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Betriebliches Gesundheitsmanagement in Zeiten von Corona – gefördert oder vernachlässigt?

Viele der von März bis August 2020 durch EUPD Research befragten Unternehmen haben mehrheitlich angegeben, dass sie Corporate Health Management ganz klar als entscheidenden Faktor für die Erhöhung des Employer Brandings und der Mitarbeiterbindung sowie als sehr wichtiges Zukunftsthema sehen:

Außerdem hatten sie auch schon ganz konkrete Pläne für 2020 und 2021 hinsichtlich der Themen, Konzepte und Handlungsfelder, die sie als Nächstes in ihrem Unternehmen angehen oder implementieren wollen:

Dennoch kämpfen viele Unternehmen aktuell nach wie vor oder wieder um die Existenz bzw. sind noch damit beschäftigt, die durch Corona aufgetretenen Probleme abzuarbeiten. Mitarbeiter*innen waren oder sind in Kurzarbeit, befinden sich dauerhaft im Home Office, Geschäftsreisen wurden vielerseits abgesagt. Die Auftragslage ging in vielen Branchen zurück.

Da ist es nur verständlich, dass Themen, die gerade nicht existenziell erscheinen, schnell in den Hintergrund rücken können. Dazu gehört in manchen Fällen leider auch das betriebliche Gesundheitsmanagement. Diese Rückmeldung haben wir teilweise auch in direkten Gesprächen mit den Unternehmensverantwortlichen erhalten, die diese Entwicklung zwar bedauern, zur Zeit aber keine andere Möglichkeit sehen. 

Dazu kommt, dass das Budget für Gesundheitsmanagement in Krisenzeiten oft unsicher ist und die Unternehmen Investitionen nur zögerlich tätigen. Laut Deutschlands größter Arbeitgeberstudie whatsnext2020», einer Kooperation von Techniker Krankenkasse (TK), dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) und Haufe, hängt die Tatsache, ob Budget in Krisenzeiten bereitgestellt wird, sehr stark vom Reifegrad des BGM in den jeweiligen Organisationen ab. Diejenigen Unternehmen, die bereits ein ganzheitliches BGM etabliert haben, gehen weit weniger davon aus, dass ihr Budget in Krisenzeiten reduziert werden muss (36,9%), während diejenigen Unternehmen, die bisher nur vereinzelte Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung umgesetzt haben oder bei denen sich das BGM erst im Aufbau befindet, mit nur noch 33,6 % davon ausgehen, dass die Krise nicht eine Budgetreduzierung zur Folge hat.

Darüber hinaus gibt es auch regionale Unterschiede. Bei der Budget-Thematik zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Fast die Hälfte der befragten Unternehmen aus dem Norden geht von einer Reduzierung des Budgets für BGM/ BGF in Krisenzeiten aus. Bei den süddeutschen Unternehmen sind es nur 39,3 %.

Trotzdem bleibt festzustellen, dass rund 85,5 % der Geschäftsführer die Rolle des BGM als sehr hoch und als entscheidenden Erfolgsfaktor für ein Unternehmen einstufen.

Außerdem gibt es laut IFBG statistisch betrachtet keine bedeutenden Veränderungen hinsichtlich der Relevanz der abgefragten BGM-Themen im Laufe des Befragungszeitraums zu verzeichnen. Corona und der zwischenzeitliche Lockdown haben die großen Entwicklungen im Bereich New Work und BGM, wie etwa die Beschleunigung der digitalen Zusammenarbeit und der Wunsch nach flexibleren Arbeitsstrukturen, lediglich beschleunigt.

Was tue ich aber nun als Unternehmen am besten? Sicherlich steht die Sicherung der Existenz und der Arbeitsplätze erstmal im Vordergrund.

