Führung in herausfordernden Zeiten, Mitarbeitermotivation bekommt höchste Priorität

Spätestens in zwei bis drei Jahren müssen Management und Mitarbeiter grundlegend neue Fähigkeiten und Kompetenzen beherrschen. So die Einschätzung des Reports „People Management 2025“, herausgegeben von Price Waterhousecoopers und dem Instiut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen. Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) wurden 2019 knapp 130 HR-Führungskräfte aus überwiegend mittelständischen Unternehmen sowie 25 Experten und kreative Köpfe aus Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft befragt.

Demnach werden im Bereich HRM das Daten- und Technologiemanagement, Talentmanagement sowie Mitarbeiterqualifizierung und Kompetenzmanagement dann wichtiger sein als die reine Personalplanung. Auch die Gewichtung des Bereiches Gesundheitsmanagement steigt nach der Befragung der Gewichtung von Funktionen im HRM auf der Bewertungsskala um acht Prozent.

Die Change- und Transformationsprozesse sind herausfordernd und die Zahlen belegen einen enormen Handlungsdruck: Denn auf dem Weg zum People-Management 2025 stehen die Personalabteilungen und die Verantwortlichen vor der Aufgabe, in sehr kurzer Zeit teilweise eklatante Lücken in der Vorbereitung auf neue Aufgabenfelder und Funktionen zu schließen, um der Bedeutung
der zentralen Funktionen gerecht zu werden.

Nun haben wir in diesem ebenfalls herausfordernden Jahr 2020 in einigen wenigen Monaten im Schelldurchlauf erlebt, was Digitalisierung per Knopfdruck im Unternehmen und HRM verändert. Viele Firmen haben in beeindruckender Weise gezeigt, wie neue Prozesse umgesetzt werden konnten und wie man miteinander kommunizieren sollte, manche Organisationen sind noch in der Orientierungsphase und brauchen vernünftige Monitoringsysteme um den aktuellen Status Quo einordnen zu können.

Mitarbeitermotivation und Gesundheitskonzepte haben höchste Priorität

Wo wir derzeit stehen? Zwei von drei Unternehmen in Deutschland holen ihre Mitarbeiter bereits zurück ins Büro – meist noch im schrittweisen Modus.

Der Homeoffice-Führerschein: Regeln für die Arbeit in den eigenen vier Wänden

Schon seit vielen Jahren existiert das Arbeitsmodell Homeoffice, jedoch wurde es bisher nicht von allen Unternehmen gelebt. Doch während der Corona-Krise mussten viele Mitarbeiter notgedrungen ihren Arbeitsplatz vom Büro in das Homeoffice verlagern. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber sind mit dieser plötzlichen Umstellung teils überfordert. Den meisten Unternehmen fehlt es an einheitlichen Konzepten und Strukturen, damit Mitarbeiter effizient von zu Hause arbeiten können. Daher empfiehlt es sich, unter Berücksichtigung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements einen „Homeoffice-Führerschein“ sowohl für Führungskräfte als auch Mitarbeiter einzuführen, bei dem u.A. folgende Aspekte Beachtung finden:

  • Ergonomie: Während im Büro vielfach die Höhe des Monitors oder die Bürostühle unter ergonomischen Gesichtspunkten ausgewählt sind, ist dies in den eigenen vier Wänden i.d.R. nicht der Fall. Doch nur, weil Beschäftigte nun von zu Hause arbeiten, darf der Arbeitsschutz nicht vernachlässigt werden. So sollte z.B. darauf hingewiesen werden, dass auch bei fehlender ergonomischer Büroausstattung zumindest eine gesunde Arbeitshaltung eingenommen werden sollte.
  • Bewegung: Mitarbeiter im Homeoffice bewegen sich häufig weniger. Um dem entgegenzuwirken, können bewegte Pausen im Freien, Telefongespräche im Gehen oder auch leichte Fitnessübungen für zu Hause eingeführt werden. Auch können virtuelle Challenges initiiert werden, die jeder Mitarbeiter von Zuhause aus meistern kann (z.B. Radfahr-Challenge oder Schritte-Wettbewerb).
  • Ernährung: Häufig werden die Mittagspausen ausgelassen, um Zeit zu sparen oder es wird zu Fertiggerichten gegriffen. Daher sollte nicht nur eine Sensibilisierung der Mitarbeiter erfolgen, sondern z.B. auch Ernährungs-Apps eingesetzt werden, die schnelle gesunde Gerichte für die Mittagspause vorschlagen.
  • Life-Domain-Balance: Gerade im Homeoffice fällt es häufig schwer, Berufliches und Privates zu trennen. Vor allem für Eltern stellt dies eine besondere Belastung dar. Vorgesetzte sollten daher feste Arbeitszeiten mit dem Team abstimmen. Denn Homeoffice bedeutet nicht, dass Mitarbeiter ständig erreichbar sein müssen.
  • Stress: Die aktuelle Situation führt zu enormen Belastungen und Unsicherheiten. Themen wie Entspannung und Achtsamkeit spielen daher eine große Rolle zur Steigerung des persönlichen Wohlbefindens.
  • Führung auf Distanz: Führungskräfte sollten sich vermehrt mit dem virtuellen Führen auseinandersetzen. Eine aktive Feedback-Kultur sowie die Nachfrage nach dem Wohlbefinden der Mitarbeiter kann sehr wertvoll sein. Da derzeit weiterhin die sozialen Kontakte beschränkt sind und auch im Homeoffice der persönliche Kontakt zu den Kollegen fehlt, lassen sich zumindest regelmäßige Team-Konferenzen oder virtuelle Kaffeepausen planen.

