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Fachkräftemangel und Mitarbeitermotivation: die Handwerksbranche in Zahlen

Die IKK classic hat weitere aktuelle Daten zur Mitarbeitersituation im Handwerk erhoben, unter Anderem zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf als wichtiges Präventionsziel im betrieblichen Gesundheitsmanagement und zum Umgang mit älteren Arbeitnehmern.

Konkret wollte die Handwerker-Krankenkasse wissen: Ist es in den Betrieben in der Regel problemlos möglich, z.B. aus familiären Gründen kurzfristig einen Tag frei zu nehmen? In der forsa-Befragung konnten 86 Prozent der Arbeitgeber diese Option bejahen, nur 13 Prozent schlossen sie aus. Ein Einfluss der Corona-Situation liegt nahe, hatten sich doch bei der Januarbefragung noch 97 Prozent der Arbeitgeber positiv geäußert. Bei den befragten Arbeitnehmern hat sich wenig geändert: im Januar war aus Sicht der Beschäftigten mit 85 Prozent der flexible Tag im eigenen Betrieb problemlos möglich, im Juni kamen noch 81 Prozent zusammen.

Die Aussage variiert mit der Betriebsgröße: Beschäftigte bestätigen mit 85 Prozent (Betriebe 5 bis 9 MA), 76 Prozent (10 bis 99 MA) und 79 Prozent (100 bis 249 MA) die Flexibilität ihrer Firma.

Wertschätzung und Zugehörigkeit: Arbeitnehmer- und Arbeitgebersicht

Die letzte forsa-Erhebung im Juni betrifft eine repräsentative Auswahl von Beschäftigten und Arbeitgebern aus den großen Gewerbegruppen im Handwerk und bringt folgende Ergebnisse:

Arbeitgeber einheitlich über alle Gewerke sind zu fast 100 Prozent davon überzeugt, jüngere und ältere Arbeitnehmer bekämen in ihrem Unternehmen die gleiche Wertschätzung. Bei den Arbeitnehmern, den 40-49-Jährigen, stimmen diesem Wert jedoch nur 57 Prozent zu, unter den 50-69-Jährigen sehen ebenfalls nur 65 Prozent jüngere und ältere Kollegen gleichwertig geschätzt.  Besonders hoch ist die gefühlte Anerkennung Älterer bei den Mitarbeitern im Ausbaugewerbe (78 Prozent) und im Lebensmittelgewerbe (72 Prozent). Diese Einschätzungslücke zeigt, dass Unternehmen bei diesem Thema Potenziale haben, die genutzt werden sollten. Das Fazit der IKK classic: Es wird sehr deutlich, dass die Investition in die Gesundheit der Älteren sehr überzeugend zeigt, was ihm diese Mitarbeiter wert sind.

Betriebsklima und längere Lebensarbeitszeit

82 Prozent der Beschäftigten erklärten zudem, dass in ihrem konkreten Handwerksbetrieb „meistens oder immer“ eine angenehme Arbeitsatmosphäre vorherrscht. Was das im Umkehrschluss bedeutet? Länger als üblich im Unternehmen zu bleiben, darüber wird nachgedacht und konkret gesprochen. So wären bislang sechs Prozent der Befragten auf jeden Fall bereit, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten, bei weiteren 22 Prozent lautete die Einschätzung aus heutiger Sicht „wahrscheinlich bereit“.

Wieviel Glück steckt im Arbeitsplatz?

Laut jährlichem Glücksreport 2020 stehen die Finnen auf dem Siegertreppchen, gefolgt von den Dänen. Wie kommt es, dass die Skandinavier immer wieder so erfolgreich sind?

Die Ergebnisse des Glücksreports sorgen jedes Jahr für Gesprächsstoff, werden doch wichtige gesellschaftliche Rahmenbedingungen untersucht, darunter das Sozialsystem im Allgemeinen. Aber auch Faktoren wie gegenseitige Unterstützung und Zusammenhalt und der Wert flexibler Arbeitszeiten werden in die Studie einbezogen. In beiden Ländern zählt das Resultat der Arbeitszeit mehr als die Büro-Präsenz, es wird viel Wert auf die Förderung von Weiterbildung und Bildung gelegt. Finnland und Dänemark haben zudem den Ruf, viel für die Work-Life Balance zu tun und besonders familienfreundlich zu sein. Deutschland hat in diesem Jahr lediglich Platz 17 erreicht.