Trotzdem sollten bereits implementierte BGM Strukturen sowie konkrete Maßnahmen weiterverfolgt und an die aktuelle Situation angepasst werden. Hier ist es wichtig zu schauen: Was braucht es jetzt am dringendsten? Auch die Gesundheitsmanager sind gefragt. Werden zum Beispiel aktuell besonders Führungskräftecoachings zu Remote-Führung und den damit verbundenen Herausforderungen benötigt? Oder liegt der Bedarf vielleicht gerade verstärkt bei Angeboten zum Thema Mental Health oder zur Möglichkeit der sozialen Interaktion von isolierten Mitarbeiter*innen im Home Office? Sind es digitale Tools, die die Zusammenarbeit aus der Ferne erleichtern? Wie kann ich mein vielleicht knappes Budget trotzdem effektiv einsetzen? Welchen Nutzen bringen mir steuerlich günstige §20-Angebote?

Jedes Unternehmen ist ein individuelles holistisches System und sollte auch als solches betrachtet werden. Nur dann kann die individuelle Analyse und Beratung gerade in Krisenzeiten gelingen und erfolgreich sein.

Sollten Sie aktuelle Unterstützung, Beratung oder Tipps benötigen, kontaktieren Sie uns gern: 
k.steinbeck@eupd-research.com»
Tel:  +49 (0)228-97143-67

Der erste Aufschlag: Online-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“ erfolgreich gestartet

Bonn, 7. Oktober 2020 – Am 29.09. startete die interaktive Online-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“ der Corporate Health Initiative mit dem Branchenfokus Informations- und Kommunikationstechnologie.

Das Format ist das erste seiner Art im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement und gibt Unternehmensverantwortlichen sowie Entscheidern aus BGM und Human Resources einen branchenspezifischen Überblick über Innovationen und Herausforderungen im Corporate Health Management.

Die rund 70 Teilnehmer erhielten bei der Premiere von „Corporate Health Management in Deutschland“ Input von drei führenden Experten zu den branchenspezifischen HR- und BGM-Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnikbranche. Im Anschluss an die Vorträge erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit ihren Fragen an die Referenten zu wenden.

Prof. Dr. Volker Nürnberg (Partner BDO und Mitglied des Expertenbeirats Corporate Health Award) gab einen Einblick über die veränderten Bedürfnisse von Mitarbeitern seit Beginn der Covid-19-Pandemie: nicht nur Arbeitsprozesse und Meetings werden zunehmend virtuell vorgenommen, auch Führung muss sich an die Herausforderungen der zunehmend virtualisierten Arbeitswelt anpassen und gerade in Corona-Zeiten und vor dem Hintergrund der explosionsartig angestiegenen Zahlen von psychisch bedingten Fehltagen noch mehr auf die Mitarbeiter und deren Wohlergehen achten. Er berichtete außerdem von einem aktuell stattfindenden Wertewandel von reiner Kosteneffizienz hin zum größeren Invest in die eigenen Mitarbeiter und warum es so wichtig ist, sich als Unternehmen diesem Wandel anzuschließen.

Dr. Anne-Katrin Krempien, Leitende Ärztin Deutsche Telekom AG, stellte den Teilnehmern das BGM bei der Deutschen Telekom als Best Practice vor. Als eines der ersten Unternehmen hat die Deutsche Telekom ein internes Programm entwickelt, das Mitarbeiter dabei unterstützt, ihre psychische Gesundheit zu fördern, mit Stresssituationen umzugehen und die eigene Resilienz zu stärken. Die Unterstützung der Geschäftsführung ist dafür entscheidend.

Hanako ist eine der führenden digitalen Gesundheitsplattformen für den BGM-Bereich. Veronika Mayr stellte die digitale Gesundheitsplattform, die auch als App zur Verfügung steht, in ihrem Vortrag vor. Das Besondere: durch die Kombination von Gesundheitscheck-ups vor Ort und personalisierten Gesundheitsangeboten unterstützt Hanako die Mitarbeiter dabei, einen gesünderen Lebensstil zu führen, sich persönliche Ziele zu setzen und diese datenschutzkonform zu tracken.

Steffen Klink, Director der Corporate Health Initiative: „Mit der Online-Reihe Corporate Health Management in Deutschland möchten wir Unternehmen stärker auf die immense Bedeutung eines strategischen Corporate Health Managements aufmerksam machen und mithilfe unserer hochkarätigen Experten an die Hand nehmen. Es darf nicht der Eindruck entstehen, es gehe rein um Maßnahmen und Angebote zur Gesundheitsförderung. Nur die bereichsübergreifende Interaktion zur Förderung der sozialen Nachhaltigkeit zwischen HR, Marketing, Arbeitsmedizin, Betriebsrat und der Geschäftsführung führt zur gesünderen und leistungsfähigen Belegschaft und zur wirtschaftlich zukunftsfähigen Organisationsausrichtung. Gesunde Mitarbeiter sind der Schlüssel für erfolgreiche Unternehmen.

