Trendstudie „Corporate Health Management in Deutschland“ 2021

Die Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeitswelt sind in den letzten Monaten immer deutlicher geworden. Auch in der jährlichen Trendstudie zu Corporate Health Management in Deutschland von EUPD Research zeigt sich der Einfluss des Pandemiejahres 2020 auf das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Allerdings auch in durchaus positiver Weise: So lässt sich erfreulicherweise auch in einem für viele Betriebe wirtschaftlich schwierigen Jahr ein branchenübergreifender Anstieg der Umsetzungsraten in allen in der Studie abgefragten Teilbereichen (Struktur, Strategie und Leistungsangebot) feststellen.

Zudem wird beispielsweise durch den Anstieg der Relevanzen in den Bereichen Arbeitssicherheit und -medizin die allgemeine Verlagerung der Prioritäten in den Betrieben deutlich. So wurden im Zuge der Mehrbelastungen vieler Arbeitnehmer*innen durch Home Office, Homeschooling oder Kurzarbeit die Angebote im Bereich der psychischen Gesundheit nochmals stärker ausgebaut. Auch die Durchführung einer psychischen Gefährdungsanalyse konnte eine branchenübergreifende Zunahme verzeichnen.

Seit 2013 sind die Umsetzungsgrade im Bereich Psychische Gesundheit um über 25% gestiegen. Auch die Relevanz befindet sich auf einem hohen Niveau. Zu den häufigsten Maßnahmen zählen hier Seminare oder Beratungen zu Stressmanagement und Programme zum Thema Konfliktprävention.
Bei der Qualitätssicherung der Arbeitsmedizin zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen der erfragten Relevanz und der tatsächlichen Umsetzung. Im Pandemiejahr zeigt sich für ersters ein deutlicher Anstieg, was den dringenden Handlungsbedarf aufzeigt.

Um den Herausforderungen der Arbeit auch in den eigenen vier Wänden möglichst nachhaltig gesund entgegentreten zu können, wurden die Mitarbeiter*innen zudem nochmals stärker für Gesundheitsthemen sensibilisiert. Trotz der Kontaktbeschränkungen gelang es außerdem einer großen Anzahl an Unternehmen, ihre Beratungsangebote leicht auszubauen und ihren Beschäftigten auch während der Pandemie den Zugang zu Ansprechpartner*innen für ihre Probleme zu ermöglichen.

Maßnahmen zur Sensibilisierung von Mitarbeiter*innen befinden sich bereits seit 2014 auf einem hohen Level. Die durchschnittliche Relevanz schwankt auf hohem Niveau. Am häufigsten wird die teilweise oder komplette Kostenübernahme für Gesundheitsleistungen zur Sensibilisierung genutzt. Weiterhin ausbaufähig sind Maßnahmen zum "Lebenslangen Lernen".

Die Trendstudie zeigt deutlich, dass auch in schwierigen Zeiten das Corporate Health Management eine zentrale Rolle in deutschen Unternehmen spielt und nicht ohne weiteres wirtschaftlichen Zwängen geopfert wird. Nicht zuletzt durch die flächendeckenden Impfungen durch Betriebsärzt*innen sowie der nachhaltigen Wiedereingliederung der Mitarbeiter*innen aus schwierigen Situationen während der Pandemie lässt sich in 2021 mit einer weiteren starken Zunahme der Bedeutung und Umsetzung von betrieblicher Gesundheit rechnen.