Diversity Management ist kein Nischenprodukt

Nach dem Willen der großen Koalition soll es nun künftig doch eine verpflichtende Frauenquote in den Vorständen börsennotierter Unternehmen geben. Die freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft hatte nicht für den gewünschten Erfolg gesorgt. Diversität bzw. Diversity Management bedeutet aber sehr viel mehr, als nur den Frauenanteil in deutschen Vorständen hochzufahren: der Begriff bezeichnet nicht nur die Anerkennung, sondern auch die Nutzbarmachung von Vielfalt in Unternehmen. Damit handelt es sich nicht ausschließlich um den gesellschaftlich-politischen Wunsch nach Gerechtigkeit, sondern auch um wirtschaftliche Vorteile.

Dass dies auch in Teilen der Wirtschaft angekommen ist, zeigen mehrere Aktivitäten in der letzten Zeit, während der viele Unternehmen sich mit den existenziellen Herausforderungen der Pandemielage auseinandersetzen. Zum einen konnte eine Studie der Initiative Charta der Vielfalt zeigen, dass Institutionen, für die Diversity Management schon länger an der Tagesordnung ist, auch auf Krisen und Probleme flexibler und durchdachter reagieren können. Mobiles Arbeiten gehört für Unternehmen, die beispielsweise auf Familienfreundlichkeit und Inklusion achten, schon längst dazu – und ermöglichte nun eine schnelle Umstellung in der Corona-Krise. Auch die weiteren Vorteile dieses Managementtools, die von der rund 3700 Unternehmen umfassenden Initiative Charta der Vielfalt abgefragt wurden, können sich sehen lassen:

©Charta der Vielfalt

Diversity Management und seine verschiedenen Herangehensweisen und Instrumente sind somit mitnichten Teil einer „Luxusdebatte“, mit deren Umsetzung man sich noch Zeit lassen könnte. Abgesehen vom grundlegenden Gerechtigkeitsgedanken, den sozial nachhaltige Unternehmen als Bestandteil ihrer Philosophie tragen, sind auch die wirtschaftlichen Vorteile nicht von der Hand zu weisen. Ebenso ist Diversity Management eine notwendige Ergänzung für ein nachhaltiges Corporate Health Management. Unternehmen, die zukunftsgerichtet und nachhaltig arbeiten wollen, tun also sehr gut daran, sich von Best Practices aus Unternehmen und von engagierten Personen inspirieren zu lassen.