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Motivation in Krisenzeiten

Es sind mal wieder herausfordernde Zeiten – für uns alle.

Unternehmen müssen wieder auf den erneuten Lockdown reagieren – einige auch mit Kurzarbeit. Da ist es nur verständlich, dass die Stimmung erstmal im Keller ist.
Dennoch: gerade jetzt ist es wichtig den Kopf nicht in den Sand zu stecken, weiterzumachen, innovativ zu sein und die Mitarbeiter*innen zu motivieren.

Aber geht das überhaupt in so einer Krise?
Und warum ist Motivation gerade jetzt so wichtig?

Laura Schröder, Director Brands bei Personio» und Nick Mathews von Culture Amp», der Performance und Culture Plattform, haben sich mit dieser Frage auseinander gesetzt.
Laut Mathews ist es sehr wohl möglich, Mitarbeiter*innen auch in dieser schweren Zeit zu motivieren. Er hat beobachtet, dass Führungskräfte sich mehr bemühen, ihre Mitarbeiter*innen zu verstehen und stärker mit ihnen kommunizieren oder ihnen Gesundheitspakete anbieten.
Außerdem stellte Mathews fest, dass aktuell vermehrt Mitarbeiterumfragen durchgeführt werden. Während früher nur ein- bis zweimal pro Jahr Mitarbeiterbefragungen erfolgten, machen es einige Firmen aktuell wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich, um ein Stimmungsbarometer ihrer Mitarbeiter*innen in der sich ständig verändernden Situation abbilden und darauf reagieren zu können.

Warum ist Motivation aber so wichtig? Gerade in der Krise?

Motivation ist die treibende Kraft, die uns Menschen in den Genen liegt, um unsere Ziele zu erreichen. Während es früher hauptsächlich Ziele wie das Stillen von Hunger, Durst und andere grundlegenden Bedürfnisse, die das Überleben sicherten, waren, sind es heute eher gesellschaftliche wie gute Noten, Erfolg im Beruf, ein gewisser Lebensstandard, Luxusgüter.

Für unser Gehirn hat sich aber an der Funktion dahinter nichts geändert. Es verknüpft das Erreichen des Ziels mit etwas Notwendigem, Wichtigem oder Positivem und legt automatisch die Priorität darauf. Auch hier greift wieder unser Belohnungssystem: Beim Erreichen des Ziels erwartet uns etwas Positives und somit eine Ausschüttung von Glückshormonen (Endorphine), aber auch Botenstoffe wie Oxytocin. Diesen Zustand will unser Gehirn möglichst oft erreichen. Dieses Phänomen machen sich auch Motivationstrainer*innen zunutze: Indem ich ein positives Bild kreiere, erwecke ich eine positive Assoziation hinsichtlich des Erreichen des Ziels beim Gegenüber, eine Art Belohnung. Darauf arbeitet der Mensch dann hin.
„Wenn man bestimmte Ziele anstrebt, hat man dabei meist eine positive Stimmung, man wird regelrecht vorangetrieben.“ Sagt auch Psychologe Gerhard Stemmler»– Motivation pur.

Als Unternehmen, als Führungskraft sollte man also darauf achten, gerade jetzt den Fokus nicht auf das Negative zu legen, sondern seine Mitarbeiter*innen dazu motivieren, Projekte trotz allem aktiv voranzutreiben, ihnen Erfolgserlebnisse zu ermöglichen und das Gefühl: Geneinsam schaffen wir das und ihr seid ein ganz wichtiger Teil davon.

Hier ein paar Tipps für die richtige Motivation in Krisenzeiten:

  • Offenes Ohr für Mitarbeiter*iunnen, ihre Sorgen und Gesundheitsthemen haben. Empathie zeigen.
  • Sie in konkrete, erfolgsversprechende Projekte mit einbinden
  • Ziele neu definieren und auf realistische Erreichung prüfen
  • Bei Erreichung der Ziele kleine Siege feiern und loben
  • Positive Erfahrungen schaffen (jedes Lachen hat positive physische und psychische Effekte)
  • Innovationen, neue Ideen fördern
  • Mitarbeiter*innen in wichtige Prozesse mit einbinden
  • Verstärkt kommunizieren

 

Gesundheitsprävention durch Digitalisierung

Die Digitalisierung hat zwar in den meisten Geschäftszweigen längst mehr oder weniger Einzug gehalten, der plötzliche Umstieg auf vollständige digitale Verfahren – sei es Home Office für Büromitarbeiter*innen, seien es Konferenzen oder die Kommunikation mit Dienstleistern und Partnern – hat der Entwicklung allerdings nochmals deutlichen Schub gegeben. Die Studie „social health @work“ der BARMER und der Universität St. Gallen untersucht nun, welche Rolle die vorher erworbenen digitalen Kompetenzen in der Krise für die Gesundheit der Mitarbeiter*innen spielen.

Unter anderem wurde analysiert, wie sich die virtuellen Führungsfähigkeiten von Vorgesetzten auf die Teammitglieder auswirken:  im Vergleich zu Teams, deren Führungskräfte kaum solche Kompetenzen vorweisen können, liegt die Arbeitszufriedenheit über 48% höher, die Kommunikations- und Koordinationsqualität innerhalb des Teams um fast 16%, und die Produktivität während der akuten Phase mobiler Arbeit lag ebenfalls bei plus 10%. Im Gegensatz dazu haben die Teams mit virtuell kompetenter Führung 15,5% weniger Stress und eine über 40% niedrigere Kündigungsabsicht.

Diese Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, das Augenmerk nicht nur auf funktionierende VPN- und Internetverbindungen oder gemeinsame Terminpläne zu legen. Auch die klassischen Skills sowohl von Mitarbeiter*innen sowie Führungskräften müssen an die neue Arbeitswelt angepasst werden.

Insgesamt ist digitale Kompetenz geeignet, auch die Gesundheit von Beschäftigten zu schützen, die zurzeit mobil arbeiten (müssen): ist diese stark ausgeprägt, haben die Mitarbeiter*innen im Gegensatz zu ihren weniger digital kompetenten Kolleg*innen eine deutlich höhere psychische und physische Arbeitsfähigkeit. Während Corona lag ihre Produktivität fast 14% höher, der Stresslevel dagegen über 6% niedriger. Auch gesundheitliche Probleme, wie Schlafprobleme, traten deutlich weniger auf.

Die Studienurheber*innen weisen zusätzlich auf die Wichtigkeit von Grenzmanagement hin: die verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit im Home Office, zwischen Flexibilität und dem Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen, können Stress und geringe Belastbarkeit hervorrufen. Klare Grenzen sowie die enge, virtuelle Einbindung ins Team, um die gewohnten Kontakte zu stärken und die Entstehung von Unsicherheiten und dem Gefühl von Isolation zu verhindern, wirken dem entgegen. Zugehörigkeit und die Wahrnehmung der eigenen Produktivität fördern zusätzlich eine bessere Gesundheitswahrnehmung.

 

Zur Studie „social health @work“ der BARMER und der Universität St. Gallen»

Welche Folgen hat der „Lockdown light“ für Unternehmen in Deutschland?

Mittlerweile dürfte jedem klar sein, dass wir uns mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie befinden. Mit 15.000 Corona-Neuinfektionen meldete das Robert-Koch-Institut im Oktober sogar den bislang höchsten Wert während der gesamten Pandemie. Ab dem 2. November steht uns nun der „Lockdown light“ bevor, den Bund und Länder am Mittwoch beschlossen» haben. Dieser beinhaltet weitreichende Beschränkungen für das gesamte gesellschaftliche Leben. Insbesondere Unternehmen sind von den Maßnahmen stark betroffen.

Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels

Da, wo es möglich ist, sollen Mitarbeiter*innen ins Home Office geschickt werden. Kulturelle Einrichtungen wie Theater, Opern, Konzerthäuser, Clubs und Kinos, aber auch Fitnessstudios, Restaurants und Bars müssen zunächst bis Ende November schließen, um durch die Kontakteinschränkungen die Pandemie einzudämmen; Gastronom*innen dürfen immerhin noch Essen zum Mitnehmen anbieten. Auch wenn den Unternehmen zugesagt wurde, dass sie 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 als Entschädigung von der Bundesregierung erhalten, sind die Maßnahmen sehr umstritten. Schließlich kann niemand vorhersagen, ob die Maßnahmen Ende November tatsächlich fruchten oder eine Verlängerung des Lockdowns erforderlich ist.

So sprachen sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Virologen Streeck und Chanasit in einem gemeinsamen Positionspapier gegen einen Lockdown und schärfere Maßnahmen» aus. Stattdessen sollte auf Eigenverantwortung und Kontrolle der Einhaltung der Maßnahmen gesetzt werden. Die Schutzmaßnahmen sollten sich nur auf Risikogruppen konzentrieren und nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolgen.

Unternehmen stark von der Pandemie betroffen

Vor einigen Tagen veröffentlichte die staatliche Förderbank KfW ihr jährliches Mittelstandspanel», bei dem ein düsteres Fazit für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland gezogen wurde.

Die Corona-Krise hinterlässt nicht nur tiefe Spuren in den Bilanzen mittelständischer Firmen, sondern hat auch Folgen für die Beschäftigung: mehr als eine Million Jobs stehen infolge der Pandemie auf dem Spiel. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung der KfW. Demnach planen 16 Prozent der kleinen und mittleren Firmen in diesem Jahr die Zahl der Mitarbeiter*innen zu reduzieren, um Kosten zu senken. Die Zahl der Erwerbstätigen im Mittelstand könnte um rund 3,3 Prozent abnehmen – dies würde einem Verlust von fast 1,1 Millionen Arbeitsplätzen entsprechen.

Noch im vergangenen Jahr hatten die etwa 3,8 Millionen mittelständischen Firmen sowohl Umsatz als auch Mitarbeiter*innenzahl steigern können. Die Zahl der Beschäftigten erreichte der KfW zufolge mit 32,3 Millionen einen historischen Höchststand und die Umsätze stiegen im Vergleich zu 2018 um 3,5 Prozent.

Aktuelle Betroffenheit im Mittelstand durch die Corona-Krise
(Stand: 14. September 2020)

In einer aktuellen Sondererhebung der KfW, die von April bis September durchgeführt wurde, wird zudem deutlich, dass die Unternehmen auch ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie und dem ersten Lockdown mit den wirtschaftlichen Konsequenzen zu kämpfen haben.

Psychische Belastungen für Mitarbeiter*innen

Für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter*innen dürfte der erneute Lockdown eine große psychische Belastung darstellen. In den vergangenen Monaten waren ganze Branchen damit beschäftigt, sich von den ersten Lockdown-Maßnahmen einigermaßen zu erholen und nun stehen die gleichen Probleme aus dem Frühjahr erneut bevor. Für viele Unternehmensinhaber*innen und deren Mitarbeiter*innen bedeutet dies Existenzängste und Unsicherheit, wie es beruflich in den kommenden Wochen weitergehen wird.

Ergonomie im Home Office

Die Anforderungen an einen ergonomischen Arbeitsplatz sind gesetzlich klar geregelt und werden in vielen Unternehmen durch Arbeitsschutz oder Betriebsärzt*innen überprüft und angepasst. Nachdem ein Großteil der deutschen Unternehmen seine Büromitarbeiter*innen zur Verhinderung von Ansteckungen mit dem Coronavirus ins Home Office geschickt hat, waren diese Regelungen natürlich erst einmal hinfällig: zu verlockend ist es, auch auf der Couch oder bei gutem Wetter im Gartenstuhl zu arbeiten, oft am eigenen Laptop. Zwar bestehen zu dieser kurzfristigen Anordnung von Home Office im Gegensatz zur Telearbeit (s. Arbeitsstättenverordnung §2 Abs.7»)  häufig keine vertraglichen Grundlagen, grundsätzlich ist der Arbeitgeber aber verpflichtet, für einen sicheren Heimarbeitsplatz zu sorgen. Und während viele Unternehmen zwar angeben, auch in Zukunft Home Office ermöglichen zu wollen, handelt es sich zunächst um eine Übergangslösung während der akuten Pandemiezeit, deren weitere Entwicklung abzuwarten bleibt.

Die Bedingungen, unter denen viele Menschen zu Hause arbeiten, zeigt eine Umfrage der Fachhochschule Dortmund im Auftrag der Neuen Assekuranz Gewerkschaft» unter über 1.000 Erwerbstätigen in der Versicherungswirtschaft stellvertretend auf:

Quelle:
Homeoffice. Ergebnisse der NAG Homeoffice-Umfrage 2020 unter Beschäftigten der Versicherungswirtschaft.
Studie Dortmund/ Gießen, September 2020 Fachhochschule Dortmund | NAG (Herausgeber)

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung  weist darauf hin, dass muskoskelettale Erkrankungen in der DACH-Region die häufigste Ursache für Krankschreibungen bzw. Arbeitsunfähigkeit sind, und zeigt die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen arbeitsergonomischer Maßnahmen auf».

Um gesundheitlichen Folgen entgegenzuwirken, die bereits nach zwei Tagen auftreten können, empfehlen die Arbeitsschutzexpert*innen des TÜV folgende Maßnahmen zur Einrichtung eines sicheren Arbeitsplatzes zu Hause»:

  • Einrichtung: Ergonomischer Stuhl mit höhenverstellbarem Sitz und Armlehnen sowie dynamischer Rückenlehne. Der Tisch sollte möglichst matt sein, um nicht zu blenden, und die Tischkante sollte sich ungefähr auf Höhe mit den Ellenbogen befinden. Der Sehabstand zum Bildschirm sollte zwischen 50 und 80cm betragen, wobei die oberste Zeile nicht über Augenhöhe liegen sollte.
  • Haltung: Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel in 90-Grad-Winkel zueinander. Die Füße berühren den Boden vollständig.
  • Bewegung: wegfallende Gänge zu Meetings, zum Kaffeeholen oder in die Kantine führen zu noch mehr Sitzen. Die richtige Mischung besteht laut den Experten aus 50% Sitzen, 25% Stehen und 25% Gehen.
  • Wenn möglich: eigener Raum für eine bessere Trennung von Beruf und Freizeit, nichtblendende Lichtquellen (parallel zum Fenster) sowie ein externer Bildschirm mit je einzelner Maus und Tastatur.

Die Ausnahmesituation der Pandemie verlangt allen Beteiligten viel ab. Es ist daher unbedingt wichtig, dass die Maßnahmen, die zum Gesundheitsschutz von Arbeitnehmer*innen ergriffen werden, diesen nicht auf anderem Wege gesundheitlich schaden. Dazu gehört es eben auch, die notwendige Beachtung von Arbeitsschutzmaßnahmen auch auf die Arbeit im Home Office auszudehnen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement in Zeiten von Corona – gefördert oder vernachlässigt?

Viele der von März bis August 2020 durch EUPD Research befragten Unternehmen haben mehrheitlich angegeben, dass sie Corporate Health Management ganz klar als entscheidenden Faktor für die Erhöhung des Employer Brandings und der Mitarbeiterbindung sowie als sehr wichtiges Zukunftsthema sehen:

Außerdem hatten sie auch schon ganz konkrete Pläne für 2020 und 2021 hinsichtlich der Themen, Konzepte und Handlungsfelder, die sie als Nächstes in ihrem Unternehmen angehen oder implementieren wollen:

Dennoch kämpfen viele Unternehmen aktuell nach wie vor oder wieder um die Existenz bzw. sind noch damit beschäftigt, die durch Corona aufgetretenen Probleme abzuarbeiten. Mitarbeiter*innen waren oder sind in Kurzarbeit, befinden sich dauerhaft im Home Office, Geschäftsreisen wurden vielerseits abgesagt. Die Auftragslage ging in vielen Branchen zurück.

