Betriebliches Gesundheitsmanagement in Zeiten von Corona – gefördert oder vernachlässigt?

Viele der von März bis August 2020 durch EUPD Research befragten Unternehmen haben mehrheitlich angegeben, dass sie Corporate Health Management ganz klar als entscheidenden Faktor für die Erhöhung des Employer Brandings und der Mitarbeiterbindung sowie als sehr wichtiges Zukunftsthema sehen:

Außerdem hatten sie auch schon ganz konkrete Pläne für 2020 und 2021 hinsichtlich der Themen, Konzepte und Handlungsfelder, die sie als Nächstes in ihrem Unternehmen angehen oder implementieren wollen:

Dennoch kämpfen viele Unternehmen aktuell nach wie vor oder wieder um die Existenz bzw. sind noch damit beschäftigt, die durch Corona aufgetretenen Probleme abzuarbeiten. Mitarbeiter*innen waren oder sind in Kurzarbeit, befinden sich dauerhaft im Home Office, Geschäftsreisen wurden vielerseits abgesagt. Die Auftragslage ging in vielen Branchen zurück.

Da ist es nur verständlich, dass Themen, die gerade nicht existenziell erscheinen, schnell in den Hintergrund rücken können. Dazu gehört in manchen Fällen leider auch das betriebliche Gesundheitsmanagement. Diese Rückmeldung haben wir teilweise auch in direkten Gesprächen mit den Unternehmensverantwortlichen erhalten, die diese Entwicklung zwar bedauern, zur Zeit aber keine andere Möglichkeit sehen. 

Dazu kommt, dass das Budget für Gesundheitsmanagement in Krisenzeiten oft unsicher ist und die Unternehmen Investitionen nur zögerlich tätigen. Laut Deutschlands größter Arbeitgeberstudie whatsnext2020», einer Kooperation von Techniker Krankenkasse (TK), dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) und Haufe, hängt die Tatsache, ob Budget in Krisenzeiten bereitgestellt wird, sehr stark vom Reifegrad des BGM in den jeweiligen Organisationen ab. Diejenigen Unternehmen, die bereits ein ganzheitliches BGM etabliert haben, gehen weit weniger davon aus, dass ihr Budget in Krisenzeiten reduziert werden muss (36,9%), während diejenigen Unternehmen, die bisher nur vereinzelte Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung umgesetzt haben oder bei denen sich das BGM erst im Aufbau befindet, mit nur noch 33,6 % davon ausgehen, dass die Krise nicht eine Budgetreduzierung zur Folge hat.

Darüber hinaus gibt es auch regionale Unterschiede. Bei der Budget-Thematik zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Fast die Hälfte der befragten Unternehmen aus dem Norden geht von einer Reduzierung des Budgets für BGM/ BGF in Krisenzeiten aus. Bei den süddeutschen Unternehmen sind es nur 39,3 %.

Trotzdem bleibt festzustellen, dass rund 85,5 % der Geschäftsführer die Rolle des BGM als sehr hoch und als entscheidenden Erfolgsfaktor für ein Unternehmen einstufen.

Außerdem gibt es laut IFBG statistisch betrachtet keine bedeutenden Veränderungen hinsichtlich der Relevanz der abgefragten BGM-Themen im Laufe des Befragungszeitraums zu verzeichnen. Corona und der zwischenzeitliche Lockdown haben die großen Entwicklungen im Bereich New Work und BGM, wie etwa die Beschleunigung der digitalen Zusammenarbeit und der Wunsch nach flexibleren Arbeitsstrukturen, lediglich beschleunigt.

Was tue ich aber nun als Unternehmen am besten? Sicherlich steht die Sicherung der Existenz und der Arbeitsplätze erstmal im Vordergrund.

