„Ein Rückblick ist kein Ausblick“

company bike mobilisiert bereits seit 2012 Unternehmen mit Dienstfahrrädern und einem Rundum-Sorglos-Service aus digitaler Abwicklung, individualisiertem Portal und mobilem Reparaturservice. Im Interview spricht CEO Maximilian Acht über Mobilität im Corona-Lockdown, die Gleichstellung von Mobilitätsangeboten und gelebte Strukturen als Grundlage für individualisierte Lösungen.

An Sie als Mensch und nicht als Leiter eines ausgezeichneten Gesundheits-dienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

Das letzte Jahr war geprägt von einer gesellschaftlichen Verunsicherheit, welche auch in meinem privaten Umfeld stark spürbar war. Es wurde viel geredet, spekuliert und diskutiert. Das alltägliche Leben wurde hierbei auf eine ernste Probe gestellt. Letztlich hat es mich in meinem 

Handeln bestärkt, Dinge sachlich zu erörtern und mich an den positiven Entwicklungen zu orientieren. Durch ständige Kritik schaffen wir keine Lösungen und ein Rückblick ist kein Ausblick. Ich schaue konsequent nach vorne und gestalte eine bessere Zukunft.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“ Wie war Ihr Umgang mit der Pandemie? Hat sich Ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

Bereits wenige Tage nach dem ersten Lockdown haben wir die zusätzliche Nachfrage an unseren nachhaltigen Mobiltitätsangeboten deutlich gespürt. Somit fühlen wir uns in unserem Handeln bestätigt und sehen die Erfahrungen aus der Pandemie als weiteren Ansporn. Mit unserer eigenen Supply Chain und unseren volldigitalisierten Prozessen konnten wir von Beginn der Pandemie an auf eine stabile Infrastruktur vertrauen. Unser junges Team hat die neue Situation sehr verantwortungsbewusst und offen angenommen, sodass wir jederzeit voll handlungsfähig gewesen sind.

 

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Das gewohnte Mobilitätsverhalten im Berufsalltag beeinflusst häufig auch die Fortbewegung in der Freizeit. Wir unterstützen den Mobilitätswandel in großen und mittelständischen Unternehmen und fördern die Nutzung des Fahrrads/E-Bikes als weitreichende Alternative zum Auto. Das Resultat sind gesündere Mitarbeiter mit einer hohen Identifikation zu ihrem Arbeitgeber. Durch eine aufwandsarme Administration und maßgeschneiderte Servicelösungen schaffen wir erhebliche Mehrwerte für alle Beteiligten.

 

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

In zahlreichen Unternehmen und Branchen gibt es weiterhin Barrieren bei der Gleichstellung von Firmenwagen und Firmenrad. Wir engagieren uns daher in verschiedenen Interessensverbänden, damit Arbeitnehmer aller Branchen in den Genuss der nachhaltigen Subventionierung kommen. Darüber hinaus analysieren wir aufkommende Bedürfnisse im Markt, der durch das veränderte Mobilitätsverhalten eine sehr große Dynamik erlebt und sich täglich weiterentwickelt. Wir reagieren mit innovativen Lösungsansätzen und setzen hierbei stets neue Maßstäbe.

 

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Wir freuen uns sehr, dass wir reihenweise glückliche Rückmeldungen von unseren Kunden erhalten. Häufig stehen hierbei die wiedererkannte Freude am Radfahren und der große Radius mit elektrischer Unterstützung im Vordergrund. Besonders während des Lockdowns konnten wir zudem viele Kunden mit unserem mobilen Service und unserer persönlichen (coronakonformen) Nähe begeistern. Unser hybrides Geschäftsmodell (digitale Auswahl & physischer Service) ist für viele die perfekte Synergie der Gegenwart.

 

Was macht Company Bike anders als andere Anbieter?

Wir gestalten ein sinnvolles Angebot ohne unnötige Preistreiber, getreu dem Motto „die schönsten Blumen statt den ganzen Strauß“. In der Zusammenarbeit mit großen und mittelständischen Unternehmen sehen wir dies als unsere Verantwortung gegenüber den verschiedenen Personengruppen. Zudem passen wir unsere Dienstleistung bis ins Detail an die gelebten Strukturen an und ermöglichen einzigartige Services. Hierbei bieten wir alle Leistungsbestandteile aus einer Hand an, sodass Vorgaben in jedem Prozessabschnitt berücksichtigt werden können. Individualisierte Lösungen sind für uns der Schlüssel zu einer langfristigen Zusammenarbeit mit sämtlichen Geschäftspartnern.

Sonderpreise des Corporate Health Awards

Die Auditierung der Bewerber um den diesjährigen Corporate Health Award geht in die Schlussphase, im Anschluss werden die Unternehmen mit dem bundesweit besten Corporate Health Management ausgezeichnet. Neben den 17 Branchenpreisen werden auch 2021 wieder verschiedene Sonderpreise vergeben. Welche das sind und warum wir deren Themen als besonders wichtig erachten, möchten wir hier kurz vorstellen.

Sonderpreis für den Mittelstand

Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) sind beim Gesundheitsmanagement in einer besonderen Situation: wo Großkonzerne oft eigene Abteilungen und Systeme haben und ihr Gesundheitsmanagement strategisch begreifen und weiterentwickeln, sind gerade präventive Maßnahmen in einem gesunden Arbeitsumfeld für mittelständische Betriebe essentiell, um ihre Mitarbeitenden langfristig und motiviert im Unternehmen zu halten. Flache Hierarchien und das aktive Einbringen der Geschäftsführung in den Unternehmensalltag ermöglichen zudem eine persönliche Bindung und Sorge um das Wohlbefinden der Beschäftigten. Auch ohne spezielles Budget für Gesundheitsmanagement zeichnet der Mittelstand sich Jahr für Jahr durch kreative und individuelle Lösungen und Projekte für die Gesundheit der Mitarbeiter*innen aus – eine Stärke, die vom Corporate Health Award durch den Sonderpreis Mittelstand in den verschiedenen Branchen ausgezeichnet wird.

