2020 – Ein Rückblick

Erinnern Sie sich noch an den Jahresanfang 2020? Wir alle haben Pläne gemacht, uns auf Erfolge gefreut und nicht geahnt, welche Herausforderungen auf uns zukommen; nun ist das Jahr vorbei und es erscheint sowohl unendlich lang als auch überraschend kurz. Was ist in dieser Zeit passiert?

Wir freuen uns, dass wir viele unserer wichtigen Vorhaben umsetzen konnten, darunter die neue Qualitätsauszeichnung „Top Brand Corporate Health“. Damit möchten wir zu mehr Transparenz im Markt der Gesundheitsdienstleister beitragen.

Auch der Corporate Health Award konnte seine erfolgreiche Geschichte fortsetzen: insgesamt 352 Unternehmen und Organisationen haben sich dem anspruchsvollen wissenschaftlichen Auswahlprozess gestellt, sogar mehr als im Vorjahr. Die digitale und mediale Verleihung der Awards hat ungeahnte positive Aspekte für Preisträger und Initiatoren hervorgebracht – dennoch würden wir uns natürlich freuen, wenn wir im nächsten Jahr wieder eine „Präsenz-Verleihung“ hinzuziehen können.

Die Entwicklung der Corporate Health Initiative kann sich ebenfalls sehen lassen. Es hat sich gezeigt, dass der Großteil der Unternehmen die Investition in die Gesundheit der Mitarbeiter*innen weiterhin als sinnvolle Investition in die eigene Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit betrachtet und wir freuen uns über alle diejenigen Unternehmen, die sich in diesem Jahr zu uns gesellt haben. Auch durch die in 2020 gestartete Online-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“ konnte einer Vielzahl an Unternehmen die notwendigen Impulse für ihr Gesundheitsmanagement liefern.

Nun befinden wir uns in der Erstellung der jährlichen Trendstudie. Wir können uns im kommenden Jahr also auf spannende Ergebnisse freuen, wo die Organisationen in Deutschland aktuell stehen und welche Prioritäten sie setzen.

Herzlich bedanken möchten wir uns bei unseren Partnern, deren Zusammenarbeit wir sehr schätzen.

Nun wünschen wir Ihnen frohe Weihachtstage, eine friedliche und erholsame Zeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Danke für die vielen Impulse und Begegnungen, die Anteilnahme, das Vertrauen und Interesse. Bleiben Sie gesund! Auf ein erfolgreiches gemeinsames Jahr 2021.Hel

Berufliche Inklusion

Ausgerechnet im 100. Jahr der Einführung der Schwerbehindertenvertretung» sinkt die Beschäftigungsquote von behinderten Arbeitnehmer*innen aufgrund der Corona-Krise deutlich: im Vergleich zum Vorjahr sind über 13 Prozent mehr schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet», viele Unternehmen mussten sogenannte Außenarbeitsplätze – also die Ausleihe von Mitarbeiter*innen aus Behindertenwerkstätten – abbauen, um Kurzarbeitsgeld zu beantragen.

Dabei ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt für schwerbehinderte Arbeitnehmer*innen sowieso schon nicht einfach. Zum Welttag der Behinderten am 3. Dezember konstatierte Jürgen Dusel, der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, dass für die berufliche Inklusion noch sehr viel zu tun sei»: Mehr als 40.000 Unternehmen, die gesetzlich dazu verpflichtet wären, behinderte Arbeitnehmer*innen einzustellen, kommen dieser Auflage nicht nach. Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeiter*innen, die nicht fünf Prozent der Arbeitsplätze mit behinderten Arbeitnehmer*innen besetzen, müssen stattdessen eine Abgabe zahlen. Diese soll laut Arbeitsminister Hubertus Heil ab dem Jahr 2022 verdoppelt werden», um die „Nullbeschäftiger“ stärker in die Verantwortung zu nehmen. Für diese schwingen häufig falsche Vorurteile mit, wenn es um die Einstellung von Menschen mit Behinderung geht: geringere Leistungsfähigkeit, höhere Fehlzeiten, hoher Kündigungsschutz und teure Investitionen in den Barriereabbau von Gebäuden. Dabei machen Rollstuhlnutzer*innen nur einen bestimmten Anteil aus, auch viele andere Gründe, beispielsweise Herzfehler oder eine Diabeteserkrankung, können zur Anerkennung einer (Schwer-)Behinderung führen, was je nach Aufgabenbereich keinen Einfluss auf die Berufsausübung hat. Auch werden Umbauten in den meisten Fällen übernommen.