Im Rahmen der Online-Reihe werden ab September die einzelnen Wirtschaftsbranchen in ihrer Vielfalt und mit ihren besonderen Herausforderungen in Bezug auf Corporate Health Management präsentiert und mit den aussagekräftigen Zahlen und Daten aus den Analyse und Zertifizierungsprozessen der CHI und des CHA sowie tollen Best Practices untermauert.

Den Live-Mitschnitt sowie alle Unterlagen zum Download finden Sie unter:

https://www.ch-initiative.de/online-branchenkonferenz/

Über die Corporate Health Initiative:

Die fachliche Expertise der Corporate Health Initiative resultiert aus über 15 Jahren Erfahrung aus dem von EUPD Research und dem Handelsblatt initiierten Corporate Health Award. Seit 2009 wurden anhand des zugrundeliegenden Qualitätsmodells (Corporate Health Evaluation Standard) mehr als 4.800 Organisationen bei der Evaluation und Optimierung ihres Corporate Health Managements sowie der angeschlossenen HR-Prozesse begleitet. Das Mitgliedernetzwerk der Corporate Health Initiative richtet sich an Arbeitgeber, die erkannt haben, dass die Gesundheit der eigenen Mitarbeitenden ihr wertvollstes Potential ist. EUPD Research sichert als führendes Marktforschungs- und Managementberatungsunternehmen im nachhaltigen Corporate Health Management die qualitativen und kommunikativen Prozesse der Initiative. Mit dem Corporate Health Award, der Corporate Health Initiative, der Corporate Health Akademie, der jährlich erscheinenden Studie zum Gesundheitsmanagement in Deutschland sowie den zahlreichen Aktivitäten als Sozialforschungsunternehmen in der Analyse und Beratung, agiert die EUPD als maßgebliches Stimmungsbarometer für aktuelle Themen, Trends und Entwicklungen in der strategischen HR-Arbeit. Gemeinsam mit einem starken Partnernetzwerk wird die Schaffung gesunder Arbeitsbedingungen und hocheffizienter betrieblicher Managementsysteme flächendeckend für alle Branchen gefördert.

Mehr Informationen unter www.ch-initiative.de

Arbeitgeber-Studie zum BGM: Führungskräfte müssen auf Mitarbeitergesundheit achten

Führungskräften kommt bei den Themen Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine besondere Bedeutung zu. Das zeigt die deutsche Arbeitgeberstudie zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) „#whatsnext2020 – Erfolgsfaktoren für gesundes Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“, die von der Techniker Krankenkasse herausgegeben wurde.

Kurzfristige Maßnahmen durch Corona

Die Arbeitswelt befindet sich in einer großen Phase des Wandels. Während Industrie 4.0 und die Digitalisierung bereits seit einigen Jahren immer stärker in den Unternehmen implementiert wurden, hat die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung rapide beschleunigt.

Um den Betrieb auch in Zeiten von Social Distancing und verschiedener gesetzlicher Hygienemaßnahmen zu ermöglichen, mussten Arbeitgeber zügig handeln und auch in Organisationen, wo dies bislang nicht denkbar war, mobile Arbeit ermöglichen. Im Herbst 2020, also nur wenige Monate nach Ausbruch der Pandemie, gehören Videokonferenzen und Remote-Arbeit inzwischen zum Standard in der Arbeitsorganisation.

Führungskräfte verantwortlich für Motivation und Zufriedenheit

Wie die neue Arbeitgeberstudie zum BGM „#whatsnext2020 – Erfolgsfaktoren für gesundes Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“, der Techniker Krankenkasse (TK) in Kooperation mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) und der Haufe Group nahe legt, müssen Führungskräfte stärker denn je daran arbeiten, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert und zufrieden sind. Laut der Studie sind demnach sechs von zehn befragten Arbeitgebern (59,9 %) der Meinung, dass Führungskräfte von großer bzw. eher großer Bedeutung für die Gesundheit der Belegschaft sind.