Der Sonderpreis Mittelstand wird gemeinsam mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) verliehen.

Sonderpreis Gesunde Hochschule

Dieser Sonderpreis besteht tatsächlich aus zwei Awards: einmal für Betriebliches und einmal für Studentisches Gesundheitsmanagement. Hochschulen stehen nämlich vor der Herausforderung, die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer verschiedenen Statusgruppen auch in Angeboten zu Gesundheitsförderung und -prävention abzubilden. Die Ansprüche von Studierenden, Lehrenden, Beschäftigen und Auszubildenden müssen auf einen Nenner gebracht und nachhaltig umgesetzt werden. Bereits seit 2013 ist die Verleihung des Sonderpreises gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK) fester Bestandteil des Corporate Health Awards, seit 2018 wird durch die Aufteilung in zwei Kategorien den unterschiedlichen Anforderungen und besonderen Leistungen der Hochschulen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Sonderpreis Gesundes Handwerk

Im Handwerk treffen mit Fachkräftemangel und körperlicher Belastung zwei Faktoren aufeinander, die durch ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement abgemildert werden können: Beschäftigte mit entsprechenden Präventions- und Gesundheitsangeboten bleiben länger gesund und leistungsfähig, zudem sind Betriebe mit diesem Problembewusstsein deutlich attraktiver. Die individuell abgestimmten Lösungen, die von den Unternehmen entwickelt werden, überraschen uns jedes Jahr aufs Neue sehr positiv. Da Handwerksbetriebe zudem oft zu den Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) gehören, haben die Sonderpreisträger stets auch eine wichtige Vorbildfunktion: dass kreative und nachhaltige Gesundheitsförderung keine Frage der Größe ist, sondern persönliches Engagement und strategisches Bewusstsein voraussetzt.

Der Sonderpreis Gesundes Handwerk wird gemeinsam mit der größten deutschen Innungskrankenkasse IKK classic verliehen.

Sonderpreis Gesundheitskommunikation

Mans Health Womans health

„Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ – schon Ludwig Wittgenstein weist darauf hin, wie grundlegend Sprache und Kommunikation für die Vermittlung von Inhalten ist. Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit in der Kommunikation sind Kernelemente einer guten Unternehmensführung und gerade im Bereich der Vermittlung von Gesundheitsthemen essentiell. Eine zielgerichtete Gesundheitskommunikation zeichnet sich durch Transparenz und Mitarbeiternähe aus und ist gerade jetzt Grundlage für den Erhalt der Unternehmenskultur trotz komplizierter Arbeits- und Lebenswelten, für die Motivation der Mitarbeiter*innen mit unterschiedlichen Arbeitsweisen sowie die Vermittlung von nun regelrecht lebenswichtigen Hygieneregeln. Beschäftigte individuell anzusprechen, abzuholen und zu informieren ist nicht leicht – umso wichtiger die Vorbildfunktion der Unternehmen, die mit diesem Sonderpreis des Corporate Health Awards gemeinsam mit MEN’S HEALTH und WOMEN’S HEALTH ausgezeichnet werden.

Neu dabei: Sonderpreis für die Legal-Branche

Unser Bild von Beschäftigten in der Rechtsbranche ist oft medial geprägt: aufregende Fälle und der Einsatz für die Gerechtigkeit. Nicht gesehen werden die große Verantwortung, fallabhängigen Belastungsspitzen sowie die hohen Anforderungen an Kompetenz und Selbstdisziplin. Der neue Sonderpreis, der in diesem Jahr das erste Mal gemeinsam mit LECARE und dem Liquid Legal Institute verliehen wird, legt den Fokus auf die besonderen Gesundheitsrisiken dieser Branche und zeigt Best Practices, die dank der starken internen Vernetzung inspirieren und zur Nachahmung anregen sollen.

Weitere Sonderpreise

Während der Auswertung der Bewerbungen und Auditierungen werden immer wieder besondere Leistungen in bestimmten Bereichen festgestellt. Auch, wenn es vielleicht nicht für den Branchensieg reicht, sollen diese herausragenden Strategien natürlich trotzdem entsprechend gewürdigt werden. Deshalb werden jedes Jahr weitere Sonderpreise an Unternehmen verliehen, die sich in dieser Hinsicht um ihre Beschäftigten verdient gemacht haben. In den letzten Jahren gehörten dazu unter anderem Sonderpreis für Mental Health, Digitales, Internationales, Pandemie-Management, Check-Up oder Führung. Wir sind gespannt auf die diesjährigen Ergebnisse!

Alle Sonderpreise, Porträts der Sonderpreispartner sowie die Gewinner der letzten Jahre finden Sie auf der Seite des Corporate Health Awards: www.ch-award.de

Studie der IKK classic zur Wirkung von Diskriminierung und Vorurteilen

Vorurteile und Diskriminierungen sind ein großes gesellschaftlichen Problem – und ein medizinisches: Sie können zu psychischer Belastung führen, zu Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstzweifeln und daher auch zu Ängsten oder Depressionen. Schlafstörungen, Migräne oder Essstörungen sind ebenfalls verbreitete Folgeerscheinungen.

Das rheingold Insitut hat im Auftrag der IKK classic eine Grundlagenstudie verfasst, die die Entstehung und Verbreitung von Vorurteilen und ihre Folgen untersucht und erstmals den direkten Zusammenhang zwischen Diskriminierungserfahrungen und den Auswirkungen auf die Gesundheit aufzeigt. Auf dieser Basis will die Krankenkasse ihr langfristiges Engagement für einen wertschätzenden gesellschaftlichen Umgang miteinander stärken. Außerdem sollen Menschen, Medien und Unternehmen aufgeklärt und sensibilisiert werden.

