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„Aufgeben ist für mich ein denkunmöglicher Ansatz“

Das zertifizierte Gesundheitswandern des Tourismusverbands Wipptal verbindet Bewegung an der frischen Luft, professionelle Physiotherapie und Entspannungseinheiten. Unter der Corona-Pandemie hat der Tourismus allerdings stark gelitten. Im Interview spricht Obmann Kurt Hasenbacher über persönliche Belastungen, seine Prognosen für die nächste Zeit und die Kraft, die der Kontakt mit den Stammkunden immer wieder schenkt.

An Sie als Mensch und nicht als CEO eines ausgezeichneten Gesundheits-dienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

Sachlich und nicht zu überhastet sich neuen Herausforderungen zu stellen. Durch das „Kennenlernen“ vieler psychisch belasteter Partner im beruflichen Umfeld in teilweise stundenlangen Telefonaten muss die Zusammenarbeit neu belebt werden.

Die Betreuung meiner hochbetagten Eltern in ihrem gemeinsamen Haushalt in Innsbruck war privat die größte Herausforderung für mich und meine Geschwister.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?
Hat sich ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

„AUFGEBEN“ ist für mich ein denkunmöglicher Ansatz. Mindestens bis Ende 2022 ist aus meiner Sicht mit ständigen Neuanpassungen vor allem im Tourismusmarkt zu rechnen. Ich habe mich bereits definitiv ab 17.3.2019 festgelegt:

Die Pandemie wird unser Tourismusumfeld bis mind. Ende 2022 stark beeinflussen, der Budgetrahmen wird um ca. 50% eingeengt.

Durch unser Stammpersonal hat sich im Organisationsaufbau erfreulicherweise nichts geändert, Homeoffice usw. konnten wir mit kleineren Schrammen problemlos bewältigen. Diverse finanzielle Zuwendungen vom Land –  der Tourismusverband Wipptal ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts – konnten zur Beruhigung beitragen.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Hilfe für Betriebe:

  • vor Ort: Verbesserung der Qualität in der Hotellerie und Gastronomie, z.B. Schulung des Personals in Hotelküchen durch unsere Diätologinnen.
  • Steigerung der Auslastung in den Hotels durch das Angebot „Gesundheitswandern“
  • überregional: Das Angebot „Gesundheitswandern“ soll Betrieben dabei helfen, dass ihre Mitarbeiter gesund bleiben. Bei den Kursen der Aktivwochen lernen die Gäste, wie wichtig Bewegung und gesunde Ernährung im Alltag sind.

Unsere größte Stärke ist der hohe Qualitätsanspruch für unser Produkt Gesundheitswandern sowie die persönliche Betreuung der Gäste vor Ort durch qualifiziertes Personal (Gesundheitswanderführer, Diätologinnen).

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Eine notwendige Steigerung der Gästezahlen für die Aktivwoche bis Ende 2023, um das Qualitätsniveau (Mobilität, Schauküche – Ernährung, Gesundheitswanderführerinnen) schon allein aus Kostengründen aufrechterhalten zu können.

Ein breiterer Marktauftritt und eine Intensivierung der hervorragenden Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern ist dabei bereits in Umsetzung.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kund*innen während des letzten Jahres?

Die ständigen immer wiederkehrenden Telefonate mit vielen Stammkunden (vor allem von der Aktivwoche/Gesundheitswandern) haben uns viel Kraft und die dringend notwendigen Motivationsschübe auch für unsere Mitgliedsbetriebe gegeben. Die beeindruckende Tiroler Kultur- und Naturlandschaft mit den fünf Heimattälern sowie den beliebten Gastgebern war dabei immer der Aufhänger.

„Kein back to normal“

Seit über 30 Jahren unterstützt das Fürstenberg Institut Führungskräfte und Beschäftigte dabei, ihre Gesundheit nachhaltig zu verbessern. Der Fokus liegt dabei auf der Reduzierung von psychischen Belastungen, auf EAP- und Organisationsberatung sowie der Begleitung von Changeprozessen. Im Interview spricht Reinhild Fürstenberg, Gründerin und Geschäftsführerin des Instituts, über die Entwicklung der Arbeitswelt nach Corona, die Rolle von Führungskräften und die Wichtigkeit von Prävention.

An Sie als Mensch und nicht als CEO eines ausgezeichneten Gesundheits-dienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

Wie schnell wir reagieren und neue Ideen entwickeln können, sozusagen agiles Leben und Arbeiten at its best – das hat mich begeistert.
Die Corona-Pandemie hat aber auch gezeigt, wie wichtig die eigene Resilienzfähigkeit ist. Sie entscheidet letztlich darüber, wie glücklich wir sind – relativ unabhängig davon, ob im Außen alles okay ist oder nicht.