Viele Erfolgsgeschichten» zeigen außerdem, dass die Beschäftigung im normalen Arbeitsmarkt nicht nur die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung fördert. Auch der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen kann sich sehr positiv entwickeln – Stichworte Diversity & Inclusion (D&I)».

Gesundheitsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) befürchten häufig eine hohe Belastung durch Nachhaltigkeitsvorgaben oder auch Maßnahmen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Laut BVMW» besteht diese vor allem durch hohen Bürokratieaufwand, verbunden mit den fehlenden Strukturen und Ressourcen für BGM, das eher durch die starke operative Einbindung der Geschäftsleitung aufgefangen wird. Eine Studie von Olbrecht Consulting» aus 2019 zeigt, dass 26% der befragten Geschäftsführer von KMU keine BGM-Maßnahmen planen, ein Großteil davon sieht entweder keinen Nutzen darin oder zu wenig, um das Tagesgeschäft damit zu belasten. Die Studie zeigt aber auch, dass 90% derjenigen Unternehmen, die ein BGM implementiert haben, darin eine soziale Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeiter*innen sehen. 70% verstehen es als Investition in die Zukunft.

©Olbrecht/Krebs 2019

Immer mehr KMU setzen mittlerweile auf die Implementierung von BGM – und können damit ihre besonderen Stärken ausspielen.

Denn viele kleine und mittlere Unternehmen sind bereits sehr gut aufgestellt, lediglich die strategische Nutzung ihrer Ressourcen fehlt. Zu ihren Vorteilen zählen kurze Dienstwege, Flexibilität und die persönliche Bindung bzw. die Identifikation der Mitarbeiter*innen mit dem Betrieb. Gute Fachkräfte zu halten ist für diese Unternehmen besonders wichtig, sodass viele Leistungen, die dem BGM zugerechnet werden können, bereits freiwillig erbracht werden. Gerade während der letzten Monate hat sich gezeigt, dass diese Eigenschaften während Belastungszeiten den Unterschied machen können, da während der Corona-Pandemie an vielen Stellen gespart werden musste».

Der Gewinner ist… Vorankündigung zum 12. Corporate Health Award

Am 9. Dezember 2020 werden die gesündesten Arbeitgeber Deutschlands bekanntgegeben.

Bonn/Düsseldorf, 3. Dezember 2020 – Das kann sich sehen lassen: 25 Preisträger aus Wirtschaft und Verwaltung und acht Sonderpreise für exzellente Ergebnisse im Bereich Corporate Health Management und Unternehmensstrategie: der renommierte Corporate Health Award von EUPD Research und Handelsblatt prämiert jährlich öffentlichkeitswirksam die besten Unternehmen und Organisationen Deutschlands in 15 Branchen. Neben den Klassen „Großunternehmen“ und „Mittelstand“ werden Sonderpreise für herausragende Leistungen in den Kategorien „Gesunde Hochschule BGM & SGM“, „Gesundes Handwerk“, „Digital Corporate Health Management“, „Mental Health“, „International“ und „Gesundheitskommunikation“ verliehen.