Denn das Problem ist allgegenwärtig: So sind oder waren rund 60 Prozent der Menschen in Deutschland bereits von Diskriminierung oder Vorurteilen betroffen. Dabei weisen die Studienautoren darauf hin, dass Vorurteile selbst ein natürlicher psychischer Prozess sind und uns helfen, unsere komplexe Umwelt in Kategorien zu sortieren und somit schneller reagieren zu können. Diese „Schubladen“ werden jedoch schnell unflexibel und erzeugen generalisierte Bilder von Menschen, die wir bestimmten Gruppen zuordnen und entsprechend behandeln – eine Grundlage für diskriminierendes Verhalten. Während offene Anfeindungen seit den 1980er Jahren seltener geworden sind, nehmen subtilere Formen und Mobbing zu. Hier ist besonders die Veränderung der Kommunikation durch die sozialen Medien zu nennen, die als „enthemmte“ Räume Gelegenheit auch zu anonymen Handlungen bieten. Die Problematik von Vorurteilen und Diskriminierung ist den Befragten der Studie bewusst, wie die folgende Grafik zeigt:

© IKK classic

Die Verbreitung von Vorurteilen wird jedoch deutlich unterschätzt. So werden sie zwar bei der Hälfte aller Menschen vermutet, ein Fünftel der Befragten geht aber davon aus, dass weniger als 50 Prozent Vorurteile haben. Dabei geben durchschnittlich 40 Prozent an, gelegentlich vorurteilsbedingt zu handeln.

© IKK classic

Dabei haben selbst Betroffene häufig Schwierigkeiten, Diskriminierungen als solche zu erkennen. Bei offensichtlichen Handlungen wie Belästigung oder Körperverletzung oder Kontaktabbrüchen ist die Einordnung noch leicht, Benachteiligung bei der Job- oder Wohnungssuche oder sogenannte Mikroaggressionen führen dagegen oft zu großer Unsicherheit in der Wahrnehmung. Gerade letztere werden aber besonders häufig erlebt:

© IKK classic

Unsicherheit, Irritation, Scham und Hilflosigkeit sind oft die ersten Reaktionen auf das Erlebte. Die Fremdbestimmung durch die Reduzierung auf bestimmte Merkmale oder Zugehörigkeiten kann dann zu Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstzweifeln führen, die in einer Angstspirale enden und die zwischenmenschliche Interaktion langfristig prägen. Schwächere Formen von Diskriminierung führen häufig auch zu Wut und Ungerechtigkeitsempfinden bei den Betroffenen, stärkere rufen eher Gefühle von Demütigung, Ausgrenzung und Entsetzen hervor. Positive Entwicklungen sind selten, auch wenn gerade Ältere und Menschen mit Migrationshintergrund in der Studie angeben, durch das Erlebte „abgehärtet“ zu sein. Verdrängung und längerfristiges Vermeidungsverhalten in Bezug auf bestimmte Situationen oder Menschen prägen anschließend mehrheitlich den Umgang mit dem Erlebten.

© IKK classic

„Diskriminierung führt zu Rückzug führt zu Isolation führt zu Depression“ – diese Zwischenüberschrift der Studie spiegelt sich in den Ergebnissen wieder. So sind Menschen, die unter Diskriminierung leiden, zweieinhalb mal so oft von Depressionen betroffen wie Nicht-diskriminierte. Angststörungen kommen sogar 2,8-mal so häufig vor, Zusammenbrüche oder Burn-out gar 3,4-mal. Verständlicherweise folgt daraus oft ein grundsätzliches Krankheitsgefühl, die Lebenszufriedenheit und –qualität sinkt.

© IKK classic

Wie kann in dieser Situation neuer Halt, neue Stärke gefunden werden? Die Befragten nennen vor allem Partner, Familie und Freunde, aber auch die eigene Kraft – Selbstbehauptungswille, Durchsetzungskraft oder eigene Erfolge – sind eine wichtige Ressource. Zudem spielen Vorbilder sowohl im realen Leben als auch in den Medien eine Rolle, die auch beim Abbau von Vorurteilen helfen können: Sichtbare Diversität erweitert den Horizont dessen, was als „normal“ und als „fremd“ empfunden wird und regt zu Perspektivwechseln an. Im Sozialleben ist der Kontakt zu Menschen einer sozialen Gruppe, der wir mit Vorurteilen begegnen, der stärkste Hebel im Kampf gegen Vorurteile: Das Verfolgen gemeinsamer Ziele, beispielsweise in gemischten Arbeitsteams und mit entsprechender Unterstützung, stärkt diesen Effekt zusätzlich.

Die Ergebnisse dieser Studie sollen der Startschuss für ein langfristiges Engagement der IKK classic gegen Vorurteile und Diskriminierung sein. Dazu gehören neben den Maßnahmen, die bereits jetzt für Betroffene angeboten werden – wie eine 24 Stunden-Hotline oder die Unterstützung bei der Therapeutensuche – die gesellschaftliche Sensibilisierung und die Entwicklung weiterer Maßnahmen. Denn es sollen nicht nur die Symptome, sondern vor allem die Ursachen bekämpft werden – damit es uns allen gemeinsam besser geht.

Die gesamte Grundlagenstudie des rheingold Instituts im Auftrag der IKK classic finden Sie hier:

www.ikk-classic.de/gesund-machen/vorurteile-machen-krank

Geringer Krankenstand – hohe psychische Belastung: Gesundheitsreport 2021 der Techniker Krankenkasse nach einem Jahr Corona-Pandemie

Mehr als ein Jahr hat die Corona-Pandemie Deutschland schon im Griff und beeinflusst maßgeblich das Leben der Bevölkerung. Auch wenn inzwischen wieder viele Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgehoben wurden, zeigt der Gesundheitsreport 2021 der Techniker Krankenkasse», dass der Dauerlockdown bei den Menschen Spuren hinterlassen hat.