Reinhild Fürstenberg
©Verena Reinke

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?
Hat sich ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

In der Pandemie hat sich von jetzt auf gleich gezeigt, wie gut die Zusammenarbeit auch auf Distanz klappt – und im Verlauf der Pandemie: wie gut es trotz all der digitalen Möglichkeiten ist, auch im direkten Kontakt zu bleiben. Hybrides Arbeiten ist das Arbeitsmodell der Zukunft. Das hat natürlich Einfluss auf unser eigenes Arbeiten, aber auch auf die Angebote für Kunden-Unternehmen. Wir setzen schon seit einiger Zeit auch auf digitale Formate und waren daher bestens vorbereitet, die Präsenzangebote gleich zu Beginn der Pandemie umzustellen. Unser Portfolio wird noch digitaler werden, aber auch Face-to-Face wird es künftig unbedingt weiter geben – wir leben vom persönlichen Kontakt.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Mit unserem Mental Health Program unterstützen wir Beschäftigte und Unternehmen, präventiv ihre mentale Gesundheit zu stärken und leisten damit einen wichtigen, auch gesamtgesellschaftlichen Beitrag. Weil die psychischen Probleme und Erkrankungen durch die Pandemie sehr zugenommen haben, und gleichzeitig die Versorgung durch das Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt, ist unsere Arbeit wichtiger denn je. Unsere Kunden bescheinigen uns bereits viele Jahre in Folge eine sehr hohe Zufriedenheit, und 80 Prozent unserer Klient*innen geben an, sich nach nur einer Beratung bereits besser und gestärkt zu fühlen.

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Ganz klar: Wir nehmen hybrides Arbeiten mit all seinen Chancen und Herausforderungen für jede/n einzelne/n Mitarbeiter*in und die Teamsynergien in den Fokus. Ein back to normal wie vor Corona ist weder realistisch noch wünschenswert. Dazu bieten wir zahlreiche Angebote, auch gesetzliche Verpflichtungen wie die GBU Psyche und BEM. Die werden nach Corona neu gedacht und ergänzt. Insgesamt hat sich durch die Erfahrung von Homeoffice und hybriden Modellen die Kultur des Arbeitens verändert. Das bedarf in den Firmen sowohl in der Führungsarbeit als auch unternehmensübergreifend künftig einer weiteren Ausgestaltung und Stärkung.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kund*innen während des letzten Jahres?

Wir haben viel tolles, sehr vielfältiges Feedback bekommen und konnten wirklich helfen: Zum Beispiel der berufstätigen Mutter, die durch die Beratung gewappnet war für die Doppelbelastung mit Homeoffice und Homeschooling. Oder dem Mann mittleren Alters, der von seinen Ängsten vor Arbeitsplatzverlust wie gelähmt war und letztlich sogar ein neues Projekt übernehmen konnte. Besonders erfreulich war auch ein digitaler Führungskräfteworkshop, aus dem die Teilnehmer*innen als echte Stakeholder für Mental Health rausgingen. Ein weiteres sehr großes Kompliment: Wir haben im Corona-Jahr sehr viele neue Kunden gewonnen, die aufgrund unseres Angebots auf uns zugekommen sind.

Sie haben einen eigenen Podcast zu guter Führung gestartet. Was hat den Ausschlag dazu gegeben?

Ich möchte, dass Führungskräfte mehr gesehen werden mit all den großartigen Dingen, die sie jeden Tag leisten. Mit dem, was sie ausmacht in ihrer Führung, was sie beschäftigt und herausfordert. Und vor allem mit dem, was sie menschlich bewegt. Letztlich sind es doch gerade die Führungskräfte, die maßgeblich dazu beitragen, dass die Wirtschaft aufrecht erhalten bleibt. Aus dieser tiefen Motivation heraus, habe ich meinen eigenen Podcast „Die besten Chef*innen“ gestartet, in dem ich alle zwei Wochen mit Top-Manager*innen über gute Führung spreche.

Gastronomieöffnung – ohne Personal?

Bereits vor der Pandemie war die Personalfluktuation in der Gastronomie hoch: eher niedrige Löhne sowie Arbeit unter Zeitdruck und zu schwierigen Zeiten boten oft keine langfristige Perspektive für Beschäftigte. Während der verschiedenen Lockdowns haben sich viele Arbeitnehmer*innen der Branche daher umorientiert oder wurden sogar gezielt abgeworben, beispielsweise vom Einzelhandel. Angesichts der niedrigen Inzidenzen dürfen Restaurants, Bars und Kneipen nun wieder öffnen – oder würden gern, können aber mangels Personal nicht. So berichtet der NDR», dass zum Start der Hauptsaison den Betrieben an der Nordsee zwischen 30 und 50 Prozent Mitarbeiter*innen fehlen, letzteres insbesondere auf den Ostfriesischen Inseln. Teilweise werden trotz entsprechender touristischer Nachfrage Ruhetage eingeführt.