Interessant werden wohl auch die Studienergebnisse, sobald der Einfluss der Corona-Pandemie zurückgeht, da auch die Glücksfaktoren am Arbeitsplatz Einfluss auf das Ranking haben. Zuletzt ergab die Befragung in Deutschland die folgende Reihenfolge dieser fünf Faktoren:

  1.    Gehalt
  2.    sinnvolle Arbeit
  3.    Flexible Arbeitszeiten und/oder Homeoffice
  4.    Standort des Büros
  5.    Unternehmenskultur/Arbeitsplatz
  6.    Management/Führungskultur

Die Bedeutung des Gehalts sinkt, je zufriedener ein Mitarbeiter mit seiner Firma und seinem Arbeitsbereich ist. Von den Studienteilnehmern, die in die Kategorie „sehr zufrieden“ eingingen, erwarten nur achtzehn Prozent eine Gehaltserhöhung. Hier wird mehr Wert auf kostenfreie Mittagsangebote oder Annehmlichkeiten im Gesundheits- und Fitnessbereich gelegt.

Die Arbeitsplatzsituation wird in der Studie, die seit 2012 weltweit und zuletzt in 156 Ländern stattfand, regelmäßig ausgewertet. Dass Deutschland bisher nicht mit Spitzenplätzen beeindrucken konnte, lag unter anderem an der Situation rund ums Home Office: Während in den USA und in Großbritannien über 50 Prozent der Mitarbeiter regelmäßig im Home Office arbeitete, waren es in Frankreich nur 40 Prozent und in Deutschland unter 40 Prozent. Es wird also spannend werden, was die zukünftigen Studien zeigen, denn die zufriedensten Mitarbeiter arbeiten laut Happiness Index regelmäßig im Home Office.

Dennoch kann dies nur einer der betrachteten Aspekte sein; auch weitere Themen werden eher selten beleuchtet, darunter das Gefühl von Zugehörigkeit zum Betrieb. Das Konzept der „Sozialen Organisation“ hat sich längst von einer Idee zur konkreten Realität entwickelt, wie die aktuelle Studie von Deloitte zeigt, an der fast 9.000 Führungskräfte in 119 Ländern teilnahmen.

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Online-Seminar: „Gesunde Führung in unsicheren Zeiten“ | 25. August 2020

25. August 2020, 13 Uhr – 17 Uhr

 

Teilnahmegebühr:

Regulär: 185€

148€ für Mitglieder der Corporate Health Initiative

 

Teilnahme über Zoom

 

Moderator: Eckhard Münch, Organisationsberater und Business-Coach


Uhrzeit

Inhalt

13.00 – 13.20 Uhr

Einstieg

Ziele, Inhalte und Ablauf des Webinars

13.20 – 14.10 Uhr

Business as usual in unsicheren Zeiten?

Damit beschäftigen wir uns:

  • Was bewegt mich an diesem Thema? Was ist mir persönlich wichtig?
  • Was charakterisiert „Arbeiten in unsicheren Zeiten“?
  • Welche Risiken bestehen für Wohlbefinden und Gesundheit?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich für die Führung in unsicheren Zeiten?

14.10 – 14.40 Uhr

Erfahrungen der Teilnehmenden

Als Teilnehmende arbeiten Sie im Breakout-Room mit Leitfragen

14.40 – 15.00 Uhr

Rückmeldung aus dem Breakout-Room und Diskussionen

15.00 – 15.15 Uhr

PAUSE

15.15 – 15.45 Uhr

Exkurs: Führung auf Distanz

Damit beschäftigen wir uns:

  • Welche (besonderen) Anforderungen kennzeichnen Führung auf Distanz?
  • Wie kann Führung auf Distanz gelingen?

15.45 – 16.45 Uhr

Führungskompetenzen in unsicheren Zeiten

Damit beschäftigen wir uns:

  • Wie kann ich mich selbst und andere in unsicheren Zeiten gesund führen?
  • Welche (besonderen) Kompetenzen sind dazu erforderlich?
  • Welche individuellen und betrieblichen Ressourcen sind notwendig? Wie lassen sich diese aktivieren?