Der Award ist die renommierteste Auszeichnung in Deutschland für exzellentes Corporate Health Management und wurde 2009 vom Marktforschungs-, Analyse- und Zertifizierungsinstitut EUPD Research und der Handelsblatt Media Group initiiert. Ziel des vorausgehenden, umfangreichen Evaluations- und Auditierungsprozesses ist es, vor allem in den Führungspositionen der deutschen Wirtschaft die Einsicht in die Notwendigkeit von Investitionen in betriebliche Gesundheitssysteme zu stärken und vor dem Hintergrund des demographischen Wandels die Wettbewerbsfähigkeit durch gezieltes Corporate Health Management sicherzustellen. Auf Basis des mehrstufigen expertengestützten Bewertungssystems wird der Corporate Health Award in diesem Jahr zum zwölften Mal an Deutschlands gesündeste Unternehmen vergeben. Es bleibt spannend: am 9. Dezember werden die Gewinner bekanntgegeben, die sich gerade in der Krisenzeit als Vorbilder im Umgang mit den eigenen Mitarbeiter*innen hervorgetan haben.

Unterstützt wird der Corporate Health Award durch die Sonderpreispartner und Förderer: Techniker Krankenkasse (Gesunde Hochschule), IKK classic (Gesundes Handwerk), Men’s Health und Women’s Health (Gesundheitskommunikation) sowie dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft BVMW (Mittelstand).

Die Ergebnisse der Bewerber (in 2020: 352 Teilnehmer) fließen in die jährliche Trendstudie „Corporate Health Management in Deutschland“ und liefern somit eine faktenbasierte Aussage zu den branchen- und größenspezifischen Umsetzungsgraden sowie der entsprechenden Relevanz der mehr als 150 enthaltenen Befragungsitems. Gerade in diesem Jahr war trotz – und gerade wegen – der Corona-Pandemie ein deutlicher Bedeutungszuwachs eines organisationalen Gesundheitsmanagements zu verzeichnen, welches einen immer stärkeren Einfluss auf die personelle und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit von Arbeitgebern erhält.

 

Über den Corporate Health Award

Der Corporate Health Award ist die renommierteste Auszeichnung in Deutschland für exzellentes Corporate Health Management. In 2020 zählten 352 Arbeitgeber aus 15 Branchen zu den Bewerbern um die begehrten Awards, die sich einem anspruchsvollen wissenschaftlichen Auswahlverfahren gestellt haben.

Mehr Informationen: www.corporate-health-award.de

 

Die Initiatoren

EUPD Research Sustainable Management ist das führende Forschungsunternehmen für die Analyse und Auditierung nachhaltiger Managementsysteme. Mehr Informationen unter www.eupd-research.com

Das Handelsblatt ist die größte Wirtschafts- und Finanzzeitung in deutscher Sprache. Mehr Informationen unter www.handelsblatt.com

 

PRESSEINFORMATION

 

 

 

 

 

Kontakt:

EUPD Research Sustainable Management GmbH Adenauerallee 134
D-53113 Bonn
Phone +49 (0)228-97143-0
Fax +49 (0)228-97143-11

www.ch-initiative.com 

 

Pressekontakt, Experten- und Interviewanfragen: presse@ch-initiative.de. Tel. +49-30-201 88 565

 

Expertenstatements und Studienergebnisse:

Steffen Klink
Leitung Corporate Health Award l Initiative l Akademie
Director of Social Sustainability bei EuPD Research
s.klink@eupd-research.com

EUPD Research und EUPD Cert starten Qualitätsauszeichnung „Top Brands – Corporate Health“

Auszeichnung für Dienstleisterqualität im erweiterten betrieblichen Gesundheitsmanagement

Bonn, 27. November 2020 – EUPD Research und EUPD Cert starten das Qualitätsverfahren „Top Brand – Corporate Health“, um jene Dienstleister auszuzeichnen, die über ein hochwertiges und empfohlenes Portfolio im Gesundheitsmanagement verfügen. Die Nominierung erfolgte durch die 100 besten Arbeitgeber mit auditiertem Corporate Health Management sowie dem in 2020 berufenen Expertenbeirat „Top Brand – Corporate Health“, der sich aus deutschlandweit führenden Corporate Health-Experten, wie dem Bielefelder Prof. Bernhard Badura sowie Krankenkassen- und Interessensvertretern zusammensetzt.