Trotzdem sollten bereits implementierte BGM Strukturen sowie konkrete Maßnahmen weiterverfolgt und an die aktuelle Situation angepasst werden. Hier ist es wichtig zu schauen: Was braucht es jetzt am dringendsten? Auch die Gesundheitsmanager sind gefragt. Werden zum Beispiel aktuell besonders Führungskräftecoachings zu Remote-Führung und den damit verbundenen Herausforderungen benötigt? Oder liegt der Bedarf vielleicht gerade verstärkt bei Angeboten zum Thema Mental Health oder zur Möglichkeit der sozialen Interaktion von isolierten Mitarbeiter*innen im Home Office? Sind es digitale Tools, die die Zusammenarbeit aus der Ferne erleichtern? Wie kann ich mein vielleicht knappes Budget trotzdem effektiv einsetzen? Welchen Nutzen bringen mir steuerlich günstige §20-Angebote?

Jedes Unternehmen ist ein individuelles holistisches System und sollte auch als solches betrachtet werden. Nur dann kann die individuelle Analyse und Beratung gerade in Krisenzeiten gelingen und erfolgreich sein.

Sollten Sie aktuelle Unterstützung, Beratung oder Tipps benötigen, kontaktieren Sie uns gern: 
k.steinbeck@eupd-research.com»
Tel:  +49 (0)228-97143-67

VUCA oder: Führung auf Distanz

Gerade auch für Führungskräfte stellt die Umstellung der Arbeitswelt als Antwort auf die COVID-19-Pandemie eine Herausforderung dar. Während viele Arbeitnehmer*innen sich im Home Office eingerichtet haben und dort ihren Arbeitsalltag planen, sind ihre Chefs weiterhin für die nun digitale Koordination von Teams zuständig, für die Lenkung ihrer Prozesse und die Sicherstellung der Kommunikation zwischen und mit den Mitarbeiter*innen. Die Aufgaben haben sich nicht geändert – der Umgang damit aber grundlegend.

Merkmale dieser Situation werden schon länger unter dem Stichwort VUCA» zusammengefasst:

V = Volatility (Unbeständigkeit)
U = Uncertainty (Ungewissheit)
C = Complexity (Komplexität)
A = Ambiguity (Mehrdeutigkeit)

Durch neue Fallzahlen oder geänderte Rahmenbedingungen nach Vorgabe von Bund und Ländern ändern sich die Umstände ständig. Die Dynamik der Zusammenarbeit wird von den vielen Variablen der orts- und zeitflexiblen Arbeit beeinflusst, und der fehlende direkte Kontakt führt oft zu einem Gefühl eines ebenfalls fehlenden Überblicks.

Dieser Kontrollverlust trifft, je nach bisherigem Führungsstil, manche Führungskräfte stärker als andere, aber alle müssen lernen, diesen auszuhalten und in kreative Bahnen zu lenken. Dazu gehört insbesondere die Kommunikation mit den Mitarbeiter*innen, die nun viel stärker individualisiert stattfindet und den jeweiligen Unterschieden Rechnung tragen muss – wer braucht wirklich wie viel Feedback? Bei wem stehen bspw. zusätzliche Belastungen durch die Home Office-Situation einer guten Arbeitsatmosphäre und der Motivation entgegen, und was kann das Unternehmen dagegen tun? Welche Art des Kontakts und welche digitalen Tools sind dafür geeignet?

Gerade diese neue, verstärkte Fürsorge kann eine zusätzliche Belastung für Führungskräfte darstellen. Auch sie müssen aufpassen, ihre eigene Resilienz nicht zu überfordern, und einer zeitlichen Entgrenzung entschieden entgegentreten. Micromanagement ist nun weniger gefragt als klare Strukturen, Empathie, Vertrauen und Sicherheit.

Remote-Führung bleibt also ein Lernprozess für alle Beteiligten.

Was bedeuten die neuen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung für Arbeitgeber*innen?

Deutschland bereitet sich auf die „Zweite Welle“ der Covid-19-Pandemie vor. Am 14. Oktober lud Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin zum „Coronagipfel“ der Bundesregierung und der Bundesländer», um die Herausforderungen und mögliche Maßnahmen» zu diskutieren, damit die Pandemie eingedämmt werden kann, ohne dass Gesellschaft und Wirtschaft einen allzu großen Schaden davontragen.