Damit einhergehend haben auch weitergehende Maßnahmen wie die psychologische Gefährdungsbeurteilen eine wichtige Rolle bei der Planung von BGM. Hier gaben 91,6 Prozent der Führungskräfte an, dass es in ihrem Unternehmen bereits Prozesse zur Ermittlung der psychischen Belastung der Arbeit gibt.

Führungskräfte sind eine entscheidende Stellschraube. Die hohe Relevanz des Themas Gesunde Führung spiegelt sich aber noch nicht in einer flächendeckenden Umsetzung wider. Hier haben wir Krankenkassen viele Angebote zur Unterstützung.

Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse

Für die Studie wurden im Zeitraum vom 17. Februar bis 31. März 2020 rund 1200 Geschäftsführer, Personal- und Gesundheitsverantwortliche aus der freien Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst zu Themen der BGM im eigenen Unternehmen befragt.

Zur gesamten TK-Studie»

Gymondo Präventionsprogramm zur betrieblichen Gesundheitsförderung

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Unternehmen müssen BGM auch im Homeoffice umsetzen

Durch die Covid-19-Pandemie hat sich die Arbeitswelt verändert. Mittlerweile wissen wir, dass diese Änderungen nicht nur temporärer Natur sind, sondern das Homeoffice eine dauerhafte Lösung für viele Mitarbeiter darstellt. Eine neue Studie legt nahe, wie Unternehmen sich auf die neue Situation einstellen müssen.

Wie können Angestellte von ihren Arbeitgebern dabei unterstützt werden, auch in ihren eigenen vier Wänden einen produktiven und gesunden Arbeitsalltag zu gewährleisten? Mit dieser Fragestellung hat sich die Studie „Gesundes Homeoffice“ befasst, die im Zuge der Corona-Krise von der mhplus Krankenkasse und der SDK Süddeutsche Krankenversicherung durchgeführt wurde und bei der rund 1.500 Arbeitnehmer befragt wurden.

Mehr als jeder vierte 18- bis 34-jährige Befragte gab an, dass er sich Schulungen in Bezug auf Ernährung, gesunde Sitzhaltung und Bewegung im Homeoffice wünscht. Vor allem Schulungen in Bezug auf Zeitmanagement und Arbeitsplanung stehen hierbei ganz oben auf der Wunschliste. Rund ein Drittel der Befragten wünscht sich hierbei Unterstützung durch den Arbeitgeber. Ca. 30 Prozent der befragten Teilnehmer unter 35 gab zudem an, dass ihnen eine klare Abgrenzung zwischen Arbeit und freier Zeit sehr am Herzen liegt.

Für viele Unternehmen wie Angestellte ist das Thema Homeoffice noch immer recht ungewohnt – erst die Covid-19-Pandemie hat sie dazu gezwungen, sich mit flexiblen Arbeitsformen auseinanderzusetzen. Die Gefahr psychischer Belastungen ist sehr hoch, wenn zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine klaren Grenzen festgelegt werden und Arbeitnehmer das Gefühl haben, ständig erreichbar sein zu müssen. Aus diesem Grund ist Betriebliches Gesundheitsmanagement unverzichtbar, damit Mitarbeiter sich auch außerhalb des gewohnten Büroumfeldes gesundheitsförderlich verhalten, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben.

Zur Arbeitnehmerstudie Gesundes Homeoffice »

Fachkräftemangel und Mitarbeitermotivation: die Handwerksbranche in Zahlen

Die IKK classic hat weitere aktuelle Daten zur Mitarbeitersituation im Handwerk erhoben, unter Anderem zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf als wichtiges Präventionsziel im betrieblichen Gesundheitsmanagement und zum Umgang mit älteren Arbeitnehmern.

