Überstunden und Gesundheitsrisiko

Eine aktuelle Auskunft der Bundesregierung» zeigt die hohe Zahl an Überstunden, die Beschäftigte im letzten Jahr trotz der pandemiebedingten Einschränkungen für Unternehmen erbracht haben: nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung kamen in 2020 1,67 Milliarden Überstunden zusammen, über die Hälfte davon – 892 Millionen – unbezahlt. Im Jahr 2019 waren es 1,86 Milliarden Überstunden.

Dabei zeigt eine weltweite Untersuchung der World Health Organization (WHO) und der International Labour Organization (ILO)», dass verschiedene Gesundheitsrisiken bei langen Arbeitszeiten merklich steigen. Im Vergleich zu Menschen mit 35-40 Wochenstunden erhöht eine Wochenarbeitszeit von 55 und mehr Stunden pro Woche das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden oder an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 35 bzw. 17 Prozent. Insgesamt ist die gesamte Arbeitszeit seit dem Jahr 2000 um 29% angestiegen. Zwar gelten in Europa Arbeitsschutzgesetze, die zumindest in nichtselbstständiger Beschäftigung solche Arbeitszeiten gemeinhin ausschließen. Die Studie bezieht jedoch die sogenannte Care-Arbeit, also beispielsweise Hausarbeit, Kinderbetreuung oder die Pflege Angehöriger, nicht mit ein, die dennoch zur Belastung beiträgt.

Betrachtet man beide Untersuchungen, wird klar, dass Work-Life-Balance nicht nur ein Modewort sein kann, sondern – wie es in vielen Unternehmen bereits gelebt wird – Grundlage für eine nachhaltig gesunde Arbeitsweise ist. Nur motivierte Beschäftigte mit angemessenem Workload können langfristig den erforderlichen Einsatz für das Unternehmen bringen, ohne Burn-out oder innere Kündigung. Gerade im Home Office ist es daher wichtig, die Mitarbeiter*innen bei klaren Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zu unterstützen, Rücksicht auf die individuelle Situation zu nehmen und Angebote zur Gesundheitsförderung, die unbedingt weitergeführt werden sollten, entsprechend anzupassen. Führungskräfte sollten sich regelmäßig fortbilden und überprüfen, ob Strukturen, Strategie, Arbeitsaufteilung und natürlich auch die Teamgröße den anfallenden Aufgaben noch gewachsen sind oder einer Weiterentwicklung bedürfen. Auch Maßnahmen zum Talentmanagement sowie die für viele Unternehmen gesetzlich vorgeschriebene Psychische Gefährdungsanalyse können helfen, übermäßige Belastungen zu identifizieren, abzufangen und Teams besser und resilienter aufzustellen.

Gesundheit erlebbar machen

Wissenschaftlich fundierte und praxiserprobte Gesundheitsförderungskonzepte bilden die Arbeitsgrundlage von IDAG. Gesundheit soll auch in der Unternehmenswelt erlebbar gemacht werden. Warum eine Zertifizierung gerade im BGM-Bereich so wichtig ist und welche Auswirkungen die Pandemie auf die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Kunden hatte, berichtet Geschäftsführer Dr. Patrick Anstett im Top Brand-Interview.

Dr. Patrick Anstett (links) und Dr. Pascal Senn, Geschäftsführer der IDAG GmbH

Sie wurden Anfang des Jahres als Top-Brand ausgezeichnet. Wie stehen Sie grundsätzlich zu einer derartigen Zertifizierung und welchen Benefit erhoffen Sie sich langfristig?

Wir wurden informiert, dass wir durch BGM-zertifizierte Unternehmen für die Nominierung empfohlen wurden. Dies war dann letztlich für uns eine gute Möglichkeit, uns von zahlreichen BGM-Anbietern, die mittlerweile auf dem Markt sind, ein Stück weit abzuheben. Für Unternehmen wird die Anbieterlandschaft mehr und mehr undurchsichtig und eine derartige Auszeichnung demonstriert unsere Anbieterqualität in vielerlei Hinsicht nach Außen – u.a. die Qualifikation der MitarbeiterInnen, die Qualität unserer Leistungen sowie auch die Professionalität unserer eigenen Firmenstruktur.

Langfristig werden solche Zertifizierungen immer mehr notwendig sein, um den Anbietermarkt etwas transparenter für die BGM-aktiven Unternehmen zu gestalten. Gerade auch im Sinne der Nachhaltigkeit sowie des BGM-Nutzens für Arbeitgeber sowie für die Belegschaft sollte auf seriöse Dienstleister und Berater zurückgegriffen werden, die nachweislich gewisse Qualitätsstandards einhalten.

Was haben Sie als schönstes Feedback von Kunden oder Partnern während des letzten Jahres bekommen?

Im Herbst letzten Jahres haben wir bei einer Firma den jährlich stattfindenden Gesundheitstag zum ersten Mal „coronabedingt“ digital umgesetzt. Inhaltlich war dieser bereits längerfristig geplant, wir haben lediglich das Format angepasst. Die BGM-Verantwortliche war als Moderatorin den ganzen Tag zugeschaltet und war zum einen dankbar und glücklich, dass der Tag trotz Pandemie stattfinden konnte, zum anderen war sie begeistert von den Möglichkeiten und der Rückmeldung bzgl. der digitalen Variante. Dies hat sie dann auch überaus positiv an uns zurückgespiegelt.

Bei welchen Herausforderungen können Sie Ihre Kunden unterstützen?

Wir geben beratend Hilfestellungen für BGM-Projektverantwortliche und bieten gezielte Mitarbeiter-Programme an zur Bewältigung von arbeitsplatzspezifischen Belastungen (z.B. werden gewerbliche MitarbeiterInnen überwiegend vor Ort erreicht, Home-Office-MitarbeiterInnen dagegen per digitaler Lösung). Dies können beispielsweise individuelle Screenings zum Thema Rücken, Ergonomie, Stress oder Ernährung sein, aber auch Vorträge, Workshops sowie Mitmachprogramme zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen – unter Berücksichtigung der jeweiligen Zielgruppe, der betrieblichen Rahmenbedingungen sowie abgestimmter Nachhaltigkeitskonzepte. Wir erarbeiten darüber hinaus in Workshops Lösungsstrategien zur Förderung des Wohlbefindens und zur Stärkung der Leistungsfähigkeit. Dies kann auch im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen erfolgen – eine gesetzliche Pflichtaufgabe für jedes Unternehmen.