Neben Verordnungen, die das gesellschaftliche Miteinander regeln wurden auch einige Maßnahmen beschlossen, die sich an Unternehmen richten. Darunter sind beispielsweise Finanzhilfen für Unternehmen, die aufgrund der neuen Regeln ihren Geschäftsbetrieb einschränken müssen.

Eine endgültige Entscheidung über die Zulässigkeit eines Beherbergungsverbots, wie es bereits in einigen Bundesländern eingeführt wurde, soll erst im November getroffen werden. Dies ist sehr umstritten, da es nicht nur Reisende auf der Suche nach einer Unterkunft vor Herausforderungen stellt, sondern auch Hotels daran hindert, Gäste aufzunehmen und Umsätze zu erwirtschaften, die in der ohnehin schon stark gebeutelten Tourismusbranche schon eine sinkende Tendenz aufzeigen. Auch für Geschäftsreisen stellen diese Regeln eine Herausforderung dar.

Im kürzlich vorgestellten Herbst-Gemeinschaftsgutachten des Instituts für Wirtschaft in Kiel (ifW Kiel), des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin), dem ifo-Institut, dem Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. und weiteren Instituten wird deutlich, dass die Corona-Pandemie erhebliche Einschnitte für die deutsche Wirtschaft mit sich bringt. Wurde im April dieses Jahres noch vorausgesagt, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 4,2 Prozent schrumpfen würde, so wurde diese Prognose nun auf einen Rückgang um 5,4 Prozent korrigiert.

Gefahren für Betriebe und Arbeitnehmer*innen

Im Zuge der sich allmählich zuspitzenden „Zweiten Welle“ der Pandemie befürchten viele Unternehmen erneute geschäftseinschränkende Maßnahmen, wie sie bereits im Frühjahr eingesetzt wurden. Damals durften Gaststätten wochenlang keine Kundschaft im Laden begrüßen, der Einzelhandel musste seinen Betrieb gänzlich einstellen. Nur Geschäfte, die die Versorgung mit Lebensmitteln sicherstellten, durften noch öffnen.

Auch ein milliardenschwerer Rettungsschirm der Bundesregierung konnte offenbar nicht alle Unternehmen vor dem wirtschaftlichen Aus oder einer Umstrukturierung bewahren. Damit verbunden sind auch zahlreiche Arbeitsplätze, die in den vergangenen Monaten abgebaut werden mussten bzw. derzeit in Gefahr sind. Diese Unsicherheit wirkt sich dauerhaft auch auf die Mitarbeiter*innen aus, die durch die permanente wirtschaftlich bedingte Drucksituation anfälliger für psychische Belastungen» wie Panikattacken oder Depressionen werden und sich krankschreiben lassen.

Arbeitgeber*innen müssen also zwei Herausforderungen meistern: das eigene Unternehmen profitabel halten und die Führung so gestalten, dass die Belegschaft psychisch entlastet» wird.

Gibt es bald ein Recht auf Homeoffice?

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat angekündigt, sein „Mobile-Arbeit-Gesetz“ vorzulegen. Dieses sieht unter anderem vor, dass Arbeitnehmer*innen in Berufen, in denen dies möglich ist, künftig einen gesetzlichen Anspruch darauf haben, mindestens 24 Tage im Jahr vom Homeoffice aus»  zu arbeiten.

Ausgangspunkt ist laut Hubertus Heil die Corona-Pandemie, welche den Arbeitsalltag in vielen Organisationen nachhaltig auf den Kopf gestellt hat. Unternehmen, die vorher ausschließlich auf Büropräsenz bestanden, waren plötzlich dazu gezwungen, ihre Mitarbeiter*innen vom Homeoffice aus arbeiten zu lassen, um den Betrieb auch während der verschärften gesetzlichen Hygienebestimmungen zu gewährleisten. Während einige Expert*innen schon prognostizierten, dass es künftig keine Büros mehr geben wird, dürfte es in der Praxis immer mehr Unternehmen geben, die das Homeoffice allmählich wieder einschränken.