Existenzängste, Krisenmanagement, Personalpflege – die Bedeutung einer ausgereiften Corporate Health Management-Strategie für Arbeitgeber wächst angesichts der dauerhaft anhaltenden wirtschaftlichen und gesundheitlichen Herausforderungen zunehmend. Eines ist den meisten Unternehmensverantwortlichen dennoch klar: Ohne die Aufrechterhaltung der Wertschätzung und des Wohls der Belegschaft wird der Weg aus der Krise schwer bis unmöglich. Mittlerweile gibt es einen breitgefächerten Markt an Dienstleistern, die versprechen, Unternehmen „gesünder“ zu machen. Aber welche Dienstleister halten wirklich das, was sie versprechen?

Um diese Frage zu beantworten, startete das Marktforschungsunternehmen EUPD Research gemeinsam mit seiner Zertifizierungsgesellschaft EUPD Cert sowie dem hochrangigen Expertenbeirat Anfang 2020 das Qualitätsverfahren „Top Brand – Corporate Health“. In diesem Prozess wurden zunächst die Verantwortlichen der 100 besten Arbeitgeber mit auditierten Gesundheitsmanagement-Systemen nach deren Erfahrungen mit Dienstleistern aus den letzten Jahren befragt. Ergänzt wurde die Nennung der bisher eingesetzten Dienstleister um die Bewertung ebendieser in den Modelldimensionen „Qualität der Mitarbeiter*innen“, „Qualität der Services“, „Angemessene Kostenstruktur“ und „Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit“.

Der Expertenbeirat unterstützte den Prozess im Sinne der Sicherstellung der Compliance-Regelungen sowie durch aktive Nominierungsvorschläge. Aufgrund des großen Zulaufs für das Auditing soll der Beirat künftig erweitert werden. Für 2021 ist darüber hinaus eine offene Bewerbungsstruktur für Newcomer und Nischenanbieter im betrieblichen Gesundheitsmanagement vorgesehen.

Für Steffen Klink, Director bei EUPD, Leiter Corporate Health Award und verantwortlich für „Top Brand – Corporate Health“ ist eines klar: „Durch die Vielzahl an Nominierungen haben wir gesehen, welch hoher Bedarf an Transparenz im Dienstleistermarkt vorliegt. Ich freue mich, zusammen mit dem gesamten Beirat hiermit eine weitreichende Qualitätsentwicklung in Deutschland voranzutreiben. Um das gesamte betriebliche Gesundheitsmanagement bundesweit in seinem Stellenwert weiter zu fördern, ist es wichtig, den sozial nachhaltigen Arbeitgebern sowie deren Geschäftsführern auf der strategischen Ebene zu begegnen – und das geht nur, wenn wir jene Dienstleister-Ausrichtungen fördern, die von Unternehmensseite auch ernst genommen und wertgeschätzt werden.“

Die Verifizierung der Nominierungsergebnisse der Dienstleister erfolgt durch ein Kurz-Audit der Dimensionen „Qualität der Mitarbeiter“ und „Qualität der Services“. Die Prüfung übernehmen Prof. Dr. Volker Nürnberg und sein Expertenteam der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft: „Da die Auditierung ausschließlich für Dienstleister möglich ist, die bereits auf einer Schulnotenskala mit besser als 2,5 bewertet wurden, schaffen wir es, mit unserem Vorgehen auf Negativbewertungen für andere Dienstleister zu verzichten und uns voll und ganz auf die Förderung der besten Dienstleister konzentrieren zu können.“

Kai Rappenecker, Leiter Health Management Deutschland bei DB Cargo AG:  „Wir freuen uns sehr über den Ansatz, Klarheit in den Dienstleistermarkt zu bringen. Wir stehen seit Jahren bei der Einführung und Weiterentwicklung neuer Maßnahmen und Strategien vor der Herausforderung, den gesamten Markt eigenständig nach Bewertungen und Erfahrungswerten zu analysieren. Das kostet  uns leider Zeit. Wir sind stolz als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands mit etabliertem Corporate Health Management durch unsere Nominierung einen Beitrag dazu leisten zu können, uns selbst sowie weiteren Arbeitgebern und deren Entscheidern Zeit und Kosten bei der Implementierung zu sparen und somit das Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern.“

Die Auditierungen laufen seit Anfang November – die ersten Ergebnisse dürfen in Form des Top Brand- Exposés bereits Ende des Jahres unter www.eupd-research.com/cert/top-brand-corporate-health/ erwartet werden. Ebenfalls können Sie das Exposé schon heute unter top-brand-ch@eupd-research.com für den Zeitpunkt der Veröffentlichung reservieren.