Für die Ergebnisse des Gesundheitsreports wurden die Arzneimittelverordnungen und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von 5,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet. Zudem wurden die Ergebnisse einer bundesweiten bevölkerungsrepräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstitut Forsa, welche 1.000 Menschen im Mai 2020 und März 2021 telefonisch zu ihrer Belastung durch Corona befragt haben, mit in die Auswertung einbezogen.

Im März dieses Jahres fühlten sich demnach 42 Prozent der Bevölkerung in Deutschland stark oder sogar sehr stark von der Corona-Situation belastet. Ein Jahr zuvor bei der Befragung im Mai 2020 waren es noch 35 Prozent.  Auffällig ist, dass sich vor allem die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen überproportional mehr durch die Corona-Pandemie belastet fühlten als die durchschnittliche Bevölkerung. Fehlende persönliche Treffen mit Verwandten oder Freunden und Angst, dass Angehörige oder Freunde an Corona erkranken, wurden als Hauptbelastungsfaktoren empfunden. Bei Berufstätigen wurde zudem auch häufig über vermehrten Stress am Arbeitsplatz berichtet.

Besonders gestresst fühlten sich Eltern mit mindestens einem Kind, die im Home Office arbeiten. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) dieser Gruppe gaben im März an, stark oder sehr stark durch die Pandemie belastet zu sein. Bei der ersten Erhebung im Mai 2020 waren es 45 Prozent. Berufstätige im Home Office ohne Kinder fühlten sich hingegen weniger gestresst. An beiden Befragungszeitpunkten gaben nur 31 Prozent der Beschäftigten an, stark oder sehr stark durch die Corona-Situation belastet zu sein. Von den Berufstätigen, welche in Präsenz arbeiten, gaben knapp die Hälfte (46 Prozent) der Befragten an durch die Pandemie belastet zu sein. Das gilt sowohl für die Beschäftigten mit als auch diejenigen ohne Kinder.

Essentiell ist daher weiterhin das Schaffen einer gesunden Arbeitsumgebung, ob im Büro oder im Home Office. Unternehmen können sich dabei auch von der TK Unterstützung im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements holen. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: „Dabei geht es nicht nur um einen ergonomischen Arbeitsplatz und eine reibungslose IT. Die viel größere Herausforderung ist es, auch auf die Entfernung eine wertschätzende, vertrauensvolle und transparente Arbeitskultur zur verankern. Das sind entscheidende Faktoren für Motivation, Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Die zunehmende Belastung in der Bevölkerung im Verlauf der Corona-Pandemie wurde auch von einer Langzeitstudie des psychologischen Instituts der Technischen Universität Chemnitz, die in Kooperation mit der TK durchgeführt wurde, festgestellt. Die sozialen und beruflichen Herausforderungen haben den Stress der Menschen dauerhaft erhöht; gleichzeitig war es durch die Maßnahmen im Lockdown kaum möglich, die eigenen Ressourcen wieder aufzufüllen, beispielsweise durch Reisen, Sport- und Kulturveranstaltungen oder Treffen im Freundeskreis. Laut Studienleiter Professor Dr. Bertholt Meyer» kann dieses Ungleichgewicht auf Dauer zur Erschöpfung und in schweren Fällen zum Burnout führen. Auch Angebote zu Stressmanagement und individueller Ressourcennutzung sind Bestandteil eines umfassenden und nachhaltigen Gesundheitsmanagements in Unternehmen und helfen bei der Prävention von Erschöpfungszuständen.

Geteilte Meinungen zu unbezahlter Quarantäne für Ungeimpfte

Mehrere Bundesländer lehnen die weitere Lohnfortzahlung für Beschäftigte, die nicht gegen COVID-19 geimpft sind und in Quarantäne müssen, ab. Dazu gehören unter anderem Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Während Gewerkschaften eine inoffizielle Impfpflicht und viele innerbetriebliche Konflikte befürchten, begrüßen Arbeitgeber diesen Schritt als Weg zu Fairness und besserem Gesundheitsschutz.

Normalerweise erhalten Arbeitnehmer*innen eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz, wenn sie aufgrund des Kontakts zu Corona-Erkrankten in behördlich angeordnete Quarantäne müssen. Da mittlerweile ausreichend Impfstoff zu Verfügung steht, wollen die Länder den Druck auf Ungeimpfte erhöhen und keine Lohnfortzahlung mehr leisten. Ausnahmen sollen für medizinische Ausschlussgründe gelten.

„Wir bieten allen Bürgerinnen und Bürgern ein kostenloses Impfangebot. Möchte man dieses Angebot nicht wahrnehmen, so ist das für jede Person ihr Recht. Aber dann muss man auch die Verantwortung für sein Tun beziehungsweise sein Unterlassen tragen“, erklärt Clemens Hoch, Gesundheitsminister von Rheinland-Pfalz, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland».

Die Gewerkschaften stehen dieser Entwicklung kritisch gegenüber. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke», es werde offenbar versucht, eine „Impfpflicht durch die Hintertür“ einzuführen. Stattdessen solle weiterhin verstärkt für Impfungen geworben werden, so wie die Gewerkschaften es seit Monaten täten – auch durch die Arbeitgeber.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände wiederum verweist auf die Anstrengungen der Arbeitgeber, ihre Beschäftigten auch in der Pandemie bestmöglich zu schützen. Dafür seien allerdings die entsprechenden Instrumente nötig, beispielsweise die Abfrage des Impfstatus der Mitarbeiter*innen. Dies ist nach einem Kompromiss der Bundesregierung bisher nur in einzelnen Branchen möglich, um sensible Gesundheitsdaten zu schützen. Der Status anderer Impfungen, zum Beispiel gegen Infektionskrankheiten wie Masern, darf allerdings bereits jetzt für Beschäftigte in Gemeinschafts- oder medizinischen Einrichtungen abgefragt werden. Für sensible Bereiche wie Altenpflege und Kinderbetreuung soll diese Regelung auch für die Impfung gegen COVID-19 gelten. BDA-Präsident Dr. Rainer Dulger fürchtet», dass diese „Mini-Ausweitung des Fragerechts beim Arbeitgeber“ dem Gesundheitsschutz der Mitarbeiter*innen Steine in den Weg lege. Das Fragerecht solle auf alle Branchen und Betriebe ausgeweitet werden. In Bezug auf die wegfallende Lohnfortzahlung im Quarantänefall sagte Dulger dem RND», Menschen, die sich trotz entsprechender Möglichkeit nicht impfen ließen, müssten auch die entsprechenden Konsequenzen tragen. Er könne sich allerdings staatliche Anreize» wie Geldprämien oder Fußballtickets vorstellen, um das Impftempo zu erhöhen.