Arbeitgeber*innen sollten allerdings darauf hören, was ihre Mitarbeiter*innen sich wünschen: Wie die LinkedIn-Umfrage zum Homeoffice vom Juni 2020 ergab, können sich 51% der Befragten vorstellen, weiterhin im Homeoffice zu bleiben, um Social Distancing zu wahren.

Herausforderungen für Führungskräfte

Die Vorteile der Remote-Arbeit liegen für Arbeitnehmer*innen auf der Hand: Sie sparen sich zum Teil lange Anfahrtswege, können ihren Arbeitstag flexibler gestalten und verringern gesundheitliche Risiken. Allerdings sind diese Möglichkeiten auch mit Risiken verbunden, die von den Arbeitgeber*innen und Führungskräften berücksichtigt und antizipiert werden müssen. Dazu gehört die zunehmende Entgrenzung des Arbeitstages ebenso wie die psychischen Risiken, sich durch den fehlenden persönlichen Kontakt zu Kolleg*innen den Arbeitstag über sehr einsam zu fühlen. Aber auch Führung muss remote anders gedacht werden. Führungskräfte müssen beispielsweise ein Gespür dafür entwickeln, wie viel sie mit ihren Teams kommunizieren: einige Mitarbeiter*innen brauchen gerade remote viel Kommunikation mit ihren Führungskräften, für andere Mitarbeiter*innen kann dies schnell anstrengend werden und sich wie Kontrolle anfühlen. Die Teams sollten daher vorab untereinander eine Lösung abstimmen, wie viel oder wie wenig Kommunikation notwendig ist, um einen reibungslosen und vertrauensvollen Arbeitsablauf zu gewährleisten.

Anstieg der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz durch Corona

Eine sich stetig und schnell entwickelnde Arbeitswelt bringt neben vielen Chancen auch Risiken mit sich, auf die Unternehmen und Arbeitnehmer*innen reagieren müssen. Dazu gehört, dass die Krankheitstage wegen psychischer Belastungen oder Verhaltensstörungen allein zwischen 2008 und 2016 um 125% gestiegen sind. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin führt das in ihrem Stressreport» vor allem auf erhöhte Anforderungen an Arbeitszeit und Arbeitsort zurück, bei gleichzeitig geringem Einfluss der Arbeitnehmer*innen. Symptome sind insbesondere Schlafstörungen und häufige Erschöpfung. Dies zeigt, dass Unternehmen das Thema Mental Health noch besser in ihre Unternehmensstrategie integrieren müssen.

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung haben die psychischen Herausforderungen für Mitarbeiter und Unternehmen an deutschen Arbeitsplätzen zusätzlich verstärkt. Weitere Belastungen sind hinzugekommen, beispielsweise soziale Isolation im Home Office, Angst um die eigene Gesundheit oder vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. In einer Studie von DearEmployee» ist der Anteil der Befragten, die ihre eigene psychische Gesundheit als „schlecht“ einschätzen, seit April um 2,2% auf nun 7,1% gestiegen; jede*r 5. Arbeitnehmer*in ist stark belastet, jede*r 14. stark gefährdet, den Belastungen nicht standzuhalten. Untersucht wurde das Item „emotionale Erschöpfung“, ein Burnout-Symptom.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass die durchschnittliche Beanspruchung durch alle Arbeitsbereiche hinweg sich kaum verändert hat. Grund dafür ist, dass einige der Corona-Maßnahmen durchaus auch positive Veränderungen mit sich gebracht haben. Dazu gehören zum Beispiel flexiblere Arbeitszeiten, Ausfall von Projekten oder die grundsätzliche Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten. Während dies natürlich auch Belastungen wie besagte soziale Isolation oder Mehrbelastung durch zusätzliche Betreuungsaufgaben mit sich bringen kann, schätzen viele Arbeitnehmer*innen die Flexibilität und Selbstbestimmtheit.