Pressekontakt:
Christian Krohne
E-Mail: c.krohne@eupd-research.com
Tel: +49 (0)30 880600 – 69

Diversity Management ist kein Nischenprodukt

Nach dem Willen der großen Koalition soll es nun künftig doch eine verpflichtende Frauenquote in den Vorständen börsennotierter Unternehmen geben. Die freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft hatte nicht für den gewünschten Erfolg gesorgt. Diversität bzw. Diversity Management bedeutet aber sehr viel mehr, als nur den Frauenanteil in deutschen Vorständen hochzufahren: der Begriff bezeichnet nicht nur die Anerkennung, sondern auch die Nutzbarmachung von Vielfalt in Unternehmen. Damit handelt es sich nicht ausschließlich um den gesellschaftlich-politischen Wunsch nach Gerechtigkeit, sondern auch um wirtschaftliche Vorteile.

Dass dies auch in Teilen der Wirtschaft angekommen ist, zeigen mehrere Aktivitäten in der letzten Zeit, während der viele Unternehmen sich mit den existenziellen Herausforderungen der Pandemielage auseinandersetzen. Zum einen konnte eine Studie der Initiative Charta der Vielfalt zeigen, dass Institutionen, für die Diversity Management schon länger an der Tagesordnung ist, auch auf Krisen und Probleme flexibler und durchdachter reagieren können. Mobiles Arbeiten gehört für Unternehmen, die beispielsweise auf Familienfreundlichkeit und Inklusion achten, schon längst dazu – und ermöglichte nun eine schnelle Umstellung in der Corona-Krise. Auch die weiteren Vorteile dieses Managementtools, die von der rund 3700 Unternehmen umfassenden Initiative Charta der Vielfalt abgefragt wurden, können sich sehen lassen:

©Charta der Vielfalt

Diversity Management und seine verschiedenen Herangehensweisen und Instrumente sind somit mitnichten Teil einer „Luxusdebatte“, mit deren Umsetzung man sich noch Zeit lassen könnte. Abgesehen vom grundlegenden Gerechtigkeitsgedanken, den sozial nachhaltige Unternehmen als Bestandteil ihrer Philosophie tragen, sind auch die wirtschaftlichen Vorteile nicht von der Hand zu weisen. Ebenso ist Diversity Management eine notwendige Ergänzung für ein nachhaltiges Corporate Health Management. Unternehmen, die zukunftsgerichtet und nachhaltig arbeiten wollen, tun also sehr gut daran, sich von Best Practices aus Unternehmen und von engagierten Personen inspirieren zu lassen.

Studie von Liquid Legal Institute e.V. und EuPD Research zu Gesundheitsrisiken für Jurist*innen

In Zusammenarbeit mit dem BUJ e.V., Deutschlands führender Inhouse Counsel-Organisation, führen das Liquid Legal Institute e.V.  und EuPD Research eine Studie zu den spezifischen Gesundheitsrisiken für Jurist*innen durch. Vor allem die psychische Gesundheit liegt hierbei im Fokus der Erhebung. Ziel der Studie ist es, die Forschung und den damit verbundenen Diskurs zu einem Thema zu ermöglichen, das noch immer weitgehend ein Tabu ist.

Die Studie richtet sich an alle Stakeholder in der Rechtsbranche. Im Rahmen der Erhebung werden unter anderem Rechtsanwaltskanzleien, aber auch Legal Tech-Startups und weitere Expert*innen aus dem Rechtswesen befragt.