16.45 – 17.00 Uhr

Abschlussrunde

  • Welche Fragen hätte ich gern noch beantwortet?
  • Was nehme ich aus dem Webinar für meinen Arbeitsalltag mit?

Start der Online-Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“

Wir freuen uns sehr, hiermit den ersten Termin unserer interaktiven Online Reihe „Corporate Health Management in Deutschland“ bekannt geben zu dürfen.

Im Rahmen der Online-Reihe werden von September bis Ende des Jahres die einzelnen Wirtschaftsbranchen in ihrer Vielfalt und mit ihren besonderen Herausforderungen in Bezug auf Corporate Health Management präsentiert. Es gibt Best Practices aus Unternehmen, renommierte Expertenmeinungen und es kommen Dienstleister zu Wort, die die Unternehmen in den verschiedenen Bereichen des Corporate Health Managements durch ihre Expertise unterstützen bzw. innovative Lösungen entwickelt haben. 

Den Anfang macht die Branche Informations- und Kommunikationstechnik am 29.09.2020. Mit dabei ist Experte Prof Dr. Volker Nürnberg, Partner bei der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, der 2010 akademisch den Ruf als Professor für „Strategisches Management im Gesundheitswesen“ erhielt und seitdem national und international an verschiedenen Hochschulen, aktuell unter anderem an der FOM und an der TU München, lehrt.

In der Presse wird er „BGM-Papst“ genannt. Er hat bereits über 300 Unternehmen beraten und über 500 Fachvorträge gehalten. Sein Thema: „Betriebliches Gesundheitsmanagement: Was wir aus der Corona-Krise lernen sollten“.

© Volker Nürnberg. All rights reserved.

Eine stärkere Digitalisierung des betrieblichen Gesundheitsmanagement erscheint unumgänglich. Wir freuen uns deshalb auf den Beitrag von Hanako, einem Gesundheitsdienstleister aus München. Hanako bietet betriebliche Gesundheitschecks und eine führende digitale BGM-Lösung an, die Gesundheits- und Lebensstilverbesserungen systematisch, umfassend und effizient unterstützt.

Hanako stellt vor, wie personalisierte digitale Lösungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement aussehen können und wie sie sich effizient mit analogen Angeboten wie Gesundheitschecks, Gesundheitskursen oder Coaching verbinden lassen.

Auf welches Best Practice aus der Branche Informations-und Kommunikationstechnik     wir uns freuen können, bleibt eine kleine Überraschung und wird 4 Wochen vor dem Termin bekanntgegeben – es bleibt also spannend.

Wir freuen uns sehr auf eine rege Teilnahme und zahlreiche Anmeldungen. Die Teilnahme an der Online-Reihe ist selbstverständlich kostenlos.

Wir informieren über die Homepage der Corporate Health Initiative sowie über unsere Social Media-Kanäle über weitere Details zu Terminen und zur Anmeldung.

Zahl des Monats: Zurück im Büro mit dem Faktor Motivation

Nach und nach stellt sich unter aufwändigen Hygienekonzepten so etwas wie ein normaler Büroalltag ein. Wer ortsflexibel arbeitet, also zwischen Home-Office und Firmenarbeitsplatz wählen kann, schaut genauer auf die bislang gewohnten Strukturen und Kommunikationsformen im Unternehmen. Das ist auch gut so, denn mit einem frischen Blick können eingefahrene Wege durchaus anders gestaltet werden, sei es im direkten Austausch mit der Personalabteilung, im 1:1 Feedback mit Vorgesetzten oder auch im Kundenkontakt.

Worauf achten Arbeitnehmer derzeit?

Wertschätzung ist das Gebot der Stunde. Gerade jetzt geht es darum, sich häufiger als bisher für besonders guten Einsatz zu bedanken und der Belegschaft zu zeigen, dass alle an einem Strang ziehen. Motivationsaspekte gibt es mehr als genug:  Ist es der Sonder-Bonus, ist es die Option zu mehr Verantwortung und Gestaltung im Job oder einfach mehr freie Zeit und flexible Arbeitsplatzwahl?