Bessere Prävention: Bundesweite Rahmenvereinbarung von BG Bau und Innungskrankenkassen

Die Innungskrankenkassen BIG direkt gesund, IKK Brandenburg und Berlin, IKK classic, IKK gesund plus und IKK Südwest und die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) haben eine Rahmenvereinbarung zur Kooperation auf Bundesebene geschlossen. Damit werden die jeweiligen Angebote in den Bereichen Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung im Betrieb langfristig besser verzahnt. Durch die Abstimmung von bisher getrennt angebotenen Maßnahmen sollen insbesondere kleinere Betriebe im Bau- und Reinigungsgewerk profitieren. Zudem sollen gegenseitig anschlussfähige Angebote gemeinsam entwickelt werden. Damit werden auch Vorgaben des 2015 in Kraft getretenen Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention verstärkt umgesetzt.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung» des IKK e.V., der Interessenvertretung der Innungskassen auf Bundesebene, und der BG Bau betonen beide die Wichtigkeit ihres gemeinsamen Anliegens, Präventionsangebote gerade für Kleinbetriebe aus dem Handwerk zielgenau zu entwickeln und durchzuführen. Die Form der Zusammenarbeit in der Rahmenvereinbarung der Innungskassen mit der Berufsgenossenschaft ermögliche hier ein starkes Bündnis.

Foto: IKK e.v. | Fotograf: Boris Trenkel
Hansjörg Schmidt-Kraepelin, Hauptgeschäftsführer BG BAU (li.) und Kai Swoboda, stellv. Vorstandsvorsitzender IKK classic (re.).

„Wir legen den Schalter auf ON!“

prevent.on bietet bereits seit über zwanzig Jahren stetig weiterentwickelte Gesundheitsdienstleistungen an und arbeitet dafür mit einem Netzwerk aus über 800 Ärzt*innen, Therapeut*innen und Coaches zusammen. Im Interview sprechen die Geschäftsführer Dr. Nadine Schuster und Dr. Jochen Haack über die Vollbremsung durch die Pandemie, die nachhaltige Pflege des Immunsystems und die digitale Weiterentwicklung von prevent.on.

An Sie als Mensch und nicht als Leiter eines ausgezeichneten Gesundheitsdienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

Ich differenziere diesen Zeitraum einmal in „Beginn der Pandemie“ und „weiterer Verlauf der Pandemie“. Meine größte Herausforderung zu Beginn der Pandemie war es, mit der radikalen Vollbremsung des privaten und öffentlichen Lebens zurechtzukommen. Von heute auf morgen war der Kindergarten geschlossen, durften wir unsere Eltern und Großeltern nicht mehr besuchen, kamen die Patient*innen nicht mehr in die Praxis, fanden Meetings nur noch virtuell statt. Auch für mich, einen Menschen, der mit Veränderungen gut umgehen kann, sie sogar unbedingt im Leben braucht, war diese erste Phase der Pandemie eine Herausforderung. Vor allem deswegen, weil die zeitliche Planbarkeit in Frage gestellt war. Wie lange wird das so sein? Ein paar Wochen? Monate? Vielleicht für immer? Im Verlauf dieser Pandemie wurde mir zudem bewusst, wie unterschiedlich die Menschen mit dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung umgehen, wie wichtig Sicherheit für viele ist und wie vermeintlich gering die Risikokompetenz in unserer Bevölkerung ausgeprägt ist. Das war vielleicht mein größter Lernprozess und auch einer, der in die Weiterentwicklung unserer Dienstleistungen mit eingeflossen ist. Denn die letzten 12 Monate haben uns gezeigt, dass gewisse Risiken im Leben nicht unbedingt vorhersehbar sind und wir dennoch damit umgehen müssen.

Dr. Nadine Schuster, Geschäftsführerin von prevent.on

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“ Wie war Ihr Umgang mit der Pandemie? Hat sich Ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

Wir haben das Motto „Jetzt erst recht!“ für uns verinnerlicht – oder mit unserem Slogan gesprochen: „Wir legen den Schalter auf „ON“. Wir haben schnell zu Beginn der Pandemie mit unseren Kund*innen Kontakt aufgenommen und die Bedürfnisse oder besonderen Herausforderungen erfragt. Durch die Verbote der Dienstreisen der Firmen gab es im medizinischen Bereich natürlich zunächst weniger Untersuchungen an unseren Standorten. Nach Aufhebung dieser Verbote wurde der Checkup auch vor dem Hintergrund der Identifikation eigener Risikofaktoren wieder vermehrt in Anspruch genommen. Auch hier zählt wieder unser Motto „Schalter auf ON umlegen“: was kann ich heute dafür tun, damit ich mich fit und resilient mache? Das heißt natürlich nicht, dass ich durch meinen Lebensstil eine Erkrankung komplett vermeiden kann. Aber ich kann meinen Beitrag zu einer besseren Immunkompetenz und zu einer optimistischen Lebenseinstellung leisten.

