden.

Bewerbung um den Corporate Health Award 2021 gestartet

Die weltweite Pandemie hat auch deutsche Unternehmen vor besondere Herausforderungen gestellt und den Arbeitsmarkt gehörig aufgewirbelt. Die Gesundheit der Mitarbeiter sowie die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen gewinnt damit noch einmal an Priorität. Eine nachhaltige Personalpolitik und entsprechende Managementprozesse sind Bestandteile eines gut aufgestellten Corporate Health Managements. Sie sind somit auch Kennzeichen derjenigen Arbeitgeber, die diese Prioritäten bereits erkannt und erfolgreich umgesetzt haben. Wie erfolgreich sie tatsächlich sind, wird die diesjährige Bewerbung um den Corporate Health Award zeigen.

Steffen Klink, Director of Social Sustainability bei EUPD Research und Leiter des Corporate Health Awards: „Gerade in der Krise konnten Arbeitgeber zeigen, was sie wirklich können und was sie ausmacht. Die effiziente Zusammenarbeit von Gesundheitsmanagement, Arbeitsschutz, Personalabteilung, Betriebsrat und Geschäftsführung in der Erstellung von Hygieneplänen und flexiblen Arbeitslösungen verdeutlicht die Notwendigkeit von nachhaltigen Personalstrategien. Diese muss alle Beteiligten ins Boot holen und nicht nur kurzfristige Verbesserungen für die Belegschaft, sondern auch die langfristige Überbrückung dieser nie dagewesenen Extremsituation möglich machen.“

Der Corporate Health Award bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Systeme und Prozesse offiziell und nachvollziehbar bewerten und verifizieren zu lassen. Für die datenbasierte Analyse, Auswertung und Interpretation der entsprechenden Kennzahlen steht seit 2009 der Corporate Health Evaluation Standard (CHES) des Forschungsunternehmens EUPD Research. Das Qualitätsmodell bildet die Basis für die jährliche Bewerbungsphase des Corporate Health Award, die ab sofort zum 13. Mal in Folge von den Initiatoren EUPD Research und der Handelsblatt Media Group ausgerufen wird.

„Bereits die letztjährige Awardverleihung hat den Einfallsreichtum und das Engagement der deutschen Arbeitgeber gezeigt. Wir freuen uns, auch in diesem Jahr vorbildliche Unternehmen auszeichnen zu dürfen“, ergänzt Steffen Klink.

Der Weg zum Corporate Health Award

Im ersten Schritt ist jede Organisation aus Wirtschaft und öffentlicher Hand berechtigt, den Online-Qualifizierungsbogen bis zum 31. Mai 2021 einzusenden. Dessen Auswertung führt zum kostenfreien offiziellen Deutschland-Benchmark, den alle Teilnehmer zum Abschluss der Bewerbungsphase automatisch erhalten und sich damit individuell in ihrer Branche vergleichen können. Die besten Unternehmen jeder Branche wiederum können den nächsten Schritt gehen und ihre Angaben aus dem Qualifizierungsprozess durch das Corporate Health Audit verifizieren lassen. Nach den erfolgreichen Erfahrungen aus dem letzten Jahr können die Audits auch in 2021 komplett kontaktlos, digital durchgeführt werden. Das bestandene Audit bietet nicht nur Qualitätssicherung und eine detaillierte Stärken- und Schwächenanalyse, sondern auch die Chance auf den Gewinn des Awards in der jeweiligen Branche und Größenklasse. Der unabhängige Expertenbeirat des Corporate Health Award bestimmt im Anschluss der Auditierungen die Gewinner und somit die besten Unternehmen Deutschlands.

Egal, wo die Bewerber im Moment stehen – ob diese bereits professionelle Strategien, Strukturen und Maßnahmen implementiert haben oder noch in den Anfängen stecken: Während die besten Unternehmen die Chance auf die Verleihung des Corporate Health Award erhalten, profitieren schwächere Unternehmen von der exklusiven Standortbestimmung des eigenen Ergebnisses.