Dabei wird intensiv nach Fachkräften gesucht: so verzeichnet die Stellenbörse Indeed» ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vormonat in Bezug auf Stellenangebote in der Gastronomie, im Bereich Hotel und Tourismus sind es 23 Prozent. Fast 30 Prozent der Betriebe, die noch nicht öffnen können, nennen einer Blitzumfrage des Branchenverbandes DEHOGA zufolge» fehlende Mitarbeiter*innen als Grund. Tatsächlich mussten allerdings nur 26,3 Prozent der Unternehmen überhaupt Kündigungen aussprechen, der Großteil konnte mithilfe des Kurzarbeitergeldes ihr Personal halten.

Wie geht es nun weiter für die Gastronomie? DEHOGA-Präsident Guido Zöllick fordert eine dauerhafte Öffnungsgarantie, um Unternehmen und Beschäftigten eine Perspektive zu bieten. Grundsätzlich hilft nur eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, deren Grundpfeiler bereits seit langem klar sind: Lohnerhöhungen sowie Planbarkeit. Zu letzterem kann insbesondere die sich stetig weiterentwickelnde Digitalisierung beitragen, beispielsweise durch den Einsatz entsprechender Tools in der Personalplanung. Da ein häufiger Grund für Jobwechsel auch in der Reibung zwischen einem eher rauhen Umgangston, beispielsweise in der Küche, und dem anspruchsvollen Service mit Kundenkontakt liegt, ist auch die gezielte Entwicklung der Unternehmenskultur unabdingbar, um Beschäftigte langfristig nicht nur im Unternehmen, sondern auch im Beruf zu halten sowie neu zu gewinnen.

Ende der Home Office-Pflicht

Zum heutigen 01. Juli endet die Pflicht für Unternehmen, nach Möglichkeit Home Office anzubieten, wie es in der sog. Bundesnotbremse festgelegt wurde. Bis zum 10. September gilt nun die neue Corona-Arbeitsschutzverordnung». Darin ist beispielsweise geregelt, dass weiterhin betriebliche Hygienepläne und Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen werden müssen; bei fehlenden Abstandsmöglichkeiten oder Trennwänden müssen so beispielsweise medizinische Masken zur Verfügung gestellt werden. Die Pflicht für Unternehmen, ihren Mitarbeiter*innen mindestens zwei Corona-Schnelltests pro Woche anzubieten, bleibt allerdings bestehen, sofern nicht andere Schutzmaßnahmen die Infektionsgefahr minimieren, zum Beispiel die vollständige Impfung aller Anwesenden. Kontakte sollen weiterhin reduziert werden, die gleichzeitige Nutzung von Räumen also auf das betriebsnotwendige Minimum reduziert bleiben.

Die neue Verordnung soll die betrieblichen Maßnahmen an die zur Zeit niedrigen Infektionszahlen anpassen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bleibt vorsichtig»: „Eine vierte Welle muss unbedingt vermieden werden, zumal sich die besonders ansteckende Delta-Variante rasch ausbreitet. Die jetzt vorgenommenen Anpassungen der Corona-Arbeitsschutzverordnungen ermöglichen es, die betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen an die erfreulich gesunkenen Infektionszahlen anzupassen. Auch die zunehmende Impfquote der Beschäftigten kann künftig berücksichtigt werden. Damit schaffen wir bundesweit Sicherheit, Verlässlichkeit und Planbarkeit für Beschäftigte und Arbeitgeber.“

Eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom» hatte zuletzt ergeben, dass eine Mehrheit der Arbeitnehmer*innen auch nach dem Auslaufen der Bundesnotbremse gerne im Home Office arbeiten möchte. Jedes dritte Unternehmen hatte jedoch auch während der Angebotspflicht auf Präsenzarbeit bestanden.

Corona als Berufskrankheit in der Pflege

Von den bisher 160.000 Anzeigen zu COVID-19 als Berufskrankheit stammt ein Großteil aus der Pflegebranche: Fast 38.000 Fälle aus der Langzeitpflege sowie der Hospizversorgung sowie knapp 35.000 von Klinikbeschäftigten. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe DBfK fordert mehr Unterstützung». So weist Präsidentin Christel Bienstein auf die zu Beginn der Pandemie mangelnde Ausstattung mit Schutzausrüstung sowie eine fehlende Pandemie-Strategie hin. Auch zuverlässige Daten zur beruflichen Ansteckung – „Arbeitsort, Arbeitsbelastung und Qualifikation“ – seien nicht ausreichend erhoben worden, um daraus Sicherheitsstrategien für die Zukunft abzuleiten.