Firmenbenefits stehen hoch im Kurs. Laut Umfragen von Kienbaum und Kununu würden Arbeitnehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz für attraktive Benefits sogar auf einen Teil ihres Gehalts verzichten. Kienbaum befragte dazu parallel mehr als hundert Unternehmen aus dem gesamten DACH-Raum für seine „Benefits Survey 2020“. Der Trend zu einer freien Zeit- und Ortswahl wird hier klar bestätigt. Bei Kununu wurden 4.800 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen befragt, dabei zeigt sich, dass Beschäftigte im DACH-Raum bereit sind, auf durchschnittlich elf Prozent ihres Gehalts zu verzichten, wenn sie dafür attraktive Sozialleistungen erhalten. Diese Werte sind über alle Alters- und Einkommensgruppen hinweg konstant. Bei der Befragung unter den Personalverantwortlichen wurde festgestellt, dass für Arbeitnehmer die Verzichtsbereitschaft in der Schweiz mit 11,6 Prozent am höchsten ist, gefolgt von Deutschland mit 11,1 Prozent sowie Österreich mit 10,9 Prozent.

Benefits und Sozialleistungen  

Bei den wichtigsten Angeboten für Arbeitnehmer werden in der Kienbaum-Befragung Firmenveranstaltungen und flexible Arbeitszeiten benannt (über 90 Prozent), gefolgt von Gesundheitsmaßnahmen mit 79 Prozent. Für Führungskräfte sind flexible Arbeitszeiten (91 Prozent) und ein flexibler Arbeitsort (83 Prozent) von besonderer Bedeutung.

Auf die Frage nach den attraktivsten Benefits steht mit 70,8 Prozent die Option, die Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, an erster Stelle. An zweiter Stelle wird mit 54,9 Prozent der Heimarbeitsplatz benannt. Es folgen die betriebliche Altersvorsorge (45,6 Prozent), Firmenwagen (31,5 Prozent) sowie der eigene Parkplatz (25,3 Prozent).

Arbeitgeberattraktivität: Wunsch und Wirklichkeit

Die StepStone-Studie „Arbeitgeberattraktivität“ hat nicht nur zur Zufriedenheit mit Job und Arbeitgeber befragt, sondern auch bei den Gründen nachgehakt. Ein als unproduktiv und demotivierend empfundenes Arbeitsklima ist die Hauptursache für große Unzufriedenheit. Eine motivierende und inspirierende Unternehmenskultur kann hier ganz entscheidend gegensteuern. Recruiter und Bewerber sind sich dabei ausnahmslos einig.  Die Unternehmenskultur ist übrigens einer von zwei Top-Gründen, warum Mitarbeiter einen neuen Job kurzfristig wieder kündigen.

Die fünf wichtigsten Faktoren für den „besten Job der Welt“ sind neben der besonderen Unternehmenskultur eine angemessene Vergütung, Flexibilität, sinnstiftende Aufgaben und eine strukturierte Karriereplanung.

Führungsverhalten und Motivation

Eine aktuelle empirische Studie des Personaldienstleisters Hays in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Rheingold unter 750 Führungskräften untersuchte die Führungstätigkeit der Zukunft und wichtige Motivationsaspekte. Demnach sollte sich die Führungstätigkeit der Zukunft vor allem durch eine stärkere Mitarbeitermotivation, durch Flexibilität und durch die Einforderung von mehr Selbstständigkeit auszeichnen.

Attraktive Arbeitgebermarken: Handwerksbranche in aktuellen Erhebungen

Zu Beginn des Jahres, direkt im Januar, führte das forsa-Institut im Auftrag der IKK classic eine repräsentative Studie in der Handwerksbranche zu verschiedenen Zukunftsthemen durch. Hier wurde unter anderem die Zufriedenheit mit dem Beruf, die Haltung zur Integration von Zuwanderern, sowie die Einschätzung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie abgefragt. Die Präferenzen bei der individuellen und betrieblichen Gesundheitsprävention standen ebenfalls im Fokus der Erhebungen.

„Weil diese Befragung vor Corona stattfand, war es für uns spannend, ob die Erfahrungen der Krise die Stimmung im Handwerk stark verändern würden. Der Vorher-Nachher-Vergleich belegt, dass im Handwerk die Urteile und Haltungen bei Beschäftigten wie Betriebsinhabern solide fundiert sind“, sagt IKK-Chef Frank Hippler.

Handwerker sind mit ihrer Arbeit zufrieden und würden sich mehrheitlich wieder für einen Handwerksberuf entscheiden, so das Ergebnis der Erststudie. 82 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben an, mit ihrem Beruf zumindest zufrieden zu sein; 29 Prozent von ihnen sind sogar „sehr zufrieden“ und 14 Prozent „vollkommen zufrieden“. Sechs von zehn Beschäftigten würden sich wieder für einen Beruf im Handwerk entscheiden; jeder zweite Befragte (45 Prozent) würde dabei sogar wieder in seinem derzeitigen Betrieb arbeiten wollen. Als attraktiv für junge Menschen schätzen die heutigen Handwerksberufe 76 Prozent der Arbeitgeber und über 50 Prozent der Arbeitnehmer ein und auch das persönliche Gesundheitsempfinden beeinflusst den Blick auf den Beruf.

Die aktuelle forsa-Erhebung im Juni betrifft nun ebenfalls eine repräsentative Auswahl von Beschäftigten und Arbeitgebern aus den großen Gewerbegruppen im Handwerk und bringt folgende Ergebnisse:

Die meisten Befragten blicken trotz der schwierigen Corona-Situation durchaus selbstbewusst in die Zukunft und zeigen eine zuversichtliche Haltung gegenüber den großen Herausforderungen der Branche. Nach wie vor sind dies die Gewinnung von Nachwuchs sowie die Bindung von guten Fachkräften an das Unternehmen.

So stellt sich die Attraktivitätsfrage der Arbeitgebermarke Handwerk immer wieder und wird dementsprechend innerhalb der Branche diskutiert. Die Überzeugung von rund 80 Prozent der Arbeitgeber/50 Prozent der Belegschaft lautet: der Handwerksberuf ist bei jungen Menschen beliebt.

Immer wieder überzeugend ist die familienfreundliche Ausrichtung der Branche. Konstant fielen dementsprechend die Urteile zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (betriebliche Flexibilität) aus, die wegen der Schul- und Kitaschließungen während der Corona-Krise besonders auf die Probe gestellt wurde.

Eine große Mehrheit der Betriebe attestierte sich auch während der Pandemie ein flexibles Personalmanagement. So erklärten 86 Prozent der Firmen, dass es bei ihnen kein Problem sei, kurzfristig einen Tag frei zu nehmen (Januar: 97 Prozent).

Gesundheitsmanagement im Handwerk

Was sich gegenüber der Erstbefragung verändert hat? Die Haltung der Arbeitgeber zu digitalen Gesundheitsangeboten. Hier sind eine gestiegene Aufgeschlossenheit und Bereitschaft zur Umsetzung festzustellen. 26 Prozent der Firmen wären bereit, den Beschäftigten digitales Gesundheitsmanagement zur Verfügung zu stellen; im Januar lag die Bereitschaft noch bei 18 Prozent. Die Beschäftigten im Handwerk finden das Angebot interessant und wichtig, der Wert ist mit 40 Prozent stabil geblieben.

Die Wunschliste bei den Gesundheitsthemen in der betrieblichen Gesundheitsförderung:

  • Angebote zur Entspannung und Stressreduzierung (58 Prozent)
  • Rückengesundheit (49 Prozent)
  • Bewegung und Fitness (37 Prozent)

Bei den Arbeitgebern stehen die Themen Arbeitssicherheit und Rückengesundheit mit 95 und 79 Prozent im Vordergrund.

 

» Aktuelle Maßnahmen der IKK classic

BGM persönlich

Wir haben nachgefragt: Was begeistert Koordinatoren und Manager am Thema Corporate Health? Wie sind sie zu ihrem Beruf bekommen? Und welche Fragen bewegen Organisationen und Unternehmen?

Heute im Gespräch mit Pia Dömling von der Universität Bayreuth. Frau Dömling ist Koordinatorin für Universitäres Gesundheitsmanagement (UGM) und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Sportwissenschaft III der Universität Bayreuth.

