Über Dienstreisen in Zeiten von Corona und die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Das Beherbergungsverbot» aufgrund von Corona in einigen Bundesländern hat die Lage für das Hotelgewerbe, aber auch für Dienstreisende nochmals verschärft. Was aber, wenn eine Dienstreise unumgänglich oder für die Aufrechterhaltung des Geschäfts dringend erforderlich ist? Was darf ich als Arbeitgeber meinen Angestellten überhaupt noch zumuten?

Zunächst einmal hat der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht  gegenüber dem Arbeitnehmer. Demnach hat der Arbeitgeber gemäß § 618 BGB» die Pflicht, vermeidbare Schäden für die Arbeitnehmer abzuwehren und selbige vor Gefahren gegen seine Gesundheit und sein Leben zu schützen.

Während laut VDR» im März 2020 noch jedes vierte Unternehmen Dienstreisen aussetzten, da sie das Risiko einer Gefährdung ihrer Mitarbeiter nicht eingehen wollten, ist die Zahl der Dienstreisen im September 2020 wieder angestiegen: Etwa die Hälfte der weltweiten Firmen lassen ihre Mitarbeiter trotz der noch anhaltenden Coronavirus-Pandemie wieder Geschäftsreisen unternehmen. Das ergab eine Umfrage der FCM Travel Solutions». Ca. jeder vierte Deutsche geht wieder auf Dienstreise – davon 30,5 % Männer und 15,8% Frauen  (Quelle: Immobilien-Unternehmen Pantera als Initiator einer Studie, in deren Zuge 1.113 Berufstätige vom britischen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov befragt wurden.)

Die Firmen arbeiten mit Reiseveranstaltern hart daran, die Risiken neu zu kalkulieren. „Es muss jetzt neue Standards bei Business-Trips geben“, erklärt Bertrand Saillet, Managing Director in Asien bei FCM Travel Solutions.

Der durch den Ausfall der Dienstreisen teilweise hohe wirtschaftliche Schaden für die Unternehmen war sicherlich ein Grund, diese wieder mehr zu forcieren. Trotzdem bleibt es eine Abwägungssache – gerade bei aktuell wieder steigenden Zahlen.

Es ist aber auch nicht generell dazu zu raten, alle Dienstreisen abzusagen. Solange die Sicherheitsvorkehrungen aufrechterhalten werden können und nicht eine größere Veranstaltung in einem geschlossenen Raum stattfindet, kann man durchaus noch Dienstreisen tätigen.

Wo bringe ich meine Mitarbeiter aber guten Gewissens unter?

Eine sehr gute Möglichkeit sind die Living Hotels», die auch Kooperationspartner der Corporate Health Initiative und first choice bei der Unterbringung unser eigenen Belegschaft sind. Denn sie haben mit ihren Serviced Apartments» nicht nur ein einzigartiges Business-Konzept speziell für Geschäftsreisende entwickelt, sondern aktuell auch ein sehr gutes und strenges Hygienekonzept:

„Es wird immer mehr zur Gewissheit, dass wir lernen müssen, trotz aller Veränderungen eine neue Normalität in unseren Alltag einziehen zu lassen. So hat der Schutz unserer Gäste und MitarbeiterInnen für die Living Hotels höchste Priorität. Im Bereich Hygiene gelten in Zukunft dauerhaft völlig neue Spielregeln. Daher setzen die Living Hotels sämtliche behördlich verordneten Maßnahmen umgehend um und treffen darüber hinaus auch weitere, strengere Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos. Binnen der letzten Monate ist so unser umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept entstanden, dessen Maßnahmen konsequent zur Umsetzung kommen und die im Working Process fortlaufend erweitert und realisiert werden“  sagt Tim Düysen, CMO der Living Hotels.

Den Leitfaden, der sich an den Empfehlungen und Sicherheitsstandards der WHO orientiert, finden Sie unter: www.living-hotels.com/hygiene-standards/.

Abschließend bleibt festzustellen: Es sind herausfordernde Zeiten, machen wir das Beste daraus und versuchen, im Interesse aller und mit bestem Wissen und Gewissen zu handeln.

So profitieren Sport und Gesundheit von der Digitalisierung

Anmeldung geöffnet: Online-Kongress „#Sport #Gesundheit #Digital“ der TUK

Gesundheitsdaten per App zu erfassen ist erst der Anfang. In Zukunft werden Virtual Reality, Algorithmen und Künstliche Intelligenz weiteres Potenzial in punkto Diagnose, Therapie und körperlicher Fitness freisetzen. Doch was kann die digitale Transformation in Sport und Gesundheitswesen wirklich leisten? Wo sind Grenzen zu beachten? Wie profitieren Branchenakteure, Kunden und Patienten bestmöglich von digitalen Lösungen? Antworten liefert der Online-Kongress „#Sport #Gesundheit #Digital“ (#SGD), den die TU Kaiserslautern (TUK) am 26. und 27. November mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse durchführt.