Als konkrete Hilfen fordert der Verband Politik und Arbeitgeber auf, allen beruflich Pflegenden psychosoziale Unterstützung anzubieten. Diese müsse niedrigschwellig und während der Arbeitszeit erreichbar sein. Auch weitere Therapiemöglichkeiten seien dringend notwendig, um Pflegende auch nach dieser stark belastenden Zeit langfristig im Beruf zu halten. Die Genesenen müssten auch bei möglichen Spätfolgen der Infektion möglichst gut unterstützt werden.

Flucht nach vorn

Eine flexible Plattform mit sozialem Netzwerk, sportlichen Challenges und individuellen Bausteinen all das ist Profession Fit. Wie sich das Unternehmen neu erfindet, warum Plattformen nicht nur Beiwerk sein dürfen und was die Zukunft bringt, zeigen CEO Jens Michael Otte und Produktmanager Oliver Frank Stephan im Interview.

Jens Michael Otte
CEO von Profession Fit
Oliver Stephan, Produktmanager Profession Fit
Oliver Frank Stephan
Produkt- und Projektmanagement bei Profession Fit

Herr Otte, Sie sind CEO eines ausgezeichneten Gesundheitsdienstleisters: Was waren Ihre großen Herausforderungen in den letzten 12 Monaten?

JMO: Natürlich war und ist die Coronapandemie auch für uns ein ziemlicher Brocken, den wir jedoch durch klare Struktur, gutes Durchhaltevermögen und ein wirklich motiviertes Team ganz gut stemmen konnten. Vor allem die Umstrukturierung verschiedener Aufgabenbereiche innerhalb der Profession Fit und die Fokussierung auf wichtige Themen wie bspw. die Herausarbeitung neuer und spannender Contentthemen, die erfolgreiche Implementierung unserer Mediathek, aber auch die Festigung der Zusammenarbeit mit unseren Bestandskunden bildeten hier wichtige Ankerpunkte unserer Bemühungen der letzten Monate. Der Umstieg aller Kolleginnen und Kollegen auf eigenverantwortliches Arbeiten im Homeoffice und die gänzlich digitale Aufstellung der Profession Fit ermöglichte uns tatsächlich sehr schnell die Chance, das Wesentliche im Auge zu behalten. Und hierbei handelt es sich um den Blick dafür, einfach viel breiter zu denken und die Anforderungen und Schwierigkeiten, aber auch Probleme und Sorgen unserer Kunden in unser tägliches Arbeiten grundlegend und tiefgehender einzubeziehen.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“

JMO und OFS gleichzeitig: Definitiv „jetzt erst recht“!

JMO: Genau nach diesem Motto sind wir im Zuge der Coronazeit angetreten: Nicht lange nach Auswegen suchen und überlegen, vielmehr sofort angreifen und die Flucht nach vorn wagen.

OFS: Die Flucht nach vorn ist das perfekte Stichwort, denn genau dadurch haben wir uns selbst in der Coronazeit stark festigen und auch neu erfinden können.
Sich neu zu erfinden ist gerade der positive Ausgangspunkt, den man vor allem spürt, wenn man in einem kleinen Team voller Ideen und Kreativität gemeinsam die Köpfe zusammenstecken kann und auf Augenhöhe den Fortschritt und die Richtung der Plattform grundlegend überdenkt und überarbeitet. Corona hat uns hierbei in mancher Hinsicht sogar in die Hände gespielt, denn – so merkwürdig das klingen mag – es gab uns die Chance zur Rückbesinnung das Wesentliche unserer Arbeit und löste uns von so mancher überbewerteter Nebensächlichkeit.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

JMO: Zunächst haben wir unsere Kompetenzen gebündelt und sortiert. Unser Ansatz liegt ganz klar in einer Aufteilung in drei Kernbereiche unserer Plattform: gesundheitsfördernde Contents, Kommunikation sowie Administration. Wir verzahnen verhaltenspräventive Impulse in Form von Videoclips und schriftlichen Beiträgen – einer Art Gesundheitsblog für alle Nutzenden – mit Kommunikationsmöglichkeiten wie bspw. in unserem digitalen schwarzen Brett, dem Forum zum Austausch oder auch der Verabredung zum gemeinsamen Joggen per integriertem Messenger mit notwenigen Prozesserleichterungen für BGM-Beauftragte im Hintergrund. So bieten eigene Verwaltungsoberflächen die Möglichkeit, bisherige analoge und zeitintensive Maßnahmen und Inhalte schnell über die Plattform abzubilden und damit vor allem Zeit und Mühen signifikant einzusparen.
Mit dieser Vernetzung verschiedener Bausteine – mit mehr Individualität und vor allem auch Spaß im „aktiv werden“ für die Nutzenden – liegen unsere Stärken: Für Spaß und Freude in der Plattform sorgen, bestehende Maßnahmen der Kunden aktiv einbeziehen und eine gewisse Scheu vor neuen, digitalen Wegen nehmen – auch für die BGM-Verantwortlichen im Hintergrund. Eine digitale Plattform zur Gesundheitsförderung darf kein „eingemottetes“ Beiwerk sein, sondern sollte sich nachhaltig zu einem akzeptierten und beliebten Begleiter für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb eines Unternehmens entwickeln.

