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Zuständigkeit für das Gesundheitsmanagement

Unternehmen in Deutschland professionalisieren die Zuständigkeit für ihr Corporate Health Management zunehmend. Welche Abteilungen sind am häufigsten federführend? Wie entwickelt sich die Verantwortlichkeiten?

Bei den meisten Unternehmen beginnt die Entscheidung zur Implementierung eines Corporate Health Managements zwischen Personalabteilung und Geschäftsführung. Da sie den Druck des Arbeitsmarktes spüren, fallen ihnen die wirtschaftlichen Folgen und Risiken dieser Leerstelle zuerst auf: Fehlzeiten, sinkende Leistungsbereitschaft und –fähigkeit, hohe Fluktuationsraten, Gefahren des demographischen Wandels…

Es lässt sich beobachten, dass im Laufe der letzten Jahre zunehmend eigene Abteilungen für Gesundheitsmanagement implementiert werden – mit „top down“-Unterstützung: waren 2013 noch in 46,1% der befragten Unternehmen gemäß „Trendstudie Corporate Health Management in Deutschland seit 2013“ der EuPD Research die Personalabteilungen zuständig, sind es 2018 nur noch 38,1%. Die Zuständigkeit der Geschäftsführungen ist im selben Zeitraum innerhalb ihrer bereits niedrigen Werte weiter gesunken: von 5,6% 2013 auf 4,9% im Jahr 2018.

Diese Zahlen sind ein Zeichen für eine positive und immens wichtige Entwicklung der deutschen Wirtschaft: Mittlerweile sind in 34% der Unternehmen eigene Abteilungen für das Gesundheitsmanagement verantwortlich – ein Zuwachs von 16% innerhalb der letzten fünf Jahre. Geschäftsführung und Personalabteilung bleiben jedoch maßgeblich involviert (s. auch Abb. 2) und begleiten und unterstützen strategisch. Gesundheitsmanager werden durch diese Aufteilung explizit enabled.

Abb. 1: Die Grafik stammt aus der „Trendstudie Corporate Health Management in Deutschland seit 2013“ der EuPD Research. Es ist deutlich zu sehen, dass in einer Vielzahl von Betrieben noch die Personalabteilungen das BGM federführend operativ koordinieren. Dieser Anteil ist jedoch in den letzten Jahren stetig zugunsten einer eigenen Abteilung Gesundheitsmanagement gesunken (Personalabteilung: – 8%, eigene Abteilung: +16%). Das zeigt sowohl die gestiegene Relevanz des Themas für die Unternehmen als auch die zunehmende Professionalisierung des Gesundheitsmanagements.

 

Einbindung der Geschäftsführung als Erfolgsfaktor

Die Geschäftsführung bleibt aber fest in die Arbeitsstrukturen eingebunden:  das betonten 2018 88,1% der befragten Unternehmen. 2013 waren es noch 70,9%. 

Abb.2: Die Grafik stammt aus der „Trendstudie Corporate Health Management in Deutschland seit 2013“ der EuPD Research. Der durchgängige Anstieg von Umsetzungsgraden der Einbindung der Geschäftsführung in die Steuerungs-/Arbeitskreisstrukturen des Corporate Health Managements wird 2017 unterbrochen und geht auf 82,6% zurück; dies korreliert mit dem höchsten Anteil der federführenden BGM-Koordination durch die Geschäftsführung (2017: 6,9%, s. Abb.1), einer anderen Verantwortungsebene. Es handelt sich also um eine nachvollziehbare Entwicklung.

Dies ist insbesondere bemerkenswert, als diese Unternehmen sich mit ihrer Teilnahme am Corporate Health Award als beste Unternehmen Deutschlands im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit ausgezeichnet haben. Ihre Strategien in Bezug auf Struktur, Organisation und Koordination können demnach als vorbildhaft gelten. Dazu gehört den Ergebnissen der Trendstudie nach eine Mischung aus der Professionalisierung des Gesundheitsmanagements durch Fachkräfte und eigene Abteilungen, gleichzeitig aber die enge Einbindung der Geschäftsführung in die strategische Ebene. Diese Verantwortungsteilung trägt sowohl der professionellen Herangehensweise als auch der Wertschätzung von Corporate Health Management Rechnung und öffnet damit den Weg zu einer erfolgreichen nachhaltigen Unternehmensstrategie.

Die befragten Gesundheitsmanager stufen die Einbindung der Geschäftsführung in die Arbeits- und Steuerungsstrukturen darüber hinaus durchweg als besonders wichtig ein. Durch ihre Beteiligung können strategische Entscheidungen meist direkt verabschiedet und geplante Maßnahmen freigegeben werden – im Sinne der Erhaltung und des Ausbaus der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

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