Konkret wollte die Handwerker-Krankenkasse wissen: Ist es in den Betrieben in der Regel problemlos möglich, z.B. aus familiären Gründen kurzfristig einen Tag frei zu nehmen? In der forsa-Befragung konnten 86 Prozent der Arbeitgeber diese Option bejahen, nur 13 Prozent schlossen sie aus. Ein Einfluss der Corona-Situation liegt nahe, hatten sich doch bei der Januarbefragung noch 97 Prozent der Arbeitgeber positiv geäußert. Bei den befragten Arbeitnehmern hat sich wenig geändert: im Januar war aus Sicht der Beschäftigten mit 85 Prozent der flexible Tag im eigenen Betrieb problemlos möglich, im Juni kamen noch 81 Prozent zusammen.

Die Aussage variiert mit der Betriebsgröße: Beschäftigte bestätigen mit 85 Prozent (Betriebe 5 bis 9 MA), 76 Prozent (10 bis 99 MA) und 79 Prozent (100 bis 249 MA) die Flexibilität ihrer Firma.

Wertschätzung und Zugehörigkeit: Arbeitnehmer- und Arbeitgebersicht

Die letzte forsa-Erhebung im Juni betrifft eine repräsentative Auswahl von Beschäftigten und Arbeitgebern aus den großen Gewerbegruppen im Handwerk und bringt folgende Ergebnisse:

Arbeitgeber einheitlich über alle Gewerke sind zu fast 100 Prozent davon überzeugt, jüngere und ältere Arbeitnehmer bekämen in ihrem Unternehmen die gleiche Wertschätzung. Bei den Arbeitnehmern, den 40-49-Jährigen, stimmen diesem Wert jedoch nur 57 Prozent zu, unter den 50-69-Jährigen sehen ebenfalls nur 65 Prozent jüngere und ältere Kollegen gleichwertig geschätzt.  Besonders hoch ist die gefühlte Anerkennung Älterer bei den Mitarbeitern im Ausbaugewerbe (78 Prozent) und im Lebensmittelgewerbe (72 Prozent). Diese Einschätzungslücke zeigt, dass Unternehmen bei diesem Thema Potenziale haben, die genutzt werden sollten. Das Fazit der IKK classic: Es wird sehr deutlich, dass die Investition in die Gesundheit der Älteren sehr überzeugend zeigt, was ihm diese Mitarbeiter wert sind.

Betriebsklima und längere Lebensarbeitszeit

82 Prozent der Beschäftigten erklärten zudem, dass in ihrem konkreten Handwerksbetrieb „meistens oder immer“ eine angenehme Arbeitsatmosphäre vorherrscht. Was das im Umkehrschluss bedeutet? Länger als üblich im Unternehmen zu bleiben, darüber wird nachgedacht und konkret gesprochen. So wären bislang sechs Prozent der Befragten auf jeden Fall bereit, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten, bei weiteren 22 Prozent lautete die Einschätzung aus heutiger Sicht „wahrscheinlich bereit“.

Online-Seminar: „Gesunde Führung in unsicheren Zeiten“ | 25. August 2020

25. August 2020, 13 Uhr – 17 Uhr

 

Teilnahmegebühr:

Regulär: 185€

148€ für Mitglieder der Corporate Health Initiative

 

Teilnahme über Zoom

 

Moderator: Eckhard Münch, Organisationsberater und Business-Coach

Uhrzeit

Inhalt

13.00 – 13.20 Uhr

Einstieg

Ziele, Inhalte und Ablauf des Webinars

13.20 – 14.10 Uhr

Business as usual in unsicheren Zeiten?

Damit beschäftigen wir uns:

  • Was bewegt mich an diesem Thema? Was ist mir persönlich wichtig?
  • Was charakterisiert „Arbeiten in unsicheren Zeiten“?
  • Welche Risiken bestehen für Wohlbefinden und Gesundheit?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich für die Führung in unsicheren Zeiten?

14.10 – 14.40 Uhr

Erfahrungen der Teilnehmenden

Als Teilnehmende arbeiten Sie im Breakout-Room mit Leitfragen

14.40 – 15.00 Uhr

Rückmeldung aus dem Breakout-Room und Diskussionen

15.00 – 15.15 Uhr

PAUSE

15.15 – 15.45 Uhr

Exkurs: Führung auf Distanz

Damit beschäftigen wir uns:

  • Welche (besonderen) Anforderungen kennzeichnen Führung auf Distanz?
  • Wie kann Führung auf Distanz gelingen?