Neben dem Anspruch auf Home Office für Arbeitnehmer*innen will die Bundesregierung noch in diesem Jahr eine Offensive für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz starten, wie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bereits im September ankündigte». Auch das Gesundheits- und das Familienministerium sowie über fünfzig Institutionen wie Krankenkassen und Berufsgenossenschaften sollen dabei involviert werden, um eine möglichst umfassende Strategie zu entwickeln.

Der erste Aufschlag: Online-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“ erfolgreich gestartet

Bonn, 7. Oktober 2020 – Am 29.09. startete die interaktive Online-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“ der Corporate Health Initiative mit dem Branchenfokus Informations- und Kommunikationstechnologie.

Das Format ist das erste seiner Art im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement und gibt Unternehmensverantwortlichen sowie Entscheidern aus BGM und Human Resources einen branchenspezifischen Überblick über Innovationen und Herausforderungen im Corporate Health Management.

Die rund 70 Teilnehmer erhielten bei der Premiere von „Corporate Health Management in Deutschland“ Input von drei führenden Experten zu den branchenspezifischen HR- und BGM-Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnikbranche. Im Anschluss an die Vorträge erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit ihren Fragen an die Referenten zu wenden.

Prof. Dr. Volker Nürnberg (Partner BDO und Mitglied des Expertenbeirats Corporate Health Award) gab einen Einblick über die veränderten Bedürfnisse von Mitarbeitern seit Beginn der Covid-19-Pandemie: nicht nur Arbeitsprozesse und Meetings werden zunehmend virtuell vorgenommen, auch Führung muss sich an die Herausforderungen der zunehmend virtualisierten Arbeitswelt anpassen und gerade in Corona-Zeiten und vor dem Hintergrund der explosionsartig angestiegenen Zahlen von psychisch bedingten Fehltagen noch mehr auf die Mitarbeiter und deren Wohlergehen achten. Er berichtete außerdem von einem aktuell stattfindenden Wertewandel von reiner Kosteneffizienz hin zum größeren Invest in die eigenen Mitarbeiter und warum es so wichtig ist, sich als Unternehmen diesem Wandel anzuschließen.

Dr. Anne-Katrin Krempien, Leitende Ärztin Deutsche Telekom AG, stellte den Teilnehmern das BGM bei der Deutschen Telekom als Best Practice vor. Als eines der ersten Unternehmen hat die Deutsche Telekom ein internes Programm entwickelt, das Mitarbeiter dabei unterstützt, ihre psychische Gesundheit zu fördern, mit Stresssituationen umzugehen und die eigene Resilienz zu stärken. Die Unterstützung der Geschäftsführung ist dafür entscheidend.

Hanako ist eine der führenden digitalen Gesundheitsplattformen für den BGM-Bereich. Veronika Mayr stellte die digitale Gesundheitsplattform, die auch als App zur Verfügung steht, in ihrem Vortrag vor. Das Besondere: durch die Kombination von Gesundheitscheck-ups vor Ort und personalisierten Gesundheitsangeboten unterstützt Hanako die Mitarbeiter dabei, einen gesünderen Lebensstil zu führen, sich persönliche Ziele zu setzen und diese datenschutzkonform zu tracken.

Steffen Klink, Director der Corporate Health Initiative: „Mit der Online-Reihe Corporate Health Management in Deutschland möchten wir Unternehmen stärker auf die immense Bedeutung eines strategischen Corporate Health Managements aufmerksam machen und mithilfe unserer hochkarätigen Experten an die Hand nehmen. Es darf nicht der Eindruck entstehen, es gehe rein um Maßnahmen und Angebote zur Gesundheitsförderung. Nur die bereichsübergreifende Interaktion zur Förderung der sozialen Nachhaltigkeit zwischen HR, Marketing, Arbeitsmedizin, Betriebsrat und der Geschäftsführung führt zur gesünderen und leistungsfähigen Belegschaft und zur wirtschaftlich zukunftsfähigen Organisationsausrichtung. Gesunde Mitarbeiter sind der Schlüssel für erfolgreiche Unternehmen.