Worauf sind Sie in Ihrem Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Krise besonders stolz?

Sehr viele Dienstleister im BGM-Bereich sind, wie auch wir, von der Krise betroffen, da sich bei unseren Kunden – den Unternehmen, Ämtern und anderen Organisationen – viel verändert hat (z.B. Kurzarbeit, andere Prioritäten, zu viel Tagesgeschäft). Wir haben als Team geschlossen auf die Krise reagiert, haben unser Portfolio stark erweitert sowie überwiegend selbst im Home-Office gearbeitet. Entscheidend war, dass wir unsere neuen digitalen Lösungen schnell umgesetzt haben und diese von unseren Kunden und Kooperationspartnern auch angenommen wurden. Unsere analogen Maßnahmen haben wir jedoch nie völlig eingestellt. In unterschiedlichen Einrichtungen wurden hier gemeinsam Hygienekonzepte entwickelt, die die Umsetzung von gezielten Maßnahmen auch vor Ort möglich gemacht haben. Ein Dank gilt an dieser Stelle auch unseren Kooperationspartnern und Kunden, die mit uns gemeinsam die Herausforderungen gemeistert haben.

Was möchten Sie beibehalten, was nicht?

Selbstverständlich werden wir zukünftig wieder mehr Präsenzaktionen umsetzen. Unsere digitalen Lösungen bleiben bestehen, dies betrifft nicht nur die BGF-Maßnahmenebene sondern auch diverse Abstimmungstermine und andere Meetings im Rahmen des BGM-Prozesses. Letztlich muss man zukünftig auch immer abwägen, welche Modelle (analog, digital oder hybrid) für welche Organisationsstruktur und Zielgruppe zielführend und nachhaltig sind – auch unter Berücksichtigung der jeweiligen Vor- und Nachteile analoger und digitaler Maßnahmen.

Wie schon erwähnt, haben Sie in dieser speziellen „Corona-Zeit“ unterschiedliche digitale Lösungen für Unternehmen entwickelt. Könnten Sie auf ein BGM-Projekt näher eingehen, dass Sie erst kürzlich im digitalen Format umgesetzt haben?

Ende April dieses Jahres haben wir mit unserem Kooperationspartner AOK Mittlerer Oberrhein sowie BGM-Top-Experten Prof. Dr. Volker Nürnberg einen digitalen BGM-Kongress konzipiert und umgesetzt. Wir konnten rund 150 Unternehmensvertreter aus dem gesamten Bundesgebiet (u.a. GeschäftsführerInnen, BGM-ManagerInnen) erreichen, was das große Interesse vieler Firmen an den Themen Mitarbeitergesundheit sowie analogen und digitalen Lösungsansätzen auch in Pandemiezeiten verdeutlicht. Wir erhielten im Nachgang viel positives Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auf diesen Erfahrungen werden wir aufbauen und weitere derartige digitale Veranstaltungen anbieten.

Gesundheitskompetenz und Corona

Das Leben in einer modernen Informations- und Wissensgesellschaft erfordert die tägliche Filterung von relevanten Fakten aus einer riesigen Flut an Wissen und Informationsquellen. Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie spielen die Informationen zu Gesundheitsthemen, wie beispielsweise gesundheitsfördernde Verhaltensweisen, Krankheitssymptome oder Behandlungsmöglichkeiten und Therapien eine zunehmend größere Rolle. Das Interdisziplinäre Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung (IZGK) und die Universität Bielefeld haben in diesem Zusammenhang eine repräsentative Bevölkerungserhebung zur Gesundheitskompetenz in Deutschland und eine Zusatzbefragung zur Gesundheitskompetenz vor und während der Corona-Pandemie durchgeführt.

Im Vergleich zu der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2014 konnte in der HLS-GER 2 und auch der Zusatzstudie HLS-GER 2 eine gesamtdeutsche Verschlechterung der Gesundheitskompetenz festgestellt werden. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (58,8%) besitzt demnach eine geringe Gesundheitskompetenz. Allerdings konnte dieser Wert im Laufe der Corona-Pandemie leicht nach unten korrigiert werden.
Die Studie zeigt außerdem eine soziale Ungleichverteilung der Gesundheitskompetenz und bekräftigte die Bedeutung vulnerabler Gruppen. Besonders deutlich werden die Unterschiede im Bereich der navigationalen Gesundheitskompetenz, also dem Umgang mit der Organisation des Gesundheitssystems, der Verständlichkeit von Reformen, sowie Patientenrechten und Qualitätsfragen. Aufgrund dieser Ergebnisse steigt die Bedeutung von differenzierten und zielgruppengerechten Interventionskonzepten.

Im Zuge der Informationsverarbeitung stellt die Beurteilung von Informationen die Menschen vor die größte Herausforderung. Die zunehmende Anzahl an Gesundheitsinformationen, aber auch an Fehl- und Falschinformationen, bedeutet daher eine zunehmende Schwierigkeit. Im Laufe der Corona-Pandemie verbesserte sich die Einschätzung der Befragten in diesem Bereich am meisten, befindet sich jedoch immer noch auf einem kritischen Niveau. Neben der Beurteilung wird auch das Auffinden von Informationen zur Gesundheitsförderung, aber auch beispielsweise zu notwendigen Auffrischungen von Impfungen oder die Verständlichkeit von Beipackzetteln als schwierig eingeschätzt.

Einen großen Entwicklungsrückstand zeigte die Studie im Bereich der digitalen Gesundheitskompetenz. Während die Beurteilung von digitalen Informationen vor der Corona-Pandemie als sehr schwierig eingeschätzt wurde und die Nutzung digitaler Angebote nur einen kleinen Anteil ausmachte, verbesserte sich die digitale Gesundheitskompetenz durch die Pandemie leicht. Dennoch gilt es hier, Möglichkeiten der Intervention zu nutzen, um den Anforderungen der zunehmenden Digitalisierung gerecht zu werden.

Die HLS-GER 2 und die Zusatzstudie HLS-GER 2 zeigen einen dringenden politischen Handlungsbedarf hinsichtlich der Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung. Dabei wird besonders deutlich, dass die umfangreiche Nutzung verschiedenster Kanäle zur Streuung von Gesundheitsinformationen durchaus wirksam ist, sofern eine passgenaue Zielgruppenansprache erreicht wird. Diese Erkenntnisse aus der Pandemiezeit sollten auf die zukünftige barrierefreie, zielgruppengerechte, verständliche und zuverlässige Gestaltung von Maßnahmen übertragen werden.