Die Veranstalter um die Projektleitenden Prof. Dr. Michael Fröhlich (Sportwissenschaft TUK), Dr. Max Sprenger (Hochschulsport TUK) und Dr. Brigitte Steinke (im Auftrag der Techniker Krankenkasse) haben sich etwas bislang Einmaliges vorgenommen. „Wir möchten die vielseitigen Chancen und Möglichkeiten, die Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen Sport, Gesundheit und Digitalisierung bieten, aufzeigen und dabei auch gezielt auf die Grenzen und Herausforderungen des Zusammenspiels eingehen“, erläutert Sprenger. Das Online-Event richtet sich vorwiegend an Teilnehmende aus Wissenschaft und Praxis aus den Bereichen Gesundheitswesen/-management, Sport, Medizin und Psychologie. Darüber hinaus ist auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen, in die digitalen Welten von morgen einzutauchen.

Dank parallel stattfindender Sessions haben die Teilnehmenden beim #SGD-Kongress stets die Möglichkeit, sich – basierend auf ihrem beruflichen oder persönlichen Interesse – ein individuelles Programm zusammenzustellen. „Wir konnten hochkarätige Vertreter aus Wissenschaft und Praxis als Referent*innen gewinnen, die die zentralen Themen des #SGD-Kongresses aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten“, ergänzt Fröhlich. Das Spektrum reicht von Gesundheitsanwendungen bzw. „Health Games“ über digitale Sportlehre bis hin zu Sensorik in Sport und Gesundheitswesen. Aus aktuellem Anlass wird auch der Corona-Pandemie Zeit gewidmet und beleuchtet, wie COVID-19 das Arbeiten im digitalen Kontext aus gesundheitlicher Perspektive verändert.

Die Inhalte werden in einem Mix aus Live-Übertragungen mit anschließender Diskussion, Videopräsentationen und virtuellen Mitmach-Fitnesspausen abwechslungsreich vermittelt. Durch das Programm führt der erfahrene Experte für digitale Gesundheit Prof. Dr. David Matusiewicz, der unter anderem als Dekan den Fachbereich Gesundheit & Soziales an der FOM Hochschule verantwortet. Die Universitätsleitung, der Staatssekretär des rheinland-pfälzischen Ministeriums des Innern und für Sport sowie der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse Dr. Jens Baas werden die Teilnehmer virtuell begrüßen.

Eines ist jetzt schon klar: Die Digitalisierung ist längst in Gesundheitswesen, in Hochschulen und im Breitensport angekommen. So sieht es auch Prof. Dr. Arnd Poetzsch-Heffter, Präsident der TUK, der den Kongress als Schirmherr begleitet: „Ohne Digitalisierung wären die Hochschullandschaft und die Arbeitswelt in diesem Jahr kollabiert. Digitale Lehre, virtuelle Klassenräume, Videokonferenzen, Collaboration Rooms und Home-Office bestimmten den Alltag vieler Studierender und Arbeitnehmer*innen. Aber auch im Sport und im Gesundheitswesen sind digitale Lösungen nicht mehr wegzudenken. Nun stehen wir vor der Herausforderung, Digitalkompetenz in allen Altersgruppen aufzubauen und einen verantwortungsbewussten Umgang mit den digitalen Angeboten und Technologien zu finden und zu fördern.“

Die Anmeldung zum #SGD-Kongress ist bereits geöffnet. Für Vollzahler kostet der Zugang zum Online-Event 84,50 Euro, für Studierende 42,25 Euro. Interessierte können sich HIER registrieren und ausführlich über das Programm informieren.

Gesunde Ernährung und Wertschätzung

Was haben Ernährung und Angebote im Bereich „Gesunde Ernährung“ für Mitarbeiter eigentlich mit Wertschätzung zu tun?

Sehr viel. Bedeutet es doch, dass ich als Arbeitgeber möchte, dass es meinen Mitarbeitern auch physisch gut geht und sie auch auf der Arbeit die Möglichkeit haben, sich gut und gesund zu ernähren. Ich sorge mich also um ihr Wohl und zeige das in Form eines leckeren und gleichzeitig gesunden Speiseangebotes.