Und hier spielt ein anderer wichtiger Aspekt eine Rolle, denn der psychomentale Bereich, der andere Schwerpunkt der prevent.on GmbH, hat in den vergangenen mittlerweile 15 Monaten einen besonderen Zulauf erfahren. Menschen haben aufgrund der Pandemie Angehörige verloren, der Arbeitsplatz ist oder war bedroht, sie haben eine Covid-19-Erkrankung überstanden und waren auf Intensivstation, sie haben eine Verschlimmerung einer vorhandenen depressiven Erkrankung erfahren und so weiter. Die Pandemie wirkte wie ein Brennglas für die Entstehung oder Beschleunigung von psychomentalen Beanspruchungsfolgen und hat uns darin bestärkt, mit unseren Angeboten für Firmen und Krankenkassen auf dem richtigen Weg zu sein. Mit einigen unserer Bestandskund*innen aus dem Checkup-Bereich haben wir schnelle psychologische Unterstützungsangebote für Mitarbeiter*innen ins Leben gerufen und unsere bundesweit über 850 Psychotherapeut*innen aktiviert, schnell und unkompliziert Beratung und Therapie zur Verfügung zu stellen. So konnten wir unmittelbar reagieren und in manchen Fällen Chronifizierung vorbeugen.

Wir decken als Unternehmen mit unserem Portfolio einige aktuelle Bedarfe von Unternehmen im Bereich Gesundheit ab. Die Pandemie hat zudem ein Brennglas auf den Megatrend der Digitalisierung gelegt – und auch wir haben unser Portfolio in diesem Kontext angepasst. Ab Januar 2021 gibt es einen rein digitalen Checkup für Mitarbeiter*innen aus Unternehmen jeglicher Größe. Dies ist zum einen ökonomisch für viele Firmen sinnvoll, zum anderen löst es auch Probleme, die durch Themen wie zeitliche und räumliche Flexibilisierung der Arbeit neu aufgetreten sind.

Und abschließend: wir haben uns auch als Organisation neu aufgestellt. Wir sind gewachsen, haben Mitarbeiter*innen eingestellt, unsere Prozesse optimiert, um noch schneller auf kundenseitige Veränderungen reagieren zu können. Wir haben mittlerweile eine Tugend aus der virtuellen Kommunikation gemacht und „sehen“ uns seither sogar häufiger als vorher, da wir an unterschiedlichen Standorten arbeiten. Aber dieser Prozess hat am eigenen Leib die Herausforderungen großer Unternehmen gezeigt: die Corona-Pandemie hat Homeoffice zunächst zur Regel erklärt, aber den individuellen Umgang damit offen gelassen. Die völlige Entgrenzung der Arbeit, die sich schon seit einigen Jahren anbahnte, hat in den letzten 15 Monaten den Zenit erreicht und deutlich gemacht, wie unterschiedlich Menschen darin sind, Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zu brauchen oder sogar gänzlich ablehnen. „Führen und geführt werden im digitalen Zeitalter“ und deren Auswirkungen wurde schneller als gedacht zur Hauptaufgabe der Unternehmen und wird uns noch lange beschäftigen.

Dr. Jochen Haack, Geschäftsführer von prevent.on

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Die Corona-Pandemie hat unsere Kernkompetenz als Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen tangiert, denn Stress und Belastungen, und dazu gehören auch die verschiedenartigen beruflichen und privaten Belastungsfaktoren im Rahmen der Corona-Pandemie, können dazu beitragen, dass unser Immunsystem anfällig wird für Infektionen. Ein starkes Immunsystem wiederum kann dazu beitragen, dass die Chance einer Infektion geringer ist und dass eine allfällige Infektion weniger schwerwiegend verläuft. Die eigenen Abwehrkräfte können mit verschiedenen Maßnahmen gestärkt werden: Eine ausgewogene Ernährung mit einer genügenden Aufnahme von Flüssigkeit wird bereits breit empfohlen. Daneben gibt es weitere vorbeugende Maßnahmen, die im Alltag helfen können, das Immunsystem gesund zu erhalten: kein Vitamin D-Mangel, mäßiger Alkoholkonsum, nicht Rauchen, ausreichend Bewegung, insbesondere an der frischen Luft, und genügend Schlaf sind für ein gesundes Immunsystem ebenso wichtig. Des Weiteren sollte auch lange andauernder (chronischer) Stress vermieden werden. Diese Tipps für einen gesunden Lebensstil gelten nicht nur für die Stärkung des Immunsystems, sondern sind auch zur Prävention von nicht übertragbaren Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes oder Krebs wirksam.

Und hier liegt die Stärke von prevent.on: Schon vor der Pandemie waren die Identifikation von Risikofaktoren zur Ausbildung von körperlichen und psychischen Erkrankungen und die Stärkung von Schutzfaktoren unsere täglichen Arbeitsschwerpunkte. Wir führen an mittlerweile 9 Checkup-Standorten und in über 850 psychotherapeutischen Praxen Untersuchungen und Beratungen auf höchstem Niveau durch und sind Experten in Stärkung individueller und organisationaler Resilienz. Resilienz heißt, nach widrigen Erfahrungen der Vergangenheit wieder aufzustehen und positive Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Unsere Haltung der Ressoucenorientierung macht uns zu wichtigen Partnern für unsere Kundenunternehmen, gerade weil es jetzt um die Übertragung von „Lessons learned“ auf die Zukunft geht.

 

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Zwei große Projekte, die beide mit dem Megatrend der Digitalisierung bzw. Konnektivität zu tun haben, stehen in der Pipeline. Die Pandemie bietet die Grundlage für zahlreiche Veränderungen: Möglicherweise werden wir weiterhin vermehrt mobiler arbeiten, dabei weniger reisen und uns somit häufiger in einer Videokonferenz besprechen. Wir haben uns vielleicht auch in einigen Bereichen an das Online-Shopping gewöhnt und können uns gut damit identifizieren, dass wir uns im wahrsten Sinne des Wortes in virtuellen Räumen bewegen, um Sport zu treiben. Alles wird digitaler und exakt diese Digitalisierung ermöglicht es uns, gewisse Dinge zu vereinfachen.