 

Zu den Autoren: Prof. Dr. Volker Nürnberg ist Partner bei BDO und berät mit Sven Hannawald, Olympiasieger und 4-facher Weltmeister, Partner der SVEN HANNAWALD & SVEN EHRICHT Unternehmensberatung, Firmen zur Gesundheit ihrer Mitarbeiter.

„Das Tabu Home Office ist gefallen“

Heute gibt es etwas auf die Ohren: wir haben mit Prof. Dr. Arnd Schaff über Home Office, Führung und die Herausforderungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement in Pandemiezeiten gesprochen.

Im »Mai-Podcast des DFK spricht Dr. Schaff über BGM in Corona-Zeiten. Die Herausforderungen sind vielfältig, angefangen bei der plötzlichen Umstellung auf Home Office über Arbeitsschutzvoraussetzungen zu veränderten Aufgaben für Führungskräfte.

„Es gibt sehr viele informelle Prozesse und Abstimmungen, die nirgendwo dokumentiert sind, die aber natürlich für das Funktionieren entscheidend sind.“

Nach einer Erhebung von Mitte März arbeitet mittlerweile jeder zweite Arbeitnehmer ganz oder teilweise im Home Office (Bitkom). Grund genug für die Corporate Health Initiative, das Thema nochmals aufzugreifen: in unserem Podcast mit Dr. Schaff.

Prof. Dr. Arnd Schaff vom Institut für Gesundheit und Soziales der FOM Hochschule für Ökonomie und Management ist stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe BGF der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention. Er betreibt eine Praxis für Psychotherapie im Essener Süden und ist langjähriges geschätztes Mitglied im Expertenbeirat des »Corporate Health Award.

Kennziffern für den Unternehmensreport, Arbeitsplatzprogramme und transparente Kommunikationsabläufe

Nachhaltigkeit im BGM – viele Firmen stehen vor der Entscheidung Gesundheitsmanagement „anders“ aufzustellen. Wo fängt man aber an? Wir haben nachgefragt bei Andreas Kummer, Inhaber der Motio GmbH Berlin, Gebietsleiter für Berlin und Brandenburg und Geschäftsführer der Motio Verbundgesellschaft mbH.

Herr Kummer, worin besteht die Herausforderung bei nachhaltigen BGM Ansätzen?

Andreas Kummer: Aus meiner Sicht geht es um folgendes: Führungskräfte sind der „Schlüssel“ für die Etablierung nachhaltiger Systeme im BGM. Dafür braucht es definitiv ein neues Bewusstsein für die eigene Vorbildrolle sowie die Faktoren der Einflussnahme. Dies geht einher mit dem Verständnis, dass man hier eine hohe Verantwortung für Gelingen oder Misslingen trägt. Motivation ist dabei ein Kernelement. Denn hier gilt es, genau diese Motivation trotz möglicher Misserfolge aufrecht zu erhalten. Eine stetige Evaluation und Prozessoptimierung muss also zum Standard in den Unternehmensprozessen werden.

Wie dies gelingt? Unabhängig davon ob dies von „draußen“ oder intern realisiert werden kann: Das Identifizieren von passgenauen Lösungen für ein Unternehmen unter Berücksichtigung bereits vorhandener Strukturen ist das A und O. Dies gelingt aber nur, wenn alle Beteiligten da abgeholt werden, wo sie gerade stehen und an dem Prozess partizipieren können. Transparente Kommunikation ist also Pflicht für jede Führungskraft.

Welche Kennziffer im BGM sollte jedes Unternehmen parat haben?

