Holpriger Start: Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt

Am ersten August sind viele Auszubildende in ihre Lehre gestartet. Trotz entsprechender Bemühungen von Betrieben, Politik und Handelskammern bleiben jedoch viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Bereits 2020 fiel die Zahl der geschlossenen Ausbildungsverträge auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, in diesem Jahr gibt es laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag» nur ein leichtes Plus von 1,4 Prozent.

Umfragen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)» zeigen, dass jeder zehnte Ausbildungsbetrieb sein Lehrstellenangebot aus finanziellen Gründen sowie aufgrund unsicherer Geschäftserwartungen einschränken oder sogar ganz beenden will. Zusätzlich nennt etwa ein Drittel der Unternehmen auch Rekrutierungsprobleme als Ausbildungshindernis, was das IAB einerseits auf die weiterhin zunehmende Studierneigung von Jugendlichen als auch mangelnde Praktikumsmöglichkeiten und Beratungsangebote aufgrund der Corona-Pandemie zurückführt. Die IG Metall» hingegen wirft Arbeitgebern vor, trotz Rekordgewinnen an der Ausbildung zu sparen und damit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht nachzukommen.

Die Jugendberufsagentur Berlin erwartet in ihrem neuesten Bericht» zudem den Fachkräftemangel zurück, der einige Branchen bereits vor der Pandemie betroffen hat, darunter Gastronomie und Hotellerie. Herausfordernde Arbeitszeiten, verhältnismäßig niedrige Löhne und hohe Ansprüche an die eigene Belastbarkeit haben sowohl in diesen als auch in anderen Branchen zu einem Ausbleiben von Auszubildenden geführt. Neben der offensiven Ansprache und Beratung von Schulabgänger*innen ist also auch die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen in vielen Bereichen nötig, um für den Nachwuchs attraktiv zu bleiben und dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegenzuwirken.