„Aufgeben ist für mich ein denkunmöglicher Ansatz“

Das zertifizierte Gesundheitswandern des Tourismusverbands Wipptal verbindet Bewegung an der frischen Luft, professionelle Physiotherapie und Entspannungseinheiten. Unter der Corona-Pandemie hat der Tourismus allerdings stark gelitten. Im Interview spricht Obmann Kurt Hasenbacher über persönliche Belastungen, seine Prognosen für die nächste Zeit und die Kraft, die der Kontakt mit den Stammkunden immer wieder schenkt.

An Sie als Mensch und nicht als CEO eines ausgezeichneten Gesundheits-dienstleisters: Was war Ihre größte Herausforderung oder Lernprozess in den letzten 12 Monaten?

Sachlich und nicht zu überhastet sich neuen Herausforderungen zu stellen. Durch das „Kennenlernen“ vieler psychisch belasteter Partner im beruflichen Umfeld in teilweise stundenlangen Telefonaten muss die Zusammenarbeit neu belebt werden.

Die Betreuung meiner hochbetagten Eltern in ihrem gemeinsamen Haushalt in Innsbruck war privat die größte Herausforderung für mich und meine Geschwister.

Corona: „Was nun?“ oder „Jetzt erst recht?“
Wie war ihr Umgang mit der Pandemie?
Hat sich ihr Portfolio oder sogar Ihre gesamte Organisation verändert?

„AUFGEBEN“ ist für mich ein denkunmöglicher Ansatz. Mindestens bis Ende 2022 ist aus meiner Sicht mit ständigen Neuanpassungen vor allem im Tourismusmarkt zu rechnen. Ich habe mich bereits definitiv ab 17.3.2019 festgelegt:

Die Pandemie wird unser Tourismusumfeld bis mind. Ende 2022 stark beeinflussen, der Budgetrahmen wird um ca. 50% eingeengt.

Durch unser Stammpersonal hat sich im Organisationsaufbau erfreulicherweise nichts geändert, Homeoffice usw. konnten wir mit kleineren Schrammen problemlos bewältigen. Diverse finanzielle Zuwendungen vom Land –  der Tourismusverband Wipptal ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts – konnten zur Beruhigung beitragen.

Sie sind als Top Brand Corporate Health ausgezeichnet worden. Wie können Sie Unternehmen heute und in der Zukunft helfen und worin liegen Ihre Stärken?

Hilfe für Betriebe:

  • vor Ort: Verbesserung der Qualität in der Hotellerie und Gastronomie, z.B. Schulung des Personals in Hotelküchen durch unsere Diätologinnen.
  • Steigerung der Auslastung in den Hotels durch das Angebot „Gesundheitswandern“
  • überregional: Das Angebot „Gesundheitswandern“ soll Betrieben dabei helfen, dass ihre Mitarbeiter gesund bleiben. Bei den Kursen der Aktivwochen lernen die Gäste, wie wichtig Bewegung und gesunde Ernährung im Alltag sind.

Unsere größte Stärke ist der hohe Qualitätsanspruch für unser Produkt Gesundheitswandern sowie die persönliche Betreuung der Gäste vor Ort durch qualifiziertes Personal (Gesundheitswanderführer, Diätologinnen).

Welche Vision haben Sie? Welche Projekte stehen in der Pipeline?

Eine notwendige Steigerung der Gästezahlen für die Aktivwoche bis Ende 2023, um das Qualitätsniveau (Mobilität, Schauküche – Ernährung, Gesundheitswanderführerinnen) schon allein aus Kostengründen aufrechterhalten zu können.

Ein breiterer Marktauftritt und eine Intensivierung der hervorragenden Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern ist dabei bereits in Umsetzung.

Was war das schönste Feedback Ihrer Kund*innen während des letzten Jahres?

Die ständigen immer wiederkehrenden Telefonate mit vielen Stammkunden (vor allem von der Aktivwoche/Gesundheitswandern) haben uns viel Kraft und die dringend notwendigen Motivationsschübe auch für unsere Mitgliedsbetriebe gegeben. Die beeindruckende Tiroler Kultur- und Naturlandschaft mit den fünf Heimattälern sowie den beliebten Gastgebern war dabei immer der Aufhänger.