Ein zentraler Punkt ist auch unsere Aufstellung hinsichtlich des Preises: Wir bieten unseren Kunden ein transparentes und nachvollziehbares Preismodell, das sich vor allem am Erfolg, also der Durchdringung und tatsächlichen Nutzung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, errechnet. So gewährleisten wir, dass unsere Kunden nur für diejenigen Nutzer zahlen, die aktiv und nachhaltig in der Plattform unterwegs sind und gleichzeitig nehmen wir uns selbst in die Pflicht, spannende und vor allem sinnvolle Inhalte zu erarbeiten.

Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie speziell im Bereich des digitalen Gesundheitsmanagements in den nächsten Jahren?

JMO: Ich bin mir sicher, dass eine allgemeingültige White-Label-Lösung in Form einer unüberwindbar starren Plattform keine nachhaltige Chance am Markt haben wird. Vielmehr ist es nötig, eng und auf Augenhöhe mit den Unternehmen die eigenen Anforderungen zu ergründen, gemeinsame Wege zur Umstellung auf digitale Wege zu finden und vor allen Dingen aber den regelmäßigen – quasi evaluierenden – Austausch mit den Kunden anzustoßen. Verständnis für eine Vielfalt an Themen und Wünschen, sogar Nöten der Unternehmen sind absolut unabdingbar.

OFS: Individuelle Angebote können durch digitale Maßnahmen günstiger und übergreifender, ja teilweise sogar gezielter platziert werden, schließen gleichfalls jedoch analoge Maßnahmen keineswegs aus. Eine hybride Herangehensweise an die breitgefächerten Aufgabenstellungen von BGM und BGF sind der Schlüssel zum Erfolg. Denn auch hier gilt: Bewährtes müssen wir erhalten und klug durch zusätzliche und individuell wählbare Angebote und Möglichkeiten ergänzen, wie wir es gerade erst mit dem Launch unserer Mediathek und dem weiterentwickelten User-Frontend getan haben. Unserer Meinung nach müssen wir im Kopf umdenken und uns abwenden vom sprichwörtlich „erhobenen Zeigefinger“: Gesundheitsbewusstsein kann, muss und darf sich entwickeln und gerade dann werden ergriffene Maßnahmen auch akzeptiert, ausprobiert und folglich in den Alltag integriert.

Können Sie uns einen kleinen Ausblick in die Zukunft geben?

JMO: Die Zusammenarbeit mit analogen Anbietern und namhaften Kooperationspartnern möchten wir in jedem Falle ausbauen und hier vor allem eine Bündelung der Kompetenzen erreichen, um unseren Kunden so eine größere Bandbreite an Dienstleistungen bieten zu können. Weiterhin möchten wir neue Wege für die Gesundheitszirkel innerhalb der Unternehmen ergründen und erneut Prozesse straffen und optimieren – kurzum die Chance bieten, bspw. Videomeetings direkt über die Plattform abzuhalten, Protokolle zu hinterlegen und alle Prozesse eben aus einer Hand abzubilden. Besondere Anforderungen, die im Rahmen der Pandemielage aufkamen, haben gezeigt, dass wir Themen wie Impfterminbuchungen und die Vergabe von Testslots weiter ausbauen. Auch hier haben wir erneut Möglichkeiten gefunden, die Unternehmen zu entlasten und einen Beitrag zu leisten, Firmenstrukturen auch in besonderen Situationen zu erhalten und auf das Wesentliche zu lenken.

OFS: Daneben werden wir unsere Kooperationen bspw. mit der Universität Leipzig und dem Institut für Sportpsychologie und Sportpädagogik ausbauen und uns auch noch stärker am wissenschaftlichen Diskurs beteiligen. Neben Evaluationsstrategien stehen vor allem die Errichtung von Kennzahlensystemen zum Zwecke der Wirksamkeitsmessung, aber auch neue Contentbereiche wie bspw. Podcasts und die Erweiterung von Gamification sowie e-Learning-Elementen auf unserer Agenda.

„Wer, wenn nicht wir?“

Die Digitalisierung aller Gesundheitsbereiche hat während der Pandemie nochmals Aufschwung bekommen. Digital Health-Anbieter wie Changers konnten sich nun erst recht beweisen. Wie auch KMU von ihren Angeboten profitieren und wie sich BGM und Klimaschutz verbinden lassen erklärt Geschäftsführerin Daniela Schiffer im Top Brand-Interview.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“

Na ganz klar „Jetzt erst recht”. Da bin ich eher eine Kämpferin. Wenn es schwierig wird, spornt mich das an. Mein Mit-Gründer sagt mir nach, ich hätte Nerven aus Stahl. Und um ganz ehrlich zu sein, für uns als “Digital Health”-Anbieter ist Corona eine Herausforderung, der wir uns prima stellen können. Wer, wenn nicht wir?

