Gesundheit erlebbar machen

Wissenschaftlich fundierte und praxiserprobte Gesundheitsförderungskonzepte bilden die Arbeitsgrundlage von IDAG. Gesundheit soll auch in der Unternehmenswelt erlebbar gemacht werden. Warum eine Zertifizierung gerade im BGM-Bereich so wichtig ist und welche Auswirkungen die Pandemie auf die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Kunden hatte, berichtet Geschäftsführer Dr. Patrick Anstett im Top Brand-Interview.

Dr. Patrick Anstett (links) und Dr. Pascal Senn, Geschäftsführer der IDAG GmbH

Sie wurden Anfang des Jahres als Top-Brand ausgezeichnet. Wie stehen Sie grundsätzlich zu einer derartigen Zertifizierung und welchen Benefit erhoffen Sie sich langfristig?

Wir wurden informiert, dass wir durch BGM-zertifizierte Unternehmen für die Nominierung empfohlen wurden. Dies war dann letztlich für uns eine gute Möglichkeit, uns von zahlreichen BGM-Anbietern, die mittlerweile auf dem Markt sind, ein Stück weit abzuheben. Für Unternehmen wird die Anbieterlandschaft mehr und mehr undurchsichtig und eine derartige Auszeichnung demonstriert unsere Anbieterqualität in vielerlei Hinsicht nach Außen – u.a. die Qualifikation der MitarbeiterInnen, die Qualität unserer Leistungen sowie auch die Professionalität unserer eigenen Firmenstruktur.

Langfristig werden solche Zertifizierungen immer mehr notwendig sein, um den Anbietermarkt etwas transparenter für die BGM-aktiven Unternehmen zu gestalten. Gerade auch im Sinne der Nachhaltigkeit sowie des BGM-Nutzens für Arbeitgeber sowie für die Belegschaft sollte auf seriöse Dienstleister und Berater zurückgegriffen werden, die nachweislich gewisse Qualitätsstandards einhalten.

Was haben Sie als schönstes Feedback von Kunden oder Partnern während des letzten Jahres bekommen?

Im Herbst letzten Jahres haben wir bei einer Firma den jährlich stattfindenden Gesundheitstag zum ersten Mal „coronabedingt“ digital umgesetzt. Inhaltlich war dieser bereits längerfristig geplant, wir haben lediglich das Format angepasst. Die BGM-Verantwortliche war als Moderatorin den ganzen Tag zugeschaltet und war zum einen dankbar und glücklich, dass der Tag trotz Pandemie stattfinden konnte, zum anderen war sie begeistert von den Möglichkeiten und der Rückmeldung bzgl. der digitalen Variante. Dies hat sie dann auch überaus positiv an uns zurückgespiegelt.

Bei welchen Herausforderungen können Sie Ihre Kunden unterstützen?

Wir geben beratend Hilfestellungen für BGM-Projektverantwortliche und bieten gezielte Mitarbeiter-Programme an zur Bewältigung von arbeitsplatzspezifischen Belastungen (z.B. werden gewerbliche MitarbeiterInnen überwiegend vor Ort erreicht, Home-Office-MitarbeiterInnen dagegen per digitaler Lösung). Dies können beispielsweise individuelle Screenings zum Thema Rücken, Ergonomie, Stress oder Ernährung sein, aber auch Vorträge, Workshops sowie Mitmachprogramme zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen – unter Berücksichtigung der jeweiligen Zielgruppe, der betrieblichen Rahmenbedingungen sowie abgestimmter Nachhaltigkeitskonzepte. Wir erarbeiten darüber hinaus in Workshops Lösungsstrategien zur Förderung des Wohlbefindens und zur Stärkung der Leistungsfähigkeit. Dies kann auch im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen erfolgen – eine gesetzliche Pflichtaufgabe für jedes Unternehmen.

Worauf sind Sie in Ihrem Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Krise besonders stolz?

Sehr viele Dienstleister im BGM-Bereich sind, wie auch wir, von der Krise betroffen, da sich bei unseren Kunden – den Unternehmen, Ämtern und anderen Organisationen – viel verändert hat (z.B. Kurzarbeit, andere Prioritäten, zu viel Tagesgeschäft). Wir haben als Team geschlossen auf die Krise reagiert, haben unser Portfolio stark erweitert sowie überwiegend selbst im Home-Office gearbeitet. Entscheidend war, dass wir unsere neuen digitalen Lösungen schnell umgesetzt haben und diese von unseren Kunden und Kooperationspartnern auch angenommen wurden. Unsere analogen Maßnahmen haben wir jedoch nie völlig eingestellt. In unterschiedlichen Einrichtungen wurden hier gemeinsam Hygienekonzepte entwickelt, die die Umsetzung von gezielten Maßnahmen auch vor Ort möglich gemacht haben. Ein Dank gilt an dieser Stelle auch unseren Kooperationspartnern und Kunden, die mit uns gemeinsam die Herausforderungen gemeistert haben.

Was möchten Sie beibehalten, was nicht?

Selbstverständlich werden wir zukünftig wieder mehr Präsenzaktionen umsetzen. Unsere digitalen Lösungen bleiben bestehen, dies betrifft nicht nur die BGF-Maßnahmenebene sondern auch diverse Abstimmungstermine und andere Meetings im Rahmen des BGM-Prozesses. Letztlich muss man zukünftig auch immer abwägen, welche Modelle (analog, digital oder hybrid) für welche Organisationsstruktur und Zielgruppe zielführend und nachhaltig sind – auch unter Berücksichtigung der jeweiligen Vor- und Nachteile analoger und digitaler Maßnahmen.

Wie schon erwähnt, haben Sie in dieser speziellen „Corona-Zeit“ unterschiedliche digitale Lösungen für Unternehmen entwickelt. Könnten Sie auf ein BGM-Projekt näher eingehen, dass Sie erst kürzlich im digitalen Format umgesetzt haben?

Ende April dieses Jahres haben wir mit unserem Kooperationspartner AOK Mittlerer Oberrhein sowie BGM-Top-Experten Prof. Dr. Volker Nürnberg einen digitalen BGM-Kongress konzipiert und umgesetzt. Wir konnten rund 150 Unternehmensvertreter aus dem gesamten Bundesgebiet (u.a. GeschäftsführerInnen, BGM-ManagerInnen) erreichen, was das große Interesse vieler Firmen an den Themen Mitarbeitergesundheit sowie analogen und digitalen Lösungsansätzen auch in Pandemiezeiten verdeutlicht. Wir erhielten im Nachgang viel positives Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auf diesen Erfahrungen werden wir aufbauen und weitere derartige digitale Veranstaltungen anbieten.