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Corona-Impfungen im Betrieb: Expertenkonzept für den Gesundheitsminister

Während Impfzentren im ganzen Land die Arbeit aufnehmen und medizinisches Personal und Angehörige von Risikogruppen bereits geimpft werden können, stellt sich weiterhin die Frage, wie ein großer Teil der Bevölkerung möglichst schnell, flächendeckend und verlässlich vor einer Ansteckung mit Covid-19 geschützt werden kann. Eine wichtige Rolle bei der Prävention sollten dabei die Unternehmen spielen. Die Gesundheitsexperten Prof. Dr. Volker Nürnberg (BDO), Oliver Walle (Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement) und Prof. Dr. Mathias Bellinghausen (Gesellschaft für Prävention) haben deshalb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn folgendes Konzept vorgelegt, um die Betriebe in die nationale Impfstrategie einzubeziehen. 

Covid-19 im Setting Betrieb – Große Potentiale für die Impfstrategie liegen im betrieblichen Gesundheitsschutz

 

1. Bei der Bekämpfung der aktuellen Pandemie kommt den Betrieben eine besondere Verantwortung zu. Da die Unternehmen eine Umgestaltung von Arbeitsplätzen (Abstand, Trennwände) durchführen sowie eine individuelle Test- und Antikörperteststrategie vorhalten müssen, sollten sie finanziell und ideell unterstützt werden.

2. Das Setting Betrieb eignet sich hervorragend, um im nächsten Schritt in die nationale Impfstrategie zu Covid-19 aufgenommen zu werden. Aus diesem Grund ist der Staat hier gefordert, die finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen.

3. In den deutschen Betrieben stehen über 12.000 Betriebsärzte, weiteres medizinisches Personal sowie bundesweit diverse Dienstleister aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz zur Verfügung, mit deren Hilfe die Impfziele in Deutschland deutlich schneller erreicht werden könnten.
Eine Impfkampagne durch Betriebsärzte ermöglicht darüber hinaus, die im Präventionsgesetz vorgesehene Verknüpfung von Prävention (Gefährdungsanalysen und Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen) mit partizipativer betrieblicher Gesundheitsförderung, gesundheitsförderlicher Führungskommunikation direkt und digital tatsächlich zu realisieren.
Somit könnten auch die von der Pandemie überforderten Ämter und Pflegeeinrichtungen entlastet und ihnen eine Chance zur schnellen Reorganisation und Digitalisierung gegeben werden.

4. Wenn Betriebe impfen, müssen diese von jeglicher Haftung diesbezüglich befreit werden. Auch müssen Lieferketten sichergestellt (1. UND 2. Impfung) und die gesetzlichen Grundlagen für die Impfung im betrieblichen Umfeld geschaffen werden. Weiterhin wären Empfehlungen zur korrekten Handhabung, beispielsweise durch das RKI hilfreich.

5. Betriebsärzte, Unternehmen und Dienstleister müssen für diesen „Kraftakt“ angemessen von qualifiziertem bzw. noch zu qualifizierendem Personal unterstützt und auch entschädigt werden. Die Unternehmen dürfen nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Eine einheitliche zentrale Vergütung pro Betrieb/Impfung/Dienstleister wäre angebracht, erste Pilotprojekte in Regionen und mit einzelnen Kassen existieren bereits.

6. Eine systematische Impfung von Mitarbeitern auf freiwilliger Basis würde den Unternehmen zudem helfen, mit einer voll handlungsfähigen Belegschaft den Weg aus der Krise zu finden (arbeitsrechtliche Hinweise sind zu beachten, wie z.B. Einbeziehung von Mitbestimmungsorganen etc.).

7. Die psychosozialen Folgen von Lockdown, Kurzarbeit, Arbeitsplatzverlust und Homeoffice blieben bisher völlig unbeachtet, ebenso die weitreichenden negativen Folgen durch mangelnde Sozialkontakte von Beschäftigten (Social Distancing). Hier müssen kurzfristig Hilfsangebote geschaffen werden, u.a. beispielsweise durch eine unbürokratische Beauftragung vorhandener Dienstleister im BGM.

8. Langfristig müssen Unternehmen eine angemessene Pandemiestrategie entwickeln, die in die bestehenden, gesetzlichen Gefährdungsbeurteilungen zu integrieren sind. Neben der Risikobetrachtung stellt auch der (Gesundheits-) Kompetenzerwerb einen wesentlichen Präventionsfaktor dar. Die Pandemie offenbart den hohen Stellenwert von allgemeiner Resilienz und insbesondere den eines intakten Immunsystems, welches durch systematische Prävention und Gesundheitsförderung erzielt werden kann. Es sollten  ggf. übergangsweise  noch weitere Anreize zum Aufbau/Erweiterung/Verstetigung betrieblicher Gesundheitsförderung stattfinden, mit dem Fokus auf klein- und mittelständige Unternehmen. Daher ist es von großer Bedeutung, dass die vereinbarten Pflichtausgaben für Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung (gem. § 20 und 20 b SGB V) seitens der gesetzlichen Krankenkassen wieder erfolgen müssen.

11.02.2021

Oliver Walle, BBGM, amtierender Vorstandsvorsitzender Bundesverband betriebliches Gesundheitsmanagement e.V., walle@bbgm.de

Prof. Dr. Volker Nürnberg, BDO, Koordinator, volker.nuernberg@bdo.de

Prof. (FH) Dr. Mathias Bellinghausen, Gesellschaft für Prävention gem. e.V., info@gpev.eu

Jahresausblick

Die Corporate Health Initiative startet ins neue Jahr und gibt einen Ausblick auf die geplanten Projekte.

#machtbüroszu und Employer Branding

Auch unter normalen Umständen ist Employer Branding essentiell für Unternehmen, die auf eine nachhaltige Mitarbeiter*innenstruktur setzen. Während dieser Pandemie gerät zusätzlich ein Bereich, der sonst eher als selbstverständlich vorausgesetzt wird, in den Fokus: der Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Home-Office, Ernährung und Kantinen

Im Lockdown bleibt die Küche kalt.

Nutzen Sie die Zeit!

Nach dem kürzlichen Beschluss der Bundesregierung, besteht aktuell die klare Anweisung zum Home Office wo immer es möglich ist.
Viele Unternehmen haben auch vor diesem Beschluss bereits vielerorts das Home Office eingeführt.
Wie sieht es aber mit der gesundheitlichen Verfassung und Ernährung der Mitarbeiter  im Home-Office aus?

Corona zeigt uns einmal mehr, wie wichtig eine gute gesundheitliche Verfassung ist. Dazu trägt neben Bewegung zweifellos auch die Ernährung bei. Lockdown und Home- Office führen aber leider für viele dazu, dass sich genau das verschlechtert.
Untersuchungen zufolge haben Menschen, die im Home-Office arbeiten im Durchschnitt zugenommen. Ganz vorne mit dabei Deutschland und Italien.

Grund: Bewegungsmangel (Weg zur Arbeit etc. fällt weg) und teilweise sehr schlechte Ernährung (TK Pizzen statt gutes Gericht).

Die teilwiese sehr schlechte Ernährung ist nicht zuletzt oft auch die Doppelbelastungen vieler Arbeitnehmer durch Home-Schooling oder Kinderbetreuung von zuhause begründet. Für Kochen oder ausgewogene Ernährung bleibt da oft kaum Zeit. Oder etwa Alleinstehende, die es nicht gewohnt sind für sich selbst zu kochen und sonst eher in der Kantine gespeist haben, sind auch betroffen bzw. greifen dann eher zur Tiefkühlpizza.

Dies gilt aber nicht für alle. Einige haben ihre Ernährung im Home-Office auch verbessert:

Fakt ist jedoch: Vor Corona haben die Kantinen, die ein gesundheitsförderliches Konzept hatten, durch ein abwechslungsreiches gesundes Speiseangebot immerhin noch einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Mahlzeit pro Tag geleistet. Ganz zu schweigen vom sozialen Aspekt der gemeinsamen Mahlzeiten und einem Ort, an dem man bewusst Pause von der Arbeit macht.

GESOCA, Partner der Corporate Health Initiative und Erfinder der Gesundheitskennziffer, möchte  dazu ermutigen, seitens der Kantinen „dran“ zu bleiben und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Während Home-Office sicher in Teilen bleibt und sich deswegen der Kostendruck in den Kantinen erhöht, gewinnt sie als Ort der sozialen Interaktion an Bedeutung. Wo, wenn nicht hier, sind positive Erlebnisse, die mit dem Arbeitsplatz verbunden sind, möglich?! Wo sonst können sinnvolle Ernährungsimpulse gegeben werden und Lust auf Neues entstehen?

GESOCA empfiehlt:

Setzen Sie dem Kostendruck einen Mehrwert entgegen und stellen Sie sich folgenden Fragen:

  • Setzt Ihre Kantine noch die richtigen Impulse für eine gesundheitsförderliche Ernährung?
  • Ist sichergestellt, dass Ihr Koch / Caterer die Angebote stetig hinsichtlich der aktuellen Trends, aber auch der Ernährungsphysiologie hinterfragt bzw. verbessert?
  • Gibt es täglich die Möglichkeit, sich gesundheitsförderlich zu ernähren?
  • Gibt es Nudginggrundsätze, die den Gast zu einer ausgewogenen Ernährung leiten?
  • Hat der Caterer / Koch neben seinen wirtschaftlichen Interessen auch die Gästezufriedenheit, Gesundheit und kulinarische Attraktivität gleichberechtigt im Fokus?

Auch jetzt, im Lockdown und in der Übergangszeit bis wieder „alles normal“ ist, darf die Mitarbeiterverpflegung nicht brach liegen. Wer im Home-Office arbeitet, aber wer zum Firmen-Standort kommt, braucht eine sinnvolle Verpflegung mit attraktiven, gesunden Angeboten und vielleicht sogar Impulsen sowie Unterstützungen für die richtige Verpflegung im Homeoffice.

Ausgewogene Ernährung hat – wenn sie gut gemacht ist – nicht etwa zur Folge, dass die Gäste bevormundet werden. Vielmehr geht es um ein Cateringkonzept, das die genannten Fragen mit Ja beantworten kann.

Wenn Sie wissen wollen, wo Ihre Kantine diesbezüglich steht und was es für die Zukunft braucht, sprechen Sie mit unserem Partner GESOCA. Sein Angebot „GESOCA-Check“ ist perfekt geeignet, die Zeit jetzt sinnvoll zu nutzen. Der GESOCA-Check ist auch durch die Krankenkassen förderbar.