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Psychische Gesundheit und die Rolle der Sensibilisierung von Führungskräften

Die steigende Belastung durch die Entgrenzung digitalisierter Arbeit und flexibler Arbeitsmodelle stellt andere Anforderungen an das Gesundheitsbewusstsein von Führungskräften, gerade auch in Bezug auf die Psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter*innen.

Dank Digitalisierung und den veränderten Ansprüchen der sensibilisierten Generationen X, Y und Z erhält auch das Bewusstsein für Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz eine neue Bedeutung. Es sind nun nicht mehr einzelne Maßnahmen, die ergriffen werden; mittlerweile handelt es sich um einen zentralen Bestandteil der Unternehmenskultur, der in einem strategischen Corporate Health Management unabdingbar ist.

Fakt ist: die Diagnosezahlen psychischer Krankheiten steigen, analog auch die Fehltage. Seit 2009 ist der Anteil psychischer Erkrankungen als Grund für eine Arbeitsunfähigkeit um 40 % gestiegen (SPIEGEL). Mittlerweile sind psychische Erkrankungen bei Krankschreibungen am zweithäufigsten vertreten und mit durchschnittlich 38,9 Fehltagen ist auch die jeweilige Krankheitsdauer mehr als dreimal so hoch wie bei anderen Erkrankungen (BKK Gesundheitsreport 2018). Natürlich liegt dieser schnelle Anstieg vor allem an der besseren Diagnosestellung der letzten Jahre, während vorher eher körperliche Spätfolgen festgestellt wurden.


Umsetzungsgrade von BGF-Maßnahmen zur Psychischen Gesundheit

Entwicklung der Umsetzung von BGF-Maßnahmen zur Psychischen Gesundheit

Die Grafik stammt aus der „Trendstudie Corporate Health Management in Deutschland seit 2013“ der EuPD Research. Darin gaben 68,5% der befragten Unternehmen an, bei der Psychischen Gesundheit auf feste Kooperationen mit externen Netzwerken zu setzen (2013: 37,8%), 84,4% bieten Seminare oder Beratungen zu Stressmanagement an (2013: 77,4%). Um über 30% ist die Anzahl der Unternehmen gestiegen, die Programme zu Mobbing und Konfliktprävention für ihre Mitarbeiter*innen anbieten (2013: 38,7%, 2018: 70,0%). 83,0% bieten außerdem Entspannungsmaßnahmen an (2013: 77,4%).



Zielgerichteter Management-Ansatz zur erfolgreichen Prävention

Um langen Fehlzeiten, Qualitätsverlust, einer erhöhten Unfallgefahr und der Demotivierung von Mitarbeiter*innen zu begegnen, ist ein zielgerichtetes Corporate Health Management der beste Ansatz. Mit der Psychischen Gefährdungsbeurteilung nach §5 Arbeitsschutzgesetz existiert ein von vielen Unternehmen bereits professionell genutztes Instrument zur Evaluierung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter*innen. Eine offene und reflektierte Herangehensweise nimmt auch zur Kenntnis, dass psychische Gefährdung am Arbeitsplatz nicht von der mangelnden Belastbarkeit von Einzelpersonen herrührt, sondern psychosoziale Stressfaktoren in unterschiedlichem Maße Stresssymptome auslösen oder verstärken können (vgl. ASU-Sonderheft Psychische Gesundheit 2018). Auch die Schulung der Führungskräfte sollte immer Kernbestandteil des Corporate Health Managements sein. Als Multiplikator*innen und Vorbilder, zum Beispiel im Verzicht auf Präsentismus, legen sie den Grundstein für eine Unternehmenskultur, in der die langfristige Gesundheit der Mitarbeiter*innen Vorrang vor kurzfristigen Anstrengungen hat.


Umsetzung Sensibilisierung Führungskräfte

Entwicklung der Sensibilisierung von Führungskräften für die Gesundheit der eigenen Belegschaft

Die Grafik stammt aus der „Trendstudie Corporate Health Management in Deutschland seit 2013“ der EuPD Research. Darin konnte ebenfalls festgestellt werden, dass im Jahr 2018 74,8% der Unternehmen ihre Führungskräfte beraten lassen (2013: 56,7%), 83% der Führungskräfte regelmäßig an Schulungen zum Thema „Gesund führen“ teilnehmen (2013: 67,8%) und in 56,3% der Betriebe Zielvereinbarungen zu Gesundheit, Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter*innen existieren (2013: 35,3%).

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