Die jungen Mitarbeiter wünschen sich, sich besser ernähren zu können oder erwarten diese Unterstützung seitens des Arbeitgebers künftig sogar. Das hat auch eine Studie der Schwenninger Krankenkasse» herausgefunden. So gaben 88% der 18-25-Jährigen an, sich gerne gesünder ernähren zu wollen.

Außerdem gaben 63% der 18-25-Jährigen zu, eine gesunde Mahlzeit oft durch einen schnellen Snack unterwegs zu ersetzen.

81% dieser Altersgruppe äußerten, dass sie im Alltag gerne mehr für ihre Gesundheit tun würden, dafür aber sehr oft zu wenig Zeit bliebe.

Auch GESOCA», unser Partner der Corporate Health Initiative, unterstützt den Ansatz, dass Unternehmen durch gesunde Ernährung das Bewusstsein für Gesundheit im Alltag fördern. Deshalb bietet GESOCA neben dem üblichen Angebot aktuell ein spezielles Analyse-Tool für Qualität und Gesundheitsorientierung in der Mitarbeiterverpflegung an. Mit diesem Tool können Arbeitgeber herausfinden, wie gesundheitsorientiert ihre Kantine arbeitet und wie sie im Vergleich zu anderen Kantinen abschneidet (Gesundheitskennziffer»).

Das Ergebnis lässt Rückschlüsse darüber zu, welche Potentiale für eine bessere Gesundheitsversorgung bestehen. Die Kunst ist es, leckeres mit gesundem Essen zu kombinieren, so dass der Spaß am Essen und gesunde Ernährung zusammen kommen.

Es können gezielt verhältnispräventive Maßnahmen ergriffen werden, um den Mitarbeitern langfristig eine gesündere Verpflegung zu bieten.

Invest in your people!

Themen wie HR und Teamkultur, gesunde Führung und Wertschätzung stehen momentan höher im Kurs denn je, hat uns Corona doch nochmal sehr deutlich gezeigt, wie sehr es gerade in Krisenzeiten auf die Menschen im Unternehmen ankommt und dass es sich auszahlt, in eben diese zu investieren.

Aus diesem Grund möchten wir Ihnen die Online Fachkonferenz HR unseres Kooperationspartners B2B Insider ans Herz legen. Ganz unter dem Motto „Der Mensch im Mittelpunkt“ bietet die OFK HR eine Plattform für Fachexperten zum Austausch zu aktuellen Themen wie Talentmanagement und Arbeitswelt 4.0, Recruiting und Employer Branding, Learning , e-Learning und Weiterbildung sowie Personalmanagement und Führung und sehr interessanten Keynote-Speakern.

Die Teilnahme ist kostenlos!

Lässt sich digitale Führung lernen?

Aus der Krise, fertig – los? Was so einfach klingt, braucht Strukturen und Hilfsmittel. Unser Partner Motio führt aktuell und in den kommenden Wochen verschiedene Onlineseminare durch, um Unternehmen, ihre Mitarbeiter und Jobstarter fit zu machen. Darunter sind Themen wie Resilienz, Work-Life-Balance im Homeoffice oder virtuelles Führen. Jedem dieser Themen könnten wir uns ausführlich widmen, aber zur guten Führung gehört auch, sich entscheiden zu können. Insofern heißt es nun: Virtuell führen will gelernt sein und hat auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement einen festen Platz.

Welche Kompetenzen sind künftig besonders gefragt?  Für die moderne Arbeitswelt werden neben den fachlichen Kompetenzen insbesondere Soft Skills immer wichtiger. StepStone und das Kienbaum Institut @ ISM, die Forschungseinrichtung des Beratungsunternehmens Kienbaum an der International School of Management, haben eine Vorab-Studie unter 8.500 Menschen durchgeführt. Das Ergebnis lautet: nur 38 Prozent aller Befragten sind davon überzeugt, dass ihr Profil mit digitalen Kompetenzen und Fähigkeiten langfristig krisensicher sei. Laut Erhebung von StepStone und Kienbaum sehen die Befragten wichtige Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der Flexibilität (84 Prozent) und Anpassungsfähigkeit (83 Prozent). Als Kernkompetenz der Zukunft benennen Arbeitnehmer und Führungskräfte mit 88 Prozent gleichermaßen die allgemeine Lernbereitschaft.

Es geht also mehr denn je darum, die Beschäftigten gezielt dort abzuholen, wo sie gerade aktiv sind und eine gewisse Eigenverantwortung auch beim Lernen und der individuellen Weiterbildung  sowie bei der virtuellen Teamarbeit zu fördern.