Da ist es nur verständlich, dass Themen, die gerade nicht existenziell erscheinen, schnell in den Hintergrund rücken können. Dazu gehört in manchen Fällen leider auch das betriebliche Gesundheitsmanagement. Diese Rückmeldung haben wir teilweise auch in direkten Gesprächen mit den Unternehmensverantwortlichen erhalten, die diese Entwicklung zwar bedauern, zur Zeit aber keine andere Möglichkeit sehen. 

Dazu kommt, dass das Budget für Gesundheitsmanagement in Krisenzeiten oft unsicher ist und die Unternehmen Investitionen nur zögerlich tätigen. Laut Deutschlands größter Arbeitgeberstudie whatsnext2020», einer Kooperation von Techniker Krankenkasse (TK), dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) und Haufe, hängt die Tatsache, ob Budget in Krisenzeiten bereitgestellt wird, sehr stark vom Reifegrad des BGM in den jeweiligen Organisationen ab. Diejenigen Unternehmen, die bereits ein ganzheitliches BGM etabliert haben, gehen weit weniger davon aus, dass ihr Budget in Krisenzeiten reduziert werden muss (36,9%), während diejenigen Unternehmen, die bisher nur vereinzelte Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung umgesetzt haben oder bei denen sich das BGM erst im Aufbau befindet, mit nur noch 33,6 % davon ausgehen, dass die Krise nicht eine Budgetreduzierung zur Folge hat.

Darüber hinaus gibt es auch regionale Unterschiede. Bei der Budget-Thematik zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Fast die Hälfte der befragten Unternehmen aus dem Norden geht von einer Reduzierung des Budgets für BGM/ BGF in Krisenzeiten aus. Bei den süddeutschen Unternehmen sind es nur 39,3 %.

Trotzdem bleibt festzustellen, dass rund 85,5 % der Geschäftsführer die Rolle des BGM als sehr hoch und als entscheidenden Erfolgsfaktor für ein Unternehmen einstufen.

Außerdem gibt es laut IFBG statistisch betrachtet keine bedeutenden Veränderungen hinsichtlich der Relevanz der abgefragten BGM-Themen im Laufe des Befragungszeitraums zu verzeichnen. Corona und der zwischenzeitliche Lockdown haben die großen Entwicklungen im Bereich New Work und BGM, wie etwa die Beschleunigung der digitalen Zusammenarbeit und der Wunsch nach flexibleren Arbeitsstrukturen, lediglich beschleunigt.

Was tue ich aber nun als Unternehmen am besten? Sicherlich steht die Sicherung der Existenz und der Arbeitsplätze erstmal im Vordergrund.

Trotzdem sollten bereits implementierte BGM Strukturen sowie konkrete Maßnahmen weiterverfolgt und an die aktuelle Situation angepasst werden. Hier ist es wichtig zu schauen: Was braucht es jetzt am dringendsten? Auch die Gesundheitsmanager sind gefragt. Werden zum Beispiel aktuell besonders Führungskräftecoachings zu Remote-Führung und den damit verbundenen Herausforderungen benötigt? Oder liegt der Bedarf vielleicht gerade verstärkt bei Angeboten zum Thema Mental Health oder zur Möglichkeit der sozialen Interaktion von isolierten Mitarbeiter*innen im Home Office? Sind es digitale Tools, die die Zusammenarbeit aus der Ferne erleichtern? Wie kann ich mein vielleicht knappes Budget trotzdem effektiv einsetzen? Welchen Nutzen bringen mir steuerlich günstige §20-Angebote?

Jedes Unternehmen ist ein individuelles holistisches System und sollte auch als solches betrachtet werden. Nur dann kann die individuelle Analyse und Beratung gerade in Krisenzeiten gelingen und erfolgreich sein.

