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Die Branchenverteilung beim Corporate Health Award 2021

Nach dem Ende der Bewerbungsfrist für den diesjährigen Corporate Health Award und dem Start in die Auditierungen ergibt sich ein interessanter Überblick über die Beteiligung der verschiedenen Branchen. So sind Produktion und Verarbeitende Industrie mit 13 % Anteil an den Bewerbungen Spitzenreiter – diese Bereiche blicken bereits aufgrund hoher Arbeitsschutz-Standards auf gefestigte und erfolgreiche Corporate Health-Programme zurück, die stetig angepasst werden und der Branche offenbar viel Selbstbewusstsein geben. Auch die Öffentliche Verwaltung ist mit 12,4 % stark vertreten; hier zeigt sich die Gefahr des Fachkräftemangels in den nächsten Jahren besonders, sodass die Institutionen bereits seit längerem auf verschiedene Maßnahmen setzen, um ihre Beschäftigten zu halten und neue Bewerber*innen zu überzeugen.

Eine geringere Beteiligung ist in Branchen wie Automotive – die 2021 zum ersten Mal als eigene Branche ausgezeichnet werden – Konsumgüter oder Elektrotechnik zu sehen. Gemeinsam haben diese Bereiche mehr oder weniger starke Einschränkungen durch die Engpässe globaler Lieferketten während der Corona-Pandemie, sodass die Unternehmen mutmaßlich seltener auf externe Zertifizierungen wie den Corporate Health Award zurückgreifen.

Besonders erfreulich ist der mit 9,2% weiterhin hohe Anteil des Gesundheits- und Sozialwesens, dessen außergewöhnliche Belastung der letzten eineinhalb Jahre dennoch nicht zu einem Einbruch bei den Bewerbungen geführt hat – die Unternehmen, die sich für ihre Beschäftigten einsetzen, wollen dies gerade jetzt auch zeigen und als wichtige Vorbilder fungieren.

Die Auditierungen zeigen nun einmal mehr die unterschiedlichen Ansätze in Fürsorglichkeit, Kreativität und Förderung, mit denen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter*innen unterstützen. Am Jahresende werden die Besten dieser Arbeitgeber mit dem Corporate Health Award ausgezeichnet – es bleibt spannend!

Studie: 65.000 unbesetzte Stellen im Handwerk

Der Fachkräftemangel im Handwerk ist bereits lange bekannt, verschärft sich aber weiterhin: einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)» zufolge fehlen aktuell bereits 54.000 Gesell*innen und insgesamt rund 65.000 Arbeitskräfte. Das betrifft auch Handwerker*innen mit Meistertitel, die für die Ausbildung des Nachwuchses, aber auch als Unternehmensnachfolger*innen dringend benötigt werden; hier sind derzeit 5.500 Stellen offen. Für Kund*innen entstehen so oft lange Wartezeiten, während die Unternehmen weniger Aufträge entgegennehmen können. Besonders betroffen sind der Baubereich sowie Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Zusätzlich steht das Handwerk vor der Herausforderung, offene Ausbildungsplätze zu besetzen. Der Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, spricht von einem Imageproblem»; Jugendliche wüssten zu wenig über die Möglichkeiten der Berufe, insbesondere über deren Vielfalt und Zukunftssicherheit. Dabei ist das Gehalt nicht der entscheidende Faktor; gerade gegenüber vielen geisteswissenschaftlichen Studiengängen besteht hier kaum ein Nachteil. Der Fokus sollte daher einerseits darauf liegen, die Attraktivität des Handwerks zu stärken und herauszustellen, andererseits die Sicherheit zu schaffen, dass Beschäftigte nachhaltig gefördert werden und sich mit dem Unternehmen identifizieren können, um im Wettbewerb um die dringend benötigten Fachkräfte zu bestehen. Viele Betriebe setzen dafür bereits auf unterschiedliche Strategien aus Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Diese möchte auch in diesem Jahr der Corporate Health Award wieder sichtbar machen: mit der Verleihung des Sonderpreises „Gesundes Handwerk“ gemeinsam mit der IKK classic, dem Partner des Handwerks». So konnte der Gewinner des letzten Jahres, der Willicher Stautenhof, mit seinem eigens eingerichteten Betriebskindergarten sowie stetigen Verbesserungen in der individuellen Arbeitsplatzgestaltung überzeugen.