Eines ist klar: Nicht erst seit der Coronakrise werden agile Arbeitsweisen thematisiert und angeboten. Ohne gezielte Führung seitens der Firma verpuffen allerdings viele gut gemeinte Ansätze. Und ein Überangebot an virtuellen Systemen wiederum führt zu Ermüdungserscheinungen.

So fragt unter anderem das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) unter Leitung von Frau Prof. Rump: Was verbirgt sich hinter „Zoom Fatigue“?  Wir klären kurz auf: Zoom Fatigue beschreibt die Müdigkeit, die sich nach zahlreichen virtuellen Meetings am Tag und in der Woche einstellt. Mittlerweile sprechen wir sogar von Erschöpfung durch zu viel Digitalität.

„Wo früher ein Meeting nach dem anderen im Kalender stand, reiht sich nun Call an Call. Keine Pause nötig, schließlich fallen Raumwechsel weg. Zwei Klicks – und der Bildschirm ist voll mit anderen Personen, aufgereiht wie eine antike Büstensammlung: Kopf und Oberkörper sind zu sehen, mehr nicht. Im Hintergrund Bücherregale, Kleiderschränke, Kücheninterieur.“ (Ina Karabasz, Handelsblatt 15.07.20).

Das Institut für Beschäftigung und Employability IBE möchte sich deshalb mit diesem Phänomen beschäftigen und hat einen kurzen Fragebogen zusammengestellt. Hier » geht es direkt zum Fragebogen; die Ergebnisse werden in den nächsten Wochen veröffentlicht.

Bevor wir jedoch zum Erschöpfungszustand kommen, lohnt sich der Blick auf die Möglichkeiten, die digitale Tools und digitales BGM im Idealfall bieten. Nie war es einfacher, sich einen Überblick über den Gesamtzustand einer Abteilung, einer Firma oder sogar einer Branche im Vergleich zu verschaffen. Der Anspruch seitens der Geschäftsführung, verlässliche Kennzahlen zu erheben und diese in Nachhaltigkeitsreports einfließen zu lassen, steigt ständig und kann über die Auswertungen des digitalen BGM verlässlich geliefert und interpretiert werden. Wie stellen sich jedoch die Führungskräfte im Spagat zwischen Präsenz, virtuellen Teams und Reportings auf?

In interaktiven und live durchgeführten online Seminaren können die Mitarbeiter neues Wissen erwerben. Die Experten bei Motio » informieren über neue Entwicklungen und stehen für Fragen jederzeit zur Verfügung. Die Praxis zeigt, dass Führungskräfte, die der eigenen Gesundheit einen hohen Wert zuschreiben, ihre Beschäftigten besonders gut zu einem gesundheitsbewussten und damit leistungsfördernden Verhalten motivieren können. Transparente Kommunikation ist dabei das A und O. Die Motio-Trainings beinhalten so z. B. Schwerpunkte nach Dr. Matyssek zum Thema „Gesund Führen“ oder „Führung auf Distanz“. Follow-up-Trainings sichern die Umsetzung im Führungsalltag und steigern die Nachhaltigkeit.

Gerade jetzt sollten Unternehmen gezielt und verstärkt in das Know-how ihrer Mitarbeiter investieren. Es gibt viele gute Gründe, Impulsvorträge und digitale Seminare zu Schwerpunktthemen im Bereich Führung, Resilienz, Teamentwicklung bis hin zu Online-Azubiprogrammen anzubieten.

Infos unter https://www.motio.de/unsere-digitalen-angebote/

Fachkräftemangel und Mitarbeitermotivation: die Handwerksbranche in Zahlen

Die IKK classic hat weitere aktuelle Daten zur Mitarbeitersituation im Handwerk erhoben, unter Anderem zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf als wichtiges Präventionsziel im betrieblichen Gesundheitsmanagement und zum Umgang mit älteren Arbeitnehmern.

Konkret wollte die Handwerker-Krankenkasse wissen: Ist es in den Betrieben in der Regel problemlos möglich, z.B. aus familiären Gründen kurzfristig einen Tag frei zu nehmen? In der forsa-Befragung konnten 86 Prozent der Arbeitgeber diese Option bejahen, nur 13 Prozent schlossen sie aus. Ein Einfluss der Corona-Situation liegt nahe, hatten sich doch bei der Januarbefragung noch 97 Prozent der Arbeitgeber positiv geäußert. Bei den befragten Arbeitnehmern hat sich wenig geändert: im Januar war aus Sicht der Beschäftigten mit 85 Prozent der flexible Tag im eigenen Betrieb problemlos möglich, im Juni kamen noch 81 Prozent zusammen.