Die etablierte Auszeichnung genießt bei Arbeitgebern, Mitarbeitern und im Recruitingprozess für neue Fachkräfte größte Anerkennung. Die besten Organisationen Deutschlands werden in 17 Branchen-Kategorien in den Klassen „Mittelstand“ und „Großkonzern“ ausgezeichnet. Für besondere Leistungen in bestimmten Teilbereichen werden ebenfalls diverse Sonderpreise vergeben. Der Award gilt als renommierteste Auszeichnung für exzellentes Corporate Health Management in Deutschland.

Der CHA-Prozess und die Gewinner 2020 auf einen Blick.

Corporate Health Management – jetzt erst recht!

Für die Weiterentwicklung der Arbeitswelt auf dem Weg aus der Krise ist das Bewusstsein für gesunde und nachhaltige Unternehmensstrukturen essentiell. Sowohl die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern durch die Implementierung eines effektiven Corporate Health Managements als auch das damit verbundene positive Employer Branding bringen Unternehmen auf einen zukunftsfähigen Weg. Damit dieser auch verlässlich ausgewertet werden kann, fließen die Ergebnisse der Bewerber um den Corporate Health Award in die jährliche Trendstudie „Corporate Health Management in Deutschland“ ein und liefern somit faktenbasierte Aussagen zu den branchen- und größenspezifischen Umsetzungsgraden und der entsprechenden Relevanz in den Bereichen „Strategie“, „Struktur“ und „Maßnahmen“ sowie der mehr als 150 enthaltenen Befragungsitems.

Über den Corporate Health Award

Der Corporate Health Award ist die renommierteste Auszeichnung in Deutschland für exzellentes Corporate Health Management und wurde 2009 vom Forschungsinstitut EUPD Research und dem Handelsblatt initiiert. Das Ziel des vorausgehenden umfangreichen Evaluationsprozesses ist es, vor allem in den Führungspositionen der deutschen Wirtschaft die Einsicht in die Notwendigkeit von Investitionen in betriebliche Gesundheitssysteme zu stärken sowie vor dem Hintergrund struktureller Veränderungen und des demographischen Wandels die Wettbewerbsfähigkeit durch gezieltes Corporate Health Management sicherzustellen. Alleine in 2020 haben sich über 350 Unternehmen und Organisationen um den Award beworben und sich somit dem wissenschaftlichen und praxisnahen Auswahlverfahren gestellt. Mehr Informationen: www.corporate-health-award.de

Die Branchen im Überblick:

  • Öffentliche Verwaltung
  • Informations- und Kommunikationstechnik
  • Maschinenbau/Schwerindustrie
  • Chemie/Pharma
  • Verkehr/Logistik
  • Handel
  • Finanzen
  • Versicherungen
  • Energiewirtschaft
  • Konsumgüter
  • Kommunikation/Medien
  • Elektrotechnik
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • Produktion/Verarbeitende Industrie
  • Hochschule
  • Automotive
  • Dienstleistung/Beratung

 

Über EUPD Research

EUPD Research beging im letzten Jahr bereits sein 20-jähriges Jubiläum als führendes Forschungsunternehmen im nachhaltigen Corporate Health Management. Mit dem Corporate Health Award, der Corporate Health Initiative, der Corporate Health Akademie, der jährlich erscheinenden Studie zum Gesundheitsmanagement in Deutschland sowie den zahlreichen Aktivitäten als Sozialforschungsunternehmen in der Analyse und Beratung agiert die EUPD als maßgebliches Stimmungsbarometer für aktuelle Themen, Trends und Entwicklungen in der strategischen HR-Arbeit. Gemeinsam mit einem starken Partnernetzwerk wird die Schaffung gesunder Arbeitsbedingungen und hocheffizienter betrieblicher Managementsysteme flächendeckend für alle Branchen gefördert.