In den USA wird die psychische Gesundheit von Jurist*innen bereits seit 30 Jahren erforscht und hat alarmierende Ergebnisse hervorgebracht: Der Berufsstand ist im Hinblick auf stressbedingte Krankheiten überrepräsentiert, leidet in erhöhtem Maße unter Stress, Angsterkrankungen Depressionen und Burnout. Im Jahr 2006 war Suizid nach Krebs und Herzkrankheiten die dritthäufigste Todesursache bei Jurist*innen.

Wie in zahlreichen weiteren Branchen bringt die Digitalisierung nicht nur große Chancen mit sich, sondern auch eine Vielzahl an Risiken. Soziale Isolation, psychische und emotionale Belastungen sieht man Menschen nicht an, dennoch sind sie real und können zu lang andauernden Erkrankungen führen.

An der anonymen Befragung, die von EuPD Research begleitet und umgesetzt wird, können Professionals aus dem Rechtswesen seit dem 10. November teilnehmen.

Hier geht es zur Befragung sowie zum Hintergrund der Studie»

Online-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“: Handelsbranche

Nach der erfolgreichen Premiere der Online-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“ zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement in der Informations- und Kommunikationstechnikbranche im September stand die Online-Konferenz am 16. November ganz im Zeichen der Handelsbranche.

Mit Prof. Bernhard Badura (Universität Bielefeld), Ilse Goldschmid und Dieter Feulner von der Motio GmbH sowie Bianca van Wijnen (REWE Group) berichteten auch im zweiten Teil der Online-Reihe sehr renommierte Speaker den rund 75 Teilnehmer*innen von den Herausforderungen der Pandemie, über aktuelle Trends sowie neue Lösungsansätze für die Handelsbranche.

Prof. em. Dr. rer. soc.  Bernhard Badura, eine echte Koryphäe des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, thematisierte das Ende der Präsenzkultur durch Soft Power. Laut Badura sind bei der virtuellen Organisation von Arbeitsabläufen vor allem die Führungskräfte gefordert. Sie müssen gerade aus der Distanz eine erhöhte Sozialkompetenz aufweisen und den Mitarbeiter*innen im Homeoffice vertrauen. Darüber hinaus sollten Unternehmen den Fokus nicht nur auf das Gesundheitsmanagement legen, sondern, wie bei anderen Arbeitsprozessen auch, genau prüfen, ob die Maßnahmen Früchte tragen und das Wohlergehen der Mitarbeiter*innen erhalten werden konnte oder sich sogar verbessert hat. Herz und Kopf der Belegschaft müssen angesprochen werden, damit dies erfolgreich gelingt.

Die Abschaffung der Misstrauenskultur hin zu mehr Vertrauen, Motivation und Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls waren also Kernthemen des Vortrags.

Bianca van Wijnen, Leiterin des Funktionsbereichs Gesundheit & Innovation bei der REWE GROUP, gab sehr spannende Einblicke in das Gesundheitsmanagement der Unternehmensgruppe. Besonders interessant: Im Rahmen der BGM-Strategie bildet die REWE Group auch einige „Gesundheits-Influencer“ aus, die intern dabei helfen, das Gesundheitsbewusstsein am Arbeitsplatz zu fördern. Die Corona-Pandemie hat es allerdings erforderlich gemacht, die BGM-Strategie an die neuen Bedingungen anzupassen. Hier setzt die REWE GROUP vor allem auf inhaltliche Programmbausteine zu Themen wie Resilienz, mobilem Arbeiten und virtueller Führungskompetenz. Eine Gesundheitsplattform unterstützt die Mitarbeiter*innen zudem bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Gesundheit und bei der Teilnahme an praktischen Maßnahmen.