15.45 – 16.45 Uhr

Führungskompetenzen in unsicheren Zeiten

Damit beschäftigen wir uns:

  • Wie kann ich mich selbst und andere in unsicheren Zeiten gesund führen?
  • Welche (besonderen) Kompetenzen sind dazu erforderlich?
  • Welche individuellen und betrieblichen Ressourcen sind notwendig? Wie lassen sich diese aktivieren?

16.45 – 17.00 Uhr

Abschlussrunde

  • Welche Fragen hätte ich gern noch beantwortet?
  • Was nehme ich aus dem Webinar für meinen Arbeitsalltag mit?

Start der Online-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“

Wir freuen uns sehr, hiermit den ersten Termin unserer interaktiven Online Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“ bekannt geben zu dürfen.

Im Rahmen der Online-Reihe werden von September bis Ende des Jahres die einzelnen Wirtschaftsbranchen in ihrer Vielfalt und mit ihren besonderen Herausforderungen in Bezug auf Corporate Health Management präsentiert. Es gibt Best Practices aus Unternehmen, renommierte Expertenmeinungen und es kommen Dienstleister zu Wort, die die Unternehmen in den verschiedenen Bereichen des Corporate Health Managements durch ihre Expertise unterstützen bzw. innovative Lösungen entwickelt haben. 

Den Anfang macht die Branche Informations- und Kommunikationstechnik am 29.09.2020. Mit dabei ist Experte Prof Dr. Volker Nürnberg, Partner bei der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, der 2010 akademisch den Ruf als Professor für „Strategisches Management im Gesundheitswesen“ erhielt und seitdem national und international an verschiedenen Hochschulen, aktuell unter anderem an der FOM und an der TU München, lehrt.

In der Presse wird er „BGM-Papst“ genannt. Er hat bereits über 300 Unternehmen beraten und über 500 Fachvorträge gehalten. Sein Thema: „Betriebliches Gesundheitsmanagement: Was wir aus der Corona-Krise lernen sollten“.

© Volker Nürnberg. All rights reserved.

Eine stärkere Digitalisierung des betrieblichen Gesundheitsmanagement erscheint unumgänglich. Wir freuen uns deshalb auf den Beitrag von Hanako, einem Gesundheitsdienstleister aus München. Hanako bietet betriebliche Gesundheitschecks und eine führende digitale BGM-Lösung an, die Gesundheits- und Lebensstilverbesserungen systematisch, umfassend und effizient unterstützt.

Hanako stellt vor, wie personalisierte digitale Lösungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement aussehen können und wie sie sich effizient mit analogen Angeboten wie Gesundheitschecks, Gesundheitskursen oder Coaching verbinden lassen.

Auf welches Best Practice aus der Branche Informations-und Kommunikationstechnik     wir uns freuen können, bleibt eine kleine Überraschung und wird 4 Wochen vor dem Termin bekanntgegeben – es bleibt also spannend.

Wir freuen uns sehr auf eine rege Teilnahme und zahlreiche Anmeldungen. Die Teilnahme an der Online-Reihe ist selbstverständlich kostenlos.

Wir informieren über die Homepage der Corporate Health Initiative sowie über unsere Social Media-Kanäle über weitere Details zu Terminen und zur Anmeldung.

Lassen Sie sich unverbindlich vormerken!

Attraktive Arbeitgebermarken: Handwerksbranche in aktuellen Erhebungen

Zu Beginn des Jahres, direkt im Januar, führte das forsa-Institut im Auftrag der IKK classic eine repräsentative Studie in der Handwerksbranche zu verschiedenen Zukunftsthemen durch. Hier wurde unter anderem die Zufriedenheit mit dem Beruf, die Haltung zur Integration von Zuwanderern, sowie die Einschätzung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie abgefragt. Die Präferenzen bei der individuellen und betrieblichen Gesundheitsprävention standen ebenfalls im Fokus der Erhebungen.

„Weil diese Befragung vor Corona stattfand, war es für uns spannend, ob die Erfahrungen der Krise die Stimmung im Handwerk stark verändern würden. Der Vorher-Nachher-Vergleich belegt, dass im Handwerk die Urteile und Haltungen bei Beschäftigten wie Betriebsinhabern solide fundiert sind“, sagt IKK-Chef Frank Hippler.