 

Frau Dömling, Sie haben das Betriebliche Gesundheitsmanagement zur Profession gemacht. Welchen persönlichen Beweggrund und Auslöser gab es dafür?

Dömling: Schon während meines Studiums haben mich die Veranstaltungen zu Gesundheitsförderung/-management begeistert. So kam es, dass ich bereits als Studentin im Universitären Gesundheitsmanagement mitarbeiten konnte und sich eine Anstellung über das Studium hinaus ermöglichte.

Worin bestehen die Besonderheiten von Gesundheitsprogrammen bei der Umsetzung im Hochschulbereich?

Dömling: An einer Universität gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Zielgruppen: Studierende und Beschäftigte. Und auch innerhalb der einzelnen Zielgruppen finden sich Unterschiede. Beispielsweise gibt es in der Zielgruppe der Beschäftigten das nicht-wissenschaftliche und das wissenschaftliche Personal. Die Zielgruppen sind also sehr heterogen. Dazu kommt, dass wir eine große Fluktuation aufgrund befristeter Verträge im großen Teil des wissenschaftlichen Personals und natürlich der Studierenden, die nur für eine gewisse Zeit an der Universität studieren, haben. Diese Besonderheiten müssen bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen berücksichtigt werden.

© Universität Bayreuth

Wieviel Kommunikation brauchen Gesundheitsthemen im Hochschulumfeld?

Dömling: Sehr viel. An einer Hochschule passiert so viel gleichzeitig und das generelle Angebot für Beschäftigte und Studierende ist umfangreich. Deshalb muss man in der Kommunikation wirklich aktiv werden und auf das wichtige Thema Gesundheit sowie entsprechende Gesundheitsthemen und -angebote auf dem Campus aufmerksam machen. Je nach Thema, Angebot und Zielgruppe sollten unterschiedliche Kommunikationskanäle zum Einsatz kommen und gleichzeitig sollten festgelegte Kanäle kontinuierlich bespielt werden.

© Pia Dömling

Was ist das größte Missverständnis, wenn wir über BGM sprechen?

Dömling: Oftmals wird BGM mit dem Obstkorb oder jährlich stattfindenden Gesundheitstagen verbunden, die zudem häufig sehr unspezifisch stattfinden. Aus unserer Sicht missverständlich, denn BGM ist viel mehr als das. BGM ist langfristig ein Teil der Organisationskultur und damit auch ein Attraktivitätsmerkmal für die Organisation. Wissenschaftliche Studien machen deutlich, dass ausreichende Ressourcen bzw. Kraftquellen im Arbeitsalltag zu einer gelingenden Bewältigung von alltäglichen Anforderungen führen können. Eine als angenehm gelebte und erlebte, eine sogenannte gesundheitsförderliche Organisationskultur, kann dazu beitragen, dass mit Freude und Motivation der Tätigkeit nachgegangen wird und dass eine erhöhte emotionale Bindung an die Organisation entsteht. Gemeinsame Werte, die von allen Organisationsangehörigen akzeptiert werden, gegenseitige Wertschätzung auf allen Ebenen und Partizipation können hierbei einen großen Beitrag leisten.

Ein bedarfsgerechtes und nachhaltig implementiertes BGM sollte demnach immer das Ziel sein. Auf dem Weg zu einer gesundheitsfördernden Organisation kann dann je nach Bedarf der Obstkorb oder ein Gesundheitstag durchaus ein “Mosaiksteinchen“ darstellen, aber eben nicht das gesamte BGM.

Handlungsfelder UGM, © Pia Dömling

Was treibt Sie bei den aktuellen Projekten persönlich an?

Dömling: Mit unseren Projekten etwas Sinnstiftendes zu tun. Wir leben in einer immer schneller werdenden Zeit, in der Arbeitspensum und Aufgabenvielfalt zunehmen. Mir ist es wichtig, dass Beschäftigte und Studierende trotz der hohen Anforderungen als Menschen mit Bedürfnissen wahrgenommen werden und ihnen ausreichend Ressourcen zur Anforderungsbewältigung zur Verfügung stehen. Mich treibt demnach vor allem unsere Vision an, eine Universitätskultur zu schaffen, die Wohlbefinden, Motivation und gegenseitige Wertschätzung fördert.

© Universität Bayreuth