Zum einen möchten wir unsere Kund*innen und Klient*innen zukünftig smart und komfortabel durch den prevent.on-Checkup führen: Von der Einladung über die Terminauswahl, der Beantwortung von Fragen zu der medizinischen und psychischen Gesundheit bis zur Ergebnisdarstellung wird alles digital stattfinden. Auch die Nachverfolgbarkeit vereinbarter Ziele und die Darstellung von Veränderungen über die verschiedenen Checkups werden Bestandteil des neuen prevent.on-Gesundheitsportals sein.

Wir stehen zum anderen kurz vor dem Launch unseres rein digitalen Checkups, worauf wir schon gespannt sind und auf dessen Markteinführung wir uns sehr freuen! Was erwartet die Kund*innen bei einem (fast) rein digitalen Checkup? Die Klient*innen erhalten von ihrem Arbeitgeber einen anonymisierten Code, loggen sich mit diesem in unser System ein, registrieren sich und füllen zunächst zwei Fragebögen mit medizinischen und psychologischen Fragen aus. Sie drucken sich im Anschluss einen Voucher aus und vereinbaren einen Termin mit ihrem Betriebs-oder Hausarzt, um körperlich untersucht zu werden und diagnostisch und präventivmedizinisch wichtige Werte zu ermitteln (Blutabnahme, Blutdruck, Größe, Gewicht, Bauchumfang). Der Arzt schickt diese Werte zurück an prevent.on. Der Klient vereinbart darauf online ein telemedizinisches Abschlussgespräch mit einem Gesundheitsberater, bei dem die Ergebnisse der Fragebögen, eventuellen „red flags“ und die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung besprochen sowie Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden. Der Klient hat jederzeit Zugang zu seinen Ergebnissen und erhält in seinem Bereich Tipps und Tricks zur Verhaltensänderung. Hier schließt auch unsere Vision für die kommenden Jahre an: wir wollen der Veränderungsbegleiter für unsere Kundenunternehmen und Klient*innen sein und die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie in eine gesunde Zukunft tragen. Wir wollen Menschen und ganze Unternehmen in ihrer Gesundheit stärken, Führungskräfte zu gesunden Vorbildern entwickeln, sowohl in ihrer Haltung als auch in ihrem Verhalten. Dazu investieren wir gerade in den extrem spannenden Bereich der Künstlichen Intelligenz, um noch besser und individueller diagnostizieren und beraten zu können.

 

Was war das schönste Feedback Ihrer Kunden während des letzten Jahres?

Ein Klient sagte zu einer meiner Mitarbeiter*innen an unserer Hotline, die sich um die schnelle Vermittlung in Psychotherapie oder Beratung kümmert, folgendes: „Endlich habe ich eine Beratung gefunden, die mir hilft. Ich kann mich sortieren, habe wieder den Eindruck „hinter dem Ball zu sein“ und das Spiel mitzugestalten. Ich kann mich wieder konzentrieren und bin zuversichtlich, dass ich die Herausforderungen meistern werde. Innerhalb von wenigen Tagen hatte ich einen Termin bei einer Psychologin. Ich bin froh, dass mein Arbeitgeber das ermöglicht. Naja, er hat ja auch etwas davon 😊.“

AOK-Pflege-Report 2021: Belastung von Pflegekräften durch Corona weiter gestiegen

Kranken- und Altenpflege sind auch unter normalen Umständen herausfordernde Berufe: große Verantwortung, Schichtdienst und hoher Arbeitsdruck verstärken vorhandene Belastungen, sodass krankheitsbedingte Fehlzeiten häufig sind. Der neue Pflege-Report der AOK» zeigt nun, wie diese während der COVID-19-Pandemie zugenommen haben.

Corona führte einerseits zu erhöhtem Pflegeaufwand für schwer gefährdete oder bereits erkrankte Personen, andererseits zu einem hohen Risiko, sich selbst zu infizieren. Krankheits- oder risikobedingte Ausfälle bedeuteten zusätzlich eine weiter erhöhte Arbeitsverdichtung und –belastung. Die sogenannte erste Welle der Pandemie ist daher auch an den Arbeitsunfähigkeitstagen abzulesen: im März 2020 lagen diese für Pflegekräfte durchschnittlich 4,7 Tage höher, im April immer noch etwa 2,1 Tage.

Die AOK nennt neben Berufen in der Kinderbetreuung und –erziehung, die trotz Lockdown-Maßnahmen weiterhin Kontakt zu vielen Menschen hatten, die verschiedenen Bereiche der Pflege als am meisten Betroffene von COVID-19-Diagnosen: für die Altenpflege vermerkt der Report 2.083 Erkrankte pro 100.000 Versicherte, für die Gesundheits- und Krankenpflege 2.016 und für die Fachkrankenpflege 1.905. Der Durchschnitt aller Berufe liegt bei 1.183 Erkrankten pro 100.000 Mitgliedern.

Auch die psychische Belastung der Pflegekräfte ist während der Pandemie weiter angestiegen, allerdings nicht so stark wie in den Vorjahren. Dennoch liegt sie weiterhin weit über dem Durchschnitt, wie sich anhand der Arbeitsunfähigkeitstage zeigt. Durchschnittlich fehlen Pflegekräfte 5,8 Tage pro Jahr aufgrund von psychischen Erkrankungen, für andere Berufe sind es nur 3,0 Tage.