Im Rahmen der Online-Reihe werden ab September die einzelnen Wirtschaftsbranchen in ihrer Vielfalt und mit ihren besonderen Herausforderungen in Bezug auf Corporate Health Management präsentiert und mit den aussagekräftigen Zahlen und Daten aus den Analyse und Zertifizierungsprozessen der CHI und des CHA sowie tollen Best Practices untermauert.

Den Live-Mitschnitt sowie alle Unterlagen zum Download finden Sie unter:

https://www.ch-initiative.de/online-branchenkonferenz/

Über die Corporate Health Initiative:

Die fachliche Expertise der Corporate Health Initiative resultiert aus über 15 Jahren Erfahrung aus dem von EUPD Research und dem Handelsblatt initiierten Corporate Health Award. Seit 2009 wurden anhand des zugrundeliegenden Qualitätsmodells (Corporate Health Evaluation Standard) mehr als 4.800 Organisationen bei der Evaluation und Optimierung ihres Corporate Health Managements sowie der angeschlossenen HR-Prozesse begleitet. Das Mitgliedernetzwerk der Corporate Health Initiative richtet sich an Arbeitgeber, die erkannt haben, dass die Gesundheit der eigenen Mitarbeitenden ihr wertvollstes Potential ist. EUPD Research sichert als führendes Marktforschungs- und Managementberatungsunternehmen im nachhaltigen Corporate Health Management die qualitativen und kommunikativen Prozesse der Initiative. Mit dem Corporate Health Award, der Corporate Health Initiative, der Corporate Health Akademie, der jährlich erscheinenden Studie zum Gesundheitsmanagement in Deutschland sowie den zahlreichen Aktivitäten als Sozialforschungsunternehmen in der Analyse und Beratung, agiert die EUPD als maßgebliches Stimmungsbarometer für aktuelle Themen, Trends und Entwicklungen in der strategischen HR-Arbeit. Gemeinsam mit einem starken Partnernetzwerk wird die Schaffung gesunder Arbeitsbedingungen und hocheffizienter betrieblicher Managementsysteme flächendeckend für alle Branchen gefördert.

Mehr Informationen unter www.ch-initiative.de

New Work: Sind Frauen die Verlierer der Corona-Pandemie?

Die Pandemie deckt viele Problemstellen unserer Arbeitswelt auf. Während ganze Branchen, zum Beispiel der Event- und Messebereich, immer noch vor existenziellen Schwierigkeiten stehen, konnte immerhin die Kurzarbeit in vielen Unternehmen wieder zurückgefahren werden. Die Erkenntnisse aus den letzten Monaten werden uns jedoch noch lange beschäftigen und stellen die Organisation der Arbeitswelt vor neue Herausforderungen. Für Arbeitgeber ist es daher wichtig, diese in Zukunft stärker zu berücksichtigen. Vor allem Frauen, insbesondere Mütter, werden von den erschwerten Bedingungen besonders belastet.

Zwar wurden deutlich mehr Männer als Frauen in Kurzarbeit geschickt, was aber auch an den unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkten liegt. Dennoch sind Frauen nicht nur aufgrund des „Gender Pay Gap“, also der unterschiedlichen Lohnhöhe für Männer und Frauen, die laut einer aktuellen Studie von Mercer» zwischen 5,5 und 19,3 Prozent liegt, viel stärker betroffen. Zusätzlich spielen noch steuerliche Gegebenheiten eine Rolle. Insbesondere das verbreitete Steuermodell des Ehegattensplittings mit der Kombination der Steuerklassen 3 und 5 ist hierfür verantwortlich, wie der Deutsche Juristinnenbund aufzeigt». Da Lohnersatzleistungen wie das Kurzarbeitergeld vom Nettolohn abhängen und dieser im Splittingmodell deutlich niedriger ist, verringert sich das Gehalt verheirateter Frauen sehr viel stärker als die eigentlich vorgesehene Kürzung.