Um „Demografiemanagement als Baustein im BGM – Anwendung in der Praxis“ ging es im Vortrag von Dieter Feulner und Ilse Goldschmid, geschäftsführende Gesellschafter der Motio GmbH, dem Dienstleister für digitales betriebliches Gesundheitsmanagement. Für sie ist das Demografiemanagement entscheidender Bestandteil einer erfolgreichen BGM-Strategie. In der heutigen Zeit arbeiten viele ältere Mitarbeiter*innen nur noch auf die Rente hin und zählen schon die Tage, weil ihnen oftmals der Spaß und die Sinnhaftigkeit bei der Arbeit fehlen. Die älteren Mitarbeiter*innen müssten aber genauso gefördert und gefordert werden. Außerdem herrscht die Angst der Überflüssigkeit und des Austauschs gegen jüngere Mitarbeiter*innen. Unternehmen sollten also das Miteinander zwischen jungen und alten Team-Mitgliedern fördern, ältere Mitarbeiter*innen auch fordern und gleichzeitig deren Benefit durch Wissenstransfer nutzen. Entscheidend dafür sind Maßnahmen, die Motivation und Zufriedenheit halten bzw. steigern, aber auch solche, die das Thema Gesundheit im Unternehmen nachhaltig verankern. Auf all diese Dinge wies der Vortrag von Motio hin.

Wir freuen uns über die rege Teilnahme und weisen Sie gerne schon mal auf unsere nächste Online-Konferenz aus der Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“ am 4. Dezember mit dem Branchenfokus Konsumgüter hin.

Weitere Informationen dazu folgen in Kürze: Online-Branchenkonferenzen»

Demografiemanagement – ein wichtiger Faktor für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung

Während der demografische Wandel vor allem mit seinen Folgen für die Gesamtgesellschaft, das Renten- und Gesundheitssystem diskutiert wird, wird das Demografiemanagement als konkretes Instrument für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung noch zu wenig beachtet: in der CHI-Online-Branchenkonferenz» mit Fokus auf den Handel gaben 50% der Teilnehmer*innen in einer Umfrage der Speaker von Motio» an, dem Thema bisher noch etwas ratlos gegenüberzustehen. 23% hatten allerdings bereits gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht.

Auch die Trendstudie von EUPD Research, die seit 2016 Zahlen zum Demografiemanagement erhebt, zeigt eine positive Entwicklung der Umsetzung, obwohl die Lücke zur zugeschriebenen Relevanz immer noch deutlich zu sehen ist. Es herrscht somit noch immer deutlicher Handlungsbedarf. Am häufigsten werden aktuell Altersstrukturanalysen zur Einschätzung demografischer Entwicklungen in den Unternehmen eingesetzt.

Was versteht man unter Demografiemanagement?

Demografiemanagement bezeichnet die Managementaufgabe», die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens vor dem Hintergrund des steigenden Durchschnittsalters von Mitarbeiter*innen zu halten bzw. zu steigern, die Potenziale der unterschiedlichen Altersgruppen in der Belegschaft zu eruieren und zu fördern und ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten.

Dabei steigt die Dringlichkeit für Unternehmen, diese nachhaltige Entwicklung ihrer Mitarbeiterstruktur zu verfolgen. Einer neuen Erhebung des Statistischen Bundesamts» zufolge wird es ab dem Jahr 2030 in Deutschland mehr Erwerbstätige im Alter von über 65 Jahren als solche unter 20 Jahren geben. Abhängig von Zuwanderungszahlen wird die Zahl der Erwerbstätigen durch das Ausscheiden der sogenannten Babyboomer aus dem Erwerbsleben insgesamt sinken. Unternehmen sollten also versuchen, mit unterschiedlichen Maßnahmen ältere Mitarbeiter*innen möglichst lange gesund und erfolgreich» zu halten. Das kann beispielsweise die Anpassung von Arbeitsbereichen an den jeweiligen Gesundheitszustand sein. Auch die Umbesetzung von älteren Mitarbeiter*innen weg von körperlich anspruchsvollen Aufgaben sowie Umschulungsmöglichkeiten sind denkbar.

Angestellte in anderen Lebensphasen benötigen ebenfalls gute Angebote, um lange und engagiert im Unternehmen zu arbeiten. So brauchen beispielsweise junge Eltern andere Arbeitsumstände als Personen, die sich ansonsten vielleicht für einen früheren Renteneintritt entscheiden würden. Für den Wissenstransfer, aber auch für eine nachhaltige Integration in die Unternehmensstrukturen sind altersgemischte Teams eine gute Wahl. Verschiedene Maßnahmen aus dem Diversity-Bereich können hier zusätzlich auf fruchtbaren Boden fallen.