Handwerker sind mit ihrer Arbeit zufrieden und würden sich mehrheitlich wieder für einen Handwerksberuf entscheiden, so das Ergebnis der Erststudie. 82 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben an, mit ihrem Beruf zumindest zufrieden zu sein; 29 Prozent von ihnen sind sogar „sehr zufrieden“ und 14 Prozent „vollkommen zufrieden“. Sechs von zehn Beschäftigten würden sich wieder für einen Beruf im Handwerk entscheiden; jeder zweite Befragte (45 Prozent) würde dabei sogar wieder in seinem derzeitigen Betrieb arbeiten wollen. Als attraktiv für junge Menschen schätzen die heutigen Handwerksberufe 76 Prozent der Arbeitgeber und über 50 Prozent der Arbeitnehmer ein und auch das persönliche Gesundheitsempfinden beeinflusst den Blick auf den Beruf.

Die aktuelle forsa-Erhebung im Juni betrifft nun ebenfalls eine repräsentative Auswahl von Beschäftigten und Arbeitgebern aus den großen Gewerbegruppen im Handwerk und bringt folgende Ergebnisse:

Die meisten Befragten blicken trotz der schwierigen Corona-Situation durchaus selbstbewusst in die Zukunft und zeigen eine zuversichtliche Haltung gegenüber den großen Herausforderungen der Branche. Nach wie vor sind dies die Gewinnung von Nachwuchs sowie die Bindung von guten Fachkräften an das Unternehmen.

So stellt sich die Attraktivitätsfrage der Arbeitgebermarke Handwerk immer wieder und wird dementsprechend innerhalb der Branche diskutiert. Die Überzeugung von rund 80 Prozent der Arbeitgeber/50 Prozent der Belegschaft lautet: der Handwerksberuf ist bei jungen Menschen beliebt.

Immer wieder überzeugend ist die familienfreundliche Ausrichtung der Branche. Konstant fielen dementsprechend die Urteile zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (betriebliche Flexibilität) aus, die wegen der Schul- und Kitaschließungen während der Corona-Krise besonders auf die Probe gestellt wurde.

Eine große Mehrheit der Betriebe attestierte sich auch während der Pandemie ein flexibles Personalmanagement. So erklärten 86 Prozent der Firmen, dass es bei ihnen kein Problem sei, kurzfristig einen Tag frei zu nehmen (Januar: 97 Prozent).

Gesundheitsmanagement im Handwerk

Was sich gegenüber der Erstbefragung verändert hat? Die Haltung der Arbeitgeber zu digitalen Gesundheitsangeboten. Hier sind eine gestiegene Aufgeschlossenheit und Bereitschaft zur Umsetzung festzustellen. 26 Prozent der Firmen wären bereit, den Beschäftigten digitales Gesundheitsmanagement zur Verfügung zu stellen; im Januar lag die Bereitschaft noch bei 18 Prozent. Die Beschäftigten im Handwerk finden das Angebot interessant und wichtig, der Wert ist mit 40 Prozent stabil geblieben.

Die Wunschliste bei den Gesundheitsthemen in der betrieblichen Gesundheitsförderung:

  • Angebote zur Entspannung und Stressreduzierung (58 Prozent)
  • Rückengesundheit (49 Prozent)
  • Bewegung und Fitness (37 Prozent)

Bei den Arbeitgebern stehen die Themen Arbeitssicherheit und Rückengesundheit mit 95 und 79 Prozent im Vordergrund.

 

» Aktuelle Maßnahmen der IKK classic

BGM persönlich

Wir haben nachgefragt: Was begeistert Koordinatoren und Manager am Thema Corporate Health? Wie sind sie zu ihrem Beruf bekommen? Und welche Fragen bewegen Organisationen und Unternehmen?

Heute im Gespräch mit Pia Dömling von der Universität Bayreuth. Frau Dömling ist Koordinatorin für Universitäres Gesundheitsmanagement (UGM) und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Sportwissenschaft III der Universität Bayreuth.

 

Frau Dömling, Sie haben das Betriebliche Gesundheitsmanagement zur Profession gemacht. Welchen persönlichen Beweggrund und Auslöser gab es dafür?