Andreas Kummer: Hier gibt es immer noch viele Missverständnisse. Objektive Kennzahlen werden ja in der Regel für das Reporting eingesetzt. Wir sind aber mittlerweile viel weiter bei der Erhebung und Implementierung von Kennzahlensystemen.

Unterscheidet man zwischen „harten“ und „weichen“ Faktoren, so kann man folgendes sagen:

Harte (objektive) Kennzahlen werden als Spätindikatoren genutzt: dazu zählen unter anderem der Rückgang von AU-Tagen beziehungsweise erfolgreich umgesetzte BEM-Verfahren. Für nachhaltiges BGM sind jedoch eher die sog. weichen Kennziffern wichtig, die als Frühindikatoren gelten. Hier reden wir also von der Mitarbeiterzufriedenheit mit dem Betriebsklima und den Arbeitsbedingungen, der erfahrenen Unterstützung durch Führungskraft und Kollegen sowie generell dem Gesundheitsverhalten.

Worin besteht das Ziel von Arbeitsplatzprogrammen (APP) die Sie mitbegleiten?

Andreas Kummer: Bei den derzeit realisierten Programmen wird unterschieden, welches Ziel primär verfolgt wird. Geht es um Stressprävention oder/und um den Bereich Muskel/Skelett, danach geht es in die Analyse und Erstellung der Einzelbausteine.

Bei den Arbeitsplatzprogrammen haben wir es mit komplexen Ansätzen zu tun, die den Transfer in den Alltag ermöglichen. Es geht also wie im Bereich Muskel-Skelett- APP nicht nur um eine ergonomische Beratung und Optimierung, sondern immer auch um die Vermittlung von Gesundheits-Aspekten mit anschließender Umsetzung im Arbeitsalltag. Persönliche Beratung, individuelle Strategien zum Belastungsmanagement und eine begleitende Supervision sind wesentlicher Bestandteil des APP. Zusammen mit der Belegschaft werden die Arbeitsplatzverhältnisse während eines Arbeitsplatzprogrammes optimiert. Das ist wichtig, weil nur so Investitionen in die Arbeitsumgebung wirkungsvoll sind, wenn der Arbeitsplatz aktiv mitgestaltet und adäquat genutzt werden kann. Nur auf diesem Wege lässt sich Gesundheitskompetenz entwickeln und damit einher geht die Steigerung des Gesundheitspotentials einer ganzen Firma.

Vielen Dank für das Gespräch!

Zur Person: Andreas Kummer studierte Betriebswirtschaft, Pädagogik und Psychologie. Er agiert seit mehr als 30 Jahren als Trainer, Berater und Projektmanager in der Personal- und Organisationsentwicklung.

Digitaler Dialog

Der erste Digitaltag am 19. Juni war ein Mammutprogramm, bei dem über 1.400 Aktionen in ganz Deutschland auf beeindruckende Art und Weise die Vielfalt in Unternehmen, Institutionen und Verbänden zeigten.  Das Team der Corporate Health Initiative hat sich umgesehen, nahm verschiedene Formate wahr und trat für den Branchenbenchmark und neue Digitalformate in den Dialog mit Experten, Technologen und HR-Abteilungen.

Im Schnelldurchlauf haben wir uns beim virtuellen Besuch des Robotron-Museums mit dem Weg der „Elektronengehirne zu Datenverarbeitungsmaschinen“ inklusive Wirtschaftskrimi in den 80ern beschäftigt und landeten dann bei Chatbots für die Personalabteilung im Jahr 2020. Die TIKTOK-Versuche der Automotive-Branche konnten nicht alle überzeugen, dafür jedoch die Vorlesungen „Relativitätstheorie für Laien“. Gut gemachte virtuelle Vorlesungen sind somit schon mal im Wissenskoffer gelandet, ebenso wie kreative Social Media-Kanäle und Formate für Mitarbeiter und Kunden. Dass große Rechenzentren wichtig für die Digitalisierung der Wirtschaft sind, ist logisch. Umso interessanter war es, hier einmal die 360 Grad-Führungen durch Unternehmen und Datacenter samt Bits und Bytes zu begleiten, ebenso wie die Übertragung der Lunchtalks zu erfolgreichen Hackathons im Bereich Healthcare oder Riesenevents wie z.B. „#WirVsVirus“ Mit über 28.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war „#WirVsVirus“ der bislang größte virtuelle Digitalwettbewerb weltweit, daraus konnten sich viele neue Geschäftsmodelle entwickeln. Diese wiederum brauchen spezialisierte Mitarbeiter. Wie man neue Mitarbeiter über gut gemachte Formate gewinnt? Der Thementag hat diverse technische Lösungen und Inhalte in Kombination liefern können.