Die eigene Erfolgsgeschichte schreiben

WW, ehemals Weight Watchers, inspiriert Menschen weltweit dazu, gesunde Gewohnheiten in ihren Alltag zu integrieren. Neben dem bekannten Gewichtsmanagement setzt WW auch auf digitale Angebote und fachkundige Coaches. Wie Stefan Ryme, CEO von WW Deutschland, die Herausforderungen der Pandemie erlebt hat, erzählt er im Top Brand-Interview.

An Sie als Mensch und nicht als CEO eines ausgezeichneten Gesundheitsdienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

 

Die letzten zwölf Monate waren ohne Frage eine echte Herausforderung – sowohl für uns als Unternehmen und Team als auch für mich persönlich. Die Pandemie hat uns vor die Situation gestellt, einige tragende Angebote von WW – unsere physischen Workshops sowie die WW At Work Kurse in Unternehmen – innerhalb kürzester Zeit ins Digitale bringen zu müssen. Ziel dessen war, neben unseren grundsätzlich digitalen Produkten wie der App auch unsere persönlichen Services aufrecht erhalten zu können und gleichzeitig die nötige Sicherheit für Teilnehmer*innen und Coaches zu gewährleisten.

Innerhalb von sechs Tagen konnten wir diese Umstellung durch geballte Kraft und mit gemeinsamen Anstrengungen sehr schnell realisieren, was mich vor allem im Rückblick unheimlich stolz auf mein Team macht. Mir persönlich hat es gezeigt, dass auch solch herausfordernde Zeiten echte Chancen bieten können – wenn man sich gegenüber neuen Möglichkeiten nicht verstellt und agil seiner Strategie folgt. Denn was uns das Jahr 2020 auch noch einmal deutlich gemacht hat: WW ist mit der bereits vor der Pandemie angestoßenen Entwicklung in Richtung digitales Tech-Unternehmen exakt auf dem richtigen Kurs.

Ich persönlich musste in der Pandemie ganz neue Fitnessroutinen entwickeln. Vorher bin ich immer gerne joggen oder ins Fitnessstudio gegangen. Dann kam der Lockdown und aufgrund einer Muskelverletzung konnte ich auch nicht mehr joggen gehen. Die mangelnde Bewegung hat sich nicht nur auf meine körperliche, sondern auch auf meine geistige Fitness ausgewirkt. Ende vergangenen Jahres habe ich dann Radfahren für mich entdeckt und es macht mir großen Spaß. Im Winter habe ich mit Zwift trainiert, einem virtuellen Training in den Bereichen Rad- und Laufsport. Auch virtuelle Wettkämpfe können über die Plattform ausgetragen werden. Mir gefällt diese Form von Gamification sehr, weil sie Teilnehmer*innen hilft, mit Spaß gesunde Gewohnheiten zu etablieren.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?
Hat sich ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

Bei WW haben wir sehr schnell auf die durch die Pandemie hervorgerufenen Umstände reagiert: Die Herausforderung der Kontaktreduktion hat Menschen wie Dienstleister dazu gebracht, sich verstärkt virtuell zu orientieren. Um für unsere Kund*innen auch in dieser Zeit bereit zu stehen,  haben wir in kürzester Zeit unsere digitalen Services ausgebaut. Sei es durch die Umstellung unserer physischen Workshops auf virtuelle Treffen oder über zusätzliche Angebote in unserer App, wie zum Beispiel Audio-Coachings, Meditations-Einheiten oder Fitness-Videos. Wir haben also das letzte Jahr intensiv damit verbracht, die Marke WW zu stärken und zum Teil auch neu zu positionieren, virtuelle Angebote zu forcieren, weiterzuentwickeln und das Studio-Erlebnis vor Ort neu zu denken.

Als Organisation sind wir zudem – genau wie viele unserer Unternehmenskunden auch – seit Beginn der Pandemie im März 2020 im Home Office. Ein Arbeiten, das zum einen innerhalb kürzester Zeit technisch möglich gemacht, aber auch in der täglichen Zusammenarbeit ganz neu gelernt werden musste. Enorm wichtig ist uns dabei insbesondere im Home Office, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem gesunden Lebensstil zu unterstützen und ihre Resilienz zu stärken. Heute, gut ein Jahr später, kennen und schätzen wir viele Vorteile dieser unerwarteten Entwicklung: Zum Beispiel, dass sich dadurch ganz neue Möglichkeiten und Benefits im Recruiting neuer Mitarbeiter*innen ergeben oder dass gemeinsame Unternehmensführung und vertrauensvolle Zusammenarbeit keine permanente Vor-Ort-Präsenz brauchen. 

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Für mich ist WW vor allem ein Unternehmen, das einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, mit dem jeder – ob im privat familiären sowie im Arbeitsumfeld – sein persönliches Wohlbefinden selbst gestalten kann. Dies beginnt bei der Ernährung, geht über die tägliche Aktivität und einen erholsamen Schlaf bis hin zum eigenen Mindset. Das bedeutet: WW ist kein Diätprogramm, sondern die Inspiration zu einem gesunden Lebensstil, der unsere Teilnehmer in jeder Lebenslage stärkt.

Insbesondere jetzt, wo unser Alltag verstärkt zur täglichen Herausforderung wird sowie Privates und Berufliches nicht nur räumlich immer mehr miteinander verschmelzen, braucht es Arbeitgeber*innen, die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter*innen übernehmen und diese proaktiv, körperlich wie mental, fördern. WW ist dafür ein starker, lebensnaher Partner, der jeden dort abholt, wo er steht und von dort zu gesunden Gewohnheiten führt.

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Wir wollen auch in Zukunft Menschen weiterhin dabei unterstützen, ihre eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben und ihr persönliches Wohlbefinden selbst zu gestalten. Dazu verbessern wir unser Programm sowie unsere Services immer weiter, indem wir aktuelle Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft und Verhaltensforschung sowie die Wünsche unserer Teilnehmer*innen einfließen lassen.

Auf eben dieser Basis beruht zum Beispiel auch unser neuestes Produkt, das wir kürzlich in Deutschland gelauncht haben: Digital 360 – ein neuartiges Erlebnis, speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse digital-affiner Menschen, deren Alltag sehr aktiv und “always on” ist. Die Teilnehmer*innen können neben allen Features der WW App zudem individuelle Unterstützung erwarten und sich ihr eigenes virtuelles Support Team aus WW Pros zusammenstellen. Digital 360 bietet tägliche Live Sessions, interaktive Digital-Events zu Ernährung, Bewegung oder Mindset sowie exklusive Inhalte wie Podcasts mit internationalen Gästen und Wellbeing-Expert*innen – live und on demand. In Kürze wird dieses neue Produkt übrigens auch für unseren Unternehmenskunden verfügbar sein.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Insbesondere unsere Corporate Kunden haben uns gespiegelt, dass sie derzeit vor allem die persönliche Unterstützung durch ihren Coach und den regelmäßigen Austausch in der Community vermissen. Daher nehmen vor allem viele berufstätige Mitglieder die neuen virtuellen Workshops als eine ungeahnte Bereicherung wahr. Dank der vielen Terminangebote des deutschlandweiten Kalenders können sie individuell und flexibel teilnehmen – so wie es ihr Zeitplan zulässt.

Studie: 65.000 unbesetzte Stellen im Handwerk

Der Fachkräftemangel im Handwerk ist bereits lange bekannt, verschärft sich aber weiterhin: einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)» zufolge fehlen aktuell bereits 54.000 Gesell*innen und insgesamt rund 65.000 Arbeitskräfte. Das betrifft auch Handwerker*innen mit Meistertitel, die für die Ausbildung des Nachwuchses, aber auch als Unternehmensnachfolger*innen dringend benötigt werden; hier sind derzeit 5.500 Stellen offen. Für Kund*innen entstehen so oft lange Wartezeiten, während die Unternehmen weniger Aufträge entgegennehmen können. Besonders betroffen sind der Baubereich sowie Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Zusätzlich steht das Handwerk vor der Herausforderung, offene Ausbildungsplätze zu besetzen. Der Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, spricht von einem Imageproblem»; Jugendliche wüssten zu wenig über die Möglichkeiten der Berufe, insbesondere über deren Vielfalt und Zukunftssicherheit. Dabei ist das Gehalt nicht der entscheidende Faktor; gerade gegenüber vielen geisteswissenschaftlichen Studiengängen besteht hier kaum ein Nachteil. Der Fokus sollte daher einerseits darauf liegen, die Attraktivität des Handwerks zu stärken und herauszustellen, andererseits die Sicherheit zu schaffen, dass Beschäftigte nachhaltig gefördert werden und sich mit dem Unternehmen identifizieren können, um im Wettbewerb um die dringend benötigten Fachkräfte zu bestehen. Viele Betriebe setzen dafür bereits auf unterschiedliche Strategien aus Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Diese möchte auch in diesem Jahr der Corporate Health Award wieder sichtbar machen: mit der Verleihung des Sonderpreises „Gesundes Handwerk“ gemeinsam mit der IKK classic, dem Partner des Handwerks». So konnte der Gewinner des letzten Jahres, der Willicher Stautenhof, mit seinem eigens eingerichteten Betriebskindergarten sowie stetigen Verbesserungen in der individuellen Arbeitsplatzgestaltung überzeugen.

„Bei dieser starken Konkurrenz um Fachkräfte müssen Betriebe sich deutlich von ihren Wettbewerbern abheben, um sich als gute Arbeitgeber zu präsentieren“, so Steffen Klink, Director of Social Sustainability bei EUPD Research und Leiter des Corporate Health Awards. „Der Einsatz für ein tolles Betriebsklima und die nachhaltige Gesundheit der Beschäftigten stellt Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements dar, die Auszubildende und Beschäftigte zur Identifikation mit dem Unternehmen bringen und den Erfolg sicherstellen.“

„Aufgeben war nie eine Option“

Die Betriebliche Suchtprävention Miehle ist auf die Entwicklung nachhaltiger struktureller und individueller Faktoren spezialisiert, die der Entwicklung von Suchterkrankungen entgegentreten. Im Interview spricht Geschäftsführer Patrick Durner über die Herausforderungen, die Pandemie und Home Office für eine erfolgreiche Suchtprävention darstellen, aber auch den eigenen Umgang mit den Einschränkungen.

An Sie als Mensch und nicht als CEO eines ausgezeichneten Gesundheitsdienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

 

Die größte Herausforderung war, fehlende Planbarkeit auszuhalten. Selbst ein Jahr später ist ja noch nicht wirklich klar, wann es wieder eine Form von „Normalität“ geben kann. Und auf einige meiner großen Leidenschaften verzichten zu müssen, wie z.B. Snowboarden, fiel mir enorm schwer. 

Der inzwischen schon traditionelle jährliche Winterurlaub mit meinem Vater war die letzten Jahre immer ein Highlight für mich. Dass auch dieser leider nicht stattfinden konnte, fand ich schon sehr traurig.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?
Hat sich ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

Der erste Lockdown war schon eine Herausforderung. Von jetzt auf gleich alle Seminare abgesagt und keine Perspektive, wann und wie es weitergehen kann. Mir hat es unheimlich geholfen, nach wie vor täglich in mein Büro zu fahren und mich intensiv mit den Möglichkeiten der digitalen Welt zu beschäftigen. Aufgeben war nie eine Option, sodass ich viel Arbeit in unsere digitalen Angebote gesteckt habe, die sich nun langsam auch auszahlt.

Das Portfolio hat sich erweitert und temporär gibt es aufgrund der Gegebenheiten wohl hauptsächlich Onlineveranstaltungen. Perspektivisch ist das aber nicht meine Zielsetzung, nur noch Onlinetrainings anzubieten. Dafür liebe ich den direkten Kontakt mit den Teilnehmenden zu sehr. Zwischenmenschlich passiert doch deutlich mehr in Präsenz, als online. Alles kann und wird die digitale Welt nicht ersetzen können. Zum Glück 😉

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Für diese Auszeichnung bin ich sehr dankbar, denn das bestätigt meinen unermüdlichen Einsatz, unser Angebot zu modernisieren und noch besser an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Meine Steckenpferde sind die Themen Suchtprävention und digitale Balance. Beides Themen, die uns in Gegenwart und Zukunft weiter beschäftigen werden. Durch Homeoffice und remote working fallen Mitarbeitende mit problematischem Konsum deutlich weniger auf. Heißt Suchtprobleme können sich in aller Ruhe entwickeln, ohne dass KollegInnen oder Vorgesetzte irgendetwas merken. Genau deshalb ist jetzt der Zeitpunkt, sich mit Suchtprävention zu beschäftigen, um frühzeitig die schweren Verläufe mit langen Ausfallzeiten oder drastischen Konsequenzen zu verhindern. Und auch die Digitale Balance ist in einer volldigitalisierten Welt eine notwendige Kompetenz um langfristig gesund zu bleiben. Wir unterstützen Behörden und Unternehmen mit einem breiten Angebot zu den Themen Suchtprävention und digitale Balance. Von den klassischen Trainings für Azubis, Führungskräfte, Betriebs- oder Personalräte bis in die Managementebene über die Ausbildung von betrieblichen Ansprechpersonen Suchtprävention bis hin zur  Unterstützung bei der Entwicklung eines Gesamtkonzepts zur betrieblichen Suchtprävention. Unsere Stärke ist, dass wir auf vielfältigste Erfahrungen mit verschiedensten Kundentypen zurückgreifen können. Von kleinen und mittelständischen Unternehmen über bayerische oder Bundesbehörden bis hin zu internationalen Großkonzernen ist so ziemlich alles dabei. Dadurch können wir die unterschiedlichen Bedürfnisse absolut zielgerichtet bedienen.

Eine Stärke ist auch die Fokussierung auf das Thema Suchtprävention. Heißt wir sind sowohl im Thema Sucht als auch im Thema Prävention Experten. Nur weil jemand sich im Thema Sucht auskennt, heißt das nicht automatisch, dass er auch Prävention gut kann. Denn Prävention lebt von den Methoden, von den Emotionen. Sucht hat immer mit Emotionen zu tun. Emotionen, die erzeugt oder die betäubt werden sollen. Prävention muss deshalb ebenfalls an den Emotionen andocken. Reine Informationsvermittlung ist als Präventionsmaßnahme erwiesenermaßen unwirksam.

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Da gibt es Einiges. Die Ideen gehen mir irgendwie nie aus 😉

Konkret auf der Agenda steht die Optimierung des begleitenden E-Learnings zu unserer Ausbildung zur betrieblichen Ansprechperson Suchtprävention. Die Ausbildung besteht aus dem E-Learning und den Präsenzterminen, sodass digitale Wissensvermittlung und Kompetenzerwerb durch Anwenden, Üben und Verinnerlichen sich ideal ergänzen.

Das E-Learning wird sukzessive wachsen und weiterentwickelt, auch auf Basis der Rückmeldung der Teilnehmenden. Ich möchte gerne die maximale Nutzerfreundlichkeit und Freude am Lernen für das Selbststudium erreichen und dabei die wachsenden Möglichkeiten der digitalen Informationsvermittlung optimal nutzen.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Eigentlich bin ich dankbar für jedes einzelne Seminar, das letztes Jahr stattfinden konnte. Egal ob digital oder in Präsenz. Das Vertrauen unserer Kunden und die Offenheit, sich auch auf unsere digitalen Angebote einzulassen sind tatsächlich das schönste Feedback. Und das weiß ich sehr zu schätzen.

„Für so ein Team kann man nur dankbar sein“

VisionGesund ist ein mehrfach ausgezeichneter Gesundheitsdienstleister mit den Kernthemen BGM, BGF und Gefährdungsbeurteilung Psyche, der sich für maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen einsetzt. Im Interview sprechen die Geschäftsführer Michael Bode und Lukas Loewe über die Auswirkungen der Digitalisierung und ihren Fokus auf hohe Qualität.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden – welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Michael Bode: Ich freue mich immer, wenn jemand das Wort Vision benutzt – schließlich steckt es nicht umsonst in unserem Unternehmensnamen. Die Visionen sind riesig. Wir wollen weiterhin zu den Top-Qualitätsdienstleistern gehören. Kleinunternehmen haben es nicht leicht, den Riesen der Branche mit ihren großen Marketing-Budgets die Aufmerksamkeit abzunehmen. Die Digitalisierung stellt weiterhin eine große Chance dar, um flexibel in kleinen Projektgruppen zu arbeiten. Kurze, zielgerichtete und online moderierte Treffen werden lange, halbtägige Projektsitzungen ablösen.

Lukas Loewe: Dafür haben wir alle Beratungs- und Dienstleistungen inzwischen digitalisiert, ein eigenes Videostudio und mehrere Videokonferenz-Arbeitsplätze eingerichtet. Die so angebotene Qualität werden wir kontinuierlich verbessern und reduzierte Kosten durch bspw. wegfallende Übernachtungen und Fahrten eins zu eins an unsere Kund*innen weitergeben. Wir sind in Gesprächen mit einigen großen Konzernen, welche in unterschiedlichen Kontexten Gesundheitsprojekte umsetzen wollen – auch hier bremst die Pandemie leider etwas aus.

Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Lukas Loewe: Die schon angesprochene Digitalisierung ist ein riesiger Treiber bei uns. Wir können beispielsweise den Prozess der Gefährdungsbeurteilung psychicher Belastung zu 100% digital moderieren – das bietet ganz neue Chancen und Möglichkeiten für zum Beispiel Außendienstler oder dezentrale Organisationen. Aktuell laufen viele dieser psychichen Gefährdungsbeurteilungen fehlerhaft oder die internen Projektleitungen sind schlichtweg von der Fülle der Informationen überrascht.

Michael Bode: Genau, dazu haben wir sieben kurze Tutorial-Videos» auf unsere Website gestellt, in denen wir die wichtigen Schritte einfach und kurzatmig skizzieren. Wir hoffen, damit auch denjenigen einen einfachen Einstieg zu geben, die bei dem Thema noch unsicher sind. Außerdem planen wir zusammen mit dem Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement eine Veranstaltung, um die Qualität in der Umsetzung der GB Psyche zu stärken. Aus unseren Projekten wird uns gespiegelt, dass unsere Art und Methodik einen tatsächlichen Erfolg bietet – Erfolge für Unternehmen und ihre Mitarbeiter*innen werden ermöglicht, wenn man nicht alleine das gesetzliche Minimum erfüllen will.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kund*innen während des letzten Jahres?

Michael Bode: Wenn am Ende eines langen Workshops alle Teilnehmer*innen ihre Zufriedenheit äußern und die Ziele erreicht wurden, dann ist das ein prima Feedback. Die Krone wurde dem Ganzen aufgesetzt, als wir vor Kurzem durch die Wirtschaftswoche in einer Befragung von über 12.000 Entscheider*innen, Einkäufer*innen und Nutzer*innen zum besten Mittelstands-Dienstleister deutschlandweit in der Branche Gesundheitsmanagement ausgezeichnet wurden. Ehrlicherweise haben wir erst bemerkt, dass es diese Befragung und Auswertung gab, als wir aus unserem Netzwerk darauf aufmerksam gemacht wurden.

Lukas Loewe: Wir sind dankbar für diese großartige Auszeichnung und auch ein kleines bisschen stolz. Die Qualität unserer Dienstleistungen ist bei uns mehr als ein Lippenbekenntnis und das kommt scheinbar gut an. Jede*r im Team VisionGesund brennt für die eigene Arbeit – für so ein Team kann man nur dankbar sein. Es gibt auch Niedrigpreis- und Massenanbieter in unserer Branche. Die Auszeichnungen bestätigen uns aber, wenn es um die Gesundheit geht, sind hohe Qualität und eine empathische, umfassende Beratung wichtiger, als das günstigste Angebot abzugeben.

Was bedeutet die Bundesnotbremse für Unternehmen?

Am 21. April hat der Bundestag einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes zugestimmt, die auch die sog. Bundesnotbremse enthält. Mit den darin formulierten Maßnahmen soll endlich die dritte Welle der Corona-Pandemie gebrochen, die Intensivstationen entlastet und der Impffortschritt gefördert werden. Sie greifen einheitlich im gesamten Bundesgebiet, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen der Schwellenwert von 100 bei der Anzahl von Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen überschritten wird. Doch was bedeuten die neuen Regelungen für Unternehmen?

Home Office: Pflicht für Unternehmen und Beschäftigte

Während bisher stets zur Einrichtung von Home Office gedrängt wurde, werden Unternehmen nun gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Beschäftigten nach Möglichkeit von zu Hause arbeiten zu lassen. Wichtige Neuerung: die Mitarbeiter*innen müssen diese Möglichkeit auch wahrnehmen, sofern bspw. die häusliche Situation nicht entschieden dagegen spricht.

Zwei Testangebote pro Woche

Arbeiten Beschäftige nicht ausschließlich zuhause, muss der Arbeitgeber nun zwei Tests zum Nachweis des Corona-Virus pro Woche zur Verfügung stellen. Infrage kommen dafür sowohl Antigen-Schnelltest als auch Schnelltests oder PCR-Tests. Wie bisher müssen die Mitarbeiter*innen diese Angebote jedoch nicht annehmen.

Erhöhung der Kinderkrankentage

Mit den Kinderkrankentagen können Eltern ihren Nachwuchs nicht nur während dessen Krankheit betreuen, sondern auch auf die Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen reagieren, beispielsweise bei Schul- und Kitaschließungen. Mit der neuen Regelung haben Eltern nun 30 Tage pro Kind zur Verfügung, Alleinerziehende sogar 60. Bisher gab es nur einen Anspruch auf 20 bzw. 40 Tage, an denen 90 Prozent des Nettoverdienstes als Kinderkrankengeld ausgezahlt werden.

Schließung von Geschäften

Bei einer entsprechenden Inzidenz muss der Einzelhandel im betroffenen Gebiet wieder schließen. Click&Collect bleibt jedoch weiterhin erlaubt, und bis zum Überschreiten eines Inzidenzwertes von 150 an drei hintereinanderfolgenden Tagen ist unter bestimmten Auflagen auch der Einkauf nach Terminvereinbarung möglich. Zu diesen Auflagen gehört ein aktueller negativer Corona-Test, die Beschränkung auf eine bestimmte Kundenzahl je nach Verkaufsfläche sowie die Angabe der Kontaktdaten zur Nachverfolgung.

Freizeiteinrichtungen inklusive Gastronomie müssen jedoch weiterhin geschlossen bleiben, Essen darf jedoch zum Abholen und Mitnehmen angeboten werden.

Ausgangssperre

Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr des Folgetages gilt in den Gebieten mit entsprechenden Inzidenzen eine Ausgangssperre, bis 24 Uhr dürfen Einzelpersonen für Sport oder Spaziergänge aber noch unterwegs sein. Arbeitswege sind von dieser Regelung explizit ausgenommen, es kann jedoch zu lokalen Einschränkungen im ÖPNV kommen.

Corona-Krise: Auswirkungen der Pandemie auf die Psyche

Während der Corona-Krise haben die psychischen Belastungen stark zugenommen. Dies zeigt eine Auswertung von 7000 anonymisierten Fällen durch ICAS, einem Anbieter von Externer Mitarbeiterberatung EAP.

Erkenntnisse aus dem EAP-Beratungsdienst

ICAS behandelte zwischen dem 1. Februar und dem 31. Dezember 2020 38% mehr Fälle als im gleichen Vorjahreszeitraum. Es zeigte sich, dass die Corona-Pandemie starke Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat – auch wenn man selbst nicht direkt vom Virus betroffen ist. Zu Beginn der Pandemie herrschten rechtliche Fragen zu Themen wie Annullierung von Reisen und Flügen oder Kurzarbeit vor. Nach kurzer Zeit wurde jedoch ein starker Anstieg des Stress-Levels und eine deutliche Zunahme von gesundheitsbelastenden Themen registriert. Die dafür typischen Gründe waren:

  • die Veränderung der gewohnten Strukturen durch den Lockdown (Home Office, Fernunterricht, Kinderbetreuung usw.)
  • die Sorge um Familienangehörige und Freunde, die zur Risikogruppe gehören
  • das Fehlen von ausgleichenden Tätigkeiten wie Sport, Freunde treffen und anderen Freizeitaktivitäten
  • Beziehungsprobleme
  • Einsamkeit, fehlender Austausch, Isolation
  • existentielle Ängste bedingt durch Kurzarbeit und der drohenden Wirtschaftskrise mit Restrukturierungen und Entlassungen
  • Suchtprobleme, insbesondere Alkoholkonsum

Im Vergleich zum letzten Jahr stieg der Anteil an Menschen, die unter Konzentrationsschwierigkeiten, depressiver Verstimmung, Angststörungen und Panikattacken litten, erheblich an. Auch psychosomatische Symptome wie Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen oder Magen- und Darmbeschwerden nahmen stark zu. Auffällig ist, dass nicht nur vorbelastete Personen unter Depressionen oder Angststörungen litten, sondern auch solche, die bis anhin noch nie mit psychischen Problemen zu kämpfen hatten.

Der Anteil an psychischen und emotionalen Themen – im Vergleich zu rechtlichen Themen – stieg von 50% im Vorjahr auf 61% an. Die Fälle waren insgesamt komplexer und schwerwiegender als vor der Pandemie. Dies führte auch dazu, dass mehr Personen persönliche Beratungssitzungen bei unseren Psychotherapeuten in Anspruch nahmen.

Es erstaunt nicht, dass die Leistungsfähigkeit aufgrund der Belastungen, welche die Pandemie mit sich brachte, deutlich abnahm. Nur noch 76% aller Anrufenden fühlten sich in ihrer Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 86%.

Auch Führungskräfte suchten vermehrt Unterstützung, denn neben den persönlichen Belastungen, die die Krise mit sich brachte, der hohen Arbeitslast und der gestiegenen organisatorischen Anforderungen aufgrund von Home Office, Sicherheitsmaßnahmen etc., mussten sich die meisten Vorgesetzten von einem Tag auf den anderen neue Skills für das Führen auf Distanz aneignen und auf den vermehrten Einsatz elektronischer Kommunikations-Tools umstellen. Wichtig war die Frage, wie Vorgesetzte die für die Mitarbeiterführung notwendige Kommunikation in den jetzt virtuellen Teams aufbauen und pflegen können. Ein großer Teil der Arbeitszeit musste neu in Kommunikation, Mitarbeitergespräche und den Aufbau von virtuellen Teams investiert werden.

EAP-Services bieten wichtige Unterstützung

Psychische Belastungen und Ängste müssen jederzeit, aber vor allem jetzt in der Krise, ernst genommen werden, denn sie verursachen einen erheblichen Produktivitätsschwund mit schwerwiegenden Folgen für Unternehmen und Gesellschaft. Für fast alle Menschen ist durch die Pandemie eine neue Realität entstanden, die ein erhebliches Drohpotenzial mit sich führt.

Krankheitsbedingte Absenzen wegen psychischer Erkrankungen sind gemäß Zahlen der Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren bereits um 35% gestiegen – und das schon vor der Pandemie. Eine aktuelle Studie der WHO besagt, dass Fehlzeiten bei psychischen Erkrankungen 50% länger dauern als diejenigen bei physischen Leiden. Es braucht daher nicht viel Phantasie um sich den weiteren Anstieg an Kosten und Leistungsverlusten, die die Corona-Krise verursacht, vorzustellen. Vor allem, wenn die neue Normalität erst Ende 2021 beginnt.

Eine der wichtigsten Investitionen, die ein Unternehmen in der aktuellen Situation tätigen kann, sind Lösungen, die Mitarbeitende gezielt in ihren Stressbelastungen unterstützen. Ein EAP-Service, wie ICAS ihn anbietet, ermöglicht Mitarbeitenden und Führungskräften, frühzeitig negative und leistungseinschränkende Entwicklungen wahrzunehmen und eine wirksame Unterstützung zu erhalten. Die Externe Mitarbeiterberatung fördert Gesundheit und Resilienz, was nicht nur den Abbau von Leistungsfähigkeit verhindert, sondern durch den besseren Umgang mit krankmachendem Stress auch bisher blockiertes Leistungspotenzial freimacht. Dies dürfte in schwierigen Zeiten ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg sein.

ICAS bietet den Mitarbeitenden ihrer Kundenunternehmen 24/7 psychologische und emotionale Unterstützung sowie rechtliche Beratung an. Zudem werden Vorgesetzte in ihrer Führungsrolle während der Pandemie mit diversen Angeboten gefördert.
Kontakt: info@icas-eap.de oder +49 69 663 77 980

Weitere Informationen zu den ICAS EAP Services: www.icas-eap.de

Digital durch die Krise

Hanako ist ein moderner Gesundheitsdienstleister und Innovationsführer auf dem Markt für Gesundheitsleistungen. Nun wurde das Münchner Unternehmen als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet. Wir haben mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Michael Mayr darüber gesprochen, welche Rolle Digitalisierung und Prävention für die Mitarbeitergesundheit spielen und wie wichtig ein persönliches Gesundheitsbewusstsein ist. 

An Sie als Mensch und nicht als CEO eines ausgezeichneten Gesundheitsdienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

Als Vater in einer Patchworkfamilie mit acht Kindern und Geschäftsführer und Mitgründer von drei Unternehmen habe ich schon viel erlebt und an Lebenserfahrung sammeln dürfen. Die Corona-Pandemie hat uns aber alle plötzlich vor ganz neue Herausforderungen gestellt und viele Anpassungen und Einschränkungen von uns abverlangt. Solche Zeiten sind auch von vielen Unsicherheiten und Ängsten begleitet.

Für mich persönlich hat sich bewiesen, dass eine innere Ruhe, die Familie und Werte wie Vertrauen, Offenheit und Zuversicht für mich ganz wichtig sind, solche Krisen gut zu überstehen. Ich durfte aber auch lernen, dass man gewisse Grundsätze immer wieder hinterfragen sollte. Früher war ich der Meinung, ich muss in meiner Rolle immer im Büro oder beim Kunden sein und war häufig weit über zwölf Stunden unterwegs. In den letzten 12 Monaten war ich nur zweimal beim Kunden und sechsmal im Büro, der Rest erfolgte über Videokonferenzen. Ich habe noch nie so fokussiert gearbeitet, gleichzeitig mehr geschlafen, Sport gemacht und Zeit mit der Familie verbracht. Diese Erkenntnis wird auch nach der Pandemie meinen Arbeitsalltag nachhaltig verändern.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?
Hat sich ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