Auch die bereits vorher stark vorhandene Mehrfachbelastung von Müttern ist während der Pandemiezeit nochmal gestiegen: Dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge» sind sie deutlich häufiger ins Home Office gegangen (28%, gegenüber 17% der männlichen Arbeitnehmer) und waren damit während der Schließungen von Betreuungseinrichtungen und Schulen für weitere Care-Arbeit sowie für das Home Schooling verantwortlich. Und das, obwohl bereits vor Corona Frauen laut BMFSFJ» 52,4% mehr unbezahlte Sorgearbeit übernahmen als Männer.

Linked Personnel Panel Beschäftigtenbefragung 2019 und April/Mai 2020 (N=1.060). Balanciertes Panel. Angaben sind gewichtet.
© IAB

Neben den wichtigen politischen Ansätzen wie der Streichung des Ehegattensplittings zugunsten einer gemeinsamen Steuerklasse IV oder der Erhöhung von Kinderkrankentagen bedeuten diese Erfahrungen für Arbeitgeber, bei zukünftigen Maßnahmen die geschlechterspezifischen Situationen besser zu berücksichtigen. Dazu gehört es, eine gerechte Arbeitsverteilung zu ermöglichen, z. B. durch flexiblere Arbeitszeiten im Home Office, möglichst unkomplizierte Regelungen bei Betreuungsausfall, um alle Elternteile zu entlasten.

Arbeitgeber-Studie zum BGM: Führungskräfte müssen auf Mitarbeitergesundheit achten

Führungskräften kommt bei den Themen Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine besondere Bedeutung zu. Das zeigt die deutsche Arbeitgeberstudie zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) „#whatsnext2020 – Erfolgsfaktoren für gesundes Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“, die von der Techniker Krankenkasse herausgegeben wurde.

Kurzfristige Maßnahmen durch Corona

Die Arbeitswelt befindet sich in einer großen Phase des Wandels. Während Industrie 4.0 und die Digitalisierung bereits seit einigen Jahren immer stärker in den Unternehmen implementiert wurden, hat die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung rapide beschleunigt.

Um den Betrieb auch in Zeiten von Social Distancing und verschiedener gesetzlicher Hygienemaßnahmen zu ermöglichen, mussten Arbeitgeber zügig handeln und auch in Organisationen, wo dies bislang nicht denkbar war, mobile Arbeit ermöglichen. Im Herbst 2020, also nur wenige Monate nach Ausbruch der Pandemie, gehören Videokonferenzen und Remote-Arbeit inzwischen zum Standard in der Arbeitsorganisation.

Führungskräfte verantwortlich für Motivation und Zufriedenheit

Wie die neue Arbeitgeberstudie zum BGM „#whatsnext2020 – Erfolgsfaktoren für gesundes Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“, der Techniker Krankenkasse (TK) in Kooperation mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) und der Haufe Group nahe legt, müssen Führungskräfte stärker denn je daran arbeiten, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert und zufrieden sind. Laut der Studie sind demnach sechs von zehn befragten Arbeitgebern (59,9 %) der Meinung, dass Führungskräfte von großer bzw. eher großer Bedeutung für die Gesundheit der Belegschaft sind.

Damit einhergehend haben auch weitergehende Maßnahmen wie die psychologische Gefährdungsbeurteilen eine wichtige Rolle bei der Planung von BGM. Hier gaben 91,6 Prozent der Führungskräfte an, dass es in ihrem Unternehmen bereits Prozesse zur Ermittlung der psychischen Belastung der Arbeit gibt.

Führungskräfte sind eine entscheidende Stellschraube. Die hohe Relevanz des Themas Gesunde Führung spiegelt sich aber noch nicht in einer flächendeckenden Umsetzung wider. Hier haben wir Krankenkassen viele Angebote zur Unterstützung.

Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse

Für die Studie wurden im Zeitraum vom 17. Februar bis 31. März 2020 rund 1200 Geschäftsführer, Personal- und Gesundheitsverantwortliche aus der freien Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst zu Themen der BGM im eigenen Unternehmen befragt.