Interessant waren in ihrer Vielfalt und Qualität auch die zahlreichen Diskussionsrunden zu den derzeitigen Arbeitswelten: Hier kamen u. A. Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Brandenburg samt Wirtschaftsförderungen zusammen, um gemeinsam darüber nachzudenken, wie man Standorte und Branchen weiterentwickelt. „Smart Country Brandenburg“ wollte wissen, wie wir künftig arbeiten und thematisierte dies in der Diskussionsrunde mit Unternehmern und Wirtschaftsförderern wie folgt:

„Für Millionen Beschäftigte ändert sich das Büro-Berufsleben grundlegend. Wird in zehn Jahren nur noch die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen ins Büro kommen, wie es Facebook-Gründer Mark Zuckerberg prophezeit? Es gilt, vorsichtig die Entwicklung zu betrachten und keine schnellen Schlüsse zu ziehen. Betriebe und Beschäftigte aller Branchen sind unterschiedlich betroffen. Geschäfts- und Arbeitsmodelle wandeln sich, die Auswirkungen der neuen Volatilität der Werktätigen sind immens. Was verändert sich gerade und welchen Herausforderungen gilt es sich zu stellen? Welche Anreize benötigen wir in Flächenländern? Wie stimulieren wir den Strukturwandel?“

Der Arbeitsplatz der Zukunft, der Umgang mit Mitarbeitenden und die Transformation in vielen Branchen stand somit im Fokus des Thementages.

Fazit: Wir treffen uns dann nächstes Jahr wieder, gleicher Tag, gleiche Zeit.

Überblick über die Vielfalt digitaler Formate »hier

#digitalmiteinander und die Corporate Health Initiative

Die Premiere des Aktionstages 2020 unter dem Motto #digitalmiteinander haben wir von der Corporate Health Initiative gleichzeitig zum Anlass genommen, für neue Besucher dieser Website auf einen Blick wichtige Informationen zusammenzustellen, diese mit den Inhalten der Initiative vertraut zu machen und auf die kommenden Digitalevents zu verweisen.

Auf einen Blick

Die Corporate Health Initiative ist das größte Mitglieder-Netzwerk von Unternehmen und Organisationen, die sich engagiert für ihre Belegschaft einsetzen, innovative Management-Strukturen schaffen und sich vorbildlich für das wichtige Thema Gesundheit im Unternehmen einsetzen. In diesem Jahr haben wir es mit besonderen Herausforderungen zu tun. Aus diesem Grund starteten wir im Mai 2020 das »Hilfspaket der Initiative für die DACH-Region, um noch mehr Firmen und Organisationen mit wissenschaftlichen Instrumenten, digitalen Tools, dem Wissensvorsprung und der Stärke eines großen Netzwerks unterstützen und begleiten zu können. Dabei schauen wir gezielt auf die einzelnen Branchen, zeigen neue Wege auf und bringen die Praktiker mit Wissenschaftlern, Verbänden, Politik und Medien zusammen.

Aus der Wissenschaft in die Praxis

Digitalisierungsprozesse verändern unsere Arbeitswelt grundlegend. Wir erforschen seit Jahren diese Veränderungsprozesse und stellen die Entwicklungen der deutschen Wirtschaft und der verschiedenen Branchen in jährlichen Trendstudien vor. Die Grundlage für alle Analyse-, Begleitungs- und Zertifizierungsprozesse der verschiedenen Branche bildet der seit über fünfzehn Jahren etablierte und stetig weiterentwickelte  »Corporate Health Evaluation Standard (CHES).

Im Rahmen jährlicher Auditierungsprozesse haben alle Branchenunternehmen und Organisationen die Chance, sich gleichzeitig für den Corporate Health Award zu bewerben, der zu den renommiertesten Auszeichnungen in Deutschland zählt und in diesem Jahr zum zwölften Male von EUPD Research und der Handelsblatt Media Group ausgerufen wurde. Bei der Bewerbung um den Award 2020 kann jede Organisation aus Wirtschaft, Bildung und öffentlicher Hand den »Online-Qualifizierungsbogen kostenfrei einsenden und erhält im Anschluss ihren individuellen Deutschland-Benchmark. Die Ergebnisverifizierung kann für teilnehmende Organisationen je nach gesetzlicher Anforderung und individuellen Auflagen der jeweiligen Institution entweder durch das klassische Präsenz-Audit oder eine in diesem Jahr erstmalig zur Verfügung stehende Online-Auditierung durchgeführt werden.

»Zum Prozess und Bewerbungsbogen
Telefonische Beratung zum Branchenbenchmark unter 0228 97143-36.