Corporate Health Management in Deutschland: Branchenfokus Handel

Bonn, 11. November 2020 – Am 16. November 2020 setzt die Corporate Health Initiative (CHI) ihre Online-Konferenzreihe „Corporate Health Management in Deutschland“ fort.

Im Fokus der Online-Konferenz werden diesmal die Herausforderungen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement für die Handelsbranche stehen. Anhand des Corporate Health Evaluation Standards» sowie der jährlich erscheinenden deutschlandweit einmaligen Branchen-Studien werden Trends analysiert und den Teilnehmer*innen in der Branchen-Onlinekonferenz durch Expert*innen nähergebracht.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie für den Handel?

Mit Prof. Dr. Bernhard Badura, Bianca van Wijnen von der REWE Group sowie Dieter Feulner und Ilse Goldschmid vom Gesundheitsdienstleister Motio werden bei der Online-Konferenz am 16. November renommierte Speaker*innen ihre Einschätzungen und Best Practices im Corporate Health Management präsentieren.

Prof. Bernhard Badura, einer der Wegbereiter des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, ist wissenschaftlicher Leiter des Studiengangs „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ an der Universität Bielefeld und Emeritus der dortigen Fakultät für Gesundheitswissenschaften. Seine Hauptforschungsgebiete liegen in der Betrieblichen Gesundheitspolitik und der Unternehmensdiagnostik.

In seinem Vortrag thematisiert er die „Wege aus der Präsenzkultur mit Soft Power?“ im Rahmen der Corona-Pandemie, die auch einen Wandel der Mitarbeiter*innenführung mit sich bringt:

„Die bisher praktizierte Präsenzkultur bewirkt Angst und Misstrauen am Arbeitsplatz. Das Prinzip der Führung mit „Soft Power“ zielt auf die Mobilisierung intrinsischer Motivation von Mitarbeiter*innen ab. Die Mitarbeitenden werden durch Inspiration und Begeisterung zur Durchführung ihrer Aufgaben gefördert.“

Bianca van Wijnen leitet den Funktionsbereich Gesundheit & Innovation bei der REWE GROUP. Sie wird den Teilnehmer*innen am 16.11. spannende Einblicke in die Best Practices des betrieblichen Gesundheitsmanagements der Unternehmensgruppe geben.

„Das Thema Gesundheit gewinnt in der gesamten Bevölkerung zunehmend an Bedeutung. Auch für unsere Beschäftigten und Kunden. Das Thema Pandemie beschleunigt diese Entwicklung noch einmal wesentlich. Zudem haben sich die Rahmenbedingungen für ein betriebliches Gesundheitsmanagement verändert. Es geht um eine zielgerichtete Neu- bzw. Weiterentwicklung der vorhandenen Angebote und Programme,“

betont Bianca van Wijnen die Bedeutung von Corporate Health Management-Strategien.

Um „Demografiemanagement als Baustein im BGM – Anwendung in der Praxis“ geht es schließlich im Vortrag von Dieter Feulner und Ilse Goldschmid, den Geschäftsführern von Motio, dem Dienstleister für digitales betriebliches Gesundheitsmanagement.

Das Demografiemanagement ist für Dieter Feulner entscheidender Bestandteil einer erfolgreichen BGM-Strategie:

„Ausgerechnet in Krisenzeiten kann BGM entscheidend dazu beitragen, Unternehmen auf Erfolgskurs zu halten oder zurück zu bringen. In der heutigen Zeit beschäftigen sich zu viele ältere Mitarbeiter*innen damit, ihr Unternehmen zu verlassen, weil sie keine Perspektive mehr erkennen. Ein Miteinander zwischen jungen und älteren Mitarbeitenden, das von gegenseitiger Bereicherung geprägt ist, stellt gerade jetzt einen Erfolgsfaktor dar und kann mit Hilfe von BGM und Demografiemanagement zielführend mitgeprägt werden.“

 

Die Anmeldung zur Online-Konferenz ist kostenfrei.

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