Sollten Sie aktuelle Unterstützung, Beratung oder Tipps benötigen, kontaktieren Sie uns gern: 
k.steinbeck@eupd-research.com»
Tel:  +49 (0)228-97143-67

Über Dienstreisen in Zeiten von Corona und die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Das Beherbergungsverbot» aufgrund von Corona in einigen Bundesländern hat die Lage für das Hotelgewerbe, aber auch für Dienstreisende nochmals verschärft. Was aber, wenn eine Dienstreise unumgänglich oder für die Aufrechterhaltung des Geschäfts dringend erforderlich ist? Was darf ich als Arbeitgeber meinen Angestellten überhaupt noch zumuten?

Zunächst einmal hat der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht  gegenüber dem Arbeitnehmer. Demnach hat der Arbeitgeber gemäß § 618 BGB» die Pflicht, vermeidbare Schäden für die Arbeitnehmer abzuwehren und selbige vor Gefahren gegen seine Gesundheit und sein Leben zu schützen.

Während laut VDR» im März 2020 noch jedes vierte Unternehmen Dienstreisen aussetzten, da sie das Risiko einer Gefährdung ihrer Mitarbeiter nicht eingehen wollten, ist die Zahl der Dienstreisen im September 2020 wieder angestiegen: Etwa die Hälfte der weltweiten Firmen lassen ihre Mitarbeiter trotz der noch anhaltenden Coronavirus-Pandemie wieder Geschäftsreisen unternehmen. Das ergab eine Umfrage der FCM Travel Solutions». Ca. jeder vierte Deutsche geht wieder auf Dienstreise – davon 30,5 % Männer und 15,8% Frauen  (Quelle: Immobilien-Unternehmen Pantera als Initiator einer Studie, in deren Zuge 1.113 Berufstätige vom britischen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov befragt wurden.)

Die Firmen arbeiten mit Reiseveranstaltern hart daran, die Risiken neu zu kalkulieren. „Es muss jetzt neue Standards bei Business-Trips geben“, erklärt Bertrand Saillet, Managing Director in Asien bei FCM Travel Solutions.

Der durch den Ausfall der Dienstreisen teilweise hohe wirtschaftliche Schaden für die Unternehmen war sicherlich ein Grund, diese wieder mehr zu forcieren. Trotzdem bleibt es eine Abwägungssache – gerade bei aktuell wieder steigenden Zahlen.

Es ist aber auch nicht generell dazu zu raten, alle Dienstreisen abzusagen. Solange die Sicherheitsvorkehrungen aufrechterhalten werden können und nicht eine größere Veranstaltung in einem geschlossenen Raum stattfindet, kann man durchaus noch Dienstreisen tätigen.

Wo bringe ich meine Mitarbeiter aber guten Gewissens unter?

Eine sehr gute Möglichkeit sind die Living Hotels», die auch Kooperationspartner der Corporate Health Initiative und first choice bei der Unterbringung unser eigenen Belegschaft sind. Denn sie haben mit ihren Serviced Apartments» nicht nur ein einzigartiges Business-Konzept speziell für Geschäftsreisende entwickelt, sondern aktuell auch ein sehr gutes und strenges Hygienekonzept:

„Es wird immer mehr zur Gewissheit, dass wir lernen müssen, trotz aller Veränderungen eine neue Normalität in unseren Alltag einziehen zu lassen. So hat der Schutz unserer Gäste und MitarbeiterInnen für die Living Hotels höchste Priorität. Im Bereich Hygiene gelten in Zukunft dauerhaft völlig neue Spielregeln. Daher setzen die Living Hotels sämtliche behördlich verordneten Maßnahmen umgehend um und treffen darüber hinaus auch weitere, strengere Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsrisikos. Binnen der letzten Monate ist so unser umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept entstanden, dessen Maßnahmen konsequent zur Umsetzung kommen und die im Working Process fortlaufend erweitert und realisiert werden“  sagt Tim Düysen, CMO der Living Hotels.

Den Leitfaden, der sich an den Empfehlungen und Sicherheitsstandards der WHO orientiert, finden Sie unter: www.living-hotels.com/hygiene-standards/.

Abschließend bleibt festzustellen: Es sind herausfordernde Zeiten, machen wir das Beste daraus und versuchen, im Interesse aller und mit bestem Wissen und Gewissen zu handeln.