 

TERMINE

Unsere Webinare mit Wissenschaftlern, Unternehmen, Experten und Partnern der Initiative decken verschiedene Aspekte aktueller Digitalisierungs-, Transformations- und Managementprozesse ab. Am 24. Juni findet von 14.30 Uhr bis 17 Uhr unter dem Motto „Gesunde Führung in unsicheren Zeiten“ ein weiteres Onlineevent statt.

» Hier geht’s zur Anmeldung zum Event

Im August startet die neue Webinar-Themenreihe der Initiative unter dem Titel „Corporate Health Management in Deutschland“. Von August bis November 2020 werden dort die einzelnen Branchen in Deutschland in ihrer Vielfalt und mit Best Practices präsentiert.

 

Up to Date

Möchten Sie immer auf dem Laufenden sein, wenn es um exklusive Studien geht? Aktuelle Zahlen, Checklisten, aktuelle Trends des Monats gibt es im »monatlichen Corporate Health Newsletter.

Digitalisierung, Ethik, Führung

Transformation, Digitalisierungsprozesse – Schlagworte, die alltäglich in den Medien und Politik präsent sind, bedeuten im Geschäftsalltag harte Arbeit abseits von Routinen. Nicht zuletzt werden alte Führungsmodelle auf den Prüfstand gestellt. Was bedeutet das zum Beispiel für die Gesundheits- und Sozialbranche?

Im letzten Beitrag haben wir Matthias Puls von Kenkou zu den Beweggründen für das Buch „Digitale Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen“ befragt. Heute widmen wir uns dem Thema Führung und den zahlreichen Denkanstößen, die die Experten aus Unternehmen, Gesundheitsbetrieben, Krankenkassen und Innovationsclustern auf 360 Seiten in hoher Qualität zusammengetragen haben.

Alleine 2018 erwirtschaftete die Branche jeden achten Euro des BIP. Obwohl der Bereich zu den größten Arbeitgebern gehört, stoßen die Kapazitäten in Pflege- und Gesamtversorgungssystemen bereits heute an ihre Grenzen. Gleichzeitig und beim Wettrennen um internationale Märkte haben sich viele neue Unternehmen und Start-ups gegründet. Diese neue Kultur bewegt sich gerade in den sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt, während die Branche bereits auf dem Weg zum dritten ist. Die starken Veränderungen spiegeln sich auch in den Bestrebungen wider, zum Beispiel im Medizinstudium verstärkt Digital- und Managementgrundlagen zu vermitteln, die den interdisziplinären Blick schärfen.  Wo es um Innovationen geht, sind automatisch interdisziplinäre Teams gefragt, die abseits von „AGIL“ in den Dialog gehen müssen. Und auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement kann zwar digital sein, muss aber abseits von Kennziffern und schnellen Kurzzeiterfolgen viel mehr leisten, wenn es zum nachhaltigen Managementsystem werden soll.

Umso wichtiger ist es, darauf zu achten, wie Führung in dieser herausfordernden Branche gelingt: In den Interviews mit den Ärzten, Technologen und zahlreichen Gründern zeigt sich, dass die Prioritäten und Lerneffekte oft mit Schlüsselmomenten im beruflichen Alltag zu tun haben. Um zukunftsfähige Strukturen zu schaffen, geht es bei neuen Führungsansätzen neben Flexibilität, Transparenz und guten Kommunikationsstrukturen aber vor allem um Wertschätzung.  Wie Gesundheitsmanager und Geschäftsführer sich selbst einschätzen und welche Kompetenzen immer stärker gefragt sein werden, kann man in den sehr persönlichen Interviews der Rubrik „Gründerköpfe“ im Buch „Digitale Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen“ nachlesen.

 

Gratulation: Die Gewinner der Verlosungsaktion vom Mai stehen fest. In diesem Fall sind es zwei Damen. Jeweils ein Exemplar des Buches „Digitale Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen“ geht an eine Mitarbeiterin der Firma HYDRO Systems KG in Biberbach/ Baden und an eine Mitarbeiterin der Diakonie Düsseldorf. Viel Freude beim Entdecken!

Außerdem in der Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft erschienen: „Digitalisierung und Ethik in Medizin und Gesundheitswesen“.

Hintergrund: Wenn digitale Technologien wie künstliche Intelligenz, Blockchain und Robotik auf die Medizin treffen, entstehen zwangsläufig ethische Fragestellungen. Diese lassen sich nicht ohne Weiteres mit medizinisch-technologischen, rechtlichen oder ökonomischen Argumenten allein beantworten. Auch die HR ist hier gefordert.