Wir wurden natürlich auch von der Pandemie überrascht und haben sehr schnell Mitte März 2020 auf Homeoffice umgestellt. Die Mitarbeitenden haben hervorragend reagiert und es hat reibungslos funktioniert. Durch die Krise sind auch für unserer Kunden und das betriebliche Gesundheitsmanagement neue Rahmenbedingungen entstanden. Gesundheitstage, Kurse, Trainings und andere präsenzbasierte Maßnahmen können nicht wie gewohnt stattfinden. Unser Dienstleistungsgeschäft – die Durchführung von medizinischen Gesundheitschecks vor Ort in Unternehmen – mussten wir ebenfalls einstellen und konnten es bis heute nicht wieder aufnehmen.
Dabei ist es gerade jetzt – das belegen verschiedene Studien – so wichtig, einen gesunden Lebensstil zu fördern und Gesundheitsrisiken zu minimieren.
Digitale Lösungen passen perfekt in die neue Situation, da sie jederzeit und überall nutzbar sind. Sie funktionieren nicht nur im Büro oder in der Werkshalle, sondern auch bei den Beschäftigten zu Hause. Deshalb haben wir die Entwicklung unserer Gesundheitsplattform weiter forciert. Sie wurde mittlerweile vom „BGM-Papst“ Prof. Dr. Nürnberg als die medizinisch beste digitale BGM-Lösung am Markt testiert. Die Nachfrage nach digitalen BGM-Lösungen hat durch die Corona-Krise weiter zugenommen und wir haben mittlerweile verschiedene renommierte Kunden wie z.B. die Daimler AG gewinnen können.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Mit unserem medizinischen Geschäftsführer Prof. Dr. Nixdorff – einem führenden Präventionsmediziner in Deutschland – und unseren IT-Experten nutzen wir optimal die Potenziale der Digitalisierung für die Gesundheit der Mitarbeiter. Unsere Gesundheitschecks, medizinische Präventionsuntersuchungen, die direkt vor Ort in den Unternehmen durchgeführt werden, bieten eine 360-Grad-Sicht auf die individuelle Gesundheits- und Risikosituation der Mitarbeiter.
In Zeiten der Coronavirus-Pandemie stehen die BGM-Verantwortlichen der Unternehmen allgemein vor großen Herausforderungen: viele BGM-Angebote, Team- und Sport-Events sind vollständig weggebrochen. Durch die Home-Office-Situation ist eine persönliche Begleitung und direkte Kommunikation mit den Beschäftigten nochmal erschwert worden.
Unsere Gesundheits-App, die auch unabhängig von den Gesundheitschecks eingesetzt werden kann, begleitet die Mitarbeiter bei der Verbesserung ihres Lebensstils. Die App analysiert das individuelle Gesundheitsverhalten, bereitet die Ergebnisse transparent auf und ermittelt die wichtigsten Handlungsfelder. Sie schlägt bedarfsgerechte Ziele vor und verknüpft sie mit einer breiten Auswahl voll integrierter digitaler Angebote von über 20 Partnern, darunter zum Beispiel Kaja oder 7Mind. Mit Activity Tracking und Gruppenwettbewerben motiviert die Hanako-App zu mehr Bewegung. Durch die gemeinsame Aktivität wird das Zusammengehörigkeitsgefühl der Beschäftigten gesteigert – gerade in der aktuellen Situation ein wichtiger Aspekt. Die Gesundheitsverantwortlichen können eigene Angebote, Nachrichten und Belohnungen in die App einstellen und direkt mit ihren Beschäftigten kommunizieren. Damit stellen wir Unternehmen optimale Möglichkeiten für ein voll integriertes, medizinisch fundiertes und hocheffizientes betriebliches Gesundheitsmanagement bereit.

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Die Menschen wünschen sich ein gesundes und glückliches Leben. Die Gesundheitskosten explodieren weltweit und die Unternehmen werden durch Krankheitsfolgen immer mehr belastet. Der Schlüssel heißt hier Prävention. Moderne und personalisierte Präventionsbegleitung muss in Zukunft digital erfolgen und ggf. analog unterstützt werden. Wir gewinnen schon heute Einblicke in die Zusammenhänge zwischen medizinischen Daten, Lebensstildaten und Daten aus Activity Tracking. Das ist das optimale Fundament, um unsere personalisierten Präventionsangebote für die Zukunft weiter auszubauen. Ich persönlich finde es faszinierend und es gibt mir unglaublich viel Antrieb, die neuen digitalen Möglichkeiten zu nutzen, um möglichst vielen Menschen zu helfen, länger, gesünder und glücklicher zu leben.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Wir bekommen sehr viel positives Feedback von den Nutzern unserer Angebote sowie den BGM-Verantwortlichen bis hin zu Vorständen unserer Kunden. So hat uns ein Kunde stolz einen zweiseitigen Artikel aus deren Mitarbeiterzeitschrift übersendet. Dort steht: „Wow – dieses Wort beschreibt genau, wie gut die mobile Gesundheitsvorsorge von Hanako bei unseren Mitarbeitern angekommen ist“, und darunter werden begeisterte Mitarbeiter zitiert und das hervorragende Ergebnis einer Feedbackbefragung dargestellt.
Stolz macht uns auch die Nominierung zum „Top Brand Corporate Health 2021“ durch Kunden und dass wir laut den Experten zu den besten Gesundheitsdienstleistern zählen.
Das alles bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und es spornt uns an, unsere Kunden auch in Zukunft mit innovativen und qualitativ hochwertigen Angeboten zu begleiten.

Haben Sie zum Abschluss noch einen persönlichen Gesundheits-Tipp für unsere Leser*innen?

Ich habe die letzten Jahre sehr viel über Lebensstil und Gesundheit gelernt, aber die Experten dazu in unserem Unternehmen sind Prof. Dr. Nixdorff und Mathias Maul. Deshalb ein rein persönlicher Tipp von mir: Ich glaube, eine positive Einstellung und Lebensfreude sind die besten Voraussetzungen für einen gesunden Lebensstil. Natürlich benötigt man aber auch das entsprechende Bewusstsein, welches Verhalten sich wie auf die Gesundheit auswirkt. Schließlich sind es nicht die großen Verhaltensänderungen, die wir nur kurze Zeit durchhalten, sondern die kleinen Gewohnheiten, die wir dauerhaft umsetzen, die sich besonderes positiv auf die Gesundheit auswirken. So habe ich zum Beispiel von den negativen Auswirkungen von Zucker auf unseren Körper gelernt und habe seit über fünf Jahren keine Softdrinks wie Cola oder Fanta getrunken – und ich vermisse nichts, weil ich auch sehr schnell gemerkt habe, wie gut mir das tut. So gibt es viele kleine Verhaltensänderungen in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Entspannung, die leicht umsetzbar sind und in Summe einen großen Beitrag zu Wohlbefinden und Gesundheit leisten können. Mich persönlich motiviert es zusätzlich, wenn ich dann über Fitnesstracker Bio-Feedback von meinem Körper sehe. Man kann zum Beispiel erkennen, wie gewisse Lebensstilgewohnheiten zu einem reduzierten Ruhepuls und verbesserter Schlafqualität führen.