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Strukturierte Nutzung von Corporate Health-Kennzahlen

Die qualitativen Ziele des Corporate Health Managements verlässlich zu messen ist eine Herausforderung für nahezu jeden Betrieb. Die strukturierte Nutzung relevanter Kennzahlen bietet dabei entscheidende Vorteile.

Corporate Health Management ist wirtschaftlich gesehen kein Selbstzweck, sondern ein möglichst produktives Zusammenspiel aus Investition (in verschiedene Gesundheitsmaßnahmen und -konzepte) und Ergebnis (zufriedene Mitarbeiter*innen, weniger Fehltage, erfolgreicheres Employer Branding, geringere Fluktuation etc.). Diese Erfolge sollten für die Darstellung der Wirksamkeit sowie zur Berichterstattung gegenüber der Geschäftsführung im besten Falle natürlich auch sicht- und zählbar sein, wofür ein strukturiertes Vorgehen in Form eines Kennzahlentools der transparente Weg ist.

Ein solches Tool nutzen laut der Kennzahlenstudie der EuPD Research jedoch lediglich 18% der Unternehmen. Das heißt keineswegs, dass sie keine Kennzahlen erheben: darauf verzichten nur 16%. Grund dafür ist mit 62,5% der Mangel an personellen Ressourcen, 18,8% gaben fehlendes Know-How als Grund an.

Die folgende Grafik zeigt eine Auswahl der für die Unternehmen relevantesten Kennzahlen. Diese zeigen, dass die Unternehmen großes Interesse an Informationen zu ihrer Corporate Health-Situation haben: Neben den „harten“ Kennzahlen wie dem langfristigen Krankenstand oder der Anzahl der Arbeitsunfälle sind insbesondere „weichere“ Zahlen, die sich aus vielen Faktoren zusammensetzen, von besonderer Relevanz für die Unternehmen, bspw. die Mitarbeiterzufriedenheit. Wichtig sind außerdem die Kennzahlen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), Analysen von Altersstrukturen, der Beteiligungsrate an Gesundheitsmaßnahmen und der betriebsärztlichen Untersuchung sowie Arbeitsfähigkeits- und allgemeine Gesundheitsindexe. Nicht zu vergessen: das unternehmenseigene BGM-Budget.

Konkrete Vorstellungen für die Kennzahlenverwendung

Auch für die Verwendung der erhobenen Kennzahlen haben die Unternehmen sehr konkrete Vorstellungen: 70% nutzen sie als Entscheidungshilfe für BGM-Maßnahmen, je 64% zur Steuerung und zur Optimierung des BGM. 47% wollen damit die Zielerreichung messen und immerhin noch 17% kontrollieren mit den BGM-Kennzahlen externe Dienstleister. Daher verwundert es, dass nur 7% der befragten Unternehmen auch den Return of Investment (ROI) mithilfe der Kennzahlen berechnen.

Der ROI ist ein guter Anhaltspunkt dafür, ob die Corporate Health-Bemühungen eines Unternehmens auch wirtschaftlich ihre Ansprüche erfüllen oder eher unkonkrete Auswirkungen haben. Letzteres ist zwar ein erster Schritt auf dem Weg der „Road to Excellence“ zu einem sozial nachhaltigen Unternehmen, die Optimierung durch ein strukturiertes Kennzahlensystem kann jedoch ganz neue Möglichkeiten der Effektmessung aufzeigen. Und der Wunsch nach Unterstützung ist offenbar vorhanden: Die Trendstudie von EuPD Research ergab, dass nur 37% der Unternehmen, die bereits ein Kennzahlensystem nutzen, damit auch sehr oder immerhin eher zufrieden sind. Und genau 50% der befragten Gesundheitsmanager wünschen sich Unterstützung bei der Verbesserung ihres Corporate Health-Kennzahlensystems.

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