©Darius Ramazani
Changers-Geschäftsführerin Daniela Schiffer
©Darius Ramazani
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?

Wir haben den Mitarbeiter*innen bereits vor Corona die Möglichkeit gegeben, komplett im Home Office zu arbeiten. Diese Freiheit und das Vertrauen bekommen wir in Form von Engagement und großartigen kreativen Arbeitsergebnissen wieder zurück.

Der Digitalisierungs-Ruck im vergangenen Jahr sowie das zunehmende Interesse an nachhaltigen Lösungen wirken sich positiv auf unser Geschäft aus. Wenn Sie so möchten, zeigen die Pandemie und der Klimawandel, wie wichtig es ist, was wir tun.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Unsere Stärke liegt in einer modernen Software-Architektur, mit deren Hilfe wir Unternehmen jeglicher Größe ermöglichen, einfach, schnell und kostengünstig die eigene Gesundheitsplattform zu starten. Unsere Lösung ist unkompliziert und maximal flexibel. In unserem Starter Setup ist alles enthalten, was Sie benötigen, um am Morgen, die Entscheidung für Changers CO2 Fit zu treffen und am Nachmittag bereits zu starten. Dabei können Sie sozusagen im Laufen sämtliche Inhalte zu- oder abschalten und eigene Maßnahmen gemäß Ihren Vorstellungen hinzufügen. Sie können aber auch das gesamte Jahr bereits vorbereiten, den Knopf drücken und den Rest der Changers-Automatisierung überlassen.

Unsere Preise sind beispiellos. Sie zahlen lediglich für die teilnehmenden Mitarbeiter*innen. Es gibt keine versteckten Kosten und keine Vertragslaufzeiten. Sie können monatlich kündigen. Wir wollen, dass Sie zufrieden sind, zudem noch ein wenig Budget übrig haben, um mit Ihren Teilnehmer*innen gemeinsam Bäume zu pflanzen oder Ihre Mitarbeiter*innen mit spannenden Verlosungen motivieren, das Quäntchen mehr zu machen, auf das es ankommt. Wir sind 2015 mit unserem ersten Kunden gestartet, der die App für 2 Wochen einsetzen wollte und nun in seinem sechsten Jahr bei uns ist.

Changers lebt den Plattform-Gedanken. Wir wollen keinen der bestehenden Gesundheits-Partner vor Ort verdrängen. Ganz im Gegenteil, wir wissen: Häufig braucht es die persönliche Ansprache oder das Angebot vor Ort. Mit Changers können Unternehmen diese Partner vom Fitness-Studio, dem digitalen Gesundheits-Check Up bis zum Meditations-Seminar einfach einbinden. Und am Ende sind ihre bestehenden Angebote nicht mehr auf vielen Medien verteilt, sondern in der Hosentasche des Mitarbeiters, in ihrer App. Dort können Sie sie auch erreichen, per Push-Nachricht, in der App-eigenen Gesundheits-Community oder über das Changers-Daten-Dashboard auf Ihrer Website.

Und zu guter Letzt liegt unsere Stärke in der Verbindung aus Gesundheitsförderung, Gamification und Klimaschutz. Damit treffen wir die Interessen von deutlich mehr Mitarbeiter*innen als eine reine Fokussierung auf Gesundheits-Themen. Gerade jüngere und gesunde Mitarbeiter*innen können wir so frühzeitig erreichen und für Ihre Themen sensibilisieren.

Zusammengefasst steigern Sie Ihr Arbeitgeber-Image, reduzieren Fehlzeiten, sparen messbar CO2-Emissionen ein und erhöhen die Bindung Ihrer Mitarbeiter*innen zu Ihrem Unternehmen.

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Unsere Vision ist es, die beste Plattform für Gesundheitsförderung und Klimaschutz als Impact as a Service anzubieten. Zum günstigsten Preis, ohne Vertragslaufzeiten, individuell anpassbar und mit dem geringsten Zeitaufwand über den Browser zu managen. Wir wollen, dass auch die kleine Unternehmen sich das leisten können, was wir für Konzerne wie Allianz, EY oder Lidl entwickelt haben.

Wir entwickeln die Software ständig weiter. Daher ist unsere Projekt-Pipeline immer gut gefüllt. Zur Zeit arbeiten wir an weiteren Gamification-Elementen, genauer gesagt am Nudging von positiven Verhaltensweisen, die man gerne häufiger tun würde, aber leider allzu schnell vergisst. Über Push-Nachrichten, die sich die Teilnehmer*innen selbst einstellen können, kann man sich den kleinen „Schubs geben” zum richtigen Zeitpunkt, um es dann auch wirklich zu tun.