Die Aussage variiert mit der Betriebsgröße: Beschäftigte bestätigen mit 85 Prozent (Betriebe 5 bis 9 MA), 76 Prozent (10 bis 99 MA) und 79 Prozent (100 bis 249 MA) die Flexibilität ihrer Firma.

Wertschätzung und Zugehörigkeit: Arbeitnehmer- und Arbeitgebersicht

Die letzte forsa-Erhebung im Juni betrifft eine repräsentative Auswahl von Beschäftigten und Arbeitgebern aus den großen Gewerbegruppen im Handwerk und bringt folgende Ergebnisse:

Arbeitgeber einheitlich über alle Gewerke sind zu fast 100 Prozent davon überzeugt, jüngere und ältere Arbeitnehmer bekämen in ihrem Unternehmen die gleiche Wertschätzung. Bei den Arbeitnehmern, den 40-49-Jährigen, stimmen diesem Wert jedoch nur 57 Prozent zu, unter den 50-69-Jährigen sehen ebenfalls nur 65 Prozent jüngere und ältere Kollegen gleichwertig geschätzt.  Besonders hoch ist die gefühlte Anerkennung Älterer bei den Mitarbeitern im Ausbaugewerbe (78 Prozent) und im Lebensmittelgewerbe (72 Prozent). Diese Einschätzungslücke zeigt, dass Unternehmen bei diesem Thema Potenziale haben, die genutzt werden sollten. Das Fazit der IKK classic: Es wird sehr deutlich, dass die Investition in die Gesundheit der Älteren sehr überzeugend zeigt, was ihm diese Mitarbeiter wert sind.

Betriebsklima und längere Lebensarbeitszeit

82 Prozent der Beschäftigten erklärten zudem, dass in ihrem konkreten Handwerksbetrieb „meistens oder immer“ eine angenehme Arbeitsatmosphäre vorherrscht. Was das im Umkehrschluss bedeutet? Länger als üblich im Unternehmen zu bleiben, darüber wird nachgedacht und konkret gesprochen. So wären bislang sechs Prozent der Befragten auf jeden Fall bereit, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten, bei weiteren 22 Prozent lautete die Einschätzung aus heutiger Sicht „wahrscheinlich bereit“.

Online-Seminar: „Gesunde Führung in unsicheren Zeiten“ | 25. August 2020

25. August 2020, 13 Uhr – 17 Uhr

 

Teilnahmegebühr:

Regulär: 185€

148€ für Mitglieder der Corporate Health Initiative

 

Teilnahme über Zoom

 

Moderator: Eckhard Münch, Organisationsberater und Business-Coach

Uhrzeit

Inhalt

13.00 – 13.20 Uhr

Einstieg

Ziele, Inhalte und Ablauf des Webinars

13.20 – 14.10 Uhr

Business as usual in unsicheren Zeiten?

Damit beschäftigen wir uns:

  • Was bewegt mich an diesem Thema? Was ist mir persönlich wichtig?
  • Was charakterisiert „Arbeiten in unsicheren Zeiten“?
  • Welche Risiken bestehen für Wohlbefinden und Gesundheit?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich für die Führung in unsicheren Zeiten?

14.10 – 14.40 Uhr

Erfahrungen der Teilnehmenden

Als Teilnehmende arbeiten Sie im Breakout-Room mit Leitfragen

14.40 – 15.00 Uhr

Rückmeldung aus dem Breakout-Room und Diskussionen

15.00 – 15.15 Uhr

PAUSE

15.15 – 15.45 Uhr

Exkurs: Führung auf Distanz

Damit beschäftigen wir uns:

  • Welche (besonderen) Anforderungen kennzeichnen Führung auf Distanz?
  • Wie kann Führung auf Distanz gelingen?

15.45 – 16.45 Uhr

Führungskompetenzen in unsicheren Zeiten

Damit beschäftigen wir uns:

  • Wie kann ich mich selbst und andere in unsicheren Zeiten gesund führen?
  • Welche (besonderen) Kompetenzen sind dazu erforderlich?
  • Welche individuellen und betrieblichen Ressourcen sind notwendig? Wie lassen sich diese aktivieren?

16.45 – 17.00 Uhr

Abschlussrunde

  • Welche Fragen hätte ich gern noch beantwortet?
  • Was nehme ich aus dem Webinar für meinen Arbeitsalltag mit?

