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Arbeitsbelastung als Unternehmensaufgabe: Das BAuA Faktenblatt zur Arbeitsintensität in Deutschland

Deutsche Erwerbstätige empfinden die hohe Arbeitsintensität zunehmend als Belastung. Das geht aus dem aktuellen Faktenblatt „Zeitdruck und Co – Wird Arbeit immer intensiver und belastender?“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA hervor. Zur Erstellung des Faktenblattes wurden BIBB / BAuA Erwerbstätigenbefragungen aus den Jahren 2006, 2012 und 2018 ausgewertet.

Der Begriff Arbeitsintensität wird hierbei durch fünf Arbeitsbedingungen charakterisiert: starker Termin- und Leistungsdruck, gleichzeitige Bewältigung verschiedener Aufgaben, Notwendigkeit zum schnellen Arbeiten, Unterbrechungen bei der Arbeit, z.B. durch Kollegen, Telefonate oder defekte Maschinen sowie das Arbeiten bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit. Je mehr dieser Rahmenbedingungen gleichzeitig zutreffen, desto größer ist die Erschöpfung – Überlastung und Burnout drohen.

60 Prozent der 17.000 Befragten gaben im Jahr 2018 an, dass sie verschiedene Aufgaben gleichzeitig bewältigen müssen. Im Jahr 2006 stellte das für 27 Prozent eine Belastung dar. 2018 gaben 33 Prozent an, sich überlastet zu fühlen. Starker Termindruck wurde 2006 von 60 Prozent der Befragten als Belastung empfunden, im Jahr 2018 stimmten bereits 67 Prozent der Aussage zu. Auch das Arbeiten bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit ist anstrengend: von 71 Prozent im Jahr 2006 stieg die Zahl der Belasteten auf 79 Prozent im Jahr 2018. Immer mehr Arbeitnehmer*innen fühlen sich durch ihre Arbeitsbedingungen erschöpft.

Mit Corporate Health Management psychischen Belastungen entgegenwirken

15 Prozent aller Fehltage gehen laut Bundesgesundheitsministerium auf das Konto psychischer Belastungen. Um Mitarbeiter*innen im Kontext der Digitalisierung und komplexer werdenden Arbeitsbedingungen vor Überlastung zu schützen und zugleich Prävention gegenüber psychischen Erkrankungen und Fehlzeiten zu leisten, sind Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung eine Kernaufgabe im Corporate Health Management. Neben einer gesunden Work-Life-Balance, Schulungsangeboten zum Thema Stressmanagement oder klaren Vereinbarungen zur Always-On-Mentalität in den Leitlinien eines Unternehmens ist die Optimierung der Arbeitsbedingungen ebenso wichtig wie die Implementierung eines gesundheitsförderlichen Führungsstils.

>> Zum BAuA-Faktenblatt Nr. 26

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