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Gastronomie und Hotellerie: Fachkräftemangel und Abschreckung

Die schwierigen Arbeitsbedingungen in Gastronomie und Hotellerie sind lange bekannt. Mittlerweile klagen immer mehr Betriebe über akuten Fachkräftemangel, besonders Mittelständler und ländliche Regionen sind im Zweifel auch von Schließungen betroffen. Wie können Betriebe reagieren und für die dringend benötigten Fachkräfte wieder attraktiv werden?

Niedrige Löhne, Stress, körperlich anspruchsvolle Arbeit, familienunfreundliche Schichten: die Arbeit in der Gastronomie ist herausfordernd, die Bedingungen treffen immer wieder auf Kritik. Mittlerweile melden die Betriebe bundesweit 40.000 freie Stellen, fast doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Auf den Nachwuchs können sie dabei nicht setzen; nicht nur schrecken die Arbeitsbedingungen und –zeiten viele potenzielle Auszubildenden ab, auch der im Vergleich deutlich niedrigere Azubilohn trägt zu fehlender Attraktivität bei. Beinahe jeder zweite Ausbildungsvertrag wird wieder aufgelöst.

Konnten Unternehmen bis vor wenigen Jahren häufig noch aus einem Überangebot an Bewerber*innen wählen, müssen sie sich heute selbst um Mitarbeiter*innen bemühen: Expert*innen sprechen von einem Wandel vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt. Wichtig für die Betriebe sind nun nicht nur höhere Löhne, die sich im Branchenwettbewerb nicht weiter nach unten orientieren, sondern auch eine Unternehmenskultur, die die Mitarbeiter*innen wertschätzt. Ein guter Ansatz sind neben branchenspezifischen Ansatzpunkten, z.B. ganzjährigen, möglichst vollzeitnahen Beschäftigungsverhältnissen, auch klassische Maßnahmen des Corporate Health Managements: ergonomische Gestaltung von Arbeitsräumen und –mitteln, verlässliche Kommunikation mit den Mitarbeiter*innen, Möglichkeit zu Fort- und Weiterbildungen sowie die ggf. die Anwendung von Incentives-/Prämiensystemen, um Unfallfreiheit oder besonders gute Bewertungen durch Gäste zu belohnen.

Unterstützung bieten kann das Projekt Guter Gastgeber – Guter Arbeitgeber, das im Rahmen der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ und fachlich begleitet durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verschiedene Angebote an Betriebe richtet, darunter Onlinetools zum Unternehmenscheck oder einen Beraterpool. Auch Anbieter aus dem Corporate Health-Bereich sind gute Ansprechpartner für Unternehmen, die den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt gut gerüstet entgegentreten wollen.

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