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Gibt es bald ein Recht auf Homeoffice?

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat angekündigt, sein „Mobile-Arbeit-Gesetz“ vorzulegen. Dieses sieht unter anderem vor, dass Arbeitnehmer*innen in Berufen, in denen dies möglich ist, künftig einen gesetzlichen Anspruch darauf haben, mindestens 24 Tage im Jahr vom Homeoffice aus»  zu arbeiten.

Ausgangspunkt ist laut Hubertus Heil die Corona-Pandemie, welche den Arbeitsalltag in vielen Organisationen nachhaltig auf den Kopf gestellt hat. Unternehmen, die vorher ausschließlich auf Büropräsenz bestanden, waren plötzlich dazu gezwungen, ihre Mitarbeiter*innen vom Homeoffice aus arbeiten zu lassen, um den Betrieb auch während der verschärften gesetzlichen Hygienebestimmungen zu gewährleisten. Während einige Expert*innen schon prognostizierten, dass es künftig keine Büros mehr geben wird, dürfte es in der Praxis immer mehr Unternehmen geben, die das Homeoffice allmählich wieder einschränken.

Arbeitgeber*innen sollten allerdings darauf hören, was ihre Mitarbeiter*innen sich wünschen: Wie die LinkedIn-Umfrage zum Homeoffice vom Juni 2020 ergab, können sich 51% der Befragten vorstellen, weiterhin im Homeoffice zu bleiben, um Social Distancing zu wahren.

Herausforderungen für Führungskräfte

Die Vorteile der Remote-Arbeit liegen für Arbeitnehmer*innen auf der Hand: Sie sparen sich zum Teil lange Anfahrtswege, können ihren Arbeitstag flexibler gestalten und verringern gesundheitliche Risiken. Allerdings sind diese Möglichkeiten auch mit Risiken verbunden, die von den Arbeitgeber*innen und Führungskräften berücksichtigt und antizipiert werden müssen. Dazu gehört die zunehmende Entgrenzung des Arbeitstages ebenso wie die psychischen Risiken, sich durch den fehlenden persönlichen Kontakt zu Kolleg*innen den Arbeitstag über sehr einsam zu fühlen. Aber auch Führung muss remote anders gedacht werden. Führungskräfte müssen beispielsweise ein Gespür dafür entwickeln, wie viel sie mit ihren Teams kommunizieren: einige Mitarbeiter*innen brauchen gerade remote viel Kommunikation mit ihren Führungskräften, für andere Mitarbeiter*innen kann dies schnell anstrengend werden und sich wie Kontrolle anfühlen. Die Teams sollten daher vorab untereinander eine Lösung abstimmen, wie viel oder wie wenig Kommunikation notwendig ist, um einen reibungslosen und vertrauensvollen Arbeitsablauf zu gewährleisten.

Von der Kunst gesunder Führung, BGM 4.0, neuen Apps im Gesundheitsmanagement und nachhaltige Strategien bei der Beurteilung der Arbeitssituation

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28. April – Welttag für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Am heutigen 28. April findet der weltweite Aktionstag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz statt. Der Aktionstag wurde 1984 von der internationalen Arbeiterorganisation (International Labour Organisation ILO) ILO, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, ins Leben gerufen. Der diesjährige Aktionstag steht im Zeichen des Umgangs mit Pandemien. Immer mehr Arbeitnehmer kommen zurück an ihren Arbeitsplatz, erste Lockerungen greifen und der Präventionsaspekt steht für alle Beteiligten besonders im Vordergrund. So wurde am 16. April vom Bundesarbeitsministerium gemeinsam mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung der Arbeitsschutzstandard COVID 19 vorgestellt. Der » Standard formuliert konkrete Anforderungen an den Arbeitsschutz in Zeiten der Corona-Krise.

Die zuständigen Behörden, Kassen und Versicherungen haben für die Unternehmen einen Überblick zu wichtigen Vorgaben, Regelungen und Checklisten erstellt.

Hinweise zu den allgemeinen Schutzmaßnahmen und Masken

Hier finden Sie weitere » Infos bei der DGUV. 

Die DGUV hat in ihrer » Publikation zu Coronavirus SARS-CoV-2-Verdachts- und Erkrankungsfällen im Betrieb neben allgemeinen Schutzmaßnahmen zahlreiche weitere Empfehlungen veröffentlicht.

Weitere Branchenempfehlungen und Publikationen für verschiedene Branchen

Speziell für den Bereich der Hochschulen, Schulen und Kitas und der Einsatzkräfte, aber auch für gesonderte Branchen wie Handel, Handwerk, Baugewerbe oder Logistik gibt es zusätzliche Publikationen.

Empfehlungen für Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Hier geht es zu den » branchenbezogenen Sonderseiten der Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und der SVLFG (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau).

Checklisten und Planungsleitfaden

Eine Hilfestellung zur Pandemieplanung gibt das Faltblatt » „10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung“.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin informiert auf zahlreiche Fragen bezüglich bestimmter Berufsgruppen

» Antworten auf häufig gestellte Fragen zu beruflichen Tätigkeiten mit SARS-CoV-2

Zum Umgang mit Prüfpflichten gibt es » aktuelle Regelungen.

 

Neue Broschüre für Führungskräfte

Das Thema Arbeitsschutz betrifft ebenfalls die Führungskräfte, die hier besondere Verantwortung tragen. An sie richtet sich  die neue Broschüre »  „Führen in Zeiten der Pandemie?“, welche im Rahmen der Präventionskampagne kommmitmensch der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen aktuell erschienen ist.

Wird die Nummer Eins der Fehlzeiten abgelöst?

Die Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2020 liegen vor. Hier finden Sie einen ersten Ausblick.

Im Jahr 2019 waren laut TK Gesundheitsreport 2020 für die meisten Fehlzeiten die psychischen Erkrankungen verantwortlich. Mit rund 19 Prozent aller Fehlzeiten ist das der höchste Wert im Vergleich zu den anderen Diagnosen. Somit werden die Spitzenreiter Rückenbeschwerden & Erkältungskrankheiten auf die Folgeplätze verwiesen. Depressionen haben mit durchschnittlich 2,89 Arbeitsunfähigkeitstagen pro Kopf sogar noch einmal gegenüber den Vorjahren zugelegt.

Im Jahr 2018 lagen die Werte bei 2,77 und im Jahr 2017 bei 2,71 Tagen.

Bei der regionalen Verteilung hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht viel geändert: Mit 12,6 Fehltagen gilt Baden-Württemberg nach wie vor als das Bundesland mit den geringsten Fehlzeiten.

Es folgt Bayern mit 13,3 Fehltagen. Wie in den Vorjahren gibt es die höchsten Fehlzeiten in Mecklenburg-Vorpommern (19,8 Fehltage), Sachsen-Anhalt (19,5 Fehltage) und Brandenburg mit durchschnittlich 19,3 Fehltagen je Versichertenjahr.

Die Zahlen stammen aus den Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2020. Grundlage dafür bilden die rund 5,3 Millionen bei der TK versicherten Erwerbstätigen.

Praxis Gesundheitsbranche 

Interessant im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen sind zudem neue Wege beim Einsatz digitaler Therapien. So bietet die Techniker Krankenkasse als erste Krankenversicherung in Deutschland ab sofort eine digitale Therapie zur Behandlung von Angststörungen an. Zum Einsatz kommen dabei Virtual Reality (VR) Anwendungen samt App, die erstmalig eine leitliniengerechte Fernbehandlung von Angststörungen ermöglichen. Dabei können die Teilnehmer innerhalb von vier Wochen eine App-gestützte Therapie mit zahlreichen Schulungsvideos und digital angeleiteten Übungen absolvieren. Die einzelnen Bausteine der Therapie seien wissenschaftlich sehr gut erprobt und haben sich in zahlreichen Studien bewährt, so Dr. Bartosz Zurowski vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck.

Zusammen für die Mitarbeitergesundheit

Die Einstellung von Mitarbeiter*innen zu Gesundheitsangeboten wird durch strategische Corporate Health-Kooperationen positiv beeinflusst. WW At Work geht dabei mit gutem Beispiel voran. Ein Interview mit Inga Rehhbohm von der Betrieblichen Gesundheitsförderung der Landeshauptstadt Kiel. Weiterlesen

Der Blick ins Innere: Gesundheitssensibilisierung von Mitarbeiter*innen und Führungskräften durch Einblicke in den menschlichen Organismus

Ein Interview mit Dr. Angelina Whalley, Kuratorin KÖRPERWELTEN. Weiterlesen

Suchtprävention und BGM

Laut DAK-Gesundheitsreport 2019 hat jede*r zehnte Beschäftigte einen riskanten Alkoholkonsum. Auch weitere Süchte sind häufig vertreten. Wie können Unternehmen reagieren? Weiterlesen