Zur gesamten TK-Studie»

Start der Online-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“

Bonn, 23. September 2020 – Am 29. September 2020 startet die Corporate Health Initiative (CHI) ihre Online-Konferenz-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“. Thema der mehrteiligen Webinare sind die unterschiedlichen Herausforderungen, Bedarfe und Lösungsansätze einzelner Branchen im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Anhand des Corporate Health Evaluation Standards» sowie der jährlich daraus resultierenden deutschlandweit einmaligen Branchen-Studien werden Trends analysiert und den Teilnehmern in der zugehörigen Branchen-Online-Konferenz durch Experten nähergebracht.

Hochkarätige Referenten und Learnings aus der Corona-Pandemie

Im Fokus des ersten Webinars steht die Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche. Prof. Dr. Volker Nürnberg, Partner BDO Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Mitglied des Expertenbeirats Corporate Health Award, zieht in seinem Beitrag ein Fazit zu den Learnings der Corona-Krise für das Betriebliche Gesundheitsmanagement.

„Auf das digitale BGM wirkt Corona wie ein Beschleuniger. Es wird in den nächsten Monaten stark an Bedeutung zunehmen“, erklärt Volker Nürnberg und empfiehlt allen Unternehmensverantwortlichen die Teilnahme am Webinar. Die Erfahrungen, Learnings und Lösungen sind auch auf andere Branchen übertragbar.

Veronika Mayr vom Gesundheitsdienstleister Hanako GmbH, spricht in ihrem Beitrag über die Vorteile von digitalen personalisierten Lösungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Einblicke aus dem Best Practice des Corporate Health Management des Unternehmens gibt Dr. Anne-Katrin Krempien, Leitende Ärztin Deutsche Telekom AG.

Sie sagt: „Der Erhalt und die Steigerung der Gesundheit der Beschäftigten nimmt im Hinblick auf die zukünftigen Herausforderungen eine immer höhere Bedeutung ein.“

Unternehmen müssen BGM auch im Homeoffice umsetzen

Durch die Covid-19-Pandemie hat sich die Arbeitswelt verändert. Mittlerweile wissen wir, dass diese Änderungen nicht nur temporärer Natur sind, sondern das Homeoffice eine dauerhafte Lösung für viele Mitarbeiter darstellt. Eine neue Studie legt nahe, wie Unternehmen sich auf die neue Situation einstellen müssen.

Wie können Angestellte von ihren Arbeitgebern dabei unterstützt werden, auch in ihren eigenen vier Wänden einen produktiven und gesunden Arbeitsalltag zu gewährleisten? Mit dieser Fragestellung hat sich die Studie „Gesundes Homeoffice“ befasst, die im Zuge der Corona-Krise von der mhplus Krankenkasse und der SDK Süddeutsche Krankenversicherung durchgeführt wurde und bei der rund 1.500 Arbeitnehmer befragt wurden.

Mehr als jeder vierte 18- bis 34-jährige Befragte gab an, dass er sich Schulungen in Bezug auf Ernährung, gesunde Sitzhaltung und Bewegung im Homeoffice wünscht. Vor allem Schulungen in Bezug auf Zeitmanagement und Arbeitsplanung stehen hierbei ganz oben auf der Wunschliste. Rund ein Drittel der Befragten wünscht sich hierbei Unterstützung durch den Arbeitgeber. Ca. 30 Prozent der befragten Teilnehmer unter 35 gab zudem an, dass ihnen eine klare Abgrenzung zwischen Arbeit und freier Zeit sehr am Herzen liegt.

Für viele Unternehmen wie Angestellte ist das Thema Homeoffice noch immer recht ungewohnt – erst die Covid-19-Pandemie hat sie dazu gezwungen, sich mit flexiblen Arbeitsformen auseinanderzusetzen. Die Gefahr psychischer Belastungen ist sehr hoch, wenn zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine klaren Grenzen festgelegt werden und Arbeitnehmer das Gefühl haben, ständig erreichbar sein zu müssen. Aus diesem Grund ist Betriebliches Gesundheitsmanagement unverzichtbar, damit Mitarbeiter sich auch außerhalb des gewohnten Büroumfeldes gesundheitsförderlich verhalten, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben.

Zur Arbeitnehmerstudie Gesundes Homeoffice »