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Jedes zweite Unternehmen findet keine Mitarbeiter*innen mehr: Der DIHK Report zum Fachkräftemangel

Nahezu jedes zweite deutsche Unternehmen – 48% – kann offene Stellen nicht mehr adäquat besetzen. Das geht aus dem Arbeitsmarktreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertags 2018 hervor.

Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 24.000 Unternehmen aus den Bereichen Industrie (28%), Bauwirtschaft (7%), Handel (21%) und Dienstleistung (44 %) befragt. Interessant ist, dass 47 Prozent der befragten Firmen kleine Unternehmen mit bis zu 19 Angestellten sind. 42 Prozent haben bis 199 Beschäftigte, in 9 Prozent der Unternehmen arbeiten zwischen 200 und 999 Menschen. Nur 2 Prozent sind große Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern.

60 Prozent der Befragten betrachten den Fachkräftemangel als Risiko für ihre Geschäftsentwicklung, im Jahr 2010 waren das nur 16 Prozent. Insgesamt können 1,6 Millionen Stellen nicht besetzt werden, weil die entsprechenden Fachkräfte fehlen – mit weitreichenden Folgen. 73 Prozent der Betriebe betrachten die Mehrbelastung der Belegschaft sorgenvoll. Außerdem befürchtet jedes zweite Unternehmen einen Rückgang der Wachstumspotenziale. 45 Prozent der Befragten sehen eine Einschränkung von Angeboten sowie Ablehnung von Aufträgen als Folge des Fachkräftemangels, jedes vierte Unternehmen befürchtet den Verlust der Innovationsfähigkeit. Obwohl nur 7 Prozent aller befragten Unternehmen sich vorstellen können, ihren Standort langfristig ins Ausland zu verlegen, denkt jedes vierte der großen Unternehmen darüber nach. Als Folge der möglichen Abwanderung ist ein Verlust von Arbeitsplätzen und eine Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu erwarten.

Corporate Health Management zur Sicherung personeller Ressourcen

Die Bewältigung des Fachkräftemangels und Stärkung von Wachstumspotentialen sind zentrale Ziele im Corporate Health Management. Da vor allem kleine und mittlere Unternehmen Schwierigkeiten in der Sicherung personeller Ressourcen haben, müssen sie schnell agieren, um den Anschluss nicht zu verpassen. Als Handlungsempfehlungen benennt der DIHK Arbeitsmarktreport klassische Corporate Health Maßnahmen wie die Gewährleistung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, flexible Arbeitszeitmodelle und eine längere Erwerbstätigkeit älterer Beschäftigter. Auch die Digitalisierung könne Unterstützung gegen den Fachkräftemangel leisten, indem diverse Tätigkeiten von neuen Technologien übernommen und die so frei werdenden personellen Ressourcen in anderen Bereichen eingesetzt werden können.

>> Zum Download der DIHK Arbeitsmarktreport 2018

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