„Bei dieser starken Konkurrenz um Fachkräfte müssen Betriebe sich deutlich von ihren Wettbewerbern abheben, um sich als gute Arbeitgeber zu präsentieren“, so Steffen Klink, Director of Social Sustainability bei EUPD Research und Leiter des Corporate Health Awards. „Der Einsatz für ein tolles Betriebsklima und die nachhaltige Gesundheit der Beschäftigten stellt Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements dar, die Auszubildende und Beschäftigte zur Identifikation mit dem Unternehmen bringen und den Erfolg sicherstellen.“

Personalmanagement in Familienunternehmen: Stark auch während Corona

Die Stiftung Familienunternehmen hat eine »zweijährige Forschungsarbeit zum Abschluss gebracht, die sich mit Recruiting, Arbeitsbedingungen und Weiterbildung von Beschäftigten in Familienbetrieben auseinandersetzt. Dabei zeigt sich die gute Arbeitsatmosphäre als größter Vorteil.

Für die Studie der gemeinnützigen Stiftung haben Wissenschaftler*innen der Technischen Universität München über 5.000 Personen befragt, darunter Bewerber*innen, Mitarbeiter*innen, Personalverantwortliche und Geschäftsführer*innen. Neben der Arbeitsatmosphäre und dem Teamgeist werden auch die Möglichkeiten zum eigenverantwortlichen Arbeiten sowie die flachen Hierarchien von Familienunternehmen positiv hervorgehoben. Gegenseitiges Vertrauen zwischen dem Unternehmen und potenziellen Bewerber*innen wird laut der Arbeit vor allem durch die Wertekongruenz mit der Eigentümerfamilie geschaffen, für die diese mit ihrem Namen steht. Diese persönliche Beziehung könne zwar auch Konfliktpotential mit sich bringen, insgesamt aber sehen die Befragten sie als Vorteil.

Diese Einschätzung findet Bestätigung in den vielen Aktionen von familiengeführten Unternehmen während der Corona-Pandemie: so »weist der Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, Stefan Heidbreder, auf die eingerichteten Solidaritätsfonds für die Beschäftigten und auf aufgestockte Kurzarbeitsgelder hin. Auch die persönliche Entwicklung komme nicht zu kurz, das habe man aus der Finanzmarktkrise 2008 gelernt: das weitere Verfolgen nachhaltiger Personalpolitik auch unter widrigen Bedingungen sichere einen besseren Start, wenn es wieder aufwärts geht.

Gesundheitsprävention für Pflegekräfte

Schon vor der Corona-Pandemie waren viele Pflegekräfte bereits an der Belastungsgrenze: schwierige Arbeitsbedingungen, hoher körperlicher, zeitlicher und seelischer Druck, immer mehr zu versorgende Pflegebedürftige und gleichzeitig akuter Personalmangel beanspruchen die Beschäftigten über das normale Maß hinaus. Etwa ein Drittel gilt als Burnout-gefährdet, Erwerbsminderungsrenten sind deutlich häufiger als in anderen Berufen.

Mit der Pandemie kommt seit letzten Jahr neben der noch weiter erhöhten Arbeitsbelastung die ständige Gefahr hinzu, sich selbst mit dem Virus zu infizieren; in Bayern beispielsweise sind Altenpfleger*innen die am häufigsten an COVID-19 erkrankte Berufsgruppe.

Die Beschäftigten in der Pflege physisch und psychisch gesund zu halten, ist daher so wichtig wie nie zuvor. Neben akuten Schutzmaßnahmen und strukturellen Änderungen kommt dabei betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen eine essenzielle Rolle zu. Die aktuellen Kontaktbeschränkungen erschweren zwar viele dieser Maßnahmen, einige Unternehmen haben jedoch bereits Alternativen entwickelt.

So bietet Hanako mit seiner Gesundheits-App eine digitale Präventionslösung, die auch die Anforderungen und Bedürfnisse von Kliniken und Pflegeeinrichtungen perfekt adressiert. Damit erhalten Pflegekräfte ein personalisiertes Angebot, das sie zeit- und ortsunabhängig nutzen können. Die Gesundheits- und Lebensstilsituation wird analysiert, sodass individuelle Vorschläge zur Gesunderhaltung möglich sind. Verhaltensänderungen werden durch Habit Formation und Gamification motiviert und angespornt.

Zusätzlich bietet die Hanako-App die Möglichkeit, direkt mit den Beschäftigten zu kommunizieren sowie sofort über wichtige interne Neuigkeiten zu informieren. Auch andere Informationen zu aktuellen Themen werden vermittelt – ausschließlich aus seriösen Quellen. Laut „BGM-Papst“ Prof. Dr. Volker Nürnberg handelt es sich bei der App um die medizinisch beste digitale BGM-Lösung, die derzeit auf dem Markt ist.

Auch die Krankenkassen haben den Wert solcher Maßnahmen erkannt und unterstützen Unternehmen, darunter natürlich auch Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, mit einer finanziellen Förderung bei der Einführung.

Weitere Informationen zur Gesundheits-App von Hanako finden Sie auch unter www.hanako-health.de