Von der Kunst gesunder Führung, BGM 4.0, neuen Apps im Gesundheitsmanagement und nachhaltige Strategien bei der Beurteilung der Arbeitssituation

Motio ist neuer Partner der Corporate Health Initiative

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Führungskräfte im Jahr 2020

Wie bewerten Arbeitnehmer in Deutschland ihre Arbeitssituation in Zeiten der Corona-Krise? StepStone bietet mit seinen Studien einen Einblick in das aktuelle Meinungs- und Stimmungsbild der Erwerbstätigen. Es wurden bereits über 13.000 Arbeitnehmer befragt. Doch auch die Führungskräfte werden genauer betrachtet. Das Ergebnis zeigt schon jetzt: wir müssen genauer hinsehen.

Zwar zeigt das Ergebnis, dass 83 Prozent bei der Arbeit engagiert sind, die Mehrheit der befragten Führungskräfte erklärten bei der Arbeit fokussiert zu sein (68 Prozent). Doch der Dauerausnahmezustand fordert und geht an die Reserven.

Fast jede zweite Führungskraft arbeitet aktuell mehr als vor der Coronasituation. Pausen werden vergessen, zudem fahren sie im Vergleich zu Beschäftigten ohne Personalverantwortung besonders häufig zum Büroarbeitsplatz, obwohl sie von zu Hause arbeiten könnten. Die Hälfte der Führungskräfte fühlt sich mittlerweile müder und 42 Prozent gaben an, noch gestresster zu sein.

Das bedeutet, dass bei den Strukturen unbedingt darauf geachtet werden muss, dass der Spagat zwischen der Moderatorenrolle und neuen Führungsansätzen nicht zulasten der eigenen Gesundheit gehen darf. Die Details und Schritte bei der Psychischen Gefährdungsbeurteilung liefern hier außerdem ein systematisches Vorgehen. Infos zur Weiterbildung

Corona Barometer

Die Krise führt dazu, dass viele Beschäftigte ihre Jobsituation hinterfragen und ihre Präferenzen neu
definieren. Für etwa 51 Prozent ist die Work-Life-Balance wichtiger geworden, an
zweiter Stelle steht mit ca. 46 Prozent die Sicherheit im Job, mit 44 Prozent folgen die flexiblen Arbeitszeiten.

Übrigens: überhaupt einen Job zu haben, ist für rund ein Drittel der Befragten in Deutschland wichtiger geworden als zuvor., Die meisten der Befragten stellen ihren Arbeitgebern und Führungskräften gute Noten bezüglich strukturiertem Vorgehen und Kommunikation aus.

Umstieg gestalten

Eines zeigt sich schon jetzt: wenn Arbeitnehmer im Homeoffice eigenverantwortlicher arbeiten, haben sie dies auch wertgeschätzt und eine gewisse Erwartungshaltung für die Zeit im Büro vor Ort. Für Führungskräfte bedeutet dies: Moderation statt Kontrolle, Freiräume statt Restriktionen.  Ein ausführliches Interview dazu liefert die DGUV. Auf der Seite der Präventionskampagne der Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und dem Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist das Interview mit Dr. Marlen Cosmar, Psychologin und Referentin am Institut für Arbeit und Gesundheit der DGUV (IAG).

NEW Work – nachgehört

Hier noch unser Tipp: die Podcastreihe New Work Stories. Vom Clash der Generationen bis zum New Work Knigge – mit nunmehr über 40 Folgen sehr hörenswert.

Zahl der Woche: Gesundheit, Eltern, New Work, Erforschung der Auswirkungen der Corona-Pandemie

Gesundheit als wichtigste Aufgabe in Deutschland

War bislang der Klimawandel das vorherrschende Thema bei den zu lösenden Aufgaben, so hat sich dies innerhalb weniger Monate geändert. Der Anteil der Deutschen, die Gesundheitsthemen und soziale Sicherheit für die wichtigsten zu lösenden Aufgaben in Deutschland halten, ist von 35 auf 45 Prozent gestiegen. Das verdeutlicht die folgende Infografik. Die Bewertungen vor und nach den ersten COVID-19 Maßnahmen ergeben ein eindeutiges Bild. Im Ergebnis steht die Aussage: Gesundheit und damit die soziale Sicherheit wird in der Krise wichtiger als alles andere.