Attraktive Arbeitgebermarken: Handwerksbranche in aktuellen Erhebungen

Zu Beginn des Jahres, direkt im Januar, führte das forsa-Institut im Auftrag der IKK classic eine repräsentative Studie in der Handwerksbranche zu verschiedenen Zukunftsthemen durch. Hier wurde unter anderem die Zufriedenheit mit dem Beruf, die Haltung zur Integration von Zuwanderern, sowie die Einschätzung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie abgefragt. Die Präferenzen bei der individuellen und betrieblichen Gesundheitsprävention standen ebenfalls im Fokus der Erhebungen.

„Weil diese Befragung vor Corona stattfand, war es für uns spannend, ob die Erfahrungen der Krise die Stimmung im Handwerk stark verändern würden. Der Vorher-Nachher-Vergleich belegt, dass im Handwerk die Urteile und Haltungen bei Beschäftigten wie Betriebsinhabern solide fundiert sind“, sagt IKK-Chef Frank Hippler.

Handwerker sind mit ihrer Arbeit zufrieden und würden sich mehrheitlich wieder für einen Handwerksberuf entscheiden, so das Ergebnis der Erststudie. 82 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben an, mit ihrem Beruf zumindest zufrieden zu sein; 29 Prozent von ihnen sind sogar „sehr zufrieden“ und 14 Prozent „vollkommen zufrieden“. Sechs von zehn Beschäftigten würden sich wieder für einen Beruf im Handwerk entscheiden; jeder zweite Befragte (45 Prozent) würde dabei sogar wieder in seinem derzeitigen Betrieb arbeiten wollen. Als attraktiv für junge Menschen schätzen die heutigen Handwerksberufe 76 Prozent der Arbeitgeber und über 50 Prozent der Arbeitnehmer ein und auch das persönliche Gesundheitsempfinden beeinflusst den Blick auf den Beruf.

Die aktuelle forsa-Erhebung im Juni betrifft nun ebenfalls eine repräsentative Auswahl von Beschäftigten und Arbeitgebern aus den großen Gewerbegruppen im Handwerk und bringt folgende Ergebnisse:

Die meisten Befragten blicken trotz der schwierigen Corona-Situation durchaus selbstbewusst in die Zukunft und zeigen eine zuversichtliche Haltung gegenüber den großen Herausforderungen der Branche. Nach wie vor sind dies die Gewinnung von Nachwuchs sowie die Bindung von guten Fachkräften an das Unternehmen.

So stellt sich die Attraktivitätsfrage der Arbeitgebermarke Handwerk immer wieder und wird dementsprechend innerhalb der Branche diskutiert. Die Überzeugung von rund 80 Prozent der Arbeitgeber/50 Prozent der Belegschaft lautet: der Handwerksberuf ist bei jungen Menschen beliebt.

Immer wieder überzeugend ist die familienfreundliche Ausrichtung der Branche. Konstant fielen dementsprechend die Urteile zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (betriebliche Flexibilität) aus, die wegen der Schul- und Kitaschließungen während der Corona-Krise besonders auf die Probe gestellt wurde.

Eine große Mehrheit der Betriebe attestierte sich auch während der Pandemie ein flexibles Personalmanagement. So erklärten 86 Prozent der Firmen, dass es bei ihnen kein Problem sei, kurzfristig einen Tag frei zu nehmen (Januar: 97 Prozent).

Gesundheitsmanagement im Handwerk

Was sich gegenüber der Erstbefragung verändert hat? Die Haltung der Arbeitgeber zu digitalen Gesundheitsangeboten. Hier sind eine gestiegene Aufgeschlossenheit und Bereitschaft zur Umsetzung festzustellen. 26 Prozent der Firmen wären bereit, den Beschäftigten digitales Gesundheitsmanagement zur Verfügung zu stellen; im Januar lag die Bereitschaft noch bei 18 Prozent. Die Beschäftigten im Handwerk finden das Angebot interessant und wichtig, der Wert ist mit 40 Prozent stabil geblieben.

Die Wunschliste bei den Gesundheitsthemen in der betrieblichen Gesundheitsförderung:

  • Angebote zur Entspannung und Stressreduzierung (58 Prozent)
  • Rückengesundheit (49 Prozent)
  • Bewegung und Fitness (37 Prozent)

Bei den Arbeitgebern stehen die Themen Arbeitssicherheit und Rückengesundheit mit 95 und 79 Prozent im Vordergrund.

 

» Aktuelle Maßnahmen der IKK classic

Investitionsstop durch Corona? Das muss nicht sein.