Dömling: Schon während meines Studiums haben mich die Veranstaltungen zu Gesundheitsförderung/-management begeistert. So kam es, dass ich bereits als Studentin im Universitären Gesundheitsmanagement mitarbeiten konnte und sich eine Anstellung über das Studium hinaus ermöglichte.

Worin bestehen die Besonderheiten von Gesundheitsprogrammen bei der Umsetzung im Hochschulbereich?

Dömling: An einer Universität gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Zielgruppen: Studierende und Beschäftigte. Und auch innerhalb der einzelnen Zielgruppen finden sich Unterschiede. Beispielsweise gibt es in der Zielgruppe der Beschäftigten das nicht-wissenschaftliche und das wissenschaftliche Personal. Die Zielgruppen sind also sehr heterogen. Dazu kommt, dass wir eine große Fluktuation aufgrund befristeter Verträge im großen Teil des wissenschaftlichen Personals und natürlich der Studierenden, die nur für eine gewisse Zeit an der Universität studieren, haben. Diese Besonderheiten müssen bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen berücksichtigt werden.

© Universität Bayreuth

Wieviel Kommunikation brauchen Gesundheitsthemen im Hochschulumfeld?

Dömling: Sehr viel. An einer Hochschule passiert so viel gleichzeitig und das generelle Angebot für Beschäftigte und Studierende ist umfangreich. Deshalb muss man in der Kommunikation wirklich aktiv werden und auf das wichtige Thema Gesundheit sowie entsprechende Gesundheitsthemen und -angebote auf dem Campus aufmerksam machen. Je nach Thema, Angebot und Zielgruppe sollten unterschiedliche Kommunikationskanäle zum Einsatz kommen und gleichzeitig sollten festgelegte Kanäle kontinuierlich bespielt werden.

© Pia Dömling

Was ist das größte Missverständnis, wenn wir über BGM sprechen?

Dömling: Oftmals wird BGM mit dem Obstkorb oder jährlich stattfindenden Gesundheitstagen verbunden, die zudem häufig sehr unspezifisch stattfinden. Aus unserer Sicht missverständlich, denn BGM ist viel mehr als das. BGM ist langfristig ein Teil der Organisationskultur und damit auch ein Attraktivitätsmerkmal für die Organisation. Wissenschaftliche Studien machen deutlich, dass ausreichende Ressourcen bzw. Kraftquellen im Arbeitsalltag zu einer gelingenden Bewältigung von alltäglichen Anforderungen führen können. Eine als angenehm gelebte und erlebte, eine sogenannte gesundheitsförderliche Organisationskultur, kann dazu beitragen, dass mit Freude und Motivation der Tätigkeit nachgegangen wird und dass eine erhöhte emotionale Bindung an die Organisation entsteht. Gemeinsame Werte, die von allen Organisationsangehörigen akzeptiert werden, gegenseitige Wertschätzung auf allen Ebenen und Partizipation können hierbei einen großen Beitrag leisten.

Ein bedarfsgerechtes und nachhaltig implementiertes BGM sollte demnach immer das Ziel sein. Auf dem Weg zu einer gesundheitsfördernden Organisation kann dann je nach Bedarf der Obstkorb oder ein Gesundheitstag durchaus ein “Mosaiksteinchen“ darstellen, aber eben nicht das gesamte BGM.

Handlungsfelder UGM, © Pia Dömling

Was treibt Sie bei den aktuellen Projekten persönlich an?

Dömling: Mit unseren Projekten etwas Sinnstiftendes zu tun. Wir leben in einer immer schneller werdenden Zeit, in der Arbeitspensum und Aufgabenvielfalt zunehmen. Mir ist es wichtig, dass Beschäftigte und Studierende trotz der hohen Anforderungen als Menschen mit Bedürfnissen wahrgenommen werden und ihnen ausreichend Ressourcen zur Anforderungsbewältigung zur Verfügung stehen. Mich treibt demnach vor allem unsere Vision an, eine Universitätskultur zu schaffen, die Wohlbefinden, Motivation und gegenseitige Wertschätzung fördert.

© Universität Bayreuth