Eltern zwischen Erwerbsleben und Kinderbetreuung

Eine aktuelle StepStone Studie bietet interessante Einblicke in die Lebenswelt hinter dem Home-Office. In der Umfrage wurden Ende April 2020 knapp 7.000 ArbeitnehmerInnen in Deutschland befragt. Deutlich mehr Mütter (42,5 Prozent) als Väter (27,3 Prozent) gaben an, dass sie sich aufgrund der Doppelbelastung mit Job und Kindern seit der Corona-Pandemie schwerer auf die Arbeit konzentrieren können. Bei 49,8 Prozent der Mütter bleiben so zwangsläufig Aufgaben liegen, bei den Vätern sind es bei der Stichprobe rund 40 Prozent. Als Folge haben 27,6 Prozent der befragten Mütter Urlaub genommen, um die Kinderbetreuung gewährleisten zu können.

Hier schließt auch die YouGOV Umfrage vom Mai an. Mit 59 Prozent spricht sich die Mehrheit der Befragten für eine Entschädigung an Eltern aus. Die Idee: der Staat solle eine finanzielle Entschädigung an Eltern zahlen, die wegen der Corona-Pandemie ihre Kinder zuhause betreuen müssen und dadurch Einbußen bei der Erwerbsarbeit haben. #CoronaElternRechnenAb

Wurde mit dem neuen Konjunkturpaket der Bundesregierung auf diese Forderungen eingegangen? Mit dem Kinderbonus für Familien wird festgelegt, dass Eltern einmalig 300 Euro pro Kind erhalten. Für Alleinerziehende werden die Freibeträge verdoppelt und Erwerbsgrenzen werden ebenfalls berücksichtigt.

 Psychosoziale Auswirkungen – Studie von TK und TU Chemnitz

Seit März 2020 läuft eine wissenschaftliche Online-Befragung der Technischen Universität (TU) Chemnitz. Die Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt das Projekt, bei dem bisher über 3.000 Teilnehmer befragt wurden. Es werden noch weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Projekt gesucht.

Hintergrund: Es wird nachgeforscht – Was sind die derzeitigen genauen Belastungsfaktoren? Wie gehen die Menschen mit den neuen Anforderungen um und wie wirkt sich dies auf Familien aus? Professor Dr. Bertolt Meyer von der Professur für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie leitet die Studie. Die Erkenntnisse der Studie können ein wichtiger Indikator für Maßnahmen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements sein.

IKK classic, EUPD und Handelsblatt Media Group starten Bewerbung für den Sonderpreis „Handwerk“ beim Corporate Health Award 2020

Dresden/Bonn, 2. Juni 2020: Das Handwerk zeigt auch in schwierigen Zeiten, dass es pragmatisch agiert und seine Mitarbeiter fördert. Ein umfassendes Management von Gesundheitsthemen, die selbstverständlich zur Chefsache gemacht werden, gehört dazu. Handwerksbetriebe sind flexibel, traditionell familiennah und in ihren Strukturen verbindlich und fair, wenn es um den Umgang mit den Mitarbeitern geht. Dadurch haben sie gute Voraussetzungen, Arbeit gesundheitsgerecht zu organisieren. Gerade in der aktuellen Situation zeigt sich neben den Bemühungen um die Sicherung der wirtschaftlichen Basis, dass große Kraftanstrengungen bezüglich der Betreuung und Bindung der eigenen Belegschaft unternommen werden, um nach Krisenphasen mit Rückhalt und gezielt weiter arbeiten und durchstarten zu können. Viele Betriebe erkennen gerade jetzt die große Bedeutung der Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeiter und nehmen die in der Krise verstärkt wahrgenommene Herausforderung ernst. Ein zeitgemäßes Gesundheitsmanagement und Unterstützung der Mitarbeiter erschließt und erhält den Betrieben wertvolle Ressourcen.

Mit dem Sonderpreis „Gesundes Handwerk“ möchte der Corporate Health Award gemeinsam mit der IKK classic noch mehr Betriebe dazu ermutigen, Prozesse des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu etablieren. Als größte deutsche Innungskrankenkasse mit mehr als drei Millionen Versicherten ist die IKK classic traditionell fest mit dem Handwerk verwurzelt. Der Sonderpreis für herausragende Handwerks- und Familienunternehmen gehört zum festen Bestandteil beim bundesweiten Corporate Health Award. Der wissenschaftlich fundierte Corporate Health Evaluation Standard CHES bildet dabei die Grundlage für Analyse- und Bewertungsprozesse im Rahmen der jährlichen Bewerbungsphase, die in diesem Jahr zum zwölften Mal in Folge von den Initiatoren EUPD Research und der Handelsblatt Media Group gestartet wurde.