Ein anderes Feature wird die Einführung von persönlichen Anerkennungen in der App sein, die mit unseren Coins verbunden werden können. Damit kann dann der Vorgesetzte dem Messe-Team für deren tollen Stand-Einsatz in der App-Community danken und diese mit einer ordentlichen Portion Coins versehen, für die es dann im Prämien-Bereich einen neuen Fahrrad-Helm oder ein Sportgerät gibt.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Es gibt ganz viele schöne Feedbacks unserer Kunden. Eine Reaktion jedoch,freut mich immer besonders. Wenn ein Kunde seine erste Baumpflanzung erreicht hat und sich von da an die Welt in seinerApp verändert. Das darauf folgende Feedback ist dann meist auch emotional und sehr persönlich. Mit diesem ersten Baum wird die Intention der App, Gesundheitsförderung und Klimaschutz miteinander zu verbinden, greifbar. Das kann einen dann auch schon mal stolz werden lassen.

Was macht Changers anders als andere Anbieter?

Wir hatten vor einigen Jahren auf der Corporate Health Messe einen Changers-Stand und wurden von einer BGM-Verantwortlichen aus einem KMU-Unternehmen angesprochen, warum wir als Startup denn immer nur auf die großen Unternehmen zielen würden. Diese hätten die großen Budgets und könnten Preise zahlen, die für die kleinen Unternehmen wie sie selbst meist viel zu hoch sind.

Wir haben uns dieses Feedback damals sehr zu Herzen genommen und sahen darin auch eine Marktlücke. Unser Ziel ist seither, durch konsequente Automatisierung und die Möglichkeiten einer “Software as a Service”- Lösung (SaaS) den kleinen und mittleren Unternehmen das bieten zu können, was wir mit Unternehmen wie einer Allianz, EY oder H&M entwickelt haben. Und das ab 89 Euro im Monat ohne Einrichtungskosten und zudem auch noch monatlich kündbar.

„Mittelstand im Mittelpunkt“: Studie zeigt aktuelle Herausforderungen

Eine repräsentative Umfrage» der DZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken hat die aktuellen Herausforderungen für den deutschen Mittelstand erhoben. Zwar ist die Pandemie natürlich noch nicht vorbei, die Unternehmen schauen jedoch überwiegend positiv in die Zukunft: so ist die Investitionsneigung mit 77% mittlerweile höher als das Vorkrisenniveau, nachdem sie zwischenzeitlich auf ein Zehn-Jahres-Tief gefallen war.

Außerdem planen 27% der befragten Mittelständler im nächsten halben Jahr Einstellungen. Vorreiter sind die Elektroindustrie mit 44% und die Kunststoffindustrie mit 33%. Der gesamte Mittelstand hatte im letzten Jahr überwiegend Personal abgebaut, 9% der Betriebe planen das auch weiterhin; vor allem die Agrarbranche setzt weiterhin auf Stellenabbau. Dennoch ist hier eine deutlich optimistischere Zukunftsstimmung zu sehen.

Diese zieht allerdings weitere Herausforderungen nach sich, namentlich den Fachkräftemangel: 73% der mittelständischen Unternehmen sorgen sich um die Einstellungsmöglichkeiten qualifizierter Mitarbeiter*innen, insbesondere Baubranche, Chemie-, Kunststoff- und Elektroindustrie. Weitere Problemfelder sind die Bürokratie, deren Anstieg laut Studienautor*innen vor allem auf die aufwändige Beantragung der staatlichen Corona-Hilfen zurückgehen dürfte, sowie steigende Rohstoff-, Material- und Energiekosten. Verantwortlich dafür sind globale Verknüpfungen: steigende Preise, höhere Transportkosten und Engpässe bei Vorprodukten.

Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert einen stärkeren Bürokratieabbau», zuletzt angesichts der Vorstellung der Konjunkturprognose durch das ifo-Institut.

©DZ Bank und BVR

Corona-Impfung im Betrieb: Gute Vorbereitung, wenige Impfdosen

Nachdem am 07. Juni die Betriebsärzt*innen in die Corona-Impfungen starten konnten, ergibt sich ein gemischtes Bild. Laut Tagesschau» haben viele Unternehmen eine großartige Infrastruktur aufgebaut, beispielsweise die Deutsche Telekom, die bundesweit 18 eigene Impfstraßen eingerichtet hat und damit etwa 10.000 Impfungen pro Woche durchführen könnte. Insgesamt haben 6.300 Betriebsärzt*innen Impfstoff bestellt, nach deren Anzahl pro Unternehmen sich auch die Verteilung der Dosen richtet. Allerdings berichtete bereits das Handelsblatt» über die geringen Lieferungen: so erhielt die Allianz statt der bestellten 12.500 Dosen nur 3.200, Bayer 3.000 anstatt der bestellten 20.000. BMW konnte in der ersten Woche immerhin etwa 5.000 Mitarbeiter*innen impfen. In der zweiten Woche kam noch weniger Impfstoff bei den Unternehmen an.