In Bezug auf das Betriebliche Gesundheitsmanagement in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern zeigt sich laut Pflege-Report ein deutlicher Unterschied zwischen größeren und kleineren Häusern: während erstere die entsprechenden Strukturen und Ressourcen vorhalten können und entsprechend aufbauen und weiterentwickeln, habe für kleinere Unternehmen das Tagesgeschäft oft Vorrang. Gerade während der Pandemie seien aber insgesamt viele Angebote zurückgestellt worden, wobei die Beschäftigten besonders BGF-Angebote zur Stressbewältigung oder Resilienz sowie psychosoziale Unterstützung nachfragen. Auch Führungskräfte wünschen sich laut Report mehr Unterstützung, unter anderem zu gesunder Führung, Kommunikation sowie Maßnahmen zur Förderung der Teamarbeit. Die Studie leitet daraus verschiedene Handlungsempfehlungen ab, darunter die vermehrte Form hybrider Formen der psychosozialen Entlastung, die bessere Unterstützung und Vorbereitung von Führungskräften sowie die Beteiligung von Pflegekräften an der Entwicklung digitaler oder hybrider Angebote, um diese passgenau aufzubauen. Angesichts des bereits jetzt bestehenden Fachkräftemangels im Gesundheitsbereich ist es umso wichtiger, Beschäftigte langfristig gesund, motiviert und leistungsfähig zu halten – das Betriebliche Gesundheitsmanagement spielt dabei eine zentrale Rolle.

Mitarbeiterverpflegung während Corona – ein Beitrag zur gesundheitlichen Grundkonstitution

Currywurst – eine lange, eine geliebte Tradition. Wer damit bricht, rechnet mit Reaktionen.

Als 1949 in Berlin der amerikanische Livestyle erstmals im Alltag ankam, waren die Menschen fasziniert. Wer sich also die Amispeise Steak mit Ketchup nicht leisten konnte, aß Currywurst. Aber auch in Hamburg, Hannover oder im Ruhrgebiet will man den genialen Einfall gehabt haben. VW z.B. machte Schlagzeilen, dass sie 2019 mehr Currywürste mit der Seriennummer des Originalteilekataloges „199 398 500 A“ als Autos verkauft hat. Ausgerechnet VW streicht in einer Werkskantine die Currywurst und stellt komplett auf fleischfreie Angebote um. Ein starkes Zeichen einerseits. Andererseits ist das vielen zu viel.

Richtig bleibt aber

  • Essen soll schmecken und gut tun!
  • Wir gehen dort essen, wo uns das Angebot gefällt.
  • Der Koch soll auf Qualität und Vollwertigkeit achten.
  • Die Folgen von schlechter Ernährung und Übergewicht sind nicht erst seit Corona bekannt.
  • In Deutschland ernähren sich viele Menschen ernährungsphysiologisch gesehen nicht optimal.
  • Aufklärung reicht nicht, um Essgewohnheiten zu ändern. Es braucht attraktive Angebote.
  • Gesunde Ernährung und Klimaschutz gehen häufig Hand in Hand.

Unternehmen können über die Betriebskantinen Einfluss nehmen. Sie dürfen ihre Kantine fordern, das Angebot attraktiv UND hochwertig, gesund und nachhaltig zu machen. Das ist mehr, als Trends zu folgen. Davon würde das Unternehmen intern profitieren: Mitarbeiterbindung, Zufriedenheit, Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit, etc. Zudem wäre es ein wichtiger Beitrag zu mehr Ernährungsgesundheit insgesamt.

Letzen Endes ist das Mittagessen in der Kantine für viele Menschen die Hauptmahlzeit des Tages. Ist diese gesünder, hochwertiger und sogar ökologischer ist das ein Gewinn für alle. Wenn es in den Kantinen nicht passiert – wo dann?

Wussten Sie?

  • Pro Tag treffen wir 230 ernährungsbezogene Entscheidungen
  • Für Werbung von Süßwaren werden knapp 700 Millionen Euro ausgegeben.
  • Gemüse und Obst wird dagegen mit nur 7 Millionen Euro beworben.

Ich wünsche uns eine geöffnete Gastronomie und Ihnen einen schönes Sommerfinale!

Ihr Christian Feist

Die Branchenverteilung beim Corporate Health Award 2021

Nach dem Ende der Bewerbungsfrist für den diesjährigen Corporate Health Award und dem Start in die Auditierungen ergibt sich ein interessanter Überblick über die Beteiligung der verschiedenen Branchen. So sind Produktion und Verarbeitende Industrie mit 13 % Anteil an den Bewerbungen Spitzenreiter – diese Bereiche blicken bereits aufgrund hoher Arbeitsschutz-Standards auf gefestigte und erfolgreiche Corporate Health-Programme zurück, die stetig angepasst werden und der Branche offenbar viel Selbstbewusstsein geben. Auch die Öffentliche Verwaltung ist mit 12,4 % stark vertreten; hier zeigt sich die Gefahr des Fachkräftemangels in den nächsten Jahren besonders, sodass die Institutionen bereits seit längerem auf verschiedene Maßnahmen setzen, um ihre Beschäftigten zu halten und neue Bewerber*innen zu überzeugen.

Eine geringere Beteiligung ist in Branchen wie Automotive – die 2021 zum ersten Mal als eigene Branche ausgezeichnet werden – Konsumgüter oder Elektrotechnik zu sehen. Gemeinsam haben diese Bereiche mehr oder weniger starke Einschränkungen durch die Engpässe globaler Lieferketten während der Corona-Pandemie, sodass die Unternehmen mutmaßlich seltener auf externe Zertifizierungen wie den Corporate Health Award zurückgreifen.

Besonders erfreulich ist der mit 9,2% weiterhin hohe Anteil des Gesundheits- und Sozialwesens, dessen außergewöhnliche Belastung der letzten eineinhalb Jahre dennoch nicht zu einem Einbruch bei den Bewerbungen geführt hat – die Unternehmen, die sich für ihre Beschäftigten einsetzen, wollen dies gerade jetzt auch zeigen und als wichtige Vorbilder fungieren.

Die Auditierungen zeigen nun einmal mehr die unterschiedlichen Ansätze in Fürsorglichkeit, Kreativität und Förderung, mit denen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter*innen unterstützen. Am Jahresende werden die Besten dieser Arbeitgeber mit dem Corporate Health Award ausgezeichnet – es bleibt spannend!