Corona als Berufskrankheit in der Pflege

Von den bisher 160.000 Anzeigen zu COVID-19 als Berufskrankheit stammt ein Großteil aus der Pflegebranche: Fast 38.000 Fälle aus der Langzeitpflege sowie der Hospizversorgung sowie knapp 35.000 von Klinikbeschäftigten. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe DBfK fordert mehr Unterstützung». So weist Präsidentin Christel Bienstein auf die zu Beginn der Pandemie mangelnde Ausstattung mit Schutzausrüstung sowie eine fehlende Pandemie-Strategie hin. Auch zuverlässige Daten zur beruflichen Ansteckung – „Arbeitsort, Arbeitsbelastung und Qualifikation“ – seien nicht ausreichend erhoben worden, um daraus Sicherheitsstrategien für die Zukunft abzuleiten.

Als konkrete Hilfen fordert der Verband Politik und Arbeitgeber auf, allen beruflich Pflegenden psychosoziale Unterstützung anzubieten. Diese müsse niedrigschwellig und während der Arbeitszeit erreichbar sein. Auch weitere Therapiemöglichkeiten seien dringend notwendig, um Pflegende auch nach dieser stark belastenden Zeit langfristig im Beruf zu halten. Die Genesenen müssten auch bei möglichen Spätfolgen der Infektion möglichst gut unterstützt werden.