Informationen und Link zur Bewerbung

Frank Klingler, Leiter Referat Betriebliche Gesundheitsförderung bei der IKK classic: „Der IKK classic ist es seit jeher ein besonderes Anliegen das Handwerk in der zukunftsfähigen Ausrichtung zu unterstützen. Immer wieder zeigen die Handwerksbetriebe und deren Geschäftsführungen auf beeindruckende Art und Weise, dass sie sich durch Tradition, Weitblick und Verlässlichkeit für eine hohe Wertschätzung der Belange und Gesundheit der Belegschaft einsetzen.  Mit dem Sonderpreis „Gesundes Handwerk“ geht es uns darum, die Vorbilder für die Branche zu würdigen. Wir freuen uns darauf die besten Gesundheits- und Arbeitgeberstrategien öffentlichkeitswirksam begleiten zu dürfen.“

Steffen Klink, Director of Social Sustainability bei EUPD Research und Leiter des Corporate Health Awards: „Wir möchten alle Unternehmen des Handwerks ermutigen sich in dem bundesweiten Auswahlprozess bewerten zu lassen, um damit ihre Belegschaft in guten wie in schlechten Zeiten zu fördern und mit verlässlichen Strukturen neue Mitarbeiter zu gewinnen.“

 

Gewinner und Preisträger in der Handwerksbranche

Im Jahr 2019 gewann die Königherz GmbH Polsterei und Sattlerei aus Steinheim (Baden-Württemberg) den Sonderpreis „Gesundes Handwerk“. Das Unternehmen unter der Geschäftsführung von Anissa Wiener und Lorenzo Puglisi hatte im mehrstufigen expertengestützten Evaluationsprozess und Branchenvergleich mit einer hervorragenden Kommunikation überzeugt und ist damit ein Vorbild für soziale Nachhaltigkeit in Handwerksbetrieben.

BU: Die Preisträger 2019 in der Kategorie „Gesundes Handwerk“: Anissa Wiener und Lorenzo Puglisi von der Königherz GmbH (Corporate Health Award: v.l.n.r, Bildrechte: www.corporate-health-award.de)

Bewerbung 2020

Bei der Bewerbung um den Corporate Health Award 2020 kann jedes Handwerksunternehmen den Online-Qualifizierungsbogen bis zum 31. Juli 2020 kostenfrei einsenden und erhält im Anschluss seinen individuellen Deutschland-Benchmark. Die Ergebnisverifizierung kann für teilnehmende Organisationen je nach gesetzlicher Anforderung und individuellen Auflagen der jeweiligen Institution entweder durch das klassische Präsenz-Audit oder durch eine in diesem Jahr erstmalig zur Verfügung stehende Online-Auditierung durchgeführt werden.

Der unabhängige Expertenbeirat des Corporate Health Awards bestimmt im Anschluss aus allen verifizierten Corporate Health Companies die Gewinner und somit die besten Organisationen und Unternehmen Deutschlands in fünfzehn Branchen-Rubriken in den Kategorien „Mittelstand“ und „Großkonzern“. Der Award gilt als renommierteste Auszeichnung für exzellentes Corporate Health Management in Deutschland.

Über den Corporate Health Award

Der Corporate Health Award wurde 2009 vom Marktforschungsinstitut EUPD Research und der Handelsblatt Media Group initiiert. Das Ziel des umfangreichen Evaluationsprozesses ist es, die Einsicht in die Notwendigkeit von Investitionen in betriebliche Gesundheitssysteme zu stärken. Vor dem Hintergrund struktureller Veränderungen, gesellschaftlich herausfordernder Situationen und Prioritäten sowie beim demographischen Wandel soll die Wettbewerbsfähigkeit durch gezieltes Corporate Health Management sichergestellt werden. 347 Unternehmen und Organisationen bewarben sich 2019 um den Award und haben sich somit dem wissenschaftlichen und praxisnahen Auswahlverfahren gestellt.

Alle Preisträger Deutschland 2019 auf einen Blick

Mehr Informationen: www.corporate-health-award.de

Über EuPD Research

EuPD Research begeht in diesem Jahr das 20-jährige Jubiläum als führendes Marktforschungsunternehmen im nachhaltigen Corporate Health Management. Mit dem Corporate Health Award, der Corporate Health Initiative, der Corporate Health Akademie, der jährlich erscheinenden Studie zum Gesundheitsmanagement in Deutschland sowie den zahlreichen Aktivitäten als Sozialforschungsunternehmen in der Analyse und Beratung, agiert die EuPD als maßgebliches Stimmungsbarometer für aktuelle Themen, Trends und Entwicklungen in der strategischen HR-Arbeit. Gemeinsam mit einem starken Partnernetzwerk wird die Schaffung gesunder Arbeitsbedingungen und hocheffizienter betrieblicher Managementsysteme flächendeckend für alle Branchen gefördert.