Die Wertschätzung und Gesunderhaltung der eigenen Belegschaft sollten auch in Zeiten von Corona nicht zu kurz kommen. Viele Arbeitgeber sind aber momentan zögerlich, wenn es um Investitionen im Allgemeinen oder auch um die Investition in Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter geht. Doch die § 20-Angebote könnten gerade jetzt eine gute Lösung sein:

Seit dem 1. Januar 2008 wird die Förderung der Mitarbeitergesundheit steuerlich unterstützt. Bis zu 600 Euro  kann ein Unternehmen pro Mitarbeiter und pro Jahr steuerfrei für zusätzlich erbrachte Leistungen zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken und zur Förderung der Gesundheit erbringen.

Durch den vom GKV Spitzenverband und den Verbänden der Krankenkassen festgelegten Leitfaden Prävention werden die inhaltlichen Handlungsfelder und qualitativen Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung  auf Bundesebenen festgelegt.

Die von diesem Leitfaden abgedeckten Leistungsarten umfassen

  • die individuelle verhaltensbezogene Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 und Abs. 5 SGB V
  • die Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten nach § 20a SGB V

sowie die betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20b und 20c SGB V.

Dabei werden Maßnahmen steuerbefreit, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen des § 20 und 20b SGB V genügen. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Bewegungsprogramme
  • Ernährungsangebote
  • Suchtpräventon
  • Stressbewältigung

Wichtig: Für die Individual- und verhaltensbezogenen Maßnahmen (z.B. Yoga, Rückenkurs etc.)  müssen Präventionskurse immer als solche ausgewiesen und durch die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifiziert sein. Nur dann kann der Arbeitgeber den steuerlichen Vorteil für sich nutzen. Außerdem ist auch nur dann gewährleistet, dass die Krankenkassen die Kosten anteilig bis vollumfänglich übernehmen werden.

In unserem Partnernetzwerk gibt es Dienstleister, welche §20 Angebote in Ihrem Leistungsportfolio haben. So auch Gymondo.

Mit ihrem  Rückenpräventionskurs  bieten sie eine zielgenaue Präventionsmaßnahme und können in Kombination damit sogar eine besondere Aktion umsetzen. Im ersten Schritt können die Teilnehmer das Präventionsprogramm „Rücken Fit & Gesund“  absolvieren. Im Anschluss erhalten sie als Incentivierung eine Jahresmitgliedschaft für die Gymondo-Plattform vom Arbeitgeber. Der Präventionskurs beinhaltet zehn Video-Module á 45 Minuten, die mit Quizformaten und nützlichem Wissen rund um das Thema Rückengesundheit ergänzt werden. Sobald 80 Prozent des Programms abgeschlossen wurden, erhält der Teilnehmer in einer separaten Mail einen Gutscheincode, welcher auf www.Gymondo.de  eingegeben wird. Damit kann die Jahresmitgliedschaft sofort genutzt werden.

Vorteil für Firmen: Nachgerechnet

Der Rücken-Präventionskurs kostet 79,- € und wird zu 80 Prozent von der Krankenkasse bezuschusst. Der Arbeitgeber kann hier den Vorteil der Steuerbefreiung nutzen. Die Jahresmitgliedschaft bei Gymondo kostet normalerweise 83,99. Wird aber der Präventionskurs vom Arbeitnehmer erfolgreich abgeschlossen, bietet Gymondo diese für 48,-€ (excl. MwSt) an. Der Endpreis für das  gesamte Paket beträgt 134,68 € brutto.

Die Vielfalt und Bandbreite der Gymondo-Plattform, sollen als Anreiz dienen das Präventionsprogramm auch wirklich abzuschließen und in Zusammenhang mit der Gymondo-Plattform für eine nachhaltige Änderung der Lebensweise sorgen. Bei Interesse an dem Angebot für Ihre Firma/Ihre Mitarbeiter oder bei Fragen dazu wenden Sie sich bitte an Frau Gina Huckauf: E-Mail: gina.huckauf@gymondo.de oder Mobil: +49 1751815198.

Die Schaffung von Präventionsangeboten rund um die Rückengesundheit sind aufgrund des dauerhaft hohen Anteils an Muskel-Skelett-Erkrankungen in der Gesamtbevölkerung eine Basisaufgabe für Arbeitgeber. Im Hinblick auf die gegenwärtige Home Office-Situation sind Onlineplattformen mit persönlicher Anleitung eine gute Alternative sowie Ergänzung zum Fitnessstudio und Coaching am Arbeitsplatz.

Besonders in der aktuellen Situation erwarten Mitarbeiter zudem Motivationsangebote und unterstützende Maßnahmen. Was liegt näher als Gesundheitsprävention mit praktischen Incentives zu verbinden?

