Mehr psychische Belastungen, weniger Atemwegserkrankungen: neue Krankenstandsanalyse der DAK

Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Arbeitswelt ist umfassend und betrifft auch das gesamte Krankheitsgeschehen. Der aktuellen DAK-Krankenstandsanalyse 2020» zufolge sind insbesondere die rückenschmerzbedingten Fehlzeiten stark gestiegen: im Vergleich zu 2019 fielen sieben Prozent mehr Beschäftigte damit aus, was auf die mangelnde ergonomische Ausrüstung im Home Office sowie eine insgesamt höhere Anspannung zurückzuführen ist.

Auch bei den Anpassungsstörungen gab es mit acht Prozent einen sehr deutlichen Zuwachs. Dabei handelt es sich um negative Verhaltens- und Gefühlsänderungen als Reaktion auf belastende Ereignisse. Psychische Erkrankungen insgesamt waren 2020 der zweithäufigste Grund für eine Krankschreibung bei Arbeitnehmer*innen.

Allerdings sind auch Rückgänge zu verzeichnen: Atemwegserkrankungen kamen im letzten Jahr deutlich geringer vor als in den Vorjahren, was die Wirksamkeit der Hygienemaßnahmen auch gegen die üblichen Erkältungsviren sowie Grippe zeigt.

Auf zwei weitere wichtige Unterschiede weist die DAK in ihrer Pressemitteilung zur neuen Krankenstandsanalyse ebenfalls hin: einerseits gibt es weniger kurzfristige Krankschreibungen, also Ausfälle bis zu drei Tagen; vermutlich tragen flexiblere Lösungen in den Unternehmen sowie die weiter verbreitete Möglichkeit zum Home Office hier zu einem entspannteren Umgang bei. Längere Krankschreibungen über zwei Wochen haben hingegen deutlich zugenommen, auf durchschnittlich insgesamt 14,5 Tage über alle Krankheitsfälle hinweg.

Andererseits zeigen Branchen mit hohem digitalen Arbeitsanteil wie Datenverarbeitung, Banken und Versicherungen einen deutlich geringeren Krankenstand: 2,5 respektive 3,2 Prozent im Vergleich zu 4,2 Prozent über alle Krankschreibungen. Mit 4,9 Prozent sticht das Gesundheitswesen nachvollziehbar heraus, mit durchschnittlich 17 krankheitsbedingten Fehltagen im Jahr belegten dessen Beschäftigte auch hier den Spitzenplatz. Diese Entwicklung stellt die Arbeitgeber in den Kliniken, Pflegeheimen und Praxen nochmals vor die besondere Herausforderung, Schutz- und Präventionskonzepte für ihre Mitarbeiter*innen zu entwickeln und nachhaltig umzusetzen.