Die weiterhin starke Verknappung setzt das auch außerhalb der Betriebsimpfungen bestehende Verteilungsproblem nun fort und stellt die Unternehmen vor die Herausforderung, unter den impfwilligen Mitarbeiter*innen auswählen zu müssen. Der Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Wolfgang Panter, plädiert daher für die Orientierung anhand des individuellen Risikos, beispielsweise durch notwendige Reisen im Außendienst oder vielen Kontakten. Unternehmen wie die Deutsche Post oder RWE haben allerdings keine Priorisierung mehr vorgesehen. Der Immobilienkonzern Vonovia wiederum setzt auf einen Zufallsgenerator für die Impfangebote, der allerdings Mitarbeiter*innen mit direktem Kontakt hervorhebt.

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) führt im Rahmen des Projekts „Gesund arbeiten in Thüringen“ gemeinsam mit der BARMER derzeit Impfaktionstage an drei Standorten durch, an denen kleine und mittlere Betriebe ihre Mitarbeiter*innen impfen lassen können, die nicht über eigene Betriebsärzt*innen verfügen. Insgesamt haben sich 30 Unternehmen und über 600 Beschäftige für die Aktion angemeldet. „Die deutsche Wirtschaft ist stark durch den Mittelstand mit vielen kleinen Betrieben und mittelgroßen Unternehmen geprägt. Umso wichtiger ist es, gerade die Beschäftigten dort in die Impfkampagne einzubeziehen und im größten Präventionssetting unserer Gesellschaft, der Arbeitswelt, durch niederschwellige Angebote einen großen Teil der Bevölkerung zu erreichen,“ kommentiert DGAUM-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Nesseler».

Das hohe Interesse an der Impfung durch die Betriebsärzt*innen, ob im eigenen Unternehmen oder im Rahmen von Netzwerken wie in Thüringen, zeigt die hohe Relevanz von Gesundheitsbewusstsein und –kommunikation im betrieblichen Rahmen. Trotz aller Schwierigkeiten mit der ausreichenden Versorgung mit Impfstoffdosen oder beunruhigenden Einzelfällen von unseriöser Geschäftemacherei» sind das Vertrauen in die medizinische Versorgung vor Ort sowie die Praktikabilität des Angebots wichtige Faktoren in der Herausforderung, möglichst viele Menschen mit Gesundheitsangeboten zu erreichen.

Bitkom-Studie: Wunsch nach Home Office bleibt

Eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom» zeigt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen sich eine Pflicht zum Home Office für geeignete Tätigkeiten bis zum vollständigen Ende der Pandemie wünscht. 51 Prozent wollen auch darüber hinaus ganz oder teilweise von zuhause aus arbeiten. Die verschärften Regelungen dazu, die im Januar im Zuge des Corona-Lockdowns beschlossen wurden, haben demnach nicht nur zu einer höheren Zahl an Home Office-Arbeitenden geführt – während es Ende 2020 noch 45 Prozent waren, waren es Ende Mai schon 58 Prozent – sondern auch die Akzeptanz bei den Beschäftigten verstärkt.

Die Untersuchung zeigt jedoch auch, dass die Unternehmen sich noch stärker in die Weiterentwicklung flexibler Arbeitsweisen einbringen können. So wird die technische Ausstattung des Home Office von 45 Prozent der Arbeitgeber nicht zur Verfügung gestellt, was zu Beginn der Pandemie für einen reibungslosen Ablauf der Umstellung die unkomplizierteste Lösung war, darüber hinaus aber eine finanzielle und organisatorische Mehrbelastung für Beschäftigte darstellt. Zudem besteht jedes dritte Unternehmen nachdrücklich auf Präsenzarbeit, trotz entsprechender Anordnung und technischer Möglichkeit.

Mit entsprechender organisationaler Einbindung in die Unternehmensabläufe, Unterstützung bei der Einrichtung und bei der Abgrenzung von Arbeit und Freizeit können Home Office und andere Formen von remote work auch über den konkreten Schutz in der Pandemie hinaus zu flexibleren Arbeitsformen und einer besseren Work-Life-Balance beitragen. Nicht nur Arbeitgeber und Beschäftigte müssen dafür vertrauensvoll zusammenarbeiten, auch steuerliche Anreize, wie von Bitkom-Präsident Achim Berg vorgeschlagen, können zu weiterer Akzeptanz und besseren Bedingungen beitragen.