Kennziffern für den Unternehmensreport, Arbeitsplatzprogramme und transparente Kommunikationsabläufe

Nachhaltigkeit im BGM – viele Firmen stehen vor der Entscheidung Gesundheitsmanagement „anders“ aufzustellen. Wo fängt man aber an? Wir haben nachgefragt bei Andreas Kummer, Inhaber der Motio GmbH Berlin, Gebietsleiter für Berlin und Brandenburg und Geschäftsführer der Motio Verbundgesellschaft mbH.

Herr Kummer, worin besteht die Herausforderung bei nachhaltigen BGM Ansätzen?

Andreas Kummer: Aus meiner Sicht geht es um folgendes: Führungskräfte sind der „Schlüssel“ für die Etablierung nachhaltiger Systeme im BGM. Dafür braucht es definitiv ein neues Bewusstsein für die eigene Vorbildrolle sowie die Faktoren der Einflussnahme. Dies geht einher mit dem Verständnis, dass man hier eine hohe Verantwortung für Gelingen oder Misslingen trägt. Motivation ist dabei ein Kernelement. Denn hier gilt es, genau diese Motivation trotz möglicher Misserfolge aufrecht zu erhalten. Eine stetige Evaluation und Prozessoptimierung muss also zum Standard in den Unternehmensprozessen werden.

Wie dies gelingt? Unabhängig davon ob dies von „draußen“ oder intern realisiert werden kann: Das Identifizieren von passgenauen Lösungen für ein Unternehmen unter Berücksichtigung bereits vorhandener Strukturen ist das A und O. Dies gelingt aber nur, wenn alle Beteiligten da abgeholt werden, wo sie gerade stehen und an dem Prozess partizipieren können. Transparente Kommunikation ist also Pflicht für jede Führungskraft.

Welche Kennziffer im BGM sollte jedes Unternehmen parat haben?

Andreas Kummer: Hier gibt es immer noch viele Missverständnisse. Objektive Kennzahlen werden ja in der Regel für das Reporting eingesetzt. Wir sind aber mittlerweile viel weiter bei der Erhebung und Implementierung von Kennzahlensystemen.

Unterscheidet man zwischen „harten“ und „weichen“ Faktoren, so kann man folgendes sagen:

Harte (objektive) Kennzahlen werden als Spätindikatoren genutzt: dazu zählen unter anderem der Rückgang von AU-Tagen beziehungsweise erfolgreich umgesetzte BEM-Verfahren. Für nachhaltiges BGM sind jedoch eher die sog. weichen Kennziffern wichtig, die als Frühindikatoren gelten. Hier reden wir also von der Mitarbeiterzufriedenheit mit dem Betriebsklima und den Arbeitsbedingungen, der erfahrenen Unterstützung durch Führungskraft und Kollegen sowie generell dem Gesundheitsverhalten.

Worin besteht das Ziel von Arbeitsplatzprogrammen (APP) die Sie mitbegleiten?

Andreas Kummer: Bei den derzeit realisierten Programmen wird unterschieden, welches Ziel primär verfolgt wird. Geht es um Stressprävention oder/und um den Bereich Muskel/Skelett, danach geht es in die Analyse und Erstellung der Einzelbausteine.

Bei den Arbeitsplatzprogrammen haben wir es mit komplexen Ansätzen zu tun, die den Transfer in den Alltag ermöglichen. Es geht also wie im Bereich Muskel-Skelett- APP nicht nur um eine ergonomische Beratung und Optimierung, sondern immer auch um die Vermittlung von Gesundheits-Aspekten mit anschließender Umsetzung im Arbeitsalltag. Persönliche Beratung, individuelle Strategien zum Belastungsmanagement und eine begleitende Supervision sind wesentlicher Bestandteil des APP. Zusammen mit der Belegschaft werden die Arbeitsplatzverhältnisse während eines Arbeitsplatzprogrammes optimiert. Das ist wichtig, weil nur so Investitionen in die Arbeitsumgebung wirkungsvoll sind, wenn der Arbeitsplatz aktiv mitgestaltet und adäquat genutzt werden kann. Nur auf diesem Wege lässt sich Gesundheitskompetenz entwickeln und damit einher geht die Steigerung des Gesundheitspotentials einer ganzen Firma.

Vielen Dank für das Gespräch!

Zur Person: Andreas Kummer studierte Betriebswirtschaft, Pädagogik und Psychologie. Er agiert seit mehr als 30 Jahren als Trainer, Berater und Projektmanager in der